Tagebuch einer Nichtmehrraucher-Reise


Verfasst am: 07.03.2021 14:01
SmoSa
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Tag 57 meiner Nichtmehrraucher-Reise (13.08.2020)

Habe heute Abend ein Glas Wein getrunken. Nicht nur der erste Alkohol seit Rauchstopp, sondern der erste Alkohol seit mehreren Monaten. Ist mir deshalb sofort zu Kopf gestiegen. Und sofort starker Schmacht. Mehrere Strohhalm-Zigaretten "geraucht". Vor lauter Frust noch ein zweites Glas Wein getrunken. Rauchgefahr war ja gleich Null, da keine Zugriffsmöglichkeit auf Zigaretten. Alkohol noch mehr zu Kopf gestiegen. Noch mehr Schmacht. Noch mehr Frust. Plötzlich Heul-Attacke. Eine halbe Stunde lang geheult wie ein Schlosshund. Wegen Zigaretten-Schmacht? Wohl kaum. Aber warum dann?

Hier im Forum ist immer wieder die Rede von der "Leere", die manche empfinden, weil sie nicht mehr rauchen. Diese Leere sollte man doch eigentlich problemlos mit anderen Dingen füllen können, oder? Wenn das aber nicht gelingen will, dann ist der Zigaretten-Entzug möglicherweise nicht das einzige bzw. nicht das größte Problem.
An alle, die auch ein Problem mit dieser Leere habe: Geht in euch! Fragt euch, was euch wirklich fehlt!

Erkenntnisse:
Vorerst unbedingt noch auf Alkohol verzichten, wenn Zugriffsmöglichkeit auf Zigaretten besteht.
Nicht jeder Schmacht hat unbedingt etwas mit Zigaretten zu tun.

Ich geh dann mal den Sinn des Lebens - meines Lebens - suchen...
Verfasst am: 07.03.2021 14:04
SmoSa
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Tag 58 meiner Nichtmehrraucher-Reise (14.08.2020)

Habe heute Abend wieder ein Glas Wein getrunken. Weil ich wissen wollte, ob es heute wieder genauso besch...eiden abläuft wie gestern. Nö, war nicht so. Ich hätte zwar schon gerne eine geraucht, aber das waren nur kurze Gedanken. Kein richtiger Schmacht. Und kein Frust. Habe die Flasche dann noch leer gemacht. Nix. Alles gut.

Warum lief das heute so ganz anders als gestern? Der Alkohol war gestern wohl nicht der Auslöser für Schmacht und Frust, sondern nur der Verstärker. Vermutlich hatte ich schon vor dem Wein Frust, ohne dass es mir bewusst war. Und der Alkohol hat das dann an die Oberfläche geholt. Schwer zu erklären - ich hoffe, ihr versteht, wie ich es meine.

Hatte heute nur eine nennenswerte Schmacht-Attacke und zwar vormittags, als ich vom Einkaufen zurück kam. Es war unglaublich viel los (ich hatte leider vergessen, dass morgen Feiertag ist, sonst hätte ich gestern schon eingekauft) und das stresst mich - ganz allgemein und wegen "Corinna" noch viel mehr. Stress bedeutet leider immer noch Schmacht. Viele Alltagssituationen gehen mittlerweile gut ohne Zigarette, z.B. Kaffee und nach dem Essen. Auch die Belohnungs-Zigarette kann ich meistens ganz gut ersetzen. Am häufigsten fehlt mir die Motivations-Zigarette ("jetzt rauche ich noch eine und dann..." ), aber das ist eher so ein "Seufzer", kein richtiger Schmacht. Aber Stress triggert mich noch enorm, genauso wie das gemütliche Sitzen auf der Terrasse. Aber auch das bekomme ich noch in den Griff ... irgendwie ... irgendwann.

Ich mache weiter. Heute rauche ich nicht. Warum sollte ich auch?
Verfasst am: 11.03.2021 15:55
SmoSa
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Tag 59 meiner Nichtmehrraucher-Reise (15.08.2020)

