Willkommen zurück, schönes neues Selbst!


Verfasst am: 23.04.2020 13:15
Luftsprung
Themenersteller
Dabei seit: 22.04.2020
Rauchfrei seit: 32 Tagen
Beiträge: 65
Hallo an alle,

klasse, dass ihr es euch in meinem funkelnagelneuen Wohnzimmer gemütlich gemacht habt!
ich möchte hier die Chance nutzen, meine Gedanken, die nach Auflösung der Rauchschwaden aufploppen, einzufangen und mir von der Seele zu schreiben. Natürlich bin ich auch super gespannt auf eure Geschichten, Anregungen, Ideen, etc...auch weil ich mich gerne von anderen Menschen inspirieren lasseicon_smile.gif
Nun kurz zu mir: Ich bin 30 Jahre, mit 17Jahren habe ich das erste Mal auf Parties geraucht, mit 20 dann regelmäßig, ca 10-15 Kippen am Tag. Der erste ernsthafte Versuch, aufzuhören, war vor 4Jahren. Damals genoss ich für ein knappes Jahr die Rauchfreiheit und es fühlte sich soooo gut an! Wirklich! Dann kam es in der Familie (Krankheit) und privat (Beziehung) zu Problemen, weshalb ich wieder mit dem Rauchen anfing. Jetzt habe ich ordentlich Zeit in Rauch aufgehen lassen und musste mir endlich ehrlich eingestehen, dass das Nikotin eben kein Helferlein war, dass ich mir hätte auf viel effektivere und gesündere Weise zeigen können, dass ich für mich sorge. Kurz: ich hatte mich um die Möglichkeit gebracht, das Leben zu leben, das ich leben möchte. Das wusste ich die ganze Zeit über, habe mich für den Rückfall geschämt, es meiner Familie nicht gesteckt, und nicht in der Öffentlichkeit geraucht. Selbstsabotage vom Feinsten! Jetzt bin ich den 6.Tag rauchfrei, bin unendlich froh, hier im Forum gelandet zu sein und von anderen Mitstreiter_innen zu lesen! Das gibt mir Rückhalt.
So, und nun sage ich willkommen zurück, mein schönes neues Selbst! Lang ists her, aber vergessen habe ich dich nicht: Ich freue mich darauf, das Leben so ganz unverhüllt und klar leben zu können, dabei gelassen zu bleiben und tief durchatmen zu können!
Habt ihr euch auch Vorstellungen von eurem neuen Ich oder Leben gemacht, und falls ja, welche haben euch am meisten motiviert?

Sonnige Grüße!
Verfasst am: 23.04.2020 15:07
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-heike
Rauchfrei-Lotse seit: 04/2020
Dabei seit: 20.12.2018
Rauchfrei seit: 701 Tagen
Beiträge: 1214
Willkommen und was für ein wunderbarer, positiver Name für ein Wohnzimmer. Liebe Luftsprung dass ist alles so toll und positiv, wie du hier auftrittst, dass ich mich so richtig mit dir freue. Ja, es ist ein sehr erhebendes Gefühl einer so mächtigen Sucht den Kampf anzusagen. Ich weiß jetzt nicht, ob du schon Mal hier warst und solche Sachen wie das Ausstiegsprogramm von der BzGA kennst? Wenn nicht hier noch Mal der Link:

http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/aufhoeren-start/

Oder das Startpaket:

http://www.kostenlos.de/rauchfrei-startpaket-bzga

Ich selbst habe es mit 51 Jahren nach 33 Jahren rauchen endlich in Angriff genommen und aufgehört mein Leben und meine Emotionen zu vernebeln. Ich bin jetzt seit dem 28.06.2018 rauchfrei und habe es zwar manchmal schwierig gefunden, aber an noch keinem einzigen meiner 664 Tage bereut. Heute geht es mir gut und ich habe auch die Veränderungen, die meine Persönlichkeit und meine Strategien betreffen für mich angenommen. Wo ich früher nur eine Strategie kannte: Erst mal eine Rauchen...
gibt es jetzt vielfältige Möglichkeiten.
Du hast ja so recht: Du kannst dir selbst und deiner Umwelt keinen größeren Gefallen tun.

Liebe Grüße Heike
Verfasst am: 23.04.2020 17:13
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-lydia
Dabei seit: 23.05.2014
Rauchfrei seit: 2198 Tagen
Beiträge: 4085
Hallo Luftsprung,

und auch von mir ein Willkommen an Dich hier bei uns Nichtmehrrauchwilligen!

