Mit Alaaf und Helau rauchfrei werden: der Februarzug 2021


Verfasst am: 22.03.2021 18:58
bibra65
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Hallo liebe Mitfahrer,

wollte kurz berichten, dass sich bei mir nach nun mehr als 30 Tagen scheinbar noch richtig was verändert. Nämlich mein Geruchssinn scheint erst jetzt vollends zurückzukehren. Eigentlich passiert das ja in der Regel schon nach ein paar Tagen und ich habe das auch genauso schon erlebt, und mich auch gewundert...?
Und jetzt so "spät"?? Vielleicht liegt es am Alter oder den gerauchten Jahren, dass es bei mir nun so verzögert eintritt. Keine Ahnung, aber besser spät als nie icon_smile.gif

Und es motiviert mich, ehrlich gesagt sogar, bin gespannt auf die Dinge die da noch kommen... Letztens habe ich gelesen, dass jemand geschrieben hatte, sogar nach ca. 1 Jahr kam noch eine Energiesteigerung. Ich wollte das erst gar nicht richtig glauben, aber nun bin ich eines Besseren belehrt worden.

In diesem Sinne: Wir fahren immer weiter!

Schönen Abend euch Allen von Biba
Verfasst am: 22.03.2021 19:24
Feliciouse85
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Hallo liebe Nichtmehr—Raucherkollegen,

heute war ein äußerst schwerer Tag bei mir. Was sonst nach wenigen Stunden verschwand, blieb heute bis jetzt den ganzen Tag über bestehen. Der Suchtdruck war heute extremst. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es mich so packt. Was mich auch wundert, dass ich wie zu Beginn vor 7 Wochen meines Entzugs wieder ab und zu einen trockenen Mund habe und es mich nach demStoff Nikotin dürstet, sei es durch Nikotinkaugummis oder Zigaretten. Es geht im Groben und Ganzen schon ganz gut, aber heute hat es mich echt aus den Socken gehauen. Als hätte ich erst vor ein paar Tagen damit aufgehört. Gut, das sollte nur ein Statement sein. Ich gebe definitiv nicht nach aber so einen Suchtdruck hatte ich lange nicht mehr.

Ichhabe manchmal auch das Gefühl man nähert sich nur asymptotisch dem Ziel. Nur sehr langsam wird es besser und so wie bei einem Nichtraucher nur in den seltensten Fällen.

Bleibt am Ball!

VG Felix

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 22.03.2021 um 19:36.]
Verfasst am: 22.03.2021 20:44
FrauSalome
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Ichhabe manchmal auch das Gefühl man nähert sich nur asymptotisch dem Ziel. Nur sehr langsam wird es besser und so wie bei einem Nichtraucher nur in den seltensten Fällen.


Ja! Genau so. Ich hoffe du verstehtst mich richtig, lieber Felix, aber ich bin froh, dass es nicht nur mir so geht....heute bin ich bei Tag 46 oder 47 und hatte heftigsten Suchtdruck. Bin nur einfach stur geblieben und habe dem nicht nachgegeben.


