Motivation und Hilfe dringend gesucht


Verfasst am: 03.01.2021 12:22
Anne&Momo
Themenersteller
Dabei seit: 29.12.2020
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Beiträge: 10
Hallo ihr Lieben,

ich hab keine Ahnung, ob es hilft fremde Menschen um Rat zu fragen, aber ihr Alle kämpft mit dem selben Thema oder habt den Kampf schon hinter euch...daher hoffe ich auf eure Anregungen, auch wenn es mir nicht so leicht fällt öffentlich in einem Forum zu schreiben.

Ich rauche seir ich 14 Jahre alt bin. Jetzt bin ich 32, rauche eine Schachtel am Tag und merke wie es mir gesundheitlich immer schlechter geht. Das macht mir eine rieisige Angst und ich versuche seit fast 2 Jahren endlich einen Haken an die Sucht zu machen. Mittlerweile bin ich wirklich verzweifelt. Ich hab schon einmal für ein Jahr und ein weiteres Mal für ein halbes Jahr aufgehört mit dem Rauchen. Damals hat mir das Buch von Allen Carr sehr geholfen. Leider scheint sich das abzunutzen, denn in den letzten 2 Jahren bin ich mit keiner Methode wirklich weiter gekommen. Anfangs waren die Versuche noch sehr ernsthaft. Ich hab mehrmals das Buch gelesen, war sogar auf einem der Nichtraucherseminare, hab Pflaster probiert, Videos bei Youtube geschaut und alle möglichen Vorbereitungen durchprobiert. Nie ist es länger als 3 Tage gut gegangen.

Mittlerweile ist es so, dass ich mir selbst nicht mehr glaube und vertraue. Ich hab zwischendurch auch immer mal einige Wochen das Thema weggeschoben, um Abstand zu gewinnen. Dann mit neuer Kraft gestartet, Stichtag festgelegt und meist nicht mal wenige Stunden durchgehalten. Ich bekomme schon bei dem Gedanken ohne Zigaretten den Tag zu meistern eine Form von Panik...mein Herz rast, mir wird heiß und ich kann nicht mehr klar denken. Meine Steuerung ist dann wie ausgeschaltet und bevor ich verstehe was ich mache ziehe ich an der nächsten Kippe. Ich kann dieses Gefühl, was dann aufkommt einfach nicht aushalten und mich dagegen wehren, obwohl ich so viele Gründe hätte und mir auch wirklich viele Gedanken mache.

Ich weiß, dass es mit der Schlusspunktmethode am besten funktioniert, das war damals auch ganz einfach. Es gab einfach keine Zweifel und ich war mir sicher, dass ich nie mehr rauchen will. Irgendwie finde ich aber genau diesen Punkt nicht mehr und ich möchte keine Ersatztherapie, Medikamente oder andere Verfahren mehr probieren. Ich möchte einfach sagen "Jetzt ist Schluss.", daran glauben und es durchziehen können. Aber wenn ich versuche hab ich schon im Hinterkopf, dass es sowieso wieder nur leeres Gerede ist.

Verzeiht mir bitte diesen langen Text und das Jammern, aber ich bin wirklich verzweifelt. Ich hab auch nicht wirkllich jemanden hier, mit dem ich darüber reden könnte und der das versteht.

Ich freue mich über jede Antwort.
Anne
Verfasst am: 03.01.2021 12:49
Camina
Dabei seit: 01.01.2021
Rauchfrei seit: 17 Tagen
Beiträge: 58
Liebe Anne,

oh, kann Dich gut verstehen.
Auch ich hab schon mehrfach aufgehört und wieder angefangen.

Hilft Dir ein Perspektivenwechsel?
Nicht dran denken, was Dir fehlt, fehlen wird, sondern was Du gewinnst.

Mir hilft das gerade.
Oder auch einfach mal diesen Gedanken „ich will jetzt Rauchen“ einfach kommen und wieder gehen lassen.
Wie jeder Gedanke geht er.
Versprochen.

Herzlich willkommen, schön das Du da bist.

