Mit Alaaf und Helau rauchfrei werden: der Februarzug 2021


Verfasst am: 12.04.2021 20:28
bibra65
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
"Feliciouse85" schrieb:


In 90% der Fälle ist die „Eine“ einfach die Eine zu viel. Und selbst wenn man dann ein paar Wochen wieder clean war. Dieser Zwischenfall bleibt im Kopf und wird meist als etwas gutes gewertet, ob man will oder nicht, da Glückshormone ausgeschüttet werden. Man kommt dann automatisch immer wieder zum gleichen Punkt zurück.



Hallo Felix,

ja da hast du wohl Recht mit der verzerrten Erinnerung, und dass das Ganze letztlich im Nachhinein auch irgendwie positiv bewertet wird icon_eek.gif

Bei mir ist halt schlimm, dass ich mich mit der "Einen" selber demoralisiere. Heisst, ich überschreite eine von mir selbst gesteckte und für mich unheimlich wichtige Grenze. Folge ist, ich verliere ein Stück Selbstvertrauen, im wahrsten Sinne des Wortes: Ich traue mir dann hinterher erstmal selber nicht mehr so ganz. Und genau das ist nicht gut. Und bis dieses Selbstvertrauen dann wieder hergestellt ist, braucht es Zeit und viel Kraft.

Aber dennoch, ich habe auch schon mit Rückschlägen erfolgreich für längere Zeit aufgehört. Bei mir gehören die ganz am Anfang scheinbar dazu, warum auch immer. Jetzt würde es mich allerdings richtig zurückwerfen.

Und deshalb bleiben wir ganz einfach rauchfrei. flower.png

Schönen Abend noch von Biba.
Verfasst am: 12.04.2021 23:40
BerndMM
Dabei seit: 12.02.2021
Rauchfrei seit: 253 Tagen
Beiträge: 29
Hallo zusammen,

ich bin auch noch dabei und hier läuft es jetzt auch wieder gut mit häufig Freude über das Nichtrauchen. Nach zwei tollen rauchfreien Wochen war die letzte wieder etwas haariger, mit einigen Sucht-Attacken. Ich habe jetzt auch angefangen, abends Tee zu trinken und tagsüber starke Pastillen zu lutschen, wenn ich mal wieder Lust auf Zigaretten bekommen. Das hilft ganz gut. Zur Zeit kommt das so ein, zweimal die Woche vor, dass es ordentlich nervt. Aber gefährlich wird es nicht.
Was ich etwas komisch fand: heute habe ich einen alten Arbeitskollegen auf der Straße getroffen, der eine Zigarette in der Hand hatte. Die fünf Minuten, die wir gequatscht haben, hatte ich so schlimm Lust zu rauchen wie lange nicht. Ich war dann froh, als wir uns wieder verabschiedet haben. Die Lust war dann auch sofort weg. Es ist schon krass, wie manche Reize die Lust sofort wieder aufkommen lassen.

@bibra ich kenne das auch gut, die Zigarette ist derzeit in Stresssituationen keine gute Alternative mehr. Ich denke dann oft, ja ok, jetzt eine rauchen, aber dann ist nach fünf Minuten alles wie vorher, nichts gewonnen, Stress ist noch da, nur eine geraucht habe ich dann, und wieder ein Suchtproblem. Nein, danke!
Verfasst am: 13.04.2021 13:22
hp6340
Dabei seit: 12.11.2018
Rauchfrei seit: 255 Tagen
Beiträge: 42
Auch von mir einen lieben Gruß in die Runde,

ich bin auch noch fleißig dabei und finde unseren Monatsfaden immer noch sehr interessant zu lesen. Sind doch sehr viele Parallelen zu den eigenen Gedanken. Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, sich in der Zeit des Rauchstopps intensiv mit der Sucht, seiner Bekämpfung und seinem eigenen Verhalten auseinander zusetzen. Und ich hoffe auch, dass ich mir genau damit ein gutes Rüstzeug und Warnsystem aneigne, was mich permanent vor Kurzschlusshandlungen und vermeintlichen Verführungen, Leichtsinnigkeiten schützt. Und da hilft der Austausch hier ungemein, da man die Wahrheit auch von Anderen ungeschönt zu Ohren bekommt.

