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08.02.10

Gestörte Blutdruckregulation bei Säuglingen rauchender Mütter

Rauchen in der Schwangerschaft schadet dem im Mutterleib heranwachsenden Embryo – der Tabakrauch beeinträchtigt die Durchblutung und damit die Nahrungs- und Sauerstoffversorgung des Babys. Zahlreiche Studien konnten inzwischen die steigenden Gesundheitsrisiken für Kinder rauchender Mütter aufzeigen. So wirkt sich der Tabakqualm negativ auf das Lungenwachstum des Kindes aus, die Wahrscheinlichkeit von Frühgeburten steigt. Das Geburtsgewicht der Babys, die in der Zeit im Mutterleib den Rauchschadstoffen ausgesetzt waren, liegt im Schnitt unter dem Wert der rauchfrei herangewachsenen Kinder. Zudem konnten Hinweise gefunden werden, die einen Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) plausibel erscheinen lassen.

Die Liste möglicher Schädigungen durch das Rauchen während der Schwangerschaft ist noch viel länger. Eine neue Untersuchung konnte jetzt beispielsweise zeigen, dass durch den Tabakkonsum der Mutter auch die Blutdruckregulation der Säuglinge nachhaltig gestört wird. Mit „nachhaltig“ ist in diesem Fall ein Zeitraum von einem Jahr gemeint. Ob die in dieser Zeit aufgetretenen Unregelmäßigkeiten zu Gesundheitsrisiken im weiteren Leben führen – darüber kann die aktuelle Studie keine Aussage treffen. Allerdings sieht der Untersuchungsleiter Gary Cohen es als eher wahrscheinlich an, dass die gefundenen Abweichungen nicht auf einmal verschwinden, wenn sie nach dem ersten Lebensjahr noch nachgewiesen werden können.
Worin bestehen nun die identifizierten Unregelmäßigkeiten? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verglichen die Blutdruckwerte von Säuglingen, deren Mütter die Zeit der Schwangerschaft rauchfrei verbrachten, mit jenen von Kindern, die als Embryo den Schadstoffen des Tabakrauchs ausgesetzt waren. Im letztgenannten Fall rauchten die Mütter im Schnitt 15 Zigaretten pro Tag.

Die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen waren deutlich: Wenn bei rauchfrei herangewachsenen Neugeborenen der Blutdruck zunächst im Liegen, danach dann nach dem Aufrichten gemessen wurde, zeigte sich eine Zunahme des Blutdrucks um zwei Prozent. Bei den Kindern der rauchenden Mütter stieg der Blutdruck dagegen um zehn Prozent. Cohen wertet diesen Anstieg als übermäßig. Eine mögliche Erklärung, die aber nicht durch die Studie gedeckt wird, besteht in einer Schädigung der Struktur und Funktionalität der Blutgefäße der Säuglinge durch die Schadstoffe des Tabakrauchs.

Zum Ende des ersten Lebensjahres zeigte sich dann der umgekehrte Effekt: Der Blutdruck der Kinder, deren Heranwachsen im Mutterleib nicht durch Tabakrauch belastet wurde, stieg beim Aufrichten um zehn Prozent, während bei den Kindern der rauchenden Mütter eine Zunahme des Blutdrucks um nur vier Prozent zu beobachten war.

Die gefundenen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen sind als auffällig zu interpretieren, müssen allerdings durch weitere Untersuchungen noch erhärtet werden. So ist noch offen, ob die Studienergebnisse einen Beitrag zu der Erklärung des gehäuft auftretenden plötzlichen Kindstodes bei rauchenden Müttern liefern könnten. In jedem Fall weisen die Befunde erneut darauf hin, dass Babys durch Tabakqualm massiven Gesundheitsrisiken ausgesetzt werden. Mehr Informationen zu dem Thema finden Sie hier.

Siehe auch: Cohen G., Jeffery H., Lagercrantz H., Katz-Salamon M. (2010). Long-Term Reprogramming of Cardiovascular Function in Infants of Active Smokers; Department of Women and Child Health (G.C., H.L., M.K.-S.), Karolinska Institute, Stockholm, Sweden; Department of Neonatal Medicine (G.C., H.J.), Royal Prince Alfred Hospital, Sydney, Australia.

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