Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz Krankenhaus - Bestandsaufnahme in Krankenhäusern und Pflegeschulen

Eigentlich eignen sich Krankenhäuser als "Orte der Heilung" besonders für den Kampf gegen den Tabakkonsum und seine schädlichen Gesundheitsfolgen. Eine von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vorgelegte Bestandsaufnahme zeigt allerdings eher geringe Aktivitäten zur Tabakkontrolle an deutschen Krankenhäusern und Krankenpflegeschulen.

Diese Bestandsaufnahme dient als Grundlage für die Entwicklung eines Konzepts, bei dem Angebote zur Beratung und Raucherentwöhnung die allgemeinen Rauchbeschränkungen ergänzen. Ergebnis ist im Idealfall das "rauchfreie Krankenhaus". Unter besonderer Berücksichtigung der Berufsgruppe der Krankenpfleger werden auf dieser Grundlage konkrete Maßnahmen in einer Broschüre zusammengefasst. Darüber hinaus steht ein modular aufgebautes Schulungsmanual für den Unterricht an Krankenpflegeschulen zur Verfügung.

Für die schriftliche Befragung der Krankenhäuser wurde neben spezifischen Einzelfragen ein vom European Network for Smoke Free Hospitals (ENSH) entwickelter Fragebogen zur Selbsteinschätzung der Nichtraucher-Aktivitäten eingesetzt. Es wurden im März 2005 alle deutschen Krankenhäuser und über 1.000 Krankenpflegeschulen und Fortbildungsreinrichtungen angeschrieben. An der Befragung nahmen 386 Krankenhäuser und 358 Krankenpflegeschulen teil. Mit dem Fragebogen wurden Faktoren wie Engagement, Kommunikation, Schulung und Vorbeugung, Hilfe bei Entwöhnung, Kontrolle des Tabakmissbrauchs und andere Indikatoren für die Umsetzung einer Nichtraucher-Kultur abgefragt.

Bei der Beantwortung des Krankenhaus-Fragebogens fiel auf, dass die meisten Kriterien für im engeren Sinne rauchfreie Krankenhäuser nicht erfüllt sind. Allerdings geben die meisten Kliniken an, dass zumindest das Rauchen in öffentlich zugänglichen Bereichen verboten ist. Weniger als zwei Prozent aller teilnehmenden Häuser verpflichten alle Beteiligten zum Leitbild des Rauchfreien Krankenhauses - die Autoren schließen, dass maximal zwei bis drei Prozent aller deutschen Kliniken diesen Minimalstandard zur Umsetzung einer Tabakkontrollpolitik erfüllen. Die Befragung der Krankenpflegeschulen ergab zudem, dass knapp die Hälfte der Auszubildenden raucht und damit deutlich über dem Bundesschnitt von 30 Prozent liegt. Vor dem Hintergrund dieser Zahl und der gesundheitspolitischen Bedeutung von Nichtraucherschutz und Tabakentwöhnung im Krankenhaus ergibt sich die besondere Bedeutung einer auf Rauchfreiheit zielenden Ausbildung.

Zur Unterstützung von Lehrkräften und Dozenten wurde ein praxisnahes, detailliertes und ohne zusätzlichen Aufwand zu verwendendes Curriculum entwickelt, mit dem sich Grundwissen über gesundheitliche Folgen des Rauchens, Sucht im Allgemeinen und das Einüben konkreter Inhalte der Tabakentwöhnung vermitteln lässt.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

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