Fruchtbarkeit

Die Gifte des Zigarettenrauchs gelangen über das Blut in die Hoden und vermindern die Zahl und Beweglichkeit der Spermien. Sie greifen in den Hormonhaushalt der Frauen ein und erschweren es ihnen schwanger zu werden.

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Rauchen und Kinderwunsch passen schlecht zusammen. Denn schädliche Substanzen aus dem Tabakrauch erreichen auch die Hoden. Dort beeinträchtigen sie Herstellung und Entwicklung der Spermien und verringern so die Fruchtbarkeit des Mannes. Die Spermien von Rauchern sind kleiner und oftmals weniger beweglich. Außerdem enthalten sie mehr Schwermetalle und aggressive Sauerstoffverbindungen und gleichzeitig weniger Antioxidantien wie Vitamin C, die die aggressiven Sauerstoffverbindungen neutralisieren könnten. Dadurch entsteht oxidativer Stress, der das Erbgut schädigen kann. Sperma von Rauchern enthält mehr Erbgutschäden als das von Nichtrauchern. Befruchtet ein Spermium mit schadhaftem Erbgut eine Eizelle, entsteht ein krankes Kind oder der Embryo stirbt ab.Wegen der schlechten Spermienqualität dauert es bei Rauchern oftmals länger bis eine Zeugung gelingt – egal ob auf natürlichem Weg oder über eine künstliche Befruchtung.

Rauchen beeinträchtigt auch die Fruchtbarkeit von Frauen. Studien zeigen, dass Gifte, die durch das Rauchen in den Körper der Frau gelangen, die Fruchtbarkeit verringern. Auch die östrogenhemmende Wirkung des Rauchens kann sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Raucherinnen sind schon bei einem Konsum von rund zehn Zigaretten pro Tag häufiger unfruchtbar als Nichtraucherinnen. Bei Raucherinnen dauert es rund zwei Monate länger als bei Nichtraucherinnen, bis sie schwanger werden, wobei die Zeit umso länger ist, je mehr Zigaretten die Frau täglich raucht. Auch eine künstliche Befruchtung gelingt bei Raucherinnen schlechter als bei Nichtraucherinnen: Sie brauchen etwa doppelt so viele Befruchtungszyklen wie Nichtraucherinnen, um schwanger zu werden. Raucherinnen können ihre Fruchtbarkeit aber selbst verbessern – durch einen Rauchstopp. Denn danach steigt die Fruchtbarkeit und entspricht nach einem Jahr etwa der von Nichtraucherinnen.

Quellen

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