Der Mensch ist ja sonst sehr gut im Vergessen und Verdrängen. Und gerade die schlechten Dinge geraten dann in den Hintergrund und die Sucht ruft dann nur die vermeintlich schönen Erinnerungen an das Rauchen ins Gedächtnis. Genau das ist mir zum Verhängnis geworden und ruckzuck saß ich wieder in der schlüpfrigen Falle, wie Allen Carr so treffend sagt icon_wink.gif

Das soll und darf mir diesmal nicht mehr passieren, weil ich nun weiß wie hinterhältig die Sucht ist und wie sie unseren Verstand unbewusst aushebeln und vernebeln kann. Es ist somit für mich ganz wichtig immer dran zu bleiben und von Zeit zu Zeit (auch nach Jahren) sich das immer wieder in Bewusstsein zur rufen. Rauchen ist keine Alternative, egal in welcher Situation. Es hilft nicht, sondern verschlimmbessert vielmehr. Ich danke Euch für diese Denkanstöße.

In diesem Sinne, heute rauchen wir nicht gefuehle_smilie_0236.gif
Verfasst am: 14.04.2021 06:42
SchwesterS
Dabei seit: 03.02.2021
Rauchfrei seit: 251 Tagen
Beiträge: 24
"... mit 66 Tagen - da fängt das Leben an..." icon_wink.gif - ich sah grad, daß ich wohl 66 Tage rauchfrei bin.
Was Bernd über die schwierigen Triggerminuten im Treffen mit dem rauchenden Freund berichtet, kann ich zu gut nachvollziehen. Tausend Situationen, im Job werde ich rund um die Uhr vollgeraucht von allen Seiten - nichts juckt mich. Aber die eine Freundin, mit der ich seit Jahren munter beim Sekt schnacke und rauche stundenlang - die macht mich fertig und ich bekomme die Treffen mit ihr, die ich nicht missen möchte, immer noch nicht hin ohne das mein Hirn die ganze Zeit herumdiskutiert ob man nicht doch eine... natürlich nicht, aber diese Diskussion im Hinterkopf ist wirklich anstrengend wenn man sich unterhalten will.
Und auch die mageren Frühlingsmomente machen Suchtdruck. Draußen sein, am Fluß sitzen, sich zurücklehnen und - ja und... es sind wohl einfach immer noch viele viele bekannte und aufgeladene Situationen neu zu lernen und sich immer wieder einzuprägen in ihrer Andersartigkeit. Am Ende gefällt mir alles viel besser als vorher, aber es ist dennoch jedes Mal auch Arbeit dahin zu kommen.
Derweil versuche ich es mir schön zu machen. Zum Yoga jetzt auch noch passende Kerzen mit ätherischen Ölen für die Atemwege und weiterhin viel Ruhe und Zeit für mich soweit dies möglich ist.
Wie sieht es bei euch mit der Gewichtszunahme aus? Ich mache artig täglich Sport, dennoch sind es wohl trotzdem 3 Kilo mehr. Ich bin ohnehin schon recht schwer, daher beschäftigt mich das doch ziemlich.
Lieben Gruß Schwester S.
Verfasst am: 14.04.2021 12:06
bibra65
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
Hallo Schwester,

ich würde dir so aus dem Stegreif raten, erstmal den Blick auf das Gewicht sein zu lassen. Und selbst wenn du schwer bist, sind 3 Kilo doch auch nicht viel. Für mich war die ganze Zeit am allerallerallerwichtigsten nicht mehr zu Rauchen. Alles andere kann später kommen. Und irgendwann kommt es tatsächlich dann dran. Du kannst doch dann immer noch schauen, wie du dein Gewicht wieder veränderst.

Ich habe auch 3 Kilo zugenommen, nehme derzeit wieder etwas ab (was aber nicht unbedingt von Dauer ist) weil ich eine kurzzeitige "Ernährungsumstellung" mache, die ich jedes Jahr 2 x mal mache, und dabei halt immer abnehme (ist aber nicht unbedingt zum Abnehmen geeignet). Toll finde ich dabei, dass ich es zum Ersten mal ohne zu Rauchen mache, früher war immer dieses komische Gefühl, von wegen ich tue mir ja jetzt was Gutes, aber der Rauch...icon_frown.gif

Im Übrigen herzlichen Glückwunsch zu 66 Tagen Rauchfreiheit, ich hatte mein 50 jähriges vor Kurzem und habe an dem Tag kurzfristig im Auto gedacht, ich feiere das jetzt mit einer Zigarette icon_eek.gif Im nächsten Moment musst ich so ganz für mich über diesen bescheuerten Gedanken voll lachen....., wenn mich ein anderer Autofahrer gesehen hat Kaputtlachsmile.gif (obwohl heutzutage ist das vielleicht gar nicht mehr so komisch, gibt ja Headsets etc.).

