10 Years Ago

Versuch 2,3,4,5,6… ich weiß nicht mehr genau wie viele es waren, alle scheiterten. Das längste was ich hatte, waren 3 Monate. Immer als ich wieder anfing, war ich der glücklichste Mensch der Welt. Aber wisst ihr was? Ohne diese Rückschläge hätte ich es persönlich nicht geschafft.

Hallo ihr Lieben,
ich schreibe euch heute meine Geschichte, die nun schon 10 Jahre her ist. Warum melde ich mich hier an und schreibe meine Story erst jetzt? Aus gegebenem Anlass wie die Situation heute ist, werdet ihr es gleich erfahren.

Nun erstmal 10 years ago :)
Als ich aufhörte mit rauchen war ich 23 Jahre jung. Ich rauchte 8 Jahre stark. Meine Lunge rasselte und quietschte aus allen Löchern. Ich bekam immer weniger Luft und suchte den Arzt auf. Da war ich etwa 20! So jung! Und bekam eine Überweisung wo die Diagnose COPD draufstand. Ein Schock! Ich bekam auch so ein Pulver zum Einatmen damit sich die Bronchien weiten? (und ich besser Luft bekommen kann). Sowas in der Art. Lange ist es her. Bis der Arzt Termin war, nahm ich das Pulver und rauchte fröhlich weiter. Der Termin war noch so weit weg. Dann bekam ich ein schlechtes Gewissen. Es sollte auch geröntgt werden, zwecks Lungenkrebses. Na gut, dachte ich. Bis zum Termin hörst du auf, mal sehen was rauskommt. Und Gott sei Dank, es war alles io. Super dachte ich, dann kannst weiter rauchen. Vor dem Lungenarzt stand ein Kippenautomat. Nach etwa einer Woche rauchLOS! Endlich! Die Erlösung!

Es dauerte nicht lange und ich bekam wieder keine Luft, die Bronchien rasselten, die Zähne wurde immer gelber. Und ich habe von Natur aus strahlend weiße Zähne, um die mich jeder beneidete. Nun waren sie gelb und auch die 2 raucherfinger. Ekelhaft!
Ich habe schon immer gerne Sport gemacht. Da war nicht mehr viel Puste drin. Ich machte kein Sport mehr. Höchstens ein bisschen was, was nicht so anstrengt. Ich war Handballprofi und ein Volleyball as :) Mila halt ;)

Ich habe alles hingenommen, Hauptsache ich kann rauchen. 
Ich weiß gar nicht mehr genau was mich dazu trieb aufzuhören zu wollen. Ich denke es war hauptsächlich die Luft. Ich informierte mich in Netz und es gab eine ähnliche Seite wie diese hier und ich laß Allen Carr - endlich Nichtraucher!

Das war ok das Buch, hatte aber weiter geraucht. Ganz so überzeugt hatte es mich nicht, aber ganz spurlos vorbeigegangen ist es auch nicht. Also habe ich nebenbei diese Seite noch gehabt, wo man Hausaufgaben erledigen musste. Ich habe mich jeden Tag mit dieser Seite beschäftigt und habe mir irgendwelche Zettel ausgedruckt und meine Wohnung zugekleistert damit. damals hatte ich einen Freund, der auch rauchte. Also Kippen lagen immer bereit. Dann startete ich den ersten Versuch. Einen Monat, dann rauchte ich wieder. Versuch 2,3,4,5,6… ich weiß nicht mehr genau wie viele es waren, scheiterten. Das längste was ich hatte, waren 3 Monate. Immer wieder als ich wieder anfing, war ich der glücklichste Mensch der Welt. Aber wisst ihr was? Ohne diese Rückschläge hätte ICH es persönlich nicht geschafft. Jedes Mal, als ich aufhörte, wurden meine Zähne wieder strahlend weiß, ich bekam Luft, meine Finger waren nicht mehr gelb...usw.
Was mir auch gefiel, man hat keinen Pelz mehr morgens auf den Zähnen. 
Dann überkam es mich wieder. Ich fing wieder an. Und alle Vorteile, die ich eben aufzählte, waren nach einem Monat wieder passe. Ich hatte auch zwischendurch Nikotinesatzprepaprate bei den Versuchen. Und eines Tages, da lief ich zur Arbeit (An diesen Tag kann ich mich genau erinnern. Die Sonne schien, es war kalt. Februar. Es war ein wunderschöner Tag) 