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Entschluß, (erneut) rauchfrei zu werden. Was Du da beschrieben hast, diese Heimlichtuerei, das Verhehlen des Rückfalls, da kenne ich so gut, habe ich es doch selber exakt so praktiziert in meiner zweiten Raucherkarriere. Was ich alles angestellt habe um unbeobachtet rauchen zu können, das grenzte schon an Armseligkeit! Irgendwie gab ich mich damit wohl auch ein wenig selbst der Illusion hin, wenn ist es nur selber weiß und sonst keiner, ist es vielleicht nicht ganz so wahr... Du nennst es Selbstsabotage vom Feinsten, ich nenne es in die eigene Tasche lügen, zutreffend ist beides. Aufhören können bedeutet, es sich erstmal selber einzugestehen, daß es etwas aufzuhören gibt. Und ich finde es eine stramme Leistung von Dir, daß Du Dir dieses eingestanden hast und nun den Schritt gegangen bist.

Und sind wir doch mal ehrlich: gebraucht hätten wir diese erste Zigarette nach unserer Rauchfreiheit auf keine Fall. Irgendwie haben wir sie als Stresskiller mißverstanden und uns dem Irrglauben hingegeben, daß uns eine Zigarette nicht gleich wieder in eine Raucherkarriere führen würde (oder auch nochmal eine...). Aber so ein massiver Rauchdruck war doch da nicht, oder? Für mich heißt das heute, daß ich diesem Irrglauben nicht nochmal aufsitzen werde: wenn ich wieder rauche, bin ich automatisch wieder "dabei". Vermutlich haben wir diese Erfahrung jedoch auf unserem Weg in die dauerhafte Rauchfreiheit noch gebraucht. Also laß sie uns als Lerneinheit verbuchen und nun wieder rauchfrei leben, einverstanden?

Was ist Dir von Deinem letzte Rauchstopp im Gedächtnis geblieben, was hat Dir denn da geholfen? War da irgendwas dabei, was Du dieses Mal wieder für Dich nutzen könntest? Möglicherweise gestaltet sich Deine Entwöhnung dieses Mal auch anders als beim letzten Ausstieg. Das muß Dich nicht verwundern, das ist bei vielen Wiederholungsaussteigern so. Dinge, die Dir zuletzt leicht gefallen sind, können Dich dieses Mal härter ankommen und andersrum. Laß Dich davon nicht irritieren. Wenn Du Befindlichkeiten hast, dann trage sie einfach hierher ins Forum, Du findest hier viel Erfahrung versammelt, und Dir kann schnell von Mitstreitern beigestanden werden, die Deine Erfahrungen teilen.

Motiviert haben mich mehrere Dinge. Zwischen meinem ersten und meinem zweiten Rauchstopp lagen doch immerhin dreizehneinhalb Jahre (wenn ich mich jetzt nicht verzählt habe, ich war supertolle elf Jahre rauchfrei, ehe ich wieder angefangen habe), ich fand mich während meiner zweiten Raucherkarriere als Frau in ihren 40ern wieder, die rauchend definitv noch schneller altert als rauchfrei: ich konnte mir dabei förmlich im Spiegel zuschauen, das war höchst frustrierend. Auch war ich inzwischen Mutter zweier Kinder, was sollte ich ihnen für ein Vorbild sein? Wenn sie mich eines Tages beim Rauchen erwischt hätten, hätten sie doch geglaubt, rauchen wäre schon ok, Heimlichtuerei auch??? Ferner bekam ich mitunter Herzstechen beim Fußballspielen mit meiner Tochter, das ist schon beängstigend, sowas. Das Wissen, man riecht es mir förmlich an, daß ich rauche, war mir auch höchst unangenehm (und ganz ehrlich - wenn ich heute Rauchgeruch an Menschen wahrnehme, zu Recht: ich kann es in den meisten Fällen tolerieren, wenn ich es bei anderen bemerke, aber ich selber hätte so nie wieder riechen wollen). Und dann ständig diese Überlegungen, bis wann reichen die Kippen noch, muß ich wieder welche holen und wie schnell - diese Mensch, der ich in dieser Zeit war, wollte ich nicht mehr sein. Und diese Dinge haben mich motiviert aufzuhören. Und die schnellen Erfolge, die ästhetischen Zugewinne, und daß sich dieser Alterungsprozess zu einem Teil sogar wieder umkehren ließ, daß ich mir sicher sein konnte, nicht zu müffeln, nicht von meinen Kids erwischt zu werden und sie nicht anzukohlen, wenn mich eins fragt ob ich rauche (das haben sie - drei Wochen nach meinem Ausstieg und ich war so froh, sagen zu können, nein mein Schatz, das ist vorbei!), die wieder einsetzende körperliche Fitness (inzwischen mache ich einiges an Sport) und die Unabhängigkeit motivierten mich durchzuhalten, auch wenn es mal schwieriger wurde. Das sind jetzt vielleicht Sachen, die Dich mit 30 noch nicht so betreffen, aber vielleicht motivieren Dich meine Erfahrungen dahingehend, daß Du Dich vielen davon, dem schnelleren Alterungsprozess, dem gesundheitlichen Abbau, gar nicht erst aussetzt, wenn Du jetzt aufhörst! Das ist nämlich alles nicht lustig, das kann ich Dir sagen. Deshalb freu ich mich mit Dir, daß Du jetzt schon ausgestiegen bist und Dir das gar nicht erst antust - dafür ein dickes fettes Daumen hoch.