Ich erhalte immer wieder positive Rückmeldungen zu meinen Tagebuch-Einträgen. Es freut mich natürlich, wenn ich andere mit meinen Beiträgen inspirieren, motivieren oder zum Nachdenken anregen kann. So wie mich so viele andere mit ihren Beiträgen inspirieren, motivieren und zum Nachdenken anregen.
Ich befinde mich ja noch ziemlich am Anfang meiner Nichtmehrraucher-Reise und schreibe deshalb in erster Linie für mich selbst - weil es mich vom Rauchen ablenkt (schon irgendwie kurios: ich schreibe übers Rauchen, um nicht ans Rauchen denken zu müssen icon_lol.gif) und weil es mir hilft, meine Gedanken zu sortieren und einzuordnen. Unser Gehirn kann ja alles, was wir niederschreiben, viel besser verarbeiten als das, was wir nur denken. Wie oft habe ich damals in der Schule auf den letzten Drücker für eine Klausur gelernt ... frustriert festgestellt, dass es zu viel Stoff ist ... mir Spickzettel geschrieben ... und mich dann bei der Klausur nicht getraut, sie rauszuholen. Was aber auch egal war, weil ich die Klausur auch ohne Spickzettel hinbekommen habe. Weil sich das auf den Spickzetteln Notierte so gut in mein Gehirn eingebrannt hatte, dass ich es bei der Klausur abrufen konnte. Und so schreibe ich hier alles nieder, was mir in Sachen Rauchen bzw. Nichtmehrrauchen durch den Kopf geht … damit sich meine Erkenntnisse in mein Gehirn einbrennen und ich damit nach und nach dieses verdammt hartnäckige Suchtgedächtnis überschreiben kann.
Außerdem kann ich bei akuter Rückfall-Gefahr nochmal nachlesen, wie schlimm die ersten Wochen waren. Das will ich nicht nochmal durchmachen müssen und diese Erkenntnis wird mich hoffentlich daran hindern, nochmal zum Glimmstängel zu greifen.
Verfasst am: 11.03.2021 22:56
SmoSa
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Tag 60 meiner Nichtmehrraucher-Reise (16.08.2020)

Zeit, mal wieder DANKE zu sagen!

Ich bin dankbar, dass es mir seit ein paar Tagen wieder besser geht. Mir hat zwar die Hitze zu schaffen gemacht, aber diese extrem zermürbende Tagesmüdigkeit ist so gut wie weg. (Beim Antrieb ist noch viel Luft nach oben, aber auch da hoffe ich auf Besserung, wenn es - wohl schon ab morgen - nicht mehr so heiß ist.)

Außerdem bin ich meinem Quälobert dankbar, dass er sich und seine Launen relativ gut im Griff hat. Er quengelt und nörgelt zwar immer noch ziemlich oft, aber meistens so leise, dass ich gut damit leben kann. Richtige Ausraster, Wutausbrüche und heimtückische Attacken sind selten geworden.

Und last but not least möchte ich mich bei den Mitgliedern dieses Forums (Wie sagt man da? Foris? Foristi? Forumaner? icon_lol.gif) bedanken, die mich seit fast 2 Monaten nicht nur tatkräftig unterstützen und motivieren, sondern mir auch sehr viel Wertschätzung entgegenbringen. Danke auch den Rauchfrei-Lotsen und -Lotsinnen, die hier echt einen tollen Job machen. Und natürlich ein besonders herzliches Dankeschön den Mädels und Jungs im Junizug - ich finde, wir sind eine tolle Truppe!

Wir machen weiter. Heute rauchen wir nicht. Warum sollten wir auch?
Verfasst am: 12.03.2021 09:36
SmoSa
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Tag 61 meiner Nichtmehrraucher-Reise (17.08.2020)

Am Anfang meiner Nichtmehrraucher-Reise war ja meine Konzentrationsfähigkeit absolut im Keller und ich litt oft unter Antriebslosigkeit. Beides ist auch nach 2 Monaten noch ein großes Thema, wenn auch in abgeschwächter Form. Die Frage ist natürlich, ob das (immer noch) mit dem Rauchstopp zu tun hat … oder ob ich auch rauchend antriebslos wäre momentan. Ich habe mich für letzteres entschieden. Weil ich Quälobert versprochen habe, ihm nicht für alles die Schuld in die Schuhe zu schieben. Und weil es besser ist für die positive Einstellung zum Rauchstopp. Mir würde es rauchend nicht besser gehen. Punkt.
Verfasst am: 13.03.2021 08:52
SmoSa
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Tag 62 meiner Nichtmehrraucher-Reise (18.08.2020)

Im Großen und Ganzen komme ich ja gut zurecht mit dem Nichtmehrrauchen, aber ein paar Baustellen machen mir leider immer noch zu schaffen.

Motivation:
Dieses "Jetzt rauche ich noch eine und dann..." ist bei mir besonders tief verankert. Es ist kein richtiger Schmacht, sondern eher so ein wehmütiger Seufzer. Gut auszuhalten, aber halt nervig, weil es sich so hartnäckig hält und so oft kommt.

Motivation i.V.m. Belohnung:
Als Raucherin habe ich mich bei ungeliebten, langwierigen und anstrengenden Arbeiten zwischendurch motiviert, indem ich mich auf die anschließende Zigarette freute. "Jetzt mache ich noch das-und-das und dann habe ich mir eine Zigarette verdient". Mich ersatzweise z.B. auf einen Besuch im Forum zu freuen, funktioniert zwar immer besser und immer häufiger, aber da ist noch viel Luft nach oben. Aber auch hier ist es eher ein wehmütiger Gedanke als echter Schmacht.

Terrasse:
Gemütlich auf der Terrasse zu sitzen, fällt mir immer noch schwer. Die Verknüpfung mit der Zigarette ist da sehr hartnäckig. Kaugummi kauen, Bonbons lutschen oder Rohkost knabbern hilft nicht wirklich. Am besten hilft noch, auf einem Holzstäbchen rumzukauen.