Wünsche und allen, dass das auch mal spürbar besser wird! Oder wenigtens endlich mal richtig Sonne. Weniger Arbeit. Stressfreie Zeiten. Ach, ich wünsche und allen nur Nettes und Gutes!
Verfasst am: 22.03.2021 22:47
BerndMM
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Hier nervt heute auch die Sucht schon den ganzen Tag. Gestern Abend habe ich mich gestritten, heute die ganze Zeit an was gearbeitet, was nicht funktionieren wollte. Das ist alles nicht gerade hilfreich. Ich habe im Moment wieder häufig Suchtdruck, versuche aber an die schönen Momente zu denken, in denen ich mich über das Nichtrauchen freunen kann. Ich wünsche allen eine gute Nacht.
Verfasst am: 23.03.2021 06:40
SchwesterS
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Dasselbe hier... ein richtig schlimmer Tag für mich gestern, mir brach nach 5 Monaten Arbeit an einem Auftrag der Auftraggeber weg - bzw. die Zusammenarbeit wurde unhaltbar und wurde gestern beendet. Das ist ein Desaster, das kaum zu beschreiben ist. Die Arbeit von 5 Monaten nicht bezahlt, seitdem kein Geld verdient - ich war so neben der Spur gestern, da brach so viel weg, ich stand völlig neben mir, fassungslos. 4h Spaziergang mit Freund und ein Suchtdruck, der kaum auszuhalten war. Nur durch Ablenkung und Gespräch mit Mühe auszuhalten. Dann kam eine tröstende Freundin vorbei mit Sekt am Nachmittag. Sie raucht manchmal. Als sie die Treppen hoch kam, zwei sehr laute Stimmen in mir: HOFFENTLCH HAT SIE ZIGARETTEN DABEI!!! und genauso laut: HOFFENTLICH HAT SIE KEINE ZIGARETTEN DABEI!!! - Sie behauptete dann Letzteres und in mir schrie es weiter. Ich hab mir angewöhnt einfach jedesmal meiner Umgebung sofort Bescheid zu geben wenn ich Suchtdruck habe - dann wissen die, wieso ich vielleicht etwas unkonzentriert bin oder mich komisch verhalte. Die Freundin bügelte mein inneres Geschrei ziemlich gut ab - "Klar, aber das ist jetzt nur so der Wille zum Streßabbau, das muß auch anders gehen." Ich hab durchgehalten. Und kann mir grad eigentlich noch einen schwierigeren Tag kaum vorstellen. Himmelherrgott - was für ein Kampf aber auch!
Verfasst am: 23.03.2021 09:40
hp6340
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Habe schon sehr mitgefühlt, als ich Eure Zeilen heute morgen gelesen habe. SchwersterS, dass mit dem Auftrag tut mir sehr leid und ist wirklich einfach Sch.... banghead.gif Kommt ja wirklich sehr unpassend und gerade auch noch in diesen undankbaren Corona-Frust-Zeiten.
Ich habe jedenfalls auch das Gefühl, daß es sehr in Wellen kommt. Mal gibt es einen Tag oder auch zwei, da schwimmt man halbwegs oben und macht sich nicht mehr so den Kopf über die Sucht und das Nichtmehrrauchen (everything is under controll icon_biggrin.gif) und dann gibt es wieder Tage, da haut es einen komplett aus den Puschen. Echt zum verzweifeln und zum kotzen diese Sch... Sucht icon_evil.gif
Bei mir ist es seit gestern ähnlich. Bei uns im Unternehmen hat es einen harten Strategiewechsel gegeben und nun müssen sich alle um 180 Grad drehen. Bedeutet auch für mich, dass ich in kürzester Zeit meine Teams neu ausrichten und auf Spur bringen muss. Durch knapp ein Jahr HomeOffice mehr oder weniger und einen gewissen Frustrationsgrad auch nicht gerade einfach. Aber immerhin ja keine Kurzarbeit oder ein weggebrochener Auftrag, wo viel eingezahlt worden ist wie bei SchwesterS. Trotzdem muss ich nun innerhalb von zwei Wochen sehr konzentriert eine neuen Struktur (Tätigkeitsprofile) mit Rollen und Verantwortlichen entwickeln und mit Leben füllen. Und gerade dieses sehr konzentrierte Arbeiten fällt mir in diesen Situationen sehr schwer oder ist fast nicht möglich. Das einfachste wäre dem Suchtdrang dann einfach nachzugeben und somit wieder in die alten Muster zurück zu fallen. Die Ausrede würde dann ja auch immer gut passen, oder? icon_mad.gif Aber was würde man alles verlieren? Knapp 50 Tage mentale Herausforderung und Anstrengung würden mit einer Zigarette weg geblasen werden. Und gewonnen hätte man außer dem Moment des Nachgebens auch überhaupt nichts. Im Gegenteil. Wieder zurück in die siffige Grube des schlechten Gewissens, der schlechteren Gesundheit, stinkenden Fingern, Klamotten und Atem und vor allen Dingen den Verlust der gewonnen Freiheit und des gewonnenen Stolz seins (und auch des gestiegenen Selbstbewusstseins!) . Nee, dann doch lieber durchhalten mit Disziplin und schlechten Tagen, wo man sich nicht gut konzentrieren kann und mal wieder mit sich am kämpfen ist (anstrengend). Vielleicht muss man sich dann einfach sagen, dass es diese Tage auch mit Zigarette gegeben hat und man einfach nur versucht hat, das weg zu rauchen. Geklappt hat das dann bekanntlich ja auch nicht wirklich besser, war vielleicht ein bisschen tröstlicher... aber gelöst hat es nichts... Nee, dann lieber weiter fahren im Zug mit der Blümchenwiese im Visier icon_lol.gif, zwar langsam aber stetig. Und wie ich immer schön zu meinen Kindern sage, ich bin der Bestimmer und so wird es jetzt gemacht... icon_wink.gif