Ich freue ich schon, mehr von Deinem neuen Selbst zu lesen. Laß von Dir hören, wenn Du Zeit und Lust oder den Wunsch hast. Das Forum ist ja 24/7 geöffnet. Weiterhin gutes Gelingen auf Deinem Rauchstoppweg, pass auf Dich auf und bleibe gesund! Viele Grüße sendet Dir

Lydia
Verfasst am: 23.04.2020 17:41
Bordeauxlover
Dabei seit: 24.01.2020
Rauchfrei seit: 133 Tagen
Beiträge: 634
Liebe Luftsprung,

ein herzliches Willkommen auch von mir! Du gehst das super an! Ich gratuliere zu einem halben Dutzend Tagen Rauchfreiheit! Das ist ein wunderbarer Anfang. Genieße die Sonne und den Tag.

Liebe Grüße
Armin sun-2.pngrose.gifCocktail_zum_Feiern.png
Verfasst am: 23.04.2020 18:23
Luftsprung
Themenersteller
Dabei seit: 22.04.2020
Rauchfrei seit: 32 Tagen
Beiträge: 65
Liebe Heike, Liebe Lydia,
vielen lieben Dank für euren Besuch und ehrlichen Worte!
Gebraucht habe ich diese erste Zigarette nach dem Rauchstopp defintiv nicht und geholfen hat sie schon drei Mal nicht! Ich hatte damals so keine Kraftreserven mehr, habe mich so wund gefühlt, dass ich glaubte, diese Zigaretten würden irgendetwas in mir wiederherstellen. Wenn ich heute auf diese damalige Version meiner selbst zurückschaue, muss ich mir eingestehen, dass das Gegenteil der Fall war. Statt gesund zu essen und ausreichend zu schlafen, rauchte ich wie eine Bekloppte und wurde zur Meisterin des Trübsalblasens! Das tolle Lebensgefühl des vergangenen rauchfreien Jahres war nur noch eine vage Erinnerung. Das Leben zog fortan an mir vorbei, während ich über das Leid menschlicher Existenz sinnierend am offenen Fenster Rauchzeichen in die Luft blies. Dieses Muster blieb in der Folgezeit erhalten - Stresssituation bedeutete für mich von nun an automatisch" Kippe an" um mich a) zu beruhigen, b) die Lösung der stressigen Situation zu boykottieren, indem ich rauchend viel lieber das Leid zelebrierte.
Das hat so rein garnichts mit Selbstliebe und -Pflege zu tun, es ist das genaue Gegenteil. Doch habe ich aber eine andere Vorstellung von diesem Leben und von dem Menschen, der ich gerne sein möchte. Ja, stressige Situationen wird es weiterhin geben, aber ich möchte diese einfach mal aushalten können, in dem Bewusstsein, dass ich wirkliche Kräfte habe, die ich mobilisieren kann. Ich kann mich anders entscheiden.
Ein Gedankengang, den ich in einem Rauchstopp-Video aufgeschnappt habe, half mir auch enrorm bei meinem ersten Rauchstopp:
"Du musst nicht abhängig sein- auch du darfst frei sein. Du musst nicht krank werden - auch du darfst gesund bleiben. Du musst überhaupt nicht rauchen - du darfst jeder Zeit damit aufhören."
Da muss ich gleich aber mal die Taschentücher rauspacken...Mist, die waren ja auch aus im Supermarkt!

