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23.07.10
Rauchen im Auto belastet vor allem Kinder
Studien zur Ermittlung der Tabakrauchbelastungen in Autos von Raucherinnen und Rauchern zeigen, dass die Giftstoffkonzentration in PKWs mit geschlossenen Fenstern weitaus größer sein kann als in stark verrauchten Gastronomiebetrieben (Vergleichswerte aus dem Jahr 2005, vor Inkrafttreten der Nichtraucherschutzgesetze). Bei geschlossenen Fenstern wurden in Privatautos bis zu 3.850 Mikrogramm der entsprechenden Giftstoffe per Kubikmeter gemessen, in verrauchten Bars lagen die Höchstwerte bei 2.022 Mikrogramm per Kubikmeter.
Das Einschalten der Lüftung im Auto senkt die Belastung lediglich auf
durchschnittlich 658 Mikrogramm per Kubikmeter. Erst das Öffnen aller Fenster in einem fahrenden Auto würde zu einer deutlichen Verringerung der Luftpartikelkonzentrationen führen (60,4 Mikrogramm per Kubikmeter). Allerdings ist es im Alltag wahrscheinlicher, dass nur ein einziges Fenster im Auto ganz oder teilweise geöffnet wird.
Je jünger Kinder sind, die in Autos passiv mitrauchen, desto mehr leiden sie unter gesundheitlichen Belastungen: Studien geben Hinweise darauf, dass das Risiko für eine Erkrankung an chronischer Bronchitis und Atemwegsbeschwerden in der Jugend steigt, je früher Kinder dem Rauch im PKW ausgesetzt werden. Nur zwei Drittel der deutschen Kinder unter sechs Jahren sind durch ein vollständiges, freiwilliges Rauchverbot in privaten Autos geschützt. Bei Kindern über sechs Jahren verzichten lediglich noch etwas mehr als die Hälfte der rauchenden Eltern auf Tabakkonsum im Fahrzeug. Jugendliche über dreizehn Jahre werden kaum noch vor den Belastungen des Passivrauchens im Auto geschützt.
Siehe auch: Schutz der Familie vor Tabakrauch. Hrsg.: Deutsches Krebsforschungszentrum. Heidelberg. 2010, S. 25-28.