Also, lasst uns am Ball bleiben und Tag für Tag durchstehen. Die "Guten" gut heissen und die "Schlechten" vergessen... Hoffentlich kommt bald der Frühling... gefuehle_smilie_0236.gif
Verfasst am: 23.03.2021 11:00
bibra65
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Guten Morgen an Alle,

das ist ja blöd, dass es euch nicht so gut geht icon_frown.gif Aber vielleicht ist es heute ja schon besser.. Es wechselt irgendwie ständig bei mir auch, nur ist es bei mir nicht mehr so (das war eher am Anfang gefühlt so), dass es mir gleich den ganzen Tag schlecht geht bzw. ich Suchtdruck verspüre. Es gibt Tage, wo es häufiger vorkommt und an anderen dann weniger. Aber gut, wer weiß, ich lehne mich auch nicht mehr zu weit aus dem Fenster icon_wink.gif

Ich wünsche jedenfalls noch gute Weiterfahrt, ihr seid schon so weit gekommen und den Rest packen wir auch noch.

Heute bleiben wir rauchfrei!

Liebe Grüße Biba
Verfasst am: 23.03.2021 11:43
Blümle
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icon_rolleyes.gificon_cry.gificon_redface.gif

— BEICHTE —

Hallo ihr Lieben.

Ich habe nun eine Zeitlang drüber nachgedacht, ob ich die Beichte hier ablegen kann, oder nicht.
Es geht hier ja grade einigen an die Nieren.
(SchwesterS. - mein tiefstes Mitleid und Bedauern!, - wie gemein das Leben grad zu Dir ist!)

Ich hatte meinen schwarzen Tag am Samstag, nachdem es mir bei der Arbeit am Donnerstag und Freitag übel erging. (Eine junge Kollegin eines anderen Amts hat mich beim Chef weit oben ungerechtfertigt in ein übles Licht gestellt.)
Am Samstag gab es bei mir kein Halten mehr: so depressiv war ich schon lange nicht mehr, - habe den ganzen Tag über immer wieder geheult.
Bernds Dopamin-Erklärungen hier wirkten zwar ein wenig beruhigend, vermochten aber das Problem nicht zu lösen.

Ich hab dann viel aufgeräumt und weggeschmissen. Beim Aufräumen habe ich dann blöderweise erst ne Zigarre, die ich ursprünglich mal verschenken wollte und dann auch noch ne Zigarette gefunden. (und - ihr könnt es euch schon denken, - nicht weggeworfen). Ja, ich hab beides geraucht. Und da ich dann schon dabei war, hab ich mir dazu dann vorher noch Sekt besorgt, und auch den dazu getrunken. Ich habe also meine beiden Abstinenzen kurz unterbrochen.
- Ich konnte nicht mehr dagegen halten -
Ich fühlte mich natürlich schlecht. - Hab auch meinem Paten (ihr erinnert euch vielleicht) gebeichtet und den entsprechenden Teil bezahlt. Waren also die teuersten Zigarre und Zigarette ever in meinem Leben.
Am nächsten Tag hatte ich ein wenig Kopfweh.
Aber auch die Vernunft, mich nicht als Versagerin fertig zu machen, komplett hinzuwerfen, sondern mir das einfach nachträglich zu zu lassen, dass ich diese kleine Auszeit aus der Abstinenz brauchte.

Ich habe dann mit 3 ExpertInnen (Ex-Junkie, Psychologin und Leiter Drogen-Jugendhilfe-Einrichtung) aus dem Bereich gesprochen, die mich darin ausdrücklich bestätigten und bestärkten, meine Zähler deswegen nicht auf „0“ zurück setzen zu müssen, sondern einfach unbeirrt daran weiter zu machen.

