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19.07.10

Erneut belegt: Rauchen fördert Darmkrebs

Eine Studie der Universität Connecticut (USA) hat gezeigt, dass starke Raucherinnen und Raucher häufiger unter fortgeschrittenen, flachen, kortikalen Adenomen leiden als Menschen, die nicht oder wenig rauchen. Adenome sind zunächst gutartige Geschwülste aus Schleimhaut oder Drüsengewebe. Bei Adenomen im Darmtrakt besteht jedoch häufig die Gefahr einer Umwandlung in bösartigen Krebs.
 
Das Ziel der Forscherinnen und Forscher um Joseph C. Anderson war die Identifikation von Risikofaktoren für flache Adenome, um die Früherkennung von Darmkrebs zu verbessern. Bei Patientinnen und Patienten, die unter einem erhöhten Risiko leiden, sollten spezielle bild gebende Untersuchungsmethoden angewandt werden, weil flache Adenome zu einer Klasse von Polypen gehören, die besonders schwierig zu entdecken ist. Über die Ursachen dieser krankhaften Veränderungen war bisher wenig bekannt, es wurde jedoch vermutet, dass Rauchen einen Risikofaktor darstellt.

600 symptomfreie Patientinnen und Patienten des Universitätskrankenhauses wurden mit einem hoch auflösenden Koloskop untersucht. Berücksichtigt wurden außerdem demografische Daten, die Häufigkeit der Krebserkrankungen in der Familie, die Ernährung sowie das Rauchverhalten.

Ergebnis der Untersuchung war, dass starke Raucherinnen und Raucher häufiger und früher unter flachen Adenomen im Darm litten. Damit konnte nachgewiesen werden, dass Rauchen das Risiko für Darmkrebs erhöht. Die Forscherinnen und Forscher vermuten, dass Rauchen molekulare Veränderungen herbeiführt, die die Entwicklung flacher Adenome begünstigen. Die Resultate liefern eine mögliche Erklärung dafür, warum Darmkrebs bei Raucherinnen und Rauchern früher diagnostiziert wird und warum sich der Krebs häufig schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet.

Die speziellen Screenings mit hoch auflösenden Koloskopen können helfen, den Darmkrebs früher zu erkennen. Eine wirksame Vorsorge besteht dagegen in einem möglichst baldigen und konsequenten Rauchstopp.

Siehe auch: American Gastroenterological Association's Digestive Disease Week Topic Forum (Important Clinical Issues Regarding Polyps and Colorectal Cancer), San Diego, California, 19.5.2008 (Gastroenterology 2008;134(Suppl 1):A60-A61).

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