Der Rauch

Zunächst harmlos erscheinende Zusatzstoffe im Tabak bergen weitere Gefahren, da sie sich beim Verbrennungsprozess zu gesundheitschädlichen Substanzen verändern können. So entstehen z.B. die krebserregenden Substanzen Acetaldehy und Formaldehyd, wenn Zucker im Tabak verbrennt. Zucker z.B. wird Zigaretten als Zusatzstoff beigefügt, um durch die Karamelisierung mit Amoniak einen weicheren Geschmack des Tabakrauchs zu erzeugen.

Die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen treten in Wechselwirkung miteinander und verstärken sich dadurch in vielen Fällen. Ein Grenzwert, bis zu dem der Konsum von Zigaretten unbedenklich ist, kann aufgrund des hohen Giftgehalts des Tabakrauchs nicht formuliert werden.

Ausgewählte giftige und krebserzeugende Substanzen im Tabakrauch

Substanz

Beispiele für Verwendung/
Vorkommen

toxische Eigenschaften

Acetaldehyd

Zwischenprodukt zur Herstellung zahlreicher organischer Großprodukte

krebserzeugend, reizt die Augen und den Atemtrakt, stört die Selbstreinigung der Lunge durch Lähmung der Flimmerhärchen im Bronchialtrakt

Acrylnitril

Produktion von Acrylfasern und Plastik

krebserzeugend, reizt die Schleimhäute, verursacht Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkei

Ammoniak

in Putzmitteln

Ammoniak-Dämpfe reizen bereits in geringer Konzentration die Augen und Atemwege; Ammoniak erhöht das Suchtpotenzial von Zigaretten

Aromatische Amine
(z.B. Anilin)

kommen in der Natur nicht vor; Zwischenprodukte bei der Farbstoffsynthese

krebserzeugend; verursachen Harnblasenkrebs

Arsen

in Rattengift

krebserzeugend, die Inhalation von Arsendämpfen verursacht Schleimhautreizung

Benzol

Antiklopfmittel im Benzin

krebserzeugend; verursacht Leukämie

Blausäure

in der Herstellung von Cyaniden, Farbstoffen

eine der toxischsten Substanzen im Tabakrauch; Kurzzeitexposition kann zu Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen führen

Blei

in Batterien

krebserzeugend, langfristige Belastung kann Schäden an Gehirn, Nieren, Nervensystem und roten Blutkörperchen hervorrufen, schädigt den Fetus

1,3-Butadien

Grundstoff für Autoreifen, in Autoabgasen

krebserzeugend, reizt die Augen, Nasenwege, Rachen und Lunge

Cadmium

in Batterien

krebserzeugend, kann bei Langzeitexposition die Nieren schädigen

Chinolin

Farb- und Kunststoffe, zur Konservierung anatomischer Präparate

reizt Augen, Nase, Rachen, kann Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auslösen

Formaldehyd

in der Holzverarbeitung, zur Leichenkonservierung

krebserzeugend, das Gas reizt die Augen und die Atemwege

Hydrazin

Raketentreibstoff

krebserzeugend

p-Hydrochinon

Entwickler in der Fotografie

krebserzeugend, schädigt die Bindehaut und die Hornhaut des Auges

Kohlenmonoxid

entsteht bei der unvollständigen Verbrennung fossiler Brennstoffe, in Autoabgasen

blockiert den Sauerstofftransport im Blut, kann Blutgefäße schädigen

Naphthalin

in Mottenkugeln

krebserzeugend; die Dämpfe reizen Augen und Atemwege

Nickel

in Batterien, Metall-Legierungen

krebserzeugend, reizt die Atemwege; verursacht Lungenentzündung

Nitromethan

Treibstoff für Rennmotoren

krebserzeugend

N-Nitrosamine

in gebrauchten Motorenölen, in Gummi

krebserzeugend

Phenol

Herstellung von Phenolharzen

krebserzeugend; reizt Haut, Augen und Schleimhäute

Polonium 210

alpha-Strahler, in Messgeräten

stark radiotoxisch

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Benzo[a]pyren)

in Autoabgasen, in Verbrennungsabgasen

krebserzeugend

Styrol

in der Herstellung von Kunststoffen und Kunstharzen

krebserzeugend, Exposition führt zu Störungen des Zentralnervensystems, Kopfschmerzen, Erschöpfungszuständen, Depression

Toluol

Zusatz in Benzin, Lösungsmittel

chronische Inhalation reizt die oberen Luftwege und die Augen, führt zu Heiserkeit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen

Quellen: Bornscheuer U et al., 2007, US Environmental Protection Agency, 2007, Deutsches Krebsforschungszentrum, 2005. Bearbeitung: Deutsches Krebsforschungszentrum, Stabsstelle Krebsprävention, 2008

Brennt eine Zigarette, verglühen bei Temperaturen von 500°C bis 950°C ihre Bestandteile und es entstehen zwei Arten von Rauch: der Hauptstromrauch und der Nebenstromrauch. Der Hauptstromrauch bildet sich beim sogenannten "Zug" an der Zigarette. Der Rauch, der zwischen den Zügen entsteht wird Nebenstromrauch genannt. Beide Formen setzen sich aus den gleichen Inhaltsstoffen zusammen, allerdings in unterschiedlichen Konzentrationen.

Viele Giftstoffe kommen in höherer Konzentration im Nebenstromrauch vor. Zum Beispiel enthält dieser doppelt soviel Kohlenmonoxid wie der Hauptstromrauch. Auch andere Gifte, wie Benzol, Cadmium, Blei, etc. sind im Nebenstromrauch höher konzentriert. Seine Partikel sind kleiner und können somit leichter in die entferntesten Lungenbläschen (Lungenalveolen) eindringen und sich dort ablagern. Bedenkt man, dass fast 85% eines mit Tabakrauch gefüllten Raums aus Nebenstromrauch besteht, so sind passivrauchende Nichtraucherinnen und Nichtraucher und vor allem Kinder und Säuglinge einer erheblichen gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt.

Zunächst harmlos erscheinende Zusatzstoffe im Tabak bergen weitere Gefahren, da sie sich beim Verbrennungsprozess zu gesundheitschädlichen Substanzen verändern könn. So entstehen z.B. die krebserregenden Substanzen Acetaldehy und Formaldehyd, wenn Zucker im Tabak verbrennt. Zucker z.B. wird Zigaretten als Zusatzstoff beigefügt, um durch die Karamelisierung mit Amoniak einen weicheren Geschmack des Tabakrauchs zu erzeugen.

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