Tagebuch einer Nichtmehrraucher-Reise


Verfasst am: 21.03.2021 13:41
SmoSa
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Tag 89 meiner Nichtmehrraucher-Reise (14.09.2020)

Beim morgendlichen Gassigehen ist uns 3x ein Fuchs über den Weg gelaufen. Bei den ersten beiden hat mein Hund nur geschaut, aber beim dritten ist er plötzlich losgelaufen. Ich konnte ihn zwar stoppen, dennoch hat es mir gezeigt, dass ein Trieb immer wieder mal durchschlagen kann, auch wenn er eigentlich seit Jahren unter Kontrolle ist. Und so ist es auch mit einer Sucht. Also immer schön wachsam bleiben!

Abends habe ich zum Gassigehen mal wieder einen Beutel mitgenommen. Mache ich immer wieder mal, weil ja viele Menschen die Natur leider als großen Mülleimer missbrauchen. Auch Raucher-Abfälle findet man reichlich. Zigarettenstummel natürlich, aber auch sehr oft diese Folie, die um die Schachtel ist, oder auch ganze Schachteln.
Echt erschreckend, wie sorglos der Mensch mit der Natur umgeht. Und da will ich mich gar nicht ausnehmen. Auch in meinem Leben gab es mal eine Zeit, in der ich mir wenig Gedanken um Umwelt- und Naturschutz gemacht habe. Das ist zwar schon viele Jahre her, aber der beschämende Umgang mit meiner Gesundheit erst knappe 3 Monate. Ich achte also schon seit vielen Jahren darauf, sorgsam mit Umwelt und Natur umzugehen … aber mich selbst habe ich bis vor kurzem gnadenlos weiter vergiftet. Echt erschreckend und beschämend, wie der Mensch mit seiner eigenen Gesundheit umgeht… icon_redface.gif
Verfasst am: 21.03.2021 13:46
SmoSa
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Tag 90 meiner Nichtmehrraucher-Reise (15.09.2020)

Im Chat habe ich heute die Frage, wie es mir geht, mit "bassd scho" beantworten. Wenn ein Bayer "bassd scho" sagt, kann das unterschiedliche Bedeutungen haben und bei einem - nicht gerade für euphorische Gefühlsäußerungen bekannten - Oberpfälzer gibt es sogar noch weitere Interpretationsmöglichkeiten. Bei ihm kann "bassd scho" durchaus auch Ausdruck einer gewissen Zufriedenheit sein. Mein "bassd scho" würde ich aktuell so "übersetzen": Ich komme relativ gut klar mit dem Nichtmehrrauchen - es könnte zwar ein bisschen besser laufen, aber auch wesentlich schlechter.

Der quälende Dauerschmacht von vorvorletzter Woche ist glücklicherweise Geschichte. Aktuell ist es so, dass es mir relativ leicht fällt nicht zu rauchen. Soll heißen, dass ich momentan kaum richtigen Schmacht habe. Aber ich denke halt noch ziemlich oft ans Rauchen und leider immer noch mit einer gewissen Wehmut. Ich habe immer noch das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen, und ich kann dieses Gefühl von Freiheit, Selbstbestimmung etc. nicht empfinden. Das belastet mich so ein bisschen, weil ich immer wieder irgendwo lese, dass man keine Chance hat, ein dauerhafter