Das mache ich nun und das klappt auch ausgezeichnet. Obwohl sich natürlich an der grundlegenden Situation (Jobärger, Suchtdruck aus 2 Süchten, mieses Wetter, Corona-Genervtheit,.....) nichts geändert hat.

Mir tat der „Ausrutscher-Abend“ psychisch gut. Es war auch nicht excessiv, weder beim Nikotin noch beim Alkohol. Es nahm nur den mir allzu riesig gewordenen Druck.

Ich hab mir lange überlegt, ob ich das hier schreiben kann. Klar, - wenn nicht hier, wo dann? Könnte man sagen.
Aber ich möchte natürlich auf gar keinen Fall zu „so etwas“ ermuntern oder gar aufrufen. (Nein wirklich nicht, denn es bleibt ein blödes schlechtes Gewissen und natürlich ein Knacks im Stolz, es ganz „rein“ durchgezogen zu haben !!!! Ganz clean ist sicherlich besser!!!)

ABER:
ich schreibs hier trotzdem, weil es schlussendlich ja ums Erreichen des Ziels, der endgülitigen Rauchfreiheit geht. Und ich bin mir sicher, dass ich das durch diesen winzigen Ausrutscher, mit der Erlaubnis zum einmaligen kleinen Weichei-Versager-Dasein für zwei Stunden, besser hinbekommen werde, als wenn ich am allzu groß gewordenen Druck komplett gescheitert wäre.
Meine Stimmung war sooo weit unten, dass ich alles, (inkl. meinem Dasein) infrage stellte. banghead.gif
Und von da nach dem kompletten Rauchstopp-Hinwerfen ist es nur ein kleiner Schritt.

So habe ich mir mit dem kleinen Schritt zurück den insgesamt-Weg in die Rauchfreiheit erhalten.

Und drum zähle ich auch den Tag, an dem ich die Ziggi und die Zigarre rauchte, trotzdem als einen „rauchfreien“ Tag.
(Auch wenn es sich ein wenig unehrlich anfühlt....... icon_redface.gif)
Aber unterm Strich ist es für mich so richtiger und stimmiger......

Es grüßt euch mit dieser unverblümten Beichte
das wieder dranbleibende Blümleflowers.png

Ich wünsche uns allen, diesen Widrigkeiten weiterhin (wieder) standhalten zu können!



Verfasst am: 23.03.2021 13:30
hp6340
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Hallo Blümle,

ja, so kann das mit den Tälern des Lebens gehen, dass sie einen zur falschen Zeit und in der falschen Situation einfach überrennen und man dann doch wieder fremdgesteuert und sehenden Auges etwas tut, was man sonst gar nicht tun würde. Mache Dir da keine Vorwürfe. Ich denke, und auch nur soweit ich das beurteilen kann, dass das Ergebnis zählt. Und das hast du nach dem Ausrutscher mit deinem Verhalten zunächst dir gegenüber und auch deinem Paten gegenüber bewiesen. Meinen Respekt und auch gewonnene Größe hast du in jedem Fall. Das gemeinsame Ziel ist der Weg. Und dadurch, dass du dich immer noch auf diesem befindest, beweist in jedem Fall, dass du noch ein gültiges Ticket hast und auch nicht ausgestiegen bist. Und dass ist mein dafürhalten, dass was zählt.

Also, richte deine Krone, streiche dir die Haarsträhne aus dem Gesicht und weiter geht es!

Verbuche die gemachte Erfahrung als wichtige Erfahrung und hoffentlich hilft es dir beim nächsten schlechten Tag, anders damit umzugehen. Ich bin ja auch kein Experte auf dem Gebiet und versuche auch nur zu helfen. Jeder von uns war glaube ich auch schon mal in ähnlichen Situationen und ist deswegen rückfällig geworden oder hat aufgegeben. Diesmal sind wir jedoch angetreten, um gemeinsam dem Sucht icon_evil.gif den Stinkefinger zu zeigen und das machen wir jetzt einfach mal. Du weisst ja, rauchen hilft da leider auch nicht. Hoffentlich hast du nun alle verbliebenen Rauchutensilien zu Hause restlos entsorgt. Dann hast du nächstes Mal mehr Zeit zum Nachdenken und zum ergreifen von Alternativhandlungen, ehe du dir eine anzündest. Ist manchmal schwer, ich weiß, aber zusammen sollten wir das doch schaffen. Sitzen ja schließlich alle im selben Zug! Also, wir zählen auf Dich und auf eine gemeinsame Weiterfahrt icon_wink.gif