Uns allen einen schönen rauchfreien Tag!

Grüße von Biba



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.04.2021 um 12:07.]
Verfasst am: 14.04.2021 15:01
bibra65
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
Uuuups, habe gerade nochmal gelesen, und meine natürlich mein 50-tägiges icon_lol.gif

50 Jahre rauchfrei wäre natürlich ne richtige Hausnummer, aber ob ich dann tatsächlich noch hier im Forum wäre ??

Riesengrinser.gifKaputtlachsmile.gif
Verfasst am: 15.04.2021 15:35
BerndMM
Dabei seit: 12.02.2021
Rauchfrei seit: 253 Tagen
Beiträge: 29
Zum Thema Gewichtszunahme: ich habe zwar keine Wage, aber gefühlt sind es zehn Kilo mehr icon_smile.gif. Aber vermutlich nicht mehr als fünf. Ich mache auch etwas Sport, zum einen als Hilfsmittel gegen die Sucht , zum anderen um nicht zu viel zuzunehmen. Aber mir hilft das Essen schon noch ein wenig vor dummen Rauchgedanken. Blöderweise habe ich pünktlich zum Rauchstopp Knieprobleme durch das Joggen bekommen, trotz neuer Laufschuhe. Deshalb pausiert das gerade wieder. Zum Ausgleich mache ich Yoga, dehnen und etwas Muskelübungen, auch um das Knie wieder fit zu bekommen.
Trotz mehr Speck fühle ich mich körperlich um einiges besser. Ich merke jetzt schon deutlich, was für ein Gift man sich als Raucher täglich gibt und wie sich mein Körper freut, diese Last nicht mehr ertragen zu müssen. Das zusätzliche Gewicht wieder abzunehmen, darum kümmere ich mich sicher erst, wenn ich 3-4 Monate rauchfrei bin.
Verfasst am: 15.04.2021 16:00
bibra65
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
Jepp, genauso sehe ich es auch. Ist im Grunde Sch..... egal, wenn man ein paar Kilos mehr drauf hat, aber dafür nicht mehr raucht. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen lieber 10 Kilo Gewichtszunahme als Rauchen (ist natürlich nur meine Meinung, individuell kann es sicherlich andere Argumente geben)

Und ich denke auch, dass der Zeitraum von 3 - 4 Monaten dafür ganz gut ist. Und vor allem: Wenn wir es geschafft haben, mit dem Rauchen aufzuhören, wird die Gewichtsabnahme wohl eher ein Kinderspiel, oder?

Und wir bleiben rauchfrei! Grüße.... flowerorange.png
Verfasst am: 19.04.2021 16:33
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-andrea
Dabei seit: 16.08.2011
Rauchfrei seit: 3722 Tagen
Beiträge: 7310
Hallo Ihr Lieben und Tüchtigen, will mal kurz vorbei sehen bei euch und euch Mut machen für das Wegstück bis zur Keksdose (100 Tage).

Aja: Mit deinen 79 Tagen hast du die 66er Schnapszahl längst hinter dir gelassen. Du hast so schön vor kurzem mit der Vogelwelt gejammert (jammern ist völlig in Ordnung), wie geht es dir Heute? Immer noch Grund zum Klagen? Wenn Nein, wie hast du diese Phase überwunden?

Ilona: Du bist ja längst über die Keksdose hinaus geschossen. Wie haben die Kekse geschmeckt? Was machen Heute Suchtdruck und Schlafprobleme?

Blümle, dich hatte schlechte Laune vor kurzem auch am Wickel mit stinkiger Stimmung. Wie kannst du dir da helfen? Wie kommst du da durch? Mein Lieblingssatz aus dem BZgA-Programm ist immer noch: Manchmal wollen unangenehme Gefühle einfach nur ausgehalten werden und unsere Aufgabe ist es, sie vorbei ziehen zu lassen wie Wolken.

Annie Mohn, deine 66 Schnapszahltage sind mit deinen 67 Tagen Heute noch taufrisch. Wie hast du dich belohnt?

Bibra, du feierst nächsten Montag deine 66. Wie willst du das feiern? Du hast so schön geschrieben zum Thema Gefühle unterdrücken. Viele von uns "dürfen" erst mal lernen, mit all ihren Gefühlen umzugehen ohne Suchtmittel Nikotin. Was hilft dir da?

Felix, du hast bereits 85 Tage geschafft, reife Leistung. Mit deinem Partner Aki hat du einen tollen Gesprächspartner, nicht wahr?