Stress:
Stress triggert mich noch sehr. Hier habe ich - wie auch auf der Terrasse - noch so richtig Schmacht. Aber auch das geht relativ schnell wieder vorbei. Meistens hilft schon eine Atemübung. Manchmal "rauche" ich auch eine Strohhalm-Zigarette.

Es gibt noch viel zu tun - packen wir's an! icon_wink.gif
Verfasst am: 13.03.2021 09:51
SmoSa
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Tag 63 meiner Nichtmehrraucher-Reise (19.08.2020)

Seit Rauchstopp 4 kg zugenommen. icon_eek.gif icon_eek.gif icon_eek.gif Und das, obwohl ich die Tipps zur Vermeidung einer Gewichtszunahme ... äh ... zur Kenntnis genommen habe. icon_wink.gif icon_lol.gif Befolgt habe ich sie leider nicht. icon_redface.gif Bin definitiv Opfer einer Suchtverlagerung geworden. Mehr gegessen als vorher und vor allem viel mehr genascht. Gut, dass ich vor dem Rauchstopp 7 kg abgenommen hatte. Trotzdem ist jetzt unbedingt Gegensteuern angesagt! Habe ich bei 3 kg auch schon gesagt. icon_redface.gif Jetzt aber wirklich!!!

Auch dieses Forum hat Suchtverlagerungs-Potential. Die anderen Junizügler verbringen immer weniger Zeit im Forum, weil sie wohl immer weniger Bedarf an Unterstützung haben. Auch ich benötige nicht mehr so viel Unterstützung, verbringe aber immer noch sehr viel Zeit hier. Zu viel Zeit, weil Arbeit liegen bleibt. Auch hier ist also Gegensteuern angesagt. icon_rolleyes.gif
Verfasst am: 15.03.2021 11:25
SmoSa
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Tag 64 meiner Nichtmehrraucher-Reise (20.08.2020)

Meine Stimmung ist heute ein bisschen gedrückt, weil ein lieber Verstorbener heute Geburtstag gehabt hätte. Solche Tage schlagen mir immer ein bisschen aufs Gemüt. Deshalb bin ich meinem Quälobert dankbar, dass er die Situation nicht ausgenutzt hat und sich den ganzen Tag einigermaßen ruhig verhalten hat. Er meinte zwar immer wieder mal, dass eine Zigarette heute doch echt gut tun würde, aber er hat so leise geflüstert, dass man es nicht als nennenswerten Schmacht bezeichnen kann.

Mein rauchender Nachbar sitzt beim Blick aus meinem Küchenfenster quasi auf dem Präsentierteller. Er raucht ziemlich viel. Oft auch zwei hintereinander. Ich habe ihm - zwei oder 3 Wochen nach dem Rauchstopp - erzählt, dass ich aufgehört habe, aber er hat mich bis heute kein einziges Mal gefragt, ob ich durchgehalten habe oder wie es mir damit geht. Logisch ... Raucher möchten nicht übers Aufhören reden.
Ehrlich gesagt empfinde ich schon noch so ein kleines bisschen Neid, wenn ich ihn rauchen sehe. Aber irgendwie tut er mir auch leid, weil er rauchen MUSS. Von rauchen WOLLEN kann bei ihm kaum die Rede sein, weil ich weiß, dass ihm sein Arzt schon vor einigen Jahren dringend zum Aufhören geraten hat.
Seine 16-jährige Tochter raucht auch. Schon lange. Zuerst heimlich (u.a. auf der Wiese hinter meinem Grundstück - deshalb weiß ich es schon so lange), seit ein paar Monaten aber ganz offiziell auf der heimischen Terrasse. Wie gerne würde ich ihr zurufen, dass sie sich das doch bitte nicht antun soll... icon_rolleyes.gif
Verfasst am: 15.03.2021 13:40
SmoSa
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Tag 65 meiner Nichtmehrraucher-Reise (21.08.2020)

Nicht mein Tag heute. Müdigkeit. Antriebslosigkeit. Übellaunigkeit. Und ganz viel Schmacht. Oft und heftig.

Stellt sich die Frage: Hatte ich Schmacht, weil es mir nicht gut ging oder ging es mir nicht gut, weil ich Schmacht hatte?