Was bin ich rührselig in den letzten Tagen... kann aber auch an der roten Zora liegenicon_wink.gif

Hach ja. Auch dieses Mal werde ich diese Gedanken wie ein Mantra für mich nutzen, weil sie für mich den Aspekt, der im Rahmen des Rauchstopps so wichtig ist, so schön zum Ausdruck bringen: Selbstliebe.
Aber klar: Auch die Tatsache des vorzeitigen Alterns spielt für mich eine Rolle! Das Leben ist eines der tollsten und es wäre schön, wenn ich das auch aus meinem Gesicht und Körper ablesen könnte, wenn ich in den Spiegel schaueicon_wink.gif

Danke, Danke, Danke! Eure Beiträge und die der anderen sind mir eine wahre Stütze!Bin ich noch heute Morgen aufgewacht mit der einen fixen, aberwitzigen, saudämlichen,völlig überbewerteten, ...., Idee....


In diesem Sinne
bleibt frisch und habt einen schönen Abend!


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.04.2020 um 18:27.]
Verfasst am: 25.04.2020 10:49
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-heike
Rauchfrei-Lotse seit: 04/2020
Dabei seit: 20.12.2018
Rauchfrei seit: 701 Tagen
Beiträge: 1214
Hallo Luftsprung,
Ich schau mal rein um nachzusehen, ob es dir gut geht. Ich finde deinen Beitrag sehr schön. Ganz sicher ist der auch für Andere hilfreich, denn deine kluge Selbstreflexion sagt schon sehr viel darüber aus, wie ernst es dir ist.
Was ist denn die Zigarette, die du am meisten vermisst?
Bleib weiter rauchfrei und stark und stur Heike
Verfasst am: 26.04.2020 10:05
Luftsprung
Themenersteller
Dabei seit: 22.04.2020
Rauchfrei seit: 32 Tagen
Beiträge: 65
Guten Morgen liebe Heike,
Hab Dank für deinen Besuch und deine lieben Worte!icon_smile.gif
Gestern hatte ich den ganzen Tag bestialische Kopfschmerzen (Hängt wohl mit dem Wetterwechsel, der roten Zora, oder Gott weiß womit zusammen) und übelst schlechte Laune! Habe in der Wohnung reine gemacht und wollte umdekorieren, fand kein Ende und nachher sah es schlimmer aus als vorher!Ich kanns dann einfach auch nicht lassen. Dann habe ich gedacht, ich koche mir was schönes und auch das ist mir nicht besonders gut gelungen....Da platzte mir fast die Hutschnur! Noch dazu scheint mein Hund liebeskrank zu sein und jaulte die ganze Zeit herzergreifend nach seiner Liebsten- in der Wohnung als auch auf offener Straße! Und dann war auch noch der Krimi gestern Abend im Ersten wirklich unterirdisch.... alles in allem war der Tag gestern ein schlechter Witz und ich hatte extrem Lust zu rauchen, weil ich so wahnsinnig gereizt war! Heute Morgen bin ich dann frisch und munter aufgestanden und habe mich mit Kaffee und Zeitung an den Tisch gesetzt. Und auch da habe ich die Zigaretten ein wenig vermisst, weil die zu dem sonntäglichen Ritual auch immer dazu gehörten. Aber es war ok. Weit schlimmer empfand ich das fehlende Nikotin gestern, weil ich das Gefühl hatte, ich bin ganz aufgekratzt und kann mich garnicht beruhigen. Mit meinem Hund spazieren zu gehen und die blühenden Bäume zu bestaunen hilft aber ungemein- das muss ich mir mehr verinnerlichenicon_smile.gif

Ich wünsche dir einen sonnigen Tag!
Verfasst am: 28.04.2020 10:56
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-heike
Rauchfrei-Lotse seit: 04/2020
Dabei seit: 20.12.2018
Rauchfrei seit: 701 Tagen
Beiträge: 1214
Liebe Luftsprung,
ich bin nicht sicher, ob es Hochmut war oder einfach nur eine sehr machtvolle Sucht. Wir haben uns mit Haut und Haaren der Zigarette verschrieben. Wir haben ihr gestattet unseren Tagesablauf zu bestimmen, uns in ekelige Raucherlounges zu treiben. Wir sind für sie bei Wind und Wetter vor die Tür gegangen und haben jedes Problem in Dunst gehüllt. Rundum gefangen, könnte man sagen.
Hinz kommt, dass unser körpereigenes Hormon Dopamin, vom Nikotin produziert wurde. Einfach deshalb, weil unsere Körper die Produktion eingestellt hatten, als das Nikotin unser Gehirn damit zu fluten begann.
Der Körper beginnt damit wieder, aber das dauert eine gewisse Zeit.
Ich denke, du weißt das Alles und du bist auch reflektiert genug, um zu verstehen, welche Mechanismen da ineinander spielen.
Weißt du, Rückfälle sind gar nicht so schlimm, so lange du weiter machst. Du scheinst dich ja nun enorm schnell wieder aufs Pferd gesetzt zu haben. Krönchen gerichtet und es geht weiter.
Was willst du denn dieses Mal anders machen? Welche neuen Strategien hast du dir ausgedacht?