Wir lesen uns wieder.

Camina

Hab beim Stöbern hier im Forum einen tollen Text gefunden, der Thread heiß Perspektivenwechsel .
Weiß nicht, ob ich das mit dem Link schaffe.

http://www.rauchfrei-info.de/community/forum/?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=9163#pid575181

https://www.rauchfrei-info.de/community/forum/?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=9163#pid575181




[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 03.01.2021 um 12:56.]
Verfasst am: 03.01.2021 13:16
Piet
Dabei seit: 07.04.2011
Rauchfrei seit: 3597 Tagen
Beiträge: 1090
Hallo Anne,
herzlich willkommen hier im Forum, warum sollte man nicht fremde Menschen um Rat fragen, ja und Du siehst es richtig, manche sind am kämpfen wie Du und andere haben den Kampf schon gewonnen.
Fakt ist jeder Ausstieg ist individuell, mancher scheint ganz leicht, andere ganz schwer, beide Arten können es schaffen, wenn sie es nur wollen. (Nur meine persönliche Meinung!!!) Natürlich gibt es Bücher, Seminare, Hilfsmittel etc. auch ich habe diese Prozeduren hinter mir, zum Schluss habe ich den Ausstieg mit Hilfe von Nikotinpflaster und absolute Sturheit geschafft.
Ein Mitstreiter hier hat es mal so beschrieben: Rauchen ist wie eine sehr tiefe Brandwunde die eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt um zu heilen.
Nun bist Du noch jung und es lohnt sich richtig in Deinem Alter aufzuhören, vor allem wegen der Gesundheit, ich hatte leider erst mit 61 Jahren die Einsicht.
Lies Dich mal hierdurch es gibt viele Anregungen hier, zum Beispiel das Ausstiegsprogramm, da bekommst Du 21 Tage lang Unterstützung per E-Mail.

http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/das-rauchfrei-ausstiegsprogramm/

Gehe es einfach an und keine Versuche, mach es einfach.
LG
Piet
Verfasst am: 03.01.2021 13:17
Anne&Momo
Themenersteller
Dabei seit: 29.12.2020
Rauchfrei seit: 8 Tagen
Beiträge: 10
Hallo Camina,

erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort. Es ist unheimlich tröstlich zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Wie ist es denn bei dir? Rauchst du noch oder wie lange schon nicht mehr?

Danke für den Link, es war gut das zu lesen. Ich hab das Gefühl, dass ich die meisten Dinge theoretisch weiß, aber in den Gefühlen kommt es irgendwie nicht an. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll.


Ich überlege heute schon den ganzen Tag was ich jetzt machen soll und komme nicht wirklich weiter. icon_rolleyes.gif
Verfasst am: 03.01.2021 14:00
Paul2.1.
Dabei seit: 12.06.2019
Rauchfrei seit: 909 Tagen
Beiträge: 939
Herzlich Willkommen in diesem tollen Forum, Anne.
Gemeinschaft.png

Du fragst Dich ob es hilfreich ist fremde Menschen um Rat zu fragen?
Na und ob. Du wirst in Deinem Bekanntenkreis niemals so viele Nicht-mehr-Raucher finden wie hier im Forum.
Nichtraucher verstehen überhaupt nicht wieso es ein Problem sein sollte nicht zu rauchen.
Raucher wollen nur abwarten wie lange Du brauchst um wieder in ihren Kreis zurück zu kommen.
Nur die, die den Rauchstopp wagen können verstehen was es bedeutet auf dieser Achterbahn zu fahren zwischen den
Hoch "ja ich werde es schaffen" und den Ab "ich weiß nicht wie ich das aushalten soll"

Danke für den Link, es war gut das zu lesen. Ich hab das Gefühl, dass ich die meisten Dinge theoretisch weiß, aber in den Gefühlen kommt es irgendwie nicht an. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll.

Ich überlege heute schon den ganzen Tag was ich jetzt machen soll und komme nicht wirklich weiter.