Gestern ging es mir nicht gut und ich hatte trotzdem keinen (nennenswerten) Schmacht. Also ging es mir heute vermutlich nicht gut, weil ich Schmacht hatte. Kann aber auch nicht sein, weil ich übellaunig aufgewacht bin (eventuell schlecht geträumt?) und die erste Schmacht-Attacke erst später kam. Also doch Schmacht, weil es mir nicht gut ging? Aber warum hatte ich dann gestern keinen (nennenswerten) Schmacht? Egal. Heute ging es mir nicht gut und ich hatte Schmacht. Punkt. Abhaken. Morgen ist ein neuer Tag.
Verfasst am: 15.03.2021 14:46
SmoSa
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Tag 66 meiner Nichtmehrraucher-Reise (22.08.2020)

Heute keine Müdigkeit. Antrieb okay. Nicht wirklich grantig (für alle Norddeutschen: übellaunig), aber genervt wegen Schmacht. Positiv: Heute nur 1 Attacke. Negativ: Sie begann schon kurz nach dem Aufwachen und dauert immer noch an. icon_eek.gif Egal, was ich gemacht habe, ständig im Hinterkopf: Ich will rauchen, rauchen, rauchen! banghead.gif

Fühle mich wie "Ein Münchner im Himmel", der von morgens 8 Uhr bis mittags 12 Uhr frohlocken und von mittags 12 Uhr bis 8 Uhr abends Hosianna singen soll. (Wer's nicht kennt, kann's googeln.) Und so sitze ich auf meiner nicht vorhandenen Rauch-Wolke und frohlocke: "Halleluja! Halleluja! Halleluja! Luja! Luja, sog i! Zefix Halleluja! Luja! Sacklzementhalleluja! Luja, sog i! Mei Liaba, Luja!"
Verfasst am: 15.03.2021 19:44
SmoSa
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Tag 67 meiner Nichtmehrraucher-Reise (23.08.2020)

Wenig und schlecht geschlafen. Zunächst nahtloses Anknüpfen an den dauerschmachtigen Zustand von gestern. Wurde aber im Laufe des Vormittags immer besser. Ab Mittag kein nennenswerter Schmacht mehr. Aufatmen.

Dass ich mit über 60 Tagen noch heftige Schmacht-Attacken habe, beunruhigt mich nicht. Da werden wohl noch einige kommen. Erschreckt hat mich aber, dass es diesmal keine kurzen Attacken waren, sondern Dauer-Schmacht über sehr viele Stunden und völlig losgelöst von irgendwelchen Verknüpfungen, Situationen und Ritualen. Erschreckt hat mich auch meine Hilflosigkeit - ich konnte mich weder ablenken noch irgendwie gegensteuern. Gut, dass ich stur bin und richtig gut im Aussitzen.

Keine Ahnung, ob mich mein Quälobert in den letzten beiden Tagen mal wieder eindrucksvoll darauf hingewiesen hat, dass ich noch lange nicht über den Berg bin, oder ob ich "einfach so" ein Stimmungstief hatte und dieses Leere-Gefühl für Schmacht hielt. (Habe Quälobert ja versprochen, ihm nicht automatisch die Schuld für jede Übellaunigkeit in die Schuhe zu schieben.) Vielleicht war es aber auch dieses 3-Monats-Ding. Habe zwar erst knapp über 2 Monate, aber vielleicht bin ich ja ein bisschen "frühreif". icon_wink.gif icon_lol.gif

Aber egal, was es war und warum es war:
Ich mache weiter. Heute rauche ich nicht. Warum sollte ich auch?

♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫
Mit 66 Tagen, da fängt’s erst richtig an!
Mit 66 Tagen, da hat man Spaß daran.
Mit 66 Tagen, da kommt man erst in Schuss!
Mit 66 ist noch lange nicht Schluss!

♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫♪♬♫
Verfasst am: 15.03.2021 22:56
SmoSa
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Tag 68 meiner Nichtmehrraucher-Reise (24.08.2020)

Vor kurzem habe ich in einem anderen Wohnzimmer dies hier geschrieben:
Für mich ist die Nichtmehrraucher-Reise so eine richtige Achterbahn der Gefühle und das wird wohl noch eine ganze Zeit lang so bleiben. Aber ich empfinde es nicht mehr so schlimm wie am Anfang. Diese steilen Abfahrten ... von ganz oben nach ganz unten ... empfand ich als sehr schlimm und ich hatte manchmal das Gefühl, sie nicht rauchfrei überstehen zu können. Aber wie das bei einer richtigen Achterbahn ist, so ist es auch hier: Dieses ganz extreme Rauf und Runter gibt es nur am Anfang. Danach ist die Fahrt zwar immer noch rasant und auch die Fliehkräfte sind nicht zu unterschätzen, aber man hat nicht mehr so viel Angst bzw. Respekt und fängt immer mehr an, die Fahrt zu genießen.

