Neuer Flyer der BZgA informiert über Gesundheitsgefahren und Risiken durch E-Zigaretten

06.03.2013  - Dampfen statt Rauchen – sind sogenannte E-Zigaretten eine gesunde Alternative zum Tabakkonsum?

Nein, bereits nach wenigen Minuten des Konsums der elektrischen Variante des Glimmstängels kommt es zu Einengungen der Atemwege und Reizungen im Rachen und Mundraum. Das konnte in einer Studie festgestellt werden. Die langfristigen Wirkungen der E-Zigarette sind derzeit noch nicht untersucht. Anders formuliert:

Es ist nicht erwiesen, dass elektrische Zigaretten gesundheitlich unbedenklich sind, deshalb ist von ihrem Konsum abzuraten.

Darauf verweist ein neuer Flyer der BZgA, den Sie hier bestellen oder herunterladen können.

Die Hauptbestandteile der E-Zigarette sind ein Mundstück, ein Akku, ein elektrischer Verdampfer und eine Kartusche mit „Liquid“. Dieses „Liquid“ ist eine Flüssigkeit, die Substanzen wie Propylenglykol, Nikotin, Glyzerin, Ethanol sowie unterschiedliche Aromastoffe (z.B. Erdbeer, Vanille, Apfel) enthalten kann. Das Liquid wird in dem Verdampfer erhitzt und verdampft dann. Im Unterschied zur herkömmlichen Zigarette gibt die E-Variante den Dampf nur ab, wenn sie eingeschaltet wird. Bei einer Zigarette aus Tabak kommt es bedingt durch den anhaltenden Verbrennungsprozess dagegen zu einem – für die Zeit des Rauchens – dauerhaften Qualm.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI hat sich genauer mit der Schadstoffbelastung beschäftigt, die durch den Dampf der E-Zigarette ausgelöst werden kann. Untersucht wurde die Menge und Konzentration von sogenannten „flüchtigen organischen Verbindungen“ (VOC = Volatile Organic Compounds) und „ultrafeinen Partikeln“. Außerdem wurde geprüft, ob durch E-Zigaretten auch Formaldehyd freigesetzt wird. Als Vergleich wurden die Schadstoffkonzentrationen von regulären Zigaretten herangezogen. Um die Werte zu ermitteln, gaben die Studienverantwortlichen den Dampf von E-Zigaretten und den Rauch von (Tabak-) Zigaretten in spezielle Prüfkammern zur Messung von Emissionswerten.

Das Ergebnis: E-Zigaretten geben Propylenglykol in die Raumluft ab. Laut Presseinformation des Fraunhofer Instituts befürchten Lungenärztinnen und Lungenärzte, dass diese Substanz „beim Einatmen in großer Menge die Atemwege reizen kann.“ Übrigens wurde Propylenglykol auch in der durch eine herkömmliche Zigarette verqualmten Luft nachgewiesen. Denn auch bei Tabakprodukten wird diese Substanz (als Zusatzstoff) eingesetzt.

Formaldehyd in der Raumluft als Nachwirkung einer E-Zigarette konnte in dem Test nicht nachgewiesen werden.

Insgesamt war die Schadstoffbelastung durch E-Zigaretten (bezogen auf die „flüchtigen organischen Verbindungen“ und die „ultrafeinen Partikel“) zwar geringer als bei dem Tabakprodukt. In ihrer Pressemeldung weisen die Verantwortlichen der Studie jedoch ausdrücklich darauf hin, dass „Passivdampfen“ als Pendant zum Passivrauchen möglich sei. Thomas Schripp, Wissenschaftler und Mitautor der Studie sagte, dass „die in vielen Fällen ungenaue und unzureichende Deklaration der Liquids zu monieren sei“. Es gebe im Einzelfall oft keine gesicherten Informationen, welche konkreten Stoffe Rauchende von E-Zigaretten inhalieren und ausatmen.

Warum sich E-Zigaretten auch nicht als Ausstiegshilfe bei der Tabakentwöhnung anbieten, lesen Sie hier.

Quellen:
Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI
www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/dezember/elektronische-zigarette-auf-dem-pruefstand.html
Der Originalartikel ist unter folgendem Link zu finden: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1600-0668.2012.00792.x/pdf

Vardavas, C., et al. (2011). Acute pulmonary effects of using an e-cigarette: impact on respiratory flow resistance, impedance and exhaled nitric oxide. Chest, doi: 10.1378/chest.11-2443