Bernd MM, schön, dass du auch noch dabei bist mit 73 und immer wieder mal vorbei schaust.

HP6340, mit 75 Tagen ganz nah an Bernd, wie schaut denn dein schon bisher gesammeltes Rüstzeug und Warnsystem aus? Das wäre so wertvoll, wenn ihr euch weiterhin austauscht zu diesem Thema!

Schwester S, 71 Tage, Dir wünsche ich Vertrauen in deine Zukunft, was die Gewichtszuname betrifft. Erst rauchfrei, dann bauchfrei heißt es bekanntlich hier im Forum. Und drei Kilo gehen noch, finde ich persönlich, genau wie Bibra. Mal im Thema dazu gespitzt, was die anderen so machen?

So, jetzt wünsche ich euch eine gute Weiterreise und auch in unserem Zug hier heißt die Devise: Heute bleiben wir rauchfrei.

Herzliche Grüße an Euch alle.
Andrea
Verfasst am: 19.04.2021 19:37
bibra65
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
Hallo Andrea und die Anderen,

ich bin noch dabei, auch wenn heute etwas gnatschig. Ob es mit dem Nichtrauchen zusammenhängt, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass ich schon auch immer mal wieder an's Rauchen denke und kurzfristig "Appetit" verspüre und mich schon frage, wie lange das wohl noch anhält icon_frown.gif Und gibt aber auch wieder Tage, wo alles ganz easy läuft..

Und zu den "unterdrückten" Gefühlen, die ich jetzt nicht mehr "wegrauche": Also den "leiseren" Gefühle, wie Leere, Langeweile, Frust, Traurigkeit etc. kann ich eigentlich am Besten mit Ablenkung begegnen, die "lauteren" Gefühle, wie Wut, Aggressionen, extremes Genervtsein etc. muss ich einfach aushalten in dem Moment, ist manchmal schwierig, aber sie verpuffen in der Regel relativ schnell. Und das sage ich mir dann auch immer in dem Moment: Es geht wieder vorbei und tiiiief einatmen, beruhigen, runterkommen...

Wie läuft es bei Euch anderen so?

Wir bleiben rauchfrei! Schönen Abend noch von Biba.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.2021 um 19:51.]
Verfasst am: 20.04.2021 15:48
Blümle
Dabei seit: 29.01.2021
Rauchfrei seit: 249 Tagen
Beiträge: 48
70 (naja, 69icon_redface.gif) Tage ......

Weg ist es noch immer nicht, - aber es tut gut, dass es wirklich weniger wird.
Die eine nach dem Mittagessen fehlt leider noch oft. Und oft muss ich mir dann zusätzlich zum Kaffee noch was reinstopfen. -Das stopft leider. Hab aber auch keine Waage, ich merke meine Gewichtsveränderungen nur am Befinden und am Passen der Klamotten. Die Hosen saßen schon lockerer.....

Mir hilft nach wie vor das Laufen, - auch wenn der verhaltene Frühling dem inneren Schweinehund durch die -Saukälte reichlich Futter gab, in den letzten Tagen. Meistens schaffe ich es aber, mit 8,5km jeden 2. Tag rauszugehen. Die ganze Strecke zu joggen schaffe ich jedoch nicht, - aber die Abschnitte, in denen das gelingt, werden länger.

Auch wenn das Rauchen häufiger plagend anklopft, so gelingt es nach dem einen Ausrutscher doch viel besser, standzuhalten, als beim Alkohol. Da schlingert es ein wenig, - aber nur so, dass alles im grünen Bereich ist. Sowohl in puncto Häufigkeit und Menge. -Aber nicht zu vergessen sind, - finde ich zumindest-, dass Corona und der noch ausbleibende Frühling einfach auch Kraft kosten. Geraucht hab ich seit dem Ausrutscher nimmer, aberchampagne.pngkonnte ich leider nicht immer abwehren.... banghead.gificon_cry.gif

Und da ich kein Übermensch bin,....... naja,icon_cry.gif (ich hönge schon noch in einem depressiven Tal....
...... aber alles in allem klappt es jedenfalls sehr gut, - und das schieb ich ein Stück weit auch auf euch hier! Mir gefällt die Gesellschaft/Unterstützung hier ausgesprochen gut! Ich finde es sehr ehrlich hier, nicht zu platt lobhudelnd (sowas mag ich gar nicht!) sondern sehr interessant und ernsthaft.
Danke sehr an die Aktiven-Schreibenden und auch die still Mitlesenden und an die Lotsin. (Schreibst sehr angenehm!).
Ja, Andrea, „es zieht“ - an Gedanken und Nerven..... icon_rolleyes.gificon_wink.gif
Grüßle vom Blümle
flowers.png

Bis zum hoffentlich erlösenden 3-Monats-Dopamin-Meilenstein halten wir durch, oder?!!!!!