Das Aufhören ist meiner Meinung nach am Anfang eine Sache des Verstandes. Erst später, wenn wir das Nichtrauchen geübt haben kommt das Gefühl hinterher.

Was Du tun sollst? Das hängt etwas von Deinem Typ ab. Bist Du eher ein Planer- oder ein Spontanertyp?
Entweder setzt Du Dir einen festen Termin und stellst Dich langsam darauf ein oder Du gehst jetzt zum Mülleimer und schmeißt alle Raucherutensilien weg die Du noch besitzt und dann geht es los.

Hast Du Dir die wichtigste Frage beantwortet? Warum will ich eigentlich aufhören?

Du brauchst einen triftigen Grund, einen einzigen den Du Dir nicht kleinreden kannst. Einen Grund für den es sich lohnt alles in Kauf zu nehmen was in der ersten Zeit auch für Probleme kommen mögen.

Mein Grund war : "ich will nicht mehr süchtig sein, nicht mehr der Sucht nachgeben."

Liebe Anne ich wünsche Dir viel "ich will ..." und "ich kann ..."
LG von Paul

P.S. wer ist Momo?
Verfasst am: 03.01.2021 14:04
Quitte_1
Dabei seit: 19.08.2020
Rauchfrei seit: 129 Tagen
Beiträge: 156
Liebe Anne, (und wer ist Momo?)
genauso wie dir ist es mir auch lange Zeit ergangen und ich habe die Kurve einfach nicht gekriegt. Habe alles zum Thema gelesen, gesehen und wollte es wirklich schaffen. Habe hundert Anläufe genommen und bin hundert mal auf die Nase gefallen.
Irgendwann habe ich eine Liste geschrieben, da standen alle, wirklich alle Gründe drauf, warum ich nicht mehr rauchen will, die war ganz schön lange, diese Liste. Dann habe ich mir von dieser Liste den Punkt ausgesucht, der mir wirklich, wirklich sehr am Herzen liegt, mein absoluter Herzenswunsch, der mich immer noch begleitet und trägt.
Dann habe ich nochmal im www gesucht, ob es nicht dieses KLICK irgendwo zu kaufen gibt und habe festgestellt, dass das KLICK ausverkauft ist. So ein Mist, alles muss man selber machen. icon_rolleyes.gif
Dann habe ich mich in diesem Forum angemeldet und nochmal 10 Anläufe genommen, jetzt läuft es und ich werde den Teufel tun, nochmal von von vorne anfangen zu müssen.
Höre nicht auf, mit dem Aufhören wollen, du willst nicht mehr rauchen, dann musst du auch nicht mehr rauchen. Übernimm das Kommando, setze die Segel und los geht's.
AHOI
Quitte
Verfasst am: 03.01.2021 14:26
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotse-andreas
Rauchfrei-Lotse seit: 08/2013
Dabei seit: 18.06.2013
Rauchfrei seit: 2772 Tagen
Beiträge: 0
Hallo Anne, herzlich Willkommen und für das neue Jahr wünsche ich Dir viel Erfolg und Gesundheit.

Das man mehrere Versuche benötigt, ist vollkommen normal. Selber brauchte ich auch sechs Anläufe, bis es endlich geklappt hat.

Die Schlusspunkt-Methode war auch für mich der richtige Weg. Vorher auf diesen Tag vorbereitet, indem ich mich Alternativen überlegt habe für die Momente, wo ich sonst immer zur Zigarette gegriffen habe. Womit könntest Du dich ablenken im Alltag? Gerade bei Schmacht hilft es, wenn man sich kurzfristig mit irgendetwas beschäftigen kann, um auf andere Gedanken zu kommen. Ein tollen Vorschlag fand ich, war die Idee ein Glas voll mit Aufgabenzetteln zu füllen und wenn eine Attacke kommt, einen Zettel zu ziehen und diese Aufgabe sofort erledigen.