Also, bleibe bei uns im Abteil und heute rauchen wir nicht gefuehle_smilie_0236.gif
Verfasst am: 23.03.2021 13:41
SchwesterS
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Liebes Blümle,
das ist tatsächlich aber auch eine recht heftige Aufgabe zwei so massive Süchte allein und zu Hause und in einem Rutsch loswerden zu wollen. Ich frage mich, ob das realistisch ist, oder da nicht doch etwas mehr professionelle Hilfe vor Ort nötig wäre. Ich drücke Dir die Daumen und hoffe, daß Du Dich im Zweifelsfall doch umschaust ob nicht mehr als ein Online-Forum nötig ist um Dich dauerhaft zu befreien und gesund zu werden/bleiben.
Mir hat Dein Geständnis ehrlich gesagt nicht gut getan. Ich muß mich einfach daran halten, daß auch eine Zigarette nicht geht, weil sie unweigerlich alle Tore öffnen würde, alles andere ist bei mir zumindest Augenwischerei. Und da tut es mir leider nicht gut zu hören - ach, eine geht schon, nächsten Tag ist alles wieder gut, denn das ist es, was Süchtige gern hören und glauben wollen.
Einer wird rückfällig und zieht andere mit - es tut mir Leid, aber das ist ein Erfahrungswert nach 12 Jahren Drogenarbeit. Ich weiß jetzt auch keine andere Lösung, klar sollst Du mit Deinen Erfahrungen auch irgendwohin - aber ich wollte einfach gestehen - mir tat es nicht gut das zu lesen. Ich bin selbst zu wackelig grad.
Verfasst am: 23.03.2021 14:53
Blümle
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Das tut mir sehr leid, liebe SchwesterS.,

dass es Dir nicht gut tat/tut, mein Geständnis des auch in der Fachliteratur sog. Ausrutschers zu lesen. Die wenigsten Abstinenzen gelingen jedoch völlig ohne.

Ich habe Verständnis dafür, dass sie jemanden zum Einknicken, zu einem Ausrutscher oder gar Rückfall animieren können. Sie aber deshalb zu verschweigen, halte ich für falsch. Ist es denn nicht auch so ein Suchtgebaren, sich selbst und anderen was vorzumachen, was nicht ist? Abstinenz heißt für mich auch, ehrlicher zu werden.

Ich möchte den Ausrutscher deshalb auch nicht herunterspielen, denn es ist natürlich keineswegs einfach(er), dann wieder in die Spur zu kommen. Es fühlt sich auch nicht gut an. Gar nicht. Aber das habe ich oben ja schon geschrieben. Falls Du es so aufgefasst hast, als wäre es (für mich) ein Kinderspiel heute mal eben eine zu rauchen und dann wieder nicht mehr, hast Du mich leider mißverstanden.

Deshalb nochmal und noch deutlicher der Appell und die Bitte aus meiner Versagenserfhrung: bleibt sauberer in der Spur als ich!


Ich habe den Ausstieg aus beiden Süchten auch nicht gleichzeitig oder leichtfüßig begonnen, sondern mit 4 Wochen Abstand. Ich gehe meine Vorhaben (selbst-)verantwortlich und bestens fachlich begleitet und unterstützt an.

Verfasst am: 23.03.2021 15:45
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-andrea
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Liebe Blümle,

du hast alles richtig gemacht, geh bitte weiterhin verständnis- und liebevoll mit dir um. Dein Ausrutscher ist wirklich als Vorfall anzusehen, denn du hast dir sofort danach Hilfe geholt, gebeichtet und daraus gelernt. Und du hast auch damit Recht: Ausrutscher und Rückfälle sind sowas von normal! Bis zu sieben Mal fällt der Durchschnitt hin und es gibt nur deswegen so viele auf Dauer Nichtmehrrauchende, weil sie eben "das achte Mal" wieder aufstehen.

Was genau konntest du lernen aus deinem Vorfall?