Verfasst am: 20.04.2021 18:42
Annie_Mohn
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 247 Tagen
Beiträge: 44
Liebe Mitstreiter:innen,
den wenigstens in Ansätzen langsam zu erkennenden Frühling gehe ich ebenfalls wie manch anderer / manch andere hier joggend an, denn auch bei mir fangen manche Hosen an, ein wenig zu spannen ... icon_eek.gif
Leider sagen dann erfahrungsgemäß nach einer Weile meine Knie "Hallo" (echt Mist, joggen war einige Jahre mein Lieblingssport), aber bis dahin werde ich laufen, laufen, laufen und bin - by the way - recht überrascht über meinen momentanen Leistungsstand! icon_biggrin.gif Meine Lungen sind scheinbar ganz relaxt!

Ihr merkt: Mir geht es eigentlich ganz gut, wenn ich auch gerade seltsamerweise schon seit einigen Wochen so ganz bewusst meiner Jugend hinterher trauere:
In Bars versacken bis zum Morgengrauen, in Bars arbeiten bis zum Morgengrauen, in großen und intimen Runden diskutieren, flirten, in der Uni abhängen, lernen, reisen, umziehen, Pläne schmieden und wieder verwerfen, ständig neue Menschen kennenlernen ...
aber das bin eben auch nicht mehr ich und das will ich eigentlich auch alles gar nicht mehr - jedenfalls nicht so in der Menge und dem Tempo wie früher. icon_biggrin.gif
Von daher sagen wir mal nicht "trauern", sondern ich "fühle" gerade ein bisschen meiner Jugend hinterher.

Und wie komme ich darauf?
Ich glaube echt, es ist das Rauchen, das ich eben immer mit dem Lebensgefühl meiner Jugend verknüpft habe. Daher kommt das jetzt alles gerade wieder hoch und macht mich so ein bisschen "melanklüterisch".
Aber die Zeit ist vorbei. Schön, dass sie gewesen.
- ohne Zigaretten wäre das alles allerdings auch gegangen.

Von daher lassen wir das natürlich weiterhin, dieses Gerauche.
Annie
Verfasst am: 21.04.2021 08:08
SchwesterS
Dabei seit: 03.02.2021
Rauchfrei seit: 251 Tagen
Beiträge: 24
Für mich sind es heute Morgen eher die kleinen Glücksmomente, die mir auffallen. Zugfahrt am WE und kein hektisches Grübeln wo man vorher/nachher/zwischendrin noch eine rauchen könnte. Ich bin deutlich weniger müde als früher. Das ganze morgendliche Husten ist weg. Und langsam stellt sich auch wieder etwas Energie ein, die habe ich vermißt. Morgens nicht aus dem Bett kommen ist für mich sehr ungewöhnlich, ich liebe den Tagesstart. In den letzten Wochen blieb viel liegen, eine seltsame Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit. Ging es euch auch so?
Immer noch und immer weiter sind Situationen neu zu lernen oder zu besetzen. Ich arbeite so Stück für Stück all die Freunde ab, die noch rauchen und mit denen ich jahre- teilweise jahrzehntelang ganze Abende im Gespräch verqualmt habe. Bei manchen diskutiert es in mir den ganzen Abend und den vierten davon immer noch. Aber jeder überstandene Abend sagt mir deutlicher, daß es geht und ich es schaffen kann. Und eigentlich ärgern mich diese Diskussionen nur und sehr. Ich will nicht rauchen. Ich finde es wunderbar so wie es nun ist. Ich bin heilfroh diesen Schritt nun endlich gegangen zu sein.
Verfasst am: 21.04.2021 17:11
hp6340
Dabei seit: 12.11.2018
Rauchfrei seit: 255 Tagen
Beiträge: 42
Hallo Zusammen,
Hallo Andrea,

