Die Zigarette
Zigaretten machen 90% aller Tabakprodukte aus. Eine Zigarette besteht aus zerkleinerten Tabakblättern, Füllmasse (Restbeständen der Tabakpflanze), Papier und im Allgemeinen einem Filter. Die Zigarette ist ein hoch technisiertes Produkt, in dem neben Tabak mehr als 600 verschiedene Zusatzstoffe beigemengt werden. Das hochgiftige Alkaloid Nikotin ist ein natürlicher Bestandteil der Tabakpflanze.
Das Beimengen von Zusatzstoffen fördert u.a. die Abhängigkeit und verhilft der Zigarette zu einem angenehmeren Geschmack. Zum Beispiel verstärkt Ammonium die Wirkung des Nikotins. Schokolade und Süßstoffe machen den Tabakgeschmack für Kinder und Erstnutzer angenehmer. Menthol erleichtert die Aufnahme des Rauchs in die Lunge. Kakao dient der Erweiterung der Bronchien, damit tiefer inhaliert werden kann.
Der größte Teil der gesundheitsschädlichen Stoffe entsteht beim Verbrennen der Zigarette. Die Giftstoffe im Tabakrauch gelangen über die Lunge in den Blutkreislauf. Zusatzstoffe, die in Lebensmitteln unbedenklich sind, können sich als Beimischung in Rauchwaren in teilweise gesundheitsschädliche Substanzen umwandeln. Der Grund: In den sehr hohen Temperaturen der Glutzone (600 bis 900 °C) verdampfen oder verbrennen diese Stoffe, dadurch entstehen viele krebserzeugende Verbrennungsprodukte sowie Kohlendioxid, Stickstoffoxide und Schwefeldioxid, die dann eingeatmet werden.
Nur die Tabakindustrie kennt die genaue Zusammensetzung und Wirkung der Zigaretten. Seit Oktober 2002 ist die Industrie mit der Tabakprodukt-Verordnung verpflichtet die Liste der Zusatzstoffe und deren Wirkung dem Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft anzugeben.