Ich dachte also, das ganz extreme Rauf und Runter hätte ich hinter mir. Denke nie, gedacht zu haben… icon_rolleyes.gif

Aber auch den "Absturz" der letzten Tage habe ich rauchfrei überstanden. Da macht sich schon ein gewisser Stolz breit. Aber eben auch ein bisschen Angst. Weil ich es an solchen Tagen ausschließlich meiner Willenskraft zu verdanken habe, dass ich nicht zum Glimmstängel greife … und ich nicht weiß, wie viele solcher Belastungsproben mein Wille verkraften kann. WillensKRAFT … man muss also Kraft aufwenden … und das raubt Energie. Und es zermürbt auch, ständig Willenskraft aufbringen zu müssen. Willenskraft alleine macht einen nicht zum Nichtmehrraucher. Da muss mehr passieren. Das Suchtgedächtnis muss gelöscht bzw. überschrieben werden. Und das passiert nicht durch Willenskraft. Mein (bewusster) Wille sagt, dass ich nicht mehr rauchen möchte, aber in meinem Unterbewusstsein ist das noch nicht so richtig angekommen. Es "denkt" immer noch, dass das Rauchen zu mir gehört. Das muss ich ändern. Unbedingt. Je mehr ich an Verhaltensänderungen und neuen Ritualen arbeite, desto seltener "denkt" mein Unterbewusstsein ans Rauchen. Und je weniger es ans Rauchen denkt, desto seltener werden die Momente der Leere und desto häufiger die Momente des Wohlfühlens.

Es gibt viel zu tun … packen wir’s an!
Verfasst am: 17.03.2021 09:38
SmoSa
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Tag 69 meiner Nichtmehrraucher-Reise (25.08.2020)

Ich denke momentan viel über "Sucht" nach … warum ich ihr Opfer wurde … und warum es mir so schwer fällt, mich aus ihren Klauen zu befreien.

Mit dem Rauchen anzufangen, kann ja unterschiedliche Gründe haben. Das soziale Umfeld etwa. Bei mir war es so, dass meine Eltern damals geraucht haben ... meine Geschwister haben geraucht ... in der Schule wurde schon geraucht und im Freundeskreis auch. Rauchen war cool. Und ich wollte cool sein. Also habe ich zugegriffen.

Ob und wie tief man dann in die Sucht reinrutscht und wie leicht oder schwer man sich tut, sich aus der Sucht zu befreien, hat sicherlich auch etwas mit dem Charakter zu tun.

Die Sucht hat ja viel mit Bio-Chemie zu tun. Diese Dopamin-Geschichte. Eine Fehlsteuerung unseres Belohnungssystems im Gehirn. Menschen, die sich selbst ordentlich belohnen können, werden wohl nicht so leicht süchtig bzw. tun sich leichter mit dem Rauchausstieg. Wenn man es dagegen nie gelernt - oder es verlernt - hat, sich selbst zu belohnen (weil man immer mehr auf das Wohl der anderen als auf das eigene geachtet hat ... weil man seine eigenen Bedürfnisse immer hinten angestellt hat), dann hat die Sucht wohl ein leichtes Spiel. Ich zähle mich zu diesen Menschen und muss deshalb erst wieder lernen, meine (wahren) Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und durchzusetzen. Je besser ich es schaffe, mich (rauchfrei) zu belohnen ... (rauchfrei) meine Bedürfnisse zu befriedigen ... neue Glückshormon-Quellen zu finden und zu nutzen ... desto öfter werde ich rauchfreie Wohlfühl-Momente spüren und desto leichter wird es mir fallen, die Sucht zu besiegen.

Theoretisch habe ich es voll drauf. Praktisch hapert’s noch gewaltig… icon_rolleyes.gif
Verfasst am: 17.03.2021 10:22
SmoSa
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Tag 70 meiner Nichtmehrraucher-Reise (26.08.2020)

Ich schmachte weiter vor mich hin und zwar bei so ziemlich jeder Alltagssituation. Ganz extrem fehlt mir immer noch - und viele Male täglich - die Motivations-Zigarette ("jetzt rauche ich noch eine und dann…" ), teilweise auch i.V.m. der Belohnungs-Zigarette ("jetzt mache ich noch das-und-das und dann habe ich mir ein Zigaretten-Päuschen verdient" ). Gemütlich auf der Terrasse sitzen funktioniert nach wie vor nicht schmachtfrei und jede Art von Stress triggert mich immer noch extrem. Selbst nach dem Essen und beim Kaffee trinken empfinde ich plötzlich wieder Schmacht, obwohl es sich da bis vor ein paar Tagen schon fast normal angefühlt hatte, nicht zu rauchen.

Ich befinde mich wohl gerade in einer Art Sinnkrise, d.h. ich frage mich, warum ich mir das alles antue. Ich sehe keine wesentlichen gesundheitlichen Verbesserungen (vermutlich waren die Einschränkungen durch das Rauchen noch sehr gering - die empfundene Kurzatmigkeit z.B. hat wahrscheinlich entweder andere Gründe oder ist einfach nur Zeichen für eine schlechten Kondition) und ich fühle mich auch nicht "frei". Stattdessen habe ich immer noch das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Befeuert wird das ganze vermutlich auch von dieser doofen "Corinna", weil ich auch wegen ihr momentan auf vieles verzichten muss und mich das doch ziemlich frustet und runterzieht.