danke der Nachfrage. Ist wirklich sehr aufmerksam von Dir hier ab und an nochmal vorbei zu schauen. Ich "fühle" da momentan genauso wie Annie. Ist schon komisch, was einem alles wieder in den Sinn kommt, wenn man mit einer umtriebigen Sucht aufhört. Das ist jedenfalls bei mir momentan auch das, was an Gedanken und Gefühlen hin und wieder hoch kommt. Hängt aber sicher auch ein wenig mit Corinna icon_wink.gif zusammen. Aber genau dann kommen einem die schönen Erinnerungen und deren Verknüpfung zur Zigarette in den Sinn. Freiheit oder sich frei fühlen, jung sein, alles tun und lassen wozu man gerade Lust hat, Fehler machen, Entscheidungen treffen und wieder revidieren, berauscht davon verbotenes aus zu probieren. Und da passt die Zigarette mit der jahrelangen Gehirnwäsche einfach ins Bild. Bei mir ist es auch sehr stark mit dem vermeintlichen Revoluzzertum in mir verbunden icon_smile.gif, etwas gerade deswegen zu machen, was heute einfach nicht mehr sozial angesehen und konform ist. Schwer zu sagen, aber diese Art von Gedanken schleichen sich ab und an ein, mehr so als ein dumpfes nicht greifbares Gefühl ("melanklüterisch" trifft es sehr gut icon_smile.gif), was dann durch die neu gewonnene Energie plötzlich wieder verschwindet oder weg gearbeitet/abgelenkt wird.

Die Antriebs- und Lustlosigkeit hatte ich sehr stark in den ersten 2-4 Wochen. Sie wurden dann auch durch die neue Energie und deren Schübe niedergewalzt icon_smile.gif und glaube ich verdrängt. Ich habe meine sportlichen Aktivitäten auch stark gesteigert (Laufen, Tennis spielen, Wandern, im Garten Dinge machen, die ich noch nie gemocht habe, Fahrrad fahren, usw.), mich einfach um Dinge die gemacht werden müssen, sofort zu kümmern, und nicht erstmal Tage- oder Wochenlang weg zu rauchen und vor mir herzuschieben. Was natürlich auch sehr positiv ist. Ich bin dadurch wieder spontaner und entscheidungsfreudiger geworden. Bewegung ist da für mich auch ein zentraler Schlüssel zur aktiven Ablenkung geworden, der dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Zum einen tut Bewegung gerade in meinem fortgeschrittenen Alter icon_biggrin.gif sehr gut und ist wichtig und zum Anderen löse ich aktiv die vorhandenen Verknüpfungen auf und radiere sie mit anderen Aktivitäten aus oder löse sie ab. So jedenfalls mein Gedanke. Mir hilft das derzeit sehr. Für mich ist auch der Ersatz mit positiven Handlung zu dem schlechten Rauchen gut nachvollziehbar und sehr wichtig, da ich dadurch insgesamt positiver gestimmt bin und mich besser durch den Tag bewege.

Das Rüstzeug für mein Warnsytem wird dadurch permanent gestärkt und facettenreich geschärft. Sich immer bewusst zu machen, dass man in einer beschwingten Situation dann nicht mehr dieser Leichtsinnigkeit erliegt, sondern überzeugt einfach NEIN sagen wird, das ist mein Ziel. Und ich glaube, dass ich diesem diesmal um einiges näher kommen werde, da ich bewusster aufgehört habe und mich mehr mit dem Thema auseinander gesetzt habe. Es wird und muss so einfach klappen.

In diesem Sinne, Euch noch einen schönen Feierabend und heute rauchen wir einfach nicht, warum auch icon_wink.gif
hp

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 22.04.2021 um 11:18.]
Verfasst am: 22.04.2021 11:58
Annie_Mohn
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 247 Tagen
Beiträge: 44
Lieber hp, liebe alle,

ich muss jetzt nur schnell hp einen lieben Dank für seine vielen, durchdachten Beiträge hier lassen (da er meines Wissens immer noch kein Wohnzimmer besitzt).

Ja, anscheinend gehen wir da gerade durch das gleiche Denkmuster durch, das du sehr schön "aufgedröselt" hast.
Auch der Weg der Antriebslosigkeit war bei mir ähnlich, erst in den letzten Tagen konnte ich mich wieder zu Höherem aufraffen und baue da auch gerade etwas Grundlegendes um, so negative Verhaltensweisen (wie Rauchen) mit positiven zu ersetzen - meine sportliche Betätigung ist zwar immer noch eher ambitionslos (daher fand ich joggen auch immer so angenehm, keine Challenge, höchstens mit mir selbst), aber hey, es bewegt sich!