Da wusste ich genau, DIESMAL ziehst du das durch. Ich überlegte mit in die Apo zu gehen und noch Nikotinlutschtabletten zu besorgen für 2 Wochen. Die darf ich jetzt noch nehmen und dann war es das. Und so war es auch. Ich habe es durchgezogen. Weil ich es so sehr wollte. Klar, ich habe zugenommen. Bestimmt 10 Kilo. Das war mir sicher nicht egal. Aber mit dem Rauchen wieder anfangen? Niemals!
Mittlerweile sind 10 Jahre vergangen und die 10 Kilo sind schon lange wieder weg. Die ersten 2 Jahre war ich noch nicht über den Berg. Den realen Gedanken eine zu rauchen hatte ich nie wieder. Den Drang (die Sucht) zerrte ein immer wieder in eine Ecke. Ich bin ehrlich, einfach war das für mich nicht. Aber so richtig schwer war es auch nicht. Der Kopf schrie manchmal so laut, Rauchen! Ich hatte auch Watte im Kopf. Bestimmt ein Jahr. Ich kann dieses komische Wirrwarr im Kopf nicht anders beschreiben. Aber ich war entschlossen wie noch nie. Kurz darauf fing ich wieder mit Sport an und ich fühlt mich so gut und befreit.

Jetzt zu den Neuerungen der Geschichte! Rauchfrei bin ich und bleibe ich auch. Nie im Leben werde ich ein Stummel wieder anrühren. Bäh...

Ich habe aber einen super tollen Mann, seit 4 Jahren. Er ist das Beste was mir passieren konnte. Er raucht und zwar stark. Ich habe dafür keinerlei Verständnis mehr. Bis vor ein paar Jahren störte ich mich nicht an Rauchern, mittlerweile ist das so gekippt. Ich fasse auch keine Zigarettenstummel mehr an, die aus Versehen aus dem Aschenbecher fliegen, nur mit Handschuhen, die dann gleich mit wegfliegen;). Versteht mich nicht falsch, ich will gar nicht über mein Mann schimpfen. Ich war selbst mal so abhängig. Unglaublich!!

Es tut mir sehr weh sogar, ihn so paffen zu sehen. An, aus, an, aus. Er fiept aus allen Löchern. Er kann nicht mal mehr als 2m schwimmen, dann ringt er nach Luft. Das ich mir das Anschauen muss ist unerträglich für mich. Seine Ärztin hat ihm vorausgesagt, wenn er jetzt nicht sofort aufhört, dann bekommt er mit 60 ein Sauerstoffgerät! Seine Lungenleistung hat sehr gelitten. Mit 38 Jahren. So jung! Über 20 Jahre raucht er jetzt. Wahnsinn! 
Unser Plan war eine Mietwohnung im Süden, den Winter dort verbringen. 
Mit Sauerstoffgerät undenkbar! In Deutschland können wir verreisen, dort liefern die KK Sauerstoffflaschen aber nicht ins Ausland. Ich möchte damit auch sagen, dass es für den Partner, der nicht raucht genauso schrecklich ist, sich ansehen zu müssen wie sich ein geliebter Mensch selbst zerstört.

Und so richtig kann man ihm nicht mal die Schuld geben. Es ist eine Droge, eine starke. Da man selbst Raucher war, weiß man, was es bedeutet süchtig zu sein. Ich kann es nicht verstehen, dass Zigaretten legal sind. Sie sind mit die stärksten Drogen, die es gibt. Es geht doch nur um die Steuereinahmen. [Anmerkung der Redaktion: Die volkswirtschaftlichen Kosten sind weitaus höher, als die Steuereinnahmen: vgl. hier] Die Zigarettenindustrie verdient doch kaum was an den Glimmstängeln. Diese Steuer ist die ertragreichste Verbrauchrsteuer. Die Tabaksteuer fließt ausschließlich in den Bundeshaushalt. Nun gut, ich schweife vom Thema ab. 

Ich kann euch nur raten, wenn ihr euch entschlossen habt, zieht es durch. Rückfälle müssen kein endgültiges Scheitern sein, manchen hilft es vielleicht.
Ihr werdet es nicht bereuen :)
Ganz lieb Grüße ich euch.

eingesendet von Seeadler