Ein Tag ist schon wieder geschafft. Weiter so. einfach


penguin.gif



Schritt für Schritt für Schritt

Denk immer daran, eigentlich brauchst du nur eine Zigarette nicht zu rauchen:

Die Nächste

Mit lieben Grüßen Heike
Verfasst am: 28.04.2020 11:55
Bolando
Dabei seit: 14.09.2018
Rauchfrei seit: 822 Tagen
Beiträge: 934
Hallo Luftsprung,
Heike hat ja schon alles geschrieben, was wichtig ist. Vielleicht war das die Erfahrung die dir noch gefehlt hat.
Sie haben keine Freude mehr bereitet, die Zigaretten. Und wenn es nun nötig war die Erfahrung zu machen, dann besser jetzt als in einem halben Jahr. Also merke dir das gut für die Zeit des nächsten Durchhängers. Weil Durchhänger kommen immer mal wieder unbeschadet ob wir nun rauchen oder nicht. Alles Gute für deinen Neustart.
LG Bolando icon_smile.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.04.2020 um 11:56.]
Verfasst am: 28.04.2020 17:23
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-heike
Rauchfrei-Lotse seit: 04/2020
Dabei seit: 20.12.2018
Rauchfrei seit: 701 Tagen
Beiträge: 1214
Liebe Luftsprung, vielleicht hast du Lust auf den Chat heute abend?
20-22 Uhr.

Würde mich freuen Heike
Verfasst am: 29.04.2020 11:17
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-heike
Rauchfrei-Lotse seit: 04/2020
Dabei seit: 20.12.2018
Rauchfrei seit: 701 Tagen
Beiträge: 1214
Hallo und guten Tag, ich habe mich sehr gefreut, dass du gestern im Chat warst, auch wenn ich kaum da war, weil mein Telefon dauernd geklingelt hat und mein Kind (ich nenne ihn hier immer Mr. 16) viel Aufmerksamkeit brauchte. Trotzdem habe ich gesehen, wie klar du dein Ziel "rauchfrei" vor Augen hast.


Zur Feier meines 50.en Geburtstags haben meine Mädels (sie sind bereits erwachsen 23 und 26) eine Art Quiz ersonnen. Es ging um Fragen rund um meine Person, also wo ich herkomme, was meine erstes Auto war, wo ich arbeite und so weiter. Unter anderem kam die Frage: "Welcher Satz ist der, der Heike am besten beschreibt?"

Es war: Erst Mal eine rauchen.

Das hat mir so gar nicht gefallen. Das ging mir echt durch Mark und Bein. So sehen sie mich? Und die Frage wurde von Vielen richtig beantwortet.

Das fiel mir gestern zu dem Thema Selbstbild ein. Heute fast zwei Jahre ohne Rauchen später, würde mich niemand mehr so sehen. Ich bin also dem Bild von mir, dass ich erreichen will, sehr nahe gekommen.

Ich wünsche dir einen guten rauchfreien Tag und lass von dir hören.