Hier mal ein Link zu einem Artikel, wie man am Besten aus einem Hinfaller lernt: http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/nicht-ganz-geschafft/

Herzliche Grüße
Andrea

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.03.2021 um 15:47.]
Verfasst am: 23.03.2021 18:27
Glöckchen24
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Beiträge: 10
Hallo Blümle,
Ich schreibe ja eher selten aber heute muss ich mal sagen, ich
ziehe ganz ehrlich den Hut vor Dir. Es ist bestimmt hart sich gleich von
Zwei Süchten zu befreien und ich finde es klasse wie Du Dich dem stellst, das durchziehst und sogar offen über Deinen Ausrutscher schreibst. Sich selbst einen Fehler einzugestehen ist ja nicht immer leicht und das vor anderen Leuten zu tun ist oft noch ein Häppchen schwerer. Toll das Du weiterhin dabei bist. Ich bin aber Erfahrungsgemäß auch der Typ der garnienicht Rückfällig werden darf weil mich die Sucht dann wieder nicht mehr loslässt.
Mir fällt es gerade auch nicht leicht. Schlafe noch immer besch..., die Arbeit ist stressig, ein Jahr Homeoffice mit Baustelle vorm Fenster und einer nervigen Nachbarin über mir. Das zerrt gerade sehr an meinen Nerven und jetzt habe ich noch erfahren das eine andere Nachbarin, die hier die gute Seele ist, plötzlich ins Krankenhaus gekommen ist und sich heute herausgestellt hat, das sie Krebs in mehreren Organen hat. Das sind Momente die machen mich völlig fertig und es geht mir wie Blümle das ich an meinem Dasein zweifle und mir denke das doch eh alles egal ist. Man muss dazu wissen das ich unter Depressionen leide die mir hin und wieder das Leben auch nicht leichter machen.
Daher habe ich heute seit meinem Rauchstopp den schwärzesten Tag. Aber ich halte durch. Meiner lieben Ilse würde es auch nichts nutzen wenn ich wieder anfange zu rauchen.

Sorry das ich jetzt so negativ geworden bin. Dabei wollte ich eigentlich nur Blümle meinen Respekt zollen.
Wir reisen einfach weiter und weiter und weiter auch wenn es hart ist manchmal.

Liebe Grüße
Glöckchen
Verfasst am: 23.03.2021 18:59
Omajana
Dabei seit: 21.11.2020
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Beiträge: 597
Liebe Blümle,
Du hast alles richtig gemacht! Du schreibst Dir den Frust von der Seele und dafür ist solch ein Forum da!
Du kämpfst ernsthaft gegen starke Süchte an und verdienst den allerhöchsten Respekt!
Ich kämpfe seid zehn Jahren mit einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es Dir am Freitag ging!
Du hast wirklich jede Unterstützung verdient!
Du bist eine starke Frau und Du schaffst das!!!

Liebe Grüße
Diana
Verfasst am: 24.03.2021 07:50
Blümle
Dabei seit: 29.01.2021
Rauchfrei seit: 249 Tagen
Beiträge: 48
icon_rolleyes.gificon_confused.gificon_confused.gificon_smile.gif

Ihr Lieben!!

Vielen herzlichen Dank für Eure bestätigenden, weiter ermutigenden und auch lobenden Worte hier!
Besonders, wenn es selbst grad eher so höllenmäßig ist, wie bei Dir, liebes Glöckchen! Danke! Ich hoffe, Du hast den Tag/Abend gut geschafft

Andrea fragte, was ich genau draus lernen kann.

Es ist jetzt eigentlich weniger so was schnelles, kurzes nach dem Wenn-Dann-Prinzip. (Wenn Schmacht - dann duschen oder sowas.....)

Es ist komplizierter.
Ich tat mich ja schon mit der Beichte schwer. Aber das war eher typisch. Versagt? Hm, - ordentliche Selbstschimpfe, Rückzug, weg..... - das wäre das übliche gewesen.

Aber: hab ich nicht gemacht.
Sucht/Depression hat ja auch einiges mit nem verschobenen Selbstbild zu tun (ist natürlich ebenfalls alles viel komplizierter, aber hier mal nur ein Mini-Aspekt daraus)
Ob man aus Depression raucht/trinkt oder man Depressionen hat, weil man raucht/trinkt ist noch nicht vollständig geklärt.
Hat jedenfalls miteinander zu tun.