Wenn ich lese, dass viele meiner Mitfahrer*innen im Junizug kaum noch ans Rauchen denken, dann gönne ich ihnen das und freue mich mit ihnen, aber ich beneide sie auch … und das zieht mich runter. Wenn ich lese, dass einige User*innen mit 150 oder auch 300 rauchfreien Tagen der Zigarette immer noch nachtrauern und das Nichtmehrrauchen nach wie vor als Verzicht empfinden, dann macht mir das Angst … und das zieht mich runter.
Ich weiß, dass der Entzug bei jedem anders verläuft. Ich weiß, dass der Entzug in Wellen verläuft. Ich weiß, dass der Entzug eine Achterbahn der Gefühle ist. Aber daran kann ich mich momentan irgendwie nicht festhalten. Und auch all das, was ich - mir selbst und anderen - in den letzten Wochen gepredigt habe, ist irgendwie weg … so ganz in Politiker-Manier … was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Ich hoffe, dass ich stur genug bin, auch in dieser schwierigen Phase nicht zu rauchen. Natürlich möchte ich nicht riskieren, nochmal von vorne anfangen zu müssen … das alles nochmal mitmachen zu müssen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, ob ich es überhaupt nochmal versuchen würde. Ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich eine geraucht habe. Nicht zum ersten Mal, dass ich vom Rauchen geträumt habe. Aber während ich in den bisherigen Träumen immer nur Scham und Enttäuschung über den Ausrutscher bzw. Rückfall empfand, nahm ich diesmal in erster Linie ein Gefühl der Erleichterung wahr. Erleichterung darüber, dass der Kampf vorbei ist. Ich dachte tatsächlich: "Jetzt rauche ich halt wieder. Ist halt so…" Beim Aufwachen spürte ich ebenfalls Erleichterung. Allerdings Erleichterung darüber, dass es nur ein Traum war und ich nicht tatsächlich wieder rauche. Also mache ich einfach weiter und rauche auch heute nicht!

Ich bedanke mich für eure Unterstützung und für die vielen besorgten, tröstenden, aufmunternden und motivierenden Worte. Ich bin wirklich sehr froh, in diesem Forum gelandet zu sein - ohne euch wäre ich bestimmt nicht so weit gekommen. Aber wenn man hier unterwegs ist, dann beschäftigt man sich halt zwangsläufig mit dem Rauchen bzw. Nichtmehrrauchen und möglicherweise tut mir das momentan einfach nicht gut. Auch dieses ständige Analysieren und Hinterfragen ist vermutlich momentan eher kontraproduktiv. Deshalb habe ich beschlossen, hier im Forum einfach mal ein bisschen kürzer zu treten und b.a.w. auch keine täglichen Tagebuch-Einträge mehr zu schreiben. Um mich nicht mehr so viel mit dem Thema zu beschäftigen. Aber auch, weil bei mir in den letzten Wochen - durch die Antriebslosigkeit, aber auch durch eine gewisse "Suchtverlagerung" - sehr viel Arbeit liegen geblieben ist.

Ich werde also jetzt versuchen, die ganze Schmachterei einfach zu ignorieren bzw. zumindest nicht groß darüber nachzudenken. Augen zu und durch. Aussitzen. Einfach mal laufen lassen. Geduldig auf das Ende der Sinnkrise warten. Ohne dabei zu rauchen.

Damit mich keiner falsch versteht: Ich bin nicht weg! Die Quasselstrippe tritt nur kürzer. Vielleicht schaue ich jeden Tag mal rein und schreibe einen oder mehrere Kommentare und vielleicht quassle ich auch den einen oder anderen Tag mal wieder so richtig doll. Aber vielleicht bleibe ich auch mal wieder einen Tag weg. Oder auch mal mehrere Tage. Kein Grund, sich Sorgen zu machen.

Ich mache weiter! Heute rauche ich nicht! Warum sollte ich auch?
Verfasst am: 17.03.2021 14:48
SmoSa
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Tag 75 meiner Nichtmehrraucher-Reise (31.08.2020)

Die Schmachterei hat sich seit meinem letzten Tagebuch-Eintrag (zu Tag 70) wieder auf ein gut erträgliches Maß eingependelt. Ich denke zwar immer noch sehr oft ans Rauchen, aber das sind meistens wirklich nur GEDANKEN. Richtige Schmacht-Attacken habe ich nur noch selten. In den meisten Alltags-Situationen fühlt es sich jetzt wieder relativ normal an, nicht zu rauchen. Die Motivations-Zigaretten fehlen mir allerdings leider immer noch sehr stark.
Vor ein paar Tagen hat mir ein Erlebnis aufgezeigt, dass es auch "Erleichterungs-Zigaretten" gibt. Da hatte ich nachmittags meinen Geldbeutel verloren, was eine ordentliche Schmacht-Attacke zur Folge hatte. Wenig erstaunlich. Abends meldete sich dann der ehrliche Finder und da fiel mir natürlich ein Stein vom Herzen. Und dieses Gefühl der Erleichterung löste eine Schmacht-Attacke vom Allerfeinsten aus. Das Verlangen, eine Zigarette zu rauchen, war in diesem Moment viel intensiver als nach dem Verlust des Geldbeutels. Und das fand ich dann doch erstaunlich.