Neben dem Buch von Allan Carr fand ich auch die Bücher von Vera Kaltwasser und Andreas Joop ganz hilfreich. Auch das kostenlose E-Book von Joel Spitzer "Nie wieder einen einzigen Zug" kann man gut zur Vorbereitung lesen:
http://whyquit.com/NWEEZ/NWEEZ!-Buch.pdf

Schau doch mal im Januar-Zug rein, da triffst Du auf Mitglieder, die jetzt auch gerade gestartet sind oder bald folgen: http://www.rauchfrei-info.de/community/forum/?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=9325

Wenn Du Dienstag Abend etwas Zeit hast, dann schaue doch mal in den wöchentlichen Chat rein, wo Du dich direkt mit anderen hier austauschen kannst. Auch hier kannst Du viele Tipps noch bekommen.

Viele Grüße

Andreas
Verfasst am: 03.01.2021 14:51
Anne&Momo
Themenersteller
Dabei seit: 29.12.2020
Rauchfrei seit: 8 Tagen
Beiträge: 10
Hallo ihr Lieben,

ich bin wirklich sehr dankbar für jede einzelne eurer Nachrichten. Es tut so gut etwas mentale Unterstützung zu bekommen und zu merken, dass man mit dem Suchtthema nicht alleine ist.

Momo ist übrigens meine Hündin und wohl auch einer der wichtigsten Motoren in Sachen Aufhören, denn ich schaffe unsere täglichen Runden nicht mehr so gut wie früher und es macht mit Keuchen und Schnauben einfach auch viel weniger Spaß. Wir sind immer gern wandern gegangen und das ist seit einiger Zeit einfach kaum noch machbar. Von daher ist der wichtigste Grund aufzuhören wirklich die Gesundheit und der Wunsch die Freizeit wieder so zu gestalten wie ich möchte.

Kennt jemand das Panikgefühl? Was kann man dagegen machen? Ablenken funktioniert hier nur bedingt, so ein Aufgabenglas bereite ich mir aber auf jeden Fall noch vor. Wie ich das auf der Arbeit machen soll weiß ich aber noch gar nicht. Ich arbeite mit Menschen und hab fast die ganze Zeit Raucher um mich. Es wird nicht möglich sein diesen Situationen aus dem Weg zu gehen.

Es tut mir so gut hier zu schreiben und zu lesen. Nochmal einen Tag festlegen macht denke ich weniger Sinn, denn das ist schon so viele Male gescheitert. Ich bringe es nur grad noch nicht fertig die Kippen einfach wegzuwerfen. Da ist der Panikwolf, der mir bei dem Gedanken sofort die üblichen körperlichen Symptome schickt. Wie bekomme ich dieses Monster in den Griff? banghead.gif
Verfasst am: 03.01.2021 15:16
Quitte_1
Dabei seit: 19.08.2020
Rauchfrei seit: 129 Tagen
Beiträge: 156

Ein kleiner Auszug von Rauchfreilotse Meikels Post an mich:

Viele hier haben davon berichtet, dass es für sie einfacher war, von diesem "NIE WIEDER" wegzugehen und sich selbst zu instruieren mit "HEUTE RAUCHE ICH NICHT"! Und was morgen ist, sehen wir dann morgen. Und, falls auch das ein zu langer Zeitraum ist, heißt dein Motto "DIE NÄCHSTE STUNDE RAUCHE ICH NICHT"! Die Strategie der kleinen Schritte.

Und mein Senf dazu:
Du kannst auch Mittags aufhören zu rauchen, da fühlt man sich meistens stärker, als morgens und hat für den Anfang nur einen halben Tag vor sich.

Verfasst am: 03.01.2021 17:13
Paul2.1.
Dabei seit: 12.06.2019
Rauchfrei seit: 909 Tagen
Beiträge: 939
"Anne&Momo" schrieb:

...
Ich bringe es nur grad noch nicht fertig die Kippen einfach wegzuwerfen. Da ist der Panikwolf, der mir bei dem Gedanken sofort die üblichen körperlichen Symptome schickt. Wie bekomme ich dieses Monster in den Griff? banghead.gif


Der Panikwolf ist ein Teil von Dir genauso wie der Friedenswolf.
Die Frage ist also, welcher wird gewinnen?
Der, den Du fütterst!