Mit depressivem Erleben neigt man dazu, eigene Erfolge anderen/den Umständen zuzuschreiben und die Mißerfolge sich selbst, der eigenen Blödheit usw. (Die Betroffenen werden es zur Genüge kennen.....icon_cry.gif )

Was ich aus meiner Panne und dem Beichten und vor allem aus euren Reaktionen nun erfahren und erlebt habe:

- es war (für mich !!!! und nur für mich!!!!) gut, diesen Ausrutscher zu haben
- es war gut, ihn mitzuteilen
- es war sehr gut, zu erfahren, von niemandem (außer von mir) deswegen abgestempelt oder verstoßen zu werden
- es war supergut, gesagt zu bekommen, dass es ja auch durchaus beachtlich ist, was ich da grad mache und (überwiegendst auch tatsächlich) durchziehe.

„ Ja, - ist ja nix Dramatisches.“
„Ist vielleicht sogar was Falsches, - gleich 2 Süchte, ohne Klinik, daheim, ......“
„ Andere hier haben noch viel Schlimmeres neben dem Rauchen-Aufhören hier zu stemmen........ „

Ihr merkt, auf was ich rauswill, oder?

Gelernt habe ich also, um auf Andreas Frage zurück zu kommen:
- es gibt nicht nur grau
- wegen einem Fehltritt verliert man nicht das Anrecht aufs menschl. Dasein und die menschl. Gemeinschaft
- man darf sich mit seinen Fehlern und dem Hadern der Gemeinschaft „zumuten“
- man muss sich wegen Lob nicht genieren, man muss es nicht kleinreden, man kann es annehmen und sich sogar gut dabei fühlen.

Danke für eure Beiträge zu diesen Erkenntnissen. (Die ich theoretisch natürlich längst hatte, - aber das entscheidende ist ja, sie tatsächlich auch innerlich haben zu können. - Das ist jetzt gelungen!)

Schön wäre es, wenn ich mit meiner Dankbarkeit darüber jemandem aus unserer Runde heute ein bißchen Schwung ins weitere Durchhalten (zurück) geben könnte.

Uns allen einen guten Tag wünscht Blümle
Verfasst am: 24.03.2021 18:42
bibra65
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Hallo Ihr Februar-Fahrer,

ich hoffe, alle sind noch an Bord??

Und Blümle: schön, dass du hier geblieben bist!
Im Übrigen habe ich mal gelesen (es gibt wohl auch Studien dazu) dass Depressionen und Rauchen eine Wechselwirkung haben. Und nicht nur Depressionen sondern auch Ängste. Rauchen ist ein Verstärker sozusagen.

Nichtsdestotrotz war ich vorhin plötzlich gar nicht gut drauf, jetzt trinke ich Tee, habe was gegessen (und genaschticon_smile.gif) und langsam geht es wieder besser. Ich kann es in dem Moment gar nicht richtig glauben, dass dann so aus dem Nichts plötzlich so ein Suchtdruck da ist. Für mich kann das nicht nur der Kopf sein, langsam glaube ich das echt nicht mehr...

Aber vielleicht auch egal, ob Kopf oder Körper, wir fahren immer weiter und ich bin überzeugt und weiß es auch, es wird immer besser und schöner!

Wir bleiben rauchfrei! Grüße von Biba
Verfasst am: 24.03.2021 18:55
Saridaja
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Hallo Ihr Lieben,
Hallo Blümle, Bibra, Schwester, Omajana und Ihr lieben anderen,

Bin auch noch dabei und immernoch motiviert. Ja es gibt Momente zwischendurch die sind etwas härter, aber sie gehen vorbei. Wirklich rauchen will ich irgendwie auch nicht mehr..:ich war ja schonmal ne ganze Weile weiter daher weiss ich dass es immer etwas besser wird.
Auch wenn es trotzdem grad schwer ist, Corona und kein Ende in Sicht, schicke ich euch Kraft und Mut!