Ich bemühe mich momentan, nicht alles zu hinterfragen und zu analysieren und widme mich stattdessen verstärkt der Psychopflege durch Achtsamkeits-Übungen, Phantasiereisen und PMR-Jacobson.

Bei den Achtsamkeits-Übungen ist mir aufgefallen, dass das Wort "Achtsamkeit" für mich seit dem Rauchausstieg einen gewissen negativen Touch erhalten hat, weil ich es ständig im Sinne von "auf der Hut sein" gebraucht habe. Das hat aber nichts mit der Achtsamkeit zu tun, wie ich sie mal erlernt und erfahren habe. Achtsam sein heißt für mich:
  • Mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren ... also weder Vergangenem nachhängen noch irgendetwas für die Zukunft erhoffen bzw. befürchten.
  • Den Moment bewusst erleben, d.h. mich selbst, die Umgebung oder eine Situation aufmerksam beobachten ... also nicht einfach Automatismen und erlernte Gedanken-/Verhaltensmuster ablaufen lassen.
  • Dabei aber nicht werten oder urteilen ... also nicht darüber nachdenken, ob das in diesem Moment für mich gut oder schlecht / richtig oder falsch / nützlich oder störend ist.
Klingt einfach, ist es aber nicht. Leider habe ich die Achtsamkeit in den letzten Jahren stark vernachlässigt und muss sie erst wieder erlernen.

Ich versuche verstärkt, mit Affirmationen mein Unterbewusstsein umzuprogrammieren, indem ich mir z.B. beim Anblick des rauchenden Nachbarn immer wieder sage, wie froh ich doch bin, dass ich nicht mehr rauchen muss. Irgendwann wird mein Gemüt schon einsehen, dass mein Verstand recht hat. icon_wink.gif

Apropos rauchender Nachbar. Ich sehe ihn ja von meinem Küchenfenster aus, wenn er auf der Terrasse raucht. So auch gestern Morgen. Ich sah, wie er abwechselnd an seiner Zigarette zog, an seiner Kaffeetasse nippte ... UND ... von irgendetwas Essbarem abbiss. icon_eek.gif Essen und rauchen gleichzeitig. Echt absurd! icon_razz.gif
Verfasst am: 17.03.2021 16:54
SmoSa
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Tag 80 meiner Nichtmehrraucher-Reise (05.09.2020)

Ich habe vor einiger Zeit mal geäußert, dass das NWEEZ-Buch von Joel Spitzer so gar nicht meins ist und dass er mich auf Seite 81 vorerst als Leserin verloren hat. Heute habe ich ihm aber nochmal eine Chance gegeben und die Lektüre fortgesetzt. Dabei musste ich feststellen, dass ich bei der Einrichtung meines Wohnzimmers fast eine Copyright-Verletzung begangen hätte. Allerdings absolut unbewusst, weil ich das Buch da ja noch gar nicht gelesen hatte.
Auf Seite 92 des Buches steht: "Der beste Zeitpunkt zum Aufhören ist JETZT"
Und mein Wohnzimmer heißt: "Der richtige Zeitpunkt zum Aufhören ist JETZT"
Kaputtlachsmile.gifKaputtlachsmile.gifKaputtlachsmile.gif

Auf Seite 103 hat mich der liebe Joel dann leider wieder geärgert mit der Aussage, dass man - auch in Foren - für einen Ausrutscher weder Trost spenden noch Verständnis äußern sollte. Und ein paar Seiten später hat er es sich dann endgültig mit mir verscherzt mit diesem Satz: "Wenn ich vorschlage, ein Raucher solle zunächst ein anderes Programm besuchen, bevor er zu uns kommt, bin ich nicht darüber besorgt, einen potenziellen, zahlenden Kunden zu verlieren. Ich verschiebe einfach nur den Zeitpunkt, an dem ich diesen Menschen treffen und mit ihm arbeiten werde." icon_eek.gif icon_eek.gif icon_eek.gif Boah ey, sympathisch geht echt anders! icon_rolleyes.gif Das war's, lieber Joel - ich schaffe es auch ohne dich. icon_cool.gif icon_lol.gif
Ach ja … fast vergessen ... Copyright © Joel Spitzer, 2003. Riesengrinser.gif
Verfasst am: 19.03.2021 14:50
SmoSa
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Tag 85 meiner Nichtmehrraucher-Reise (10.09.2020)

Ich habe ja vor 2 Wochen beschlossen, mal eine zeitlang nicht mehr ständig alles zu hinterfragen und zu analysieren, sondern die Dinge einfach mal laufen zu lassen. Die Nichtmehrraucher-Reise plätschert seitdem so dahin, auch stimmungsmäßig. Irgendwie bin ich weder gut noch schlecht drauf.