Dies ist die Lehre aus eine sehr schönen Geschichte, die es auch hier im Forum bereits gibt (aber ich finde sie leider nicht wieder)

Anne, es gibt kein Monster, welches Dich zum Rauchen verleitet; wir selber entscheiden welcher inneren Stimme wir folgen wollen. Der Stimme des Verstandes, die uns sagt, dass es keinen vernünftigen Grund gibt die nächste Zigarette anzuzünden. Oder der Stimme unserer Sucht, die schon Panik bekommt wenn Du nur in Erwägung ziehst mit dem Rauchen Schluß zu machen.
Ich habe schon öfter geraten sich diese Stimme der Sucht als einen ängstlichen Schweinehund vorzustellen. Und ein Schweinehund ist auch nur ein Hund, den man erziehen kann. Du willst nun also einen neuen Weg gehen aber der Schweinehund hat Angst vor unbekannten Dingen. Er wird ein großes Theater machen wird quieken und winseln, kläffen und zerren. Aber Du entscheidest ab jetzt über die neue Richtung, mach keine Ausnahmen mehr, aber behandele Dich mit viel Verständnis und Geduld.

Du kannst es schaffen, so wie alle anderen auch, Rauchen gehört nicht zu unseren elementaren Grundbedürfnissen auch wenn uns unsere Sucht immer wieder versucht uns das einzureden.

LG Paul
Verfasst am: 03.01.2021 18:12
Nomade
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Beiträge: 3455
Moin Anna,

lange Texte und auch mal jammern sind kein Problem - wir sind hier alle gleich betroffene und kennen das von uns selbst icon_redface.gif

Darin
"Anne&Momo" schrieb:

Ich möchte einfach sagen "Jetzt ist Schluss.", daran glauben und es durchziehen können. Aber wenn ich versuche hab ich schon im Hinterkopf, dass es sowieso wieder nur leeres Gerede ist

könnte vielleicht die Crux liegen....

Wie würden sich Deine Sätze so lesen:
Ich sage einfach "jetzt ist Schluss", glaube an mich und ziehe es durch. Mit leeren Gerede oder "Versuchen" halte ich mich nicht länger hin - ich tue es.

Da ist kein "ich möchte" und/oder "ich versuche" mehr zu finden - was hälst Du davon? (Bitte nicht mir - Dir beantworten.)

Was machst Du - verspannt von der Arbeit und einer Nacht, in der Du Dich dauernd herumgewälzt hast - wenn Dir die Idee kommt, Dir etwas Gutes zu tun und in die Sauna zu fahren.... denkst Du an die möglicherweise vollen Straßen, daran, daß vielleicht noch andere in der Sauna sind, die Du (noch) nicht kennst, grübelst Du darüber nach, daß Du dafür die Tasche packen mußt, Handtücher, Saunalatschen und ein Duschbad raussuchen - oder packst Du einfach Deine Tasche, setzt Dich ins Auto oder den ÖPNV, fährst zur Sauna und gönnst Deinem verspannten, gestreßten Körper die Erholung?
Und warum läuft das so - weil Du Deine eigene Idee für Wohlbefinden - Sauna - natürlich nicht in Zweifel ziehst.... Sachen zusammen suchen - na und, volle Straßen - egal, neue Leute - kann frau kennenlernen oder eben nicht - fertig.
Also solltest Du Deine eigene Idee für Wohlbefinden - nicht-mehr-rauchen - vielleicht auch nicht länger in Zweifel ziehen....
(Ich weiß, Vergleiche hinken icon_rolleyes.gif )

Wie Paul schon geschrieben hat - DU entscheidest, welchen Wolf Du fütterst:

Weisheit eines Indianers: Die 2 Wölfe
Ein alter Indianer sitzt mit seinem Sohn am Lagerfeuer und spricht:

“Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen 2 Wölfen.

Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.

Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.”