Tatsächlich fühle ich mich in den letzten Wochen ein bisschen "erwachsener", so von der Selbstfürsorge her gesehen. Vielleicht daher auch dieser Vergleich mit der Jugend, in der ich sozusagen gebrannt und mich verbraucht habe - einfach weil so viel da war und nichts kaputt ging dabei. Selbstfürsorge? Was soll das sein? Das habe ich immer so ein bisschen als Weicheierei abgetan, was natürlich wirklich blöde ist, aber vielleicht versteht ihr, was ich meine.

Auch bei mir läuft dieser Ausstieg ungemein bewusst ab und dafür möchte ich allen hier, die diesen Zug bewegen, danken, denn es bewegt wirklich etwas (jedenfalls in mir).

Zu SchwesterS möchte ich noch sagen, Respekt, dass du diese Raucher-Situationen so tapfer durchhältst! Das waren in meinen früheren Ausstiegen wirklich die schwierigsten Momente. Ich weiß ganz genau, wie diese Abende sind und das ist auf Dauer sehr zermürbend, wenn es auch irgendwann besser wird und vielleicht auch mal ganz aufhört. Aber bis dahin ist wirklich Selbstbeherrschung dort gefragt, wo man sich doch eigentlich fallen lassen will.

Ich selbst muss da gar nicht mehr durch, weil in meinem kompletten Freundeskreis und in (fast) der ganzen Familie wirklich NIEMAND mehr raucht (auch meine Töchter nicht) - wenigstens mein Mann raucht ja ab und zu, sodass ich dann mal in Übung komme, was "gefährliche Situationen" angeht, wobei er wiederum meist raucht, wenn ich schon schlafe. icon_smile.gif
Also, das vereinfacht die Sache wirklich ungemein, finde ich, daher an alle, die da mit ihrem (beruflichen und privaten) Umfeld zu kämpfen haben, meine uneingeschränkte Hochachtung.

Wir halten weiter durch!
Alles Liebe
Annie



Verfasst am: 26.04.2021 22:22
bibra65
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
Halli hallo und guten Abend,

ist hier noch Jemand? Wie geht es euch? Ich lese hier heute mal wieder öfters rum, und der Gedanke an eine Zigarette kommt auch schon immer mal wieder...icon_mad.gif

Und Annie, ja die Jugend.. und melanklüterisch werden... Kenne ich auch... wobei ich das Rauchen nicht explizit mit meiner Jugend in Verbindung bringe, habe ich doch die 30, 40 und 50 (mit Unterbrechung) auch geraucht.
Da sind es doch eher die Bücher, die mich an meine jungen Jahre erinnern.

Na ja, hin oder her, ich versuche jedenfalls derzeit, meine Emotionen allgemein, was das Nichtmehrrauchen anbelangt etwas im Zaum zu halten, indem ich versuche, das Nichtrauchen einfach als eine Notwendigkeit zu betrachten. Wie ein schlechter Zahn, der gezogen werden muss. Da gibt es halt keine Diskussionen, da habe ich aber auch einen Verlust und super unangenehm ist es auch. Muss aber sein und fertig!
Und nach dem Zahnarzt fühle ich mich dann erleichtert, mir geht es besser, ich fühle mich gesünder, aber soooooo dermaßen hat sich mein Leben dann auch nicht verändert. (ich drehe auch an der Schraube, die sich "Erwartungshaltung" nennt) Mal schauen, vielleicht hilft es mir.