Die Schlafstörungen wurden besser, seit zwei Tagen wieder da, kann aber auch an meiner Anspannung wegen anderen persönlich grossen Schritten liegen, daher bleibe ich noch geduldig.
Versuche weiter achtsam zu sein und viel Bewegung hilft.

Ich wünsch euch was!
Verfasst am: 25.03.2021 16:30
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-andrea
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Beiträge: 7310
Hallo Bibra,

hier mal ein Link zu einem Artikel bei den News hier zum Thema Rauchen und Depression. http://www.rauchfrei-info.de/informieren/news/detail/news/rauchen-und-depression/

Und Bernd, dein Hinweis auf das Ende der Dopaminumstellung nach drei Monaten war wirklich genial. Ich setzte hier mal einen externen Link ein, den ich ausnahmsweise einmal setzen darf: http://www.laborpraxis.vogel.de/dopaminfunktion-normalisiert-sich-mit-rauchabstinenz-a-545196/

Liebe Blümle,

ich freue mich so sehr für dich, dass du deinen Ausrutscher zum Anlass nimmst, dich selber in einem positiveren Licht zu sehen. Brava!

@Alle: allen, die jetzt so der Reihe nach auf die Blümleswiese dürfen (wie Heute zum Beispiel HP6340), herzlichen Glückwunsch! 50Tage sind eine tolle Leistung und nochmal 50 Tage daran gehängt hat sich der Dopaminspiegel auf ein natürliches Maß eingependelt.

Herzliche Grüße an Alle
Andrea

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.03.2021 um 16:31.]
Verfasst am: 25.03.2021 17:08
hp6340
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Rauchfrei seit: 255 Tagen
Beiträge: 42
Hallo liebe Mitstreiter/innen,
Hallo liebe Andrea,

vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Sehr interessanter Artikel. Bestärkt mich sehr in meiner verfolgten Dreierregel und motiviert mich natürlich entsprechend. 50 Tage sind natürlich schon ein Wort. Danke nochmals dafür. Bin auch höllisch stolz auf mich und führe mir tätlich die positiven Veränderungen, wie mehr Puste, besserer Atem, keine stinkenden Finger und Klamotten mehr und vor allen Dingen gesündere Haut, gerade im Gesicht icon_biggrin.gif, vor Augen.

Aber die 90 oder besser 100 Tage müssen es auf jeden Fall werden. Zum Glück weiß ich ja aus Erfahrung, dass es wirklich besser wird. Die Strecke dahin ist natürlich abschnittsweise mental sehr anstrengend und zum an die Decke gehen, aber auch mehr als lohnenswert. Geduld und Disziplin sind immer noch meine ständigen Begleiter und sehr gefragt. Aber es ist nach den 50 Tagen schon bedeutend besser geworden. Klar, nervt es zeitweise immer noch, aber man kann es wesentlich schneller und mit weniger Kraft vorbeiziehen (aushalten) lassen.

In diesem Sinne bleibt im Zug und weiterhin dabei. Der Frühling lässt bestimmt auch nicht mehr so lange auf sich warten. Euch und dir Andrea noch einen schönen Abend.

HP

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.03.2021 um 17:49.]
Verfasst am: 25.03.2021 19:27
bibra65
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Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
Hallo liebe Mitfahrer und Hallo Andrea,

danke dir für den Link. So erklärt sich wohl auch, dass der Körper die Eigenproduktion beim Rauchen dann runterfährt.

Und Hp und die Anderen: Glückwunsch zur Blümchenwiese oder halt zu den erreichten Tagen. Jeder Nichtraucher-Tag ist ein Gewinn!

Heute war ich teils auch gnatschig und gut genervt zwischendurch icon_eek.gif
Aber wir dürfen das dann auch mal sein, und überhaupt habe ich vorhin gedacht: Alsooooo die Nichtraucher und Nicht(mehr)raucher sind auch nicht immer nur freundlich, voller Energie und gut gelaunt.
Und genauso werden wir auch als langjährige Nicht(mehr)raucher unsere schlechten Tage und Stimmungen haben.
Aber wir werden ganz viel Ballast und Dreck abgeworfen haben und uns somit grundsätzlich freier, wohler und gesünder fühlen.

Und deshalb fahren wir rauchfrei immer weiter.

Schönen Abend noch Biba

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.03.2021 um 19:29.]