Der Sohn fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

Der alte Indianer schweigt eine Weile.
Dann sagt er: „Der, den du fütterst.“


Alles Gute auf dem Weg in Deine Rauchfreiheit
wünscht
de Nomade

P.S. Falls Du Fragen hast oder mir antworten möchtest, freue ich mich über einen Besuch in meinem aktuellen Wohnzimmer "Ich denk' nicht dran, zu rauchen!", das Du findest, wenn Du unter dieser Nachricht auf das kleine blaue "Profil" klickst bei "Die letzten Themen".
Verfasst am: 03.01.2021 18:18
GiocondaBelli
Dabei seit: 21.11.2020
Rauchfrei seit: 58 Tagen
Beiträge: 272
Hey, de Nomade,

die zwei Wölfe...heart.png

Yes...icon_lol.gif

Grüße von Belli!
Verfasst am: 11.01.2021 11:15
Anne&Momo
Themenersteller
Dabei seit: 29.12.2020
Rauchfrei seit: 8 Tagen
Beiträge: 10
Hallo ihr Lieben,

ich denke ich nutze meinen Thread hier ein bisschen als Tagebuch. Ich hoffe das stört niemanden und vielleicht antwortet mir ja der ein oder andere auf meine Gedanken. icon_biggrin.gif Das Schreiben im Januar- Zug ist mir irgendwie zu viel, da geht bei der Menge an Beiträgen so viel unter und ich brauche wohl eher etwas Ruhigeres. Aber ich lese dort oft und gerne. icon_lol.gif

So, gestern Mittag habe ich wie geplant also meine letzte Zigarette geraucht. Ich hab alles weggeworfen was mich zuhause noch ans Rauchen erinnert hat und eigentlich war der Tag gestern auch wirklich ganz in Ordnung. Ich hab mich abgelenkt und bei Schmachtattacken geatmet und mich daran erinnert, dass es nur eine Zeit lang so sein wird. Das hat gut funktioniert. Einschlafen war etwas schwerer als sonst, aber für den ersten Tag alles wirklich machbar.

Heute sieht es schon etwas anders aus. Der Morgen war noch ganz okay, ich hab trotzdem Kaffee getrunken, war statt Rauchen dann länger duschen und bin ganz gut in den Tag gestartet. Aber hier auf Arbeit ist es seit dem ersten Moment echt die Hölle. banghead.gif Ich bin alleine im Büro heute, hab auch keine Außentermine und generell gar nicht soooo viel zutun. Normalerweise bin ich alle 30-45min eine rauchen gegangen, um mal aufzustehen, mal durchzuatmen und draußen zu sein. Ich war vorhin schon 15min spazieren, weil ich dachte ich drehe durch. Keine Ahnung wie ich das bis zum Feierabend überstehen soll. icon_rolleyes.gif Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel anders und schwerer ist auf der Arbeit. Ich fühle diese große Leere und ich hoffe ihr habt alle Recht und das wird kein Dauerzustand bleiben. Diese Unruhe und dieses Vermissen von Etwas (ich weiß das es da eigentlich nichts zu vermissen gibt) machen mich total durcheinander.

