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23.02.10
Neue Studie: Gesundheitsrisiko durch Nikotinrückstände
Dass Passivrauchen gesundheitsschädlich ist und besonders für Kinder ein Risiko darstellt, hat sich mittlerweile bei den meisten Menschen herumgesprochen. Auch die wissenschaftlichen Befunde zu diesem Thema sind eindeutig.
Weniger bekannt sind die Gefahren, die von Nikotinbelägen bzw. -rückständen in der Kleidung oder auf Teppichen und Möbeln ausgehen. Expertinnen und Experten gehen schon seit längerem davon aus, dass diese Giftstoffe, die sich in Geweben und auf Oberflächen anlagern und bei verschiedensten Gelegenheiten immer wieder aufgewirbelt werden, schädlich für die menschliche Gesundheit sind. Ein Forschungsteam des Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien kam jetzt in einer neuen Studie dem Ziel näher, das tatsächliche Gesundheitsrisiko der auch „Third Hand Smoke“ genannten Rückstände zu ermitteln. Sie fanden Substanzen, die im Verdacht stehen, Krebs auslösen zu können.
Nach den Ergebnissen der amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reagiert das Nikotin mit Bestandteilen der Innenraumluft – es entstehen neue Schadstoffe, die sogenannten Nitrosamine. Für einige dieser Nitrosamine konnte eine krebserregende Wirkung belegt werden.
Die beschriebene chemische Reaktion konnte das Team um Hugo Destaillats in Laborversuchen nachbilden. Außerdem fanden sich die Nitrosamine auch in Lastwagen, deren Innenräume regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt waren. Nitrosamine bauen sich relativ langsam ab, Expertinnen und Experten gehen von einer Halbwertzeit von zwei Stunden aus.
Die Studienergebnisse zeigen erneut: Rauchen in geschlossenen Räumen ist besonders schädlich – für die Raucherin bzw. den Raucher selber, seine direkte Umgebung und jene, die das Zimmer noch Stunden später betreten.
Siehe auch: Destaillats H. Et al (2009). Formation of carcinogens indoors by surface-mediated reactions of nicotine with nitrous acid, leading to potential thirdhand smoke hazards in PNAS (2010)