Ich glaube ich muss ins Bett icon_lol.gif

Gute Nacht von Biba


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.04.2021 um 22:26.]
Verfasst am: 30.04.2021 07:15
SchwesterS
Dabei seit: 03.02.2021
Rauchfrei seit: 251 Tagen
Beiträge: 24
Ihr Lieben,
ein dunkler, verregneter Morgen, perfekt für Airwick-Kerze und Yoga. icon_wink.gif
Nächste Woche habe ich die drei Monate voll, ich freue mich sehr auf den Dopamin-Moment.
Derweil geht es alles in allem gut. Ich bin allerdings etwas sehr emotional oft, ziemlich nah am Wasser gebaut. Geht es noch jemandem so? Es irritiert mich schon etwas.
Und es wird doch immer wieder im Hinterkopf herumdiskutiert. Was für alberne Situationen. Sonne, ich komme vom Job, Aussicht auf freie Tage - an der Spree vorbei geradelt, wo es eine schöne Treppe runter zum Wasser gibt, auf der ich oft saß und mich freute und vor mich hin rauchte... Ach, da jetzt hocken, dachte ich, dann: nee, wenn ich nicht rauchen kann - was soll das dann?! - und bin weiter geradelt. Innerlich den Kopf über mich schüttelnd. Es geht weiter und weiter - alles muß neu gelernt werden. Sei es Spree-hocken oder Sommer-genießen im Park - all diese Situationen, die voller Qualm waren.
Und es gibt bei mir aber auch am Tagesende so viel Dankbarkeit über die neue Situation. Wieviel Streß wegfällt war mir vorher nicht bewußt. Es ist ja ein Irrsinn, den man sich da antut.
Insofern: weiter so! Und habt einen schönen Tag!
Verfasst am: 30.04.2021 23:07
bibra65
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 239 Tagen
Beiträge: 171
Hallo Schwester,
so wie du das schreibst... Du hast echt voll den Nagel auf den Kopf getroffen: Was für ein IRRSINN ist das Rauchen eigentlich?
Jeden Tag, so oft am Tag... Immer und ständig wird/wurde tagtäglich das Rauchen mit eingeplant. Fast schon so als würde das Rauchen im Mittelpunkt sein und der Tag mit seinen "Aktivitäten" drumherum geplant. Ganz schön verrückt das Ganze. Klar, Essen z.B. muss man auch täglich und öfters, aber nicht 20, 30 oder 40 mal am Tag. Mir fällt eigentlich nichts Vergleichbares zum Rauchen ein.
Und deshalb bleiben wir rauchfrei icon_smile.gif

Allen einen schönen Abend noch! LG Biba

Verfasst am: 02.05.2021 14:33
BerndMM
Dabei seit: 12.02.2021
Rauchfrei seit: 253 Tagen
Beiträge: 29
Hallo zusammen,

bei mir sind es nächste Woche am 5. auch drei Monate. Das ist für mich auch so eine magische Zahl gewesen und ich freue mich auf den Tag. Wobei ich sagen muss, dass es jetzt zunehmend egal ist. Ich genieße das Nichtrauchen ehrlicherweise mittlerweile schon sehr. Die zusammengerechnet fünf Minuten am Tag, an denen ich denke, ,,eine Zigarette könnte ja vielleicht ganz schon sein" sind so schwach, dass ich mir schnell wieder klar machen kann, was ich alles gewonnen habe.
Ich kenne das allerdings auch gut, dass ich in den letzten drei Monaten alte Routinen aufgegeben habe, weil sie mir ohne Zigarette keinen Spaß machen. Ich habe mir in der Homeoffice Zeit bspw. immer morgens irgendwo einen Kaffee geholt und mich auf eine Bank gesetzt zum rauchen, um dann noch etwas spazieren zu gehen. Jetzt bleibe ich halt morgens länger im Bett, mache mir dann einen Kaffee zuhause und setzte mich erst mal gemütlich an den Schreibtisch. Ich habe ja keinen Suchtdruck mehr. Manche alte Routinen sind durch neue ersetzt.

Zum Thema Dopamin. Ich wäre da gar nicht drauf gekommen, wenn ihr es nicht angesprochen hättet. Ich war in der letzten Woche schon auf eine seltsame Weise fröhlich und albern, wie ich das eigentlich nicht von mir kenne. Oder nicht mehr kenne. Ob das auf einen sich normalisierenden Dopaminhaushalt zurückzuführen ist, weiß ich natürlich nicht. Corona-bedingt genervt bin ich nämlich schon noch.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag ohne Qualm icon_smile.gif
Verfasst am: 05.05.2021 10:09
Annie_Mohn
Dabei seit: 13.02.2021
Rauchfrei seit: 247 Tagen
Beiträge: 44
Lieber Bernd, dann ist es ja heute soweit! Herzlichen Glückwunsch zu deinen DREI MONATEN Rauchfreiheit! Mega. Du hast dich echt durchgebissen und Durchhaltevermögen bewiesen. Und die Stimmung steigt also auch schon!

Hm, um die drei Monate herum könnte es doch für alle aktiven Mitfahrer:innen hier vielleicht ein guter Moment sein, mal ein kleines Victory-Zeichen zu hinterlassen, nein? icon_cool.gif
Ich würde mich freuen, euch wieder zu lesen, der Zug kommt mir mittlerweile arg verwaist vor.
Ich denke, ich werde hier immer mal wieder und weiterhin herumgeistern, denn meine gefährliche Zeit ist um das halbe Jahr herum. Ich fühle mich noch nicht "save".

Aber wie gesagt: Drei Monate sind schon ne Aussage. An alle beste Grüße, die diesen Erfolg im Laufe der nächsten Tage / Wochen nach Hause bringen. BÄÄÄÄMMMM!
Annie