Für aufmunternde Zeilen wäre ich echt dankbar. icon_biggrin.gif
Verfasst am: 11.01.2021 11:37
Quitte_1
Dabei seit: 19.08.2020
Rauchfrei seit: 129 Tagen
Beiträge: 156
Liebe Anne,
der erste Arbeitstag ohne. Überall wo der, die, das- erste Mal ohne Rauch steht, wird es schwierig. Du lenkst dich ab und machst das sehr gut. Kniebeugen, im Treppenhaus hoch und runter rennen, am offenen Fenster tief ein- und ausatmen.
Morgen wird es dann schon leichter, vielleicht planst du stündliche feste Pausen ein
1. Pause=Treppe steigen
2. Pause=mit Freundin telefonieren
3. Pause =Apfel essen
4. Pause =Musik hören
etc.
Um die bisherigen Zigarettenpausen vom Rauchen zu entkoppeln.
Bleib stark,
Quitte
Verfasst am: 11.01.2021 11:58
Bolando
Dabei seit: 14.09.2018
Rauchfrei seit: 1055 Tagen
Beiträge: 1514
Hallo Anne,
jetzt hätte ich beinahe gelacht, aber ich verstehe dein Dilemma. Lange Bürotage ohne abwechslungsreiche oder interessante Arbeit kenne ich auch. Die sind auch mit Raucherpausen schwer durchzustehen. Muss aber sein – da muss man durch! Zum Glück gab es bei mir auch interessante Tage die gefühlt wie im Fluge vergingen. Ich hoffe bei dir ist das auch so – sonst hast du eventuell auch den falschen Jobicon_wink.gif. Ich wünsche dir, dass der Nachmittag nun besser für dich wird.
Viele Grüße icon_smile.gif
Verfasst am: 11.01.2021 15:59
Omajana
Dabei seit: 21.11.2020
Rauchfrei seit: 50 Tagen
Beiträge: 217
Hallo Anne,

wie Du sehen kannst, ist diese erste, schwierigste Phase bei mir auch noch nicht lange her!
Damals habe ich gelesen, man soll sich einen Strohhalm auf Länge schneiden und daran ziehen.
Hört sich vielleicht albern an, hat mir aber immens geholfen.

Dann die Hotline!
Dort hast Du kompetente, geschulte Gesprächspartner, die Dich bis zu fünf mal anrufen. Du selbst kannst das von Dir aus natürlich so oft Du willst machen.

Das dritte, die Belohnung:
Ich suche mir Sachen aus, die ich ca. nach zwei Wochen mit dem sonst verrauchten Geld zusammengespart habe und belohne mich damit. Das motiviert mich sehr.

Zum Schluss noch das kostenlose Starterkit. Es enthält einen Abreißkalender über Hundert Tage. Es freut mich jeden Morgen, wenn ich wieder einen Tag weiter bin.

So habe ich meinen Rauchstopp dieses Mal auf viele Säulen aufgebaut und fühle mich das erste Mal gut und unterstützt dabei.

Ich wünsche Dir einen starken Willen und Durchhaltevermögen
Du wirst sehen, nach einigen Tagen wird es leichter!

Liebe Grüße
Diana
Verfasst am: 11.01.2021 16:34
Française
Dabei seit: 22.09.2020
Rauchfrei seit: 117 Tagen
Beiträge: 1553
Liebe Anne,

Herzlich Willkommen hier in Forumshausen!

Es war eine gute Entscheidung sich hier anzumelden. Mir hat dieses Forum sehr geholfen. Hier sind die Lotsen und die lieben Menschen, die immer für einander da sind, sich helfen, Tipps und Ratschläge geben, die Mut machen und Zuversicht geben. Am Am besten du liest dich mal ein wenig kreux und quer durch die verschiedenen Wohnzimmer und wenn du magst kannst du selbst etwas dazu schreiben.

Gemeinsam sind wir stark! Gemeinschaft.png

Ich wünsche dir einen guten Anfang ....und jetzt geht es rauchfrei weiter Schritt für Schritt mit ganz viel

"ICH WILL" und "ICH KANN"

Ich wünsche dir einen schönen rauchfreien Abend und schicke dir jemanden zur Unterstützung mit teddy.png

Ich rauche NIE mehr weil es mir genauso gefällt
Elli
Verfasst am: 12.01.2021 18:59
Anne&Momo
Themenersteller
Dabei seit: 29.12.2020
Rauchfrei seit: 8 Tagen
Beiträge: 10
Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure aufmunternden Nachrichten, bei einigen musste ich schon etwas schmunzeln. icon_biggrin.gif Ich langweile mich sonst nämlich eher nicht auf Arbeit, kann mich nur derzeit wirklich so gut wie gar nicht konzentrieren.