Ich denke immer noch relativ häufig ans Rauchen und verspüre auch immer wieder Verlangen nach einer Zigarette. Oft weiß ich gar nicht, ob das Schmacht ist oder einfach nur ein besonders intensiver Gedanke. Und ich muss es auch nicht wirklich wissen. icon_wink.gif

Es fällt mir momentan nicht sonderlich schwer, nicht zu rauchen, aber ein Gefühl der Freiheit o.ä. ist auch nicht in Sicht. Es fühlt sich derzeit so an, als stünde Quälobert kurz vor der Kapitulation. Aber irgendwie mag darüber noch keine rechte Freude aufkommen. Egal. Ich mache weiter. Heute rauche ich nicht. Warum sollte ich auch?
Verfasst am: 20.03.2021 08:13
SmoSa
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Tag 86 meiner Nichtmehrraucher-Reise (11.09.2020)

Suchtverlagerung ist leider immer noch ein Thema. Ihr wisst schon … diese Tierchen, die nachts im Kleiderschrank die Klamotten enger nähen.icon_wink.gif

Ich habe wochenlang sehr viel genascht, aber da mache ich es aktuell genauso wie mit den Zigaretten: Einfach im Laden liegen lassen beim Einkaufen - was nicht zur Verfügung steht, kann nicht konsumiert werden. icon_lol.gif Aber Lebensmittel habe ich halt immer im Haus. Und damit fülle ich leider immer wieder diese Leere, die mich mehrmals täglich überkommt. icon_redface.gif Ich mag mich gar nicht mehr auf die Waage stellen. icon_rolleyes.gif Ich will gar nicht wissen, was die sagt... icon_eek.gif
Verfasst am: 20.03.2021 09:29
SmoSa
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Tag 87 meiner Nichtmehrraucher-Reise (12.09.2020)

Während der Corona-Einschränkungen mit dem Rauchen aufzuhören hielt ich für einen Vorteil. Keine Feste etc. ... wenig Kontakt zu Rauchern … und somit Wegfall vieler kritischer Situationen. So der Plan. Tja. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Mittlerweile weiß ich, dass es mir gar nicht so viel ausmacht, anderen beim Rauchen zuzuschauen. Vielmehr sind es die stillen Momente zwischen Ziggi und mir, die mir am meisten fehlen. Wegen dieser blöden "Corinna" war und bin ich sehr viel alleine und ich weiß nicht, wie oft ich mir gewünscht habe, dass mir wenigstens Ziggi Gesellschaft leisten würde. Ich habe sehr oft mit dem Gedanken gespielt, meine Nichtmehrraucher-Reise abzubrechen und neu zu starten, wenn ich nicht mehr so viel alleine bin. Aber ich habe den Gedanken immer wieder verworfen. Und jetzt habe ich schon fast 3 Monate geschafft, jetzt ziehe ich das Ding auch durch!

"Corinna" hat viel verändert. Ich habe erkannt, auf wen ich mich verlassen kann in schwierigen Zeiten. Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt. Viel Spreu. Wenig Weizen. Das hat mir sehr zu denken gegeben.
Mit 29 habe ich mein Leben ziemlich umgekrempelt und mich von Menschen getrennt, die mir nicht gut getan haben. Dabei habe ich dann auch gleich mal mit dem Rauchen aufgehört.
Mit 57 habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Und jetzt werde ich auch gleich mal mein Leben ziemlich umkrempeln und mich von allem und jedem trennen, das/der mir nicht gut tut.

"Corinna" hat viel verändert. Die Nichtmehrraucher-Reise hat viel verändert. ICH habe mich verändert.
Verfasst am: 21.03.2021 13:37
SmoSa
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Tag 88 meiner Nichtmehrraucher-Reise (13.09.2020)

Ich habe nach wie vor den festen Willen, nicht mehr zu rauchen. Der Wille kann's richten, allerdings nur vorübergehend. Auf Dauer kann man das mit purer Willenskraft vermutlich nicht wuppen. Oder zumindest wird man es durch pure Willenskraft nicht schaffen, ein zufriedener Nichtmehrraucher zu werden. Mein Weg ist deshalb der, jetzt erst einmal mit absoluter Willenskraft rauchfrei zu bleiben und mir die "Zufriedenheit" (also die Übereinstimmung zwischen Kopf und Gefühl) nach und nach zu erarbeiten. Momentan ist es für mich harte Arbeit, aber irgendwann wird es sich gut anfühlen. Da bin ich zuversichtlich. Und diese Zuversicht hilft mir vermutlich, stark zu bleiben.

Ich frage mich, warum sich andere so viel schwerer tun als ich, stark und stur zu bleiben. Ich sehe mich selbst nämlich eigentlich als relativ willensschwach und wundere mich deshalb über mich selbst, wie ich das hier durchziehe. Aber es ist schön, wenn man sich noch selbst überraschen kann. Und irgendwie scheint mich das zu motivieren. icon_biggrin.gif