Liebe Grüße Heike
Verfasst am: 29.04.2020 12:35
Luftsprung
Themenersteller
Dabei seit: 22.04.2020
Rauchfrei seit: 32 Tagen
Beiträge: 65
Huhu liebe Heike,
schön von dir zu lesen! Die Möglichkeit mit dem Chat hier finde ich ganz und gar grandiosicon_smile.gif Dadurch dass dann einige Rauchfreikolleg_innen zur gleichen Zeit online sind und fast unmittelbar aufeinander reagieren, machts die Mission Rauchfreiheit für mich hier zu einem gemeinschaftlichen Anliegen in muggeliger, fast schon familiärer Runde (Und ist damit dann auch nicht mehr so gruseligicon_wink.gif ).
Das was du beschreibst zum Thema Selbst- und Fremdwahrnehmung ist ein spannender Punk: Die Raucherei war für mich lange Zeit ein Selbstläufer. Die Beschaffung von Nikotin ein alltäglicher, nur noch halbbewusster Akt. Eine Sucht, die doch eigentlich nix mit mir zu tun, die ich doch eigentlich garnicht sein will. Drum habe ich sie auch in den letzten Jahren vor meinen engsten Vertrauten, die nicht rauchen, verschwiegen. Ironischerweise wurde durch dieses Verschweigen der Fingerzeig durch die anderen in meinem Kopf nur noch deutlicher. "Die, die heimlich immer noch raucht" hätte der Satz sein können,der mich beschrieben hätte. Dieses wirkliche Bewusstwerden der eigenen Sucht, des eigenen Gefangenseins, der Aufgabe der Selbstbestimmung und des lieblosen Umgangs mit der eigenen Gesundheit, die man selbst zu verantworten hat, habe ich größtenteils durch das Verheimlichen, nicht in der Öffentlichkeit oder nur mit Raucherfreunden, versucht klein zu halten. Dass da was nicht hinhaut, nicht passt, widersprüchlich ist, führte mir aber umso deutlicher vor Augen, dass ich das,was ich leben möchte, nicht einlöse.
Wie leicht ich jedoch von diesen Gedanken abzubringen bin, hat mir der letzte Rückfall gezeigt: ich ging nach der Arbeit durch die belebten Straßen, die Sonne schien noch, Leute saßen freudig mit Getränk und Kippe in der Hand zu Dutzenden herum. Alles (!) rauchte und genoss scheinbar das Leben. Und alle zusammengezimmerten klugen Vorsätze brachen in Null Komma Nix vor dem Kisok zusammen. Das will ich auch! Ganz einfach und banal. Der Rest ist Geschichte. Eins noch: Ich bin froh, hier von meinem Rückfall zu berichten und auf so viel Verständnis zu treffen oder von anderen zu lesen, die ähnliches durchmachen! Ohne dieses Forum hier....wer weiß. Es hilft ungemein und ich fühle mich sicher.
Zu der Frage, was ich anders machen möchte nun bei meinem erneuten Rauchstopp: Nun ich habe gestern Abend das Hörbuch von A.Carr zum Nichtraucherwerden auf y.....e mir angehört und ich muss sagen, dass Carrs Ansatz für mich zu passen scheint. Ihm geht es u.a. darum bei dem Rauchstopp den Gedanken zu verhindern, auf etwas (das gute Leben, Entspannung, etc...) verzichten zu müssen, um dann irgendwann von der Sucht befreit zu sein, weil so der Rauchstopp eher als Qual und nicht als Befreiung empfunden wird. Eine Befreiung, die garnicht so schwer isticon_wink.gif Seine Ausführungen zu den ganzen psychologischen Mechanismen helfen mir ebenso, meine erneute Rauchfreiheit tatsächlich als Befreiung zu empfinden. Das Hörbuch geht knapp 3Std und kostet nixicon_wink.gif Ach, und weil ich eine Freundin von möglichen wundersamen Kräften alternativer Helferlein bin, habe ich mir auch etwas zur Stimmungsaufhellung aus der Apotheke geholt, gleich die große Packung. Morgens, mittags, abends, hokuspokus fidibus gehts mir guticon_wink.gif

So, nun aber ran wieder ans Werk!
Ich danke euch und wünsche euch einen schönen neuen Tag!


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 29.04.2020 um 12:36.]
Verfasst am: 03.05.2020 09:45
Franzy91
Dabei seit: 27.03.2019
Rauchfrei seit: 37 Tagen
Beiträge: 130
Hey icon_smile.gif

Schön von dir zu lesen und danke für die Gratulation.
Dir auch ein Glückwunsch für die 5 Tage :gefsmilie

Ich muss sagen, ich habe gerade n richtiges tief. Seit gestern Abend und es verschwindet einfach nicht.
Der Schlaf ist immer noch kein schlaf und ich denke ununterbrochen daran zu rauchen.
Ziemlich hart...

Ich hoffe dir geht es besser und du hast nen schönen Sonntag flowerorange.png
Verfasst am: 03.05.2020 10:11
Franzy91
Dabei seit: 27.03.2019
Rauchfrei seit: 37 Tagen
Beiträge: 130
Ich versuche alles mögliche... spazieren gehen mit den Hunden, Kaffee trinken und bewusst die frische Luft einatmen, schreien, schmollen, Tee trinken, Freunde treffen...
Es bringt nichts. Auch mir wird immer weiter eingeredet das ich später aufhören kann.
Kann dich also gut verstehen icon_smile.gif

Ich hoffe du bist dabei etwas ruhiger und nicht so weinerlich wie ich.

Ja, mein Mann ist ganz lieb und unterstützt mich nur ist der arbeiten und kann ja auch nicht 24/7 versuche mich aufzumuntern.