Ich hab aber durchgehalten gestern und den Arbeitstag irgendwie überstanden. Heute dann die nächste Herausforderung...wir sind mehr oder weniger eingeschneit und ich hab mit meiner Chefin entschieden, dass ich heute daheim bleibe und eventuell morgen auch noch, je nach Wetter. Im ersten Moment war ich erleichtert, weil ich dachte der dritte Tag als Nichtraucher wird zuhause sicher entspannter. Weit gefehlt...ich laufe heute den ganzen Tag rum wie Falschgeld. Bin antriebslos, deprimiert, lustlos und angespannt/gereizt. Ich nehme an ich brauche das nicht überbewerten und das endet bald wieder? so mag ich mich gar nicht leiden.

Aber hey, es ist Tag 3 und ich bin immer noch clean. So lange habe ich es seit 2 Jahren nicht mehr durchgehalten. Ich bin stolz auf mich, auch wenn das Nikotinmonster wirklich alles gibt, um mich zum Straucheln zu bringen. Ich hab nur Angst, dass es noch lange so blöd bleibt. Ich bin da auch eher ungeduldig und momentan fühle ich mich nicht wie ich selbst und vor allem nicht wohl. icon_rolleyes.gif
Verfasst am: 12.01.2021 19:47
Nomade
Dabei seit: 02.09.2017
Rauchfrei seit: 1235 Tagen
Beiträge: 3455
Moin Anne,

meine Gratulation - nun bist Du schon fast 3 Tage ohne.... !

Und was die Entzugserscheinungen angeht, liegst Du "voll im Limit" - bei 3 Tagen, 3 Wochen und 3 Monaten soll es immer besonders schlimm sein - wobei es beim ersten Zeitpunkt natürlich vorwiegend um die physischen und später "nur noch" um die psychischen Entzugsprobleme geht icon_rolleyes.gif

Aber Du hast Deinem Körper 18 Jahre lang die selbst bezahlte Selbstvergiftung zugemutet - jetzt muß er den ganzen eingelagerten Dreck erst einmal los werden - sei geduldig mit ihm und Dir - gib' Dir selbst "einfach" Zeit....
Sagt/schreibt sich leichter, als es ist - weiß ich - aber anders geht's nicht.

Übrigens ist es wichtig, in der Anfangsphase täglich mindestens 3 Liter Wasser, Tees, dünne Schorlen (also nicht das gekaufte Zeugs, sondern 1/4 guten Saft und 3/4 Wasser) zu trinken. Unwohlsein kommt oft von zu wenig Flüssigkeit und/oder Unterzuckerung (deshalb die Schorlen).
Die Entgiftung ist Schwerstarbeit für Deinen Körper - mit viel trinken kannst Du ihn dabei sehr gut unterstützen.

Es wird - ganz bestimmt. Keine/r kann sagen, wann oder wie - aber DAß es wird, kann Dir jeder, dessen Rauchfreiuhr deutlich mehr Tage ausweist, bestätigen gefuehle_smilie_0236.gif

Jetzt durchzuhalten, legt den Grundstein für eine ganz neue Freiheit - gönn' sie Dir - Du kannst es schaffen!

Es grüßt
de Nomade

P.S. Falls Du Fragen hast oder mir antworten möchtest, freue ich mich über einen Besuch in meinem aktuellen Wohnzimmer "Ich denk' nicht dran, zu rauchen!", das Du findest, wenn Du unter dieser Nachricht auf das kleine blaue "Profil" klickst bei "Die letzten Themen".


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 12.01.2021 um 19:48.]
Verfasst am: 13.01.2021 07:32
Bolando
Dabei seit: 14.09.2018
Rauchfrei seit: 1055 Tagen
Beiträge: 1514
Hallo Anne,
meinen Glückwunsch zu 3 rauchfreien Tagen. Die ersten Tage sind die heftigsten. Einen Rat will ich schnell loswerden. Gehe, wenn es irgend möglich ist, für mindestens eine halbe Stunde bei Tageslicht raus. Das macht auch die Gedanken "etwas heller". Ich wünsche dir einen guten 4. Tag. Auch heute rauchen wir nicht.
Viele Grüße icon_smile.gif