Ich frag mich wie andere so stark sein können und nicht immer nur denken das sie rauchen wollen... man bin ich neidisch...icon_cry.gif
Verfasst am: 03.05.2020 10:41
daufi
Dabei seit: 17.01.2014
Rauchfrei seit: 2335 Tagen
Beiträge: 5792
Lass vlt mal dein Blutuntersuchen vlt hast du auch ein Mangel z.b Magnesium Kalium Vit.B12 Mangel

können auch Auslöser für Schlafstörungen sein..... das hat mir mein Arzt damals gesagt icon_wink.gif


lg die daufiRiesengrinser.gif
Verfasst am: 03.05.2020 10:48
Luftsprung
Themenersteller
Dabei seit: 22.04.2020
Rauchfrei seit: 32 Tagen
Beiträge: 65
Auch wenn du das Gefühl hast, all deine Ablenkungsversuche bereiten keine Linderung- ich finde es toll, dass du schon 10Tage und weiterhin am Ball bleibst und dir Mühe gibst! Und nicht nachgegeben hast! Überleg mal- es wäre alles umsonst und du müsstest beim nächsten Versuch wieder durch solch einen ätzenden Entzug!
Was ich merke- sobald ich auch nur ansatzweise den Gedanken zulasse "Ach komm schon, jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt, aufzuhören. Tu dir den doppelten Stress nicht an!" empfinde ich die Rauchfreiheit nicht mehr als Gewinn, sondern eher als Verzicht von.....Wie sich der Nikotinentzug anfühlt, hängt also bei mir viel mit Kopfarbeit zusammen, bzw mit der Art und Weise, welche Gedanken ich zulasse, blockiere, fördere.
Zur Zeit gebe ich mir keine sonderlich große Mühe, sondern bin heute Morgen in alte gedankliche Muster grutscht....
Ja, ich gebe zu, ich habe immer noch Sorge, dass der zusätzliche mentale "Stress" durch den Nikotinentzug es mir erschwert, selbstbewusst meinen Uniabschluss anzugehen, also doppelt gestresst bin. jetzt wieder anzufangen KANN NICHT DIE LÖSUNG SEIN! Nein, ich kaufe mir heute keine Zigaretten! Keine Diskussion! ich sitze das jetzt aus! Basta.
Und lese hier rum, und schmolle, und lese ein Buch, und schmolle in der Badewanne...


Verfasst am: 03.05.2020 15:43
Franzy91
Dabei seit: 27.03.2019
Rauchfrei seit: 37 Tagen
Beiträge: 130
Hey Sabrina
Ich hab das Gefühl wir sind Rauchschizophren icon_lol.gifbanghead.gif
Ich bin auch so... ich will iwie den geringsten Widerstand. Ich will es einfach lassen und gut ist. Ohne ständig dran denken, schlecht fühlen usw...

Hab versucht mich bei einer Freundin abzulenken aber auch das hat nicht recht viel gebracht...
Und wie ist es bei dir so?
Verfasst am: 03.05.2020 18:24
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-ines
Dabei seit: 20.08.2019
Rauchfrei seit: 763 Tagen
Beiträge: 98
Liebe Luftsprung,

ich würde dir zustimmen, dass Rauchen aufhören sehr viel Kopfarbeit ist und damit zu tun hat, wie wir mit unseren Gedanken umgehen.

Was deine Zweifel bezüglich des Zeitpunktes angeht: das erscheint mir recht normal, dass die Sucht einem vorgaukelt, ein andermal wäre vielleicht doch passender.

Ich kann deine Sorgen bezüglich doppelter Belastung durchaus nachvollziehen, aber ist es nicht auch ein schöner Gedanke, den neuen Lebensabschnitt nach dem Studium ohne diese Altlast 'Rauchen' beginnen zu können?
Mit dem Rauchen aufhören kann auch ein gewaltiger Boost für das Selbstvertrauen sein, so habe ich das jedenfalls erlebt.

Ich persönlich empfinde es auch so, dass ich seit dem Rauchstopp effektiver und konzentrierter lernen/arbeiten kann, was ja einem erfolgreichem Studiumsabbschluss auch zuträglich ist.

Also, du hast es genau richtig erfasst, "wieder anfangen kann nicht die Lösung sein"

Darauf und auf deine 5 Tage ohne ein fireworks.png

LG, Ines

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.05.2020 um 18:28.]
Verfasst am: 03.05.2020 18:32
Luftsprung
Themenersteller
Dabei seit: 22.04.2020
Rauchfrei seit: 32 Tagen
Beiträge: 65
Liebe Franzy,
schön, von dir zu hören! Und du bist weiterhin standhaft! Das ist das, was zählt!
Ich hatte heute ungelogen mindestens drei Mal das Teufelchen auf meiner Schulter sitzen und es hatte sich alle Mühe gegeben, mich zu überzeuge, dass unsere gemeinsame Zeit doch ach so schön gewesen ist, das kann man doch nicht einfach so wegwerfen, als wär nix gewesen zwischen uns! Und als ich an meinen Vorbereitungen für meine Abschlussarbeit saß, flüsterte es mir noch auf dem Gipfel der Frechheit ins Ohr, es sei doch immer für mich da gewesen, in guten wie in schlechten Zeiten, das müsse mir doch was bedeuten. Ich solle mich hüten, ihm den Laufpass zu geben, denn das würde ich bitter bereuen! Rosenkrieg vom Feinsten! Und ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, nicht doch ganz kurz davor gewesen zu sein, mein Ticket in die Freiheit bis auf Weiteres einzutauschen gegen.......ja, gegen was eigentlich?
Mann, Mann, Mann, ich kann dir sagen! Dann war mir heute schwindelig und Kopfweh habe ich auch ein wenig und dann echt diese Angst, ich kann mich ohne Zigaretten nicht mehr konzentrieren!
Ich habe jetzt in meiner Wohnung Meditationsmusik mit Naturgeräuschen laufen und muss echt sagen, das bringt mich runter und hat das Teufelchen bis auf weiteres vertrieben. Ich hab's wieder in das kleine verstaubte Kästchen verfrachtet.
Mit der Musik und einem guten Kakao ging das dann auch mit dem Lernen, Denken und Schreiben ohne Zigaretten- PREMIERE!!!!!!! Das gabs noch nie!
Nun denn, ich bleibe auf der Hut. Dieser Tag heute zeigt mir wieder mal, dass Nikotinsucht und die Befreiung von ihr wirklich nicht zu unterschätzen sind. Es muss aber zu schaffen sein, alles andere gilt nicht!
Du hast morgen Schnapszahl und bewegst dich auf zwei Wochen zu! Hut ab! Wie geht es dir heute Abend?

Ich freue mich auf meine erste Woche! Wirklich! Wenn ich die geschafft habe, werde ich ganz froh sein, und dieses Mal nicht rückfällig werden wie beim letzten Mal. Dann mache ich weiter, wo ich beim letzten Mal aufgehört habe.

In diesem Sinne wünsche ich dir und allen anderen einen schönen rauchfreien Abend!

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 03.05.2020 um 18:33.]
Verfasst am: 03.05.2020 18:45
Luftsprung
Themenersteller
Dabei seit: 22.04.2020
Rauchfrei seit: 32 Tagen
Beiträge: 65
Liebe Ines,
DAAAANKE!!!! DEine Glückwünsche bedeuten mir wirklich viel!!! Witzig- vor ein paar Tagen war ich wieder erst beim Anfang und jetzt sind fast 5 ganze Tage geschafft- das freut mich sehr!
Wie du vielleicht aus meinem letzten Bericht entnehmen kannst, war es heute nicht so einfach, aber ich konnte dem Teufelchen heute dennoch die Stirn bieten! Gerade noch so! Heute Morgen dachte ich wirklich schmolllllend, dass ich das nicht packe! Zwei so große Herausforderungen anzugehen! Mein Selbstbewusstsein war gleich NULL!
Nur in der Erinnerung an die letzten Jahre konnte ich mir zum Glück bewusst werden, dass mir das Rauchen ganz schön viel an Selbstbewusstsein genommen hat! Das Rauchen hat mein Grübeln unterstützt und mich davon abgehalten, aktiv und mit Selbstvertrauen in die Welt hineinzugehen. Ich habe mich mit ihr eher zurückgezogen gefühlt, aus Unsicherheit, Angst. Das Stichwort "Altlast" triffts ziemlich genau auf den Punkt.
Mit diesem Hintergrundrauchen will ich nicht in meine letzte Uniphase eintreten, denn das würde mir alle restliche Kraft rauben. Es geht einfach nicht! Aber klar, die Erinnerung an die verqualmten Nächte vor meinem Computer und den Büchern ist in mir doch immer mal wieder präsent. Klar, sie wird immer Teil von mir sein, ich darf mich nur nicht von ihr überwältigen lassen. Es ist Zeit für ein neues Lebensgefühl!
Mir hat heute diese Meditationsmusik sehr geholfen, das werde ich beibehalten.
Hab ganz lieben Dank für deine Worte und Verständnis und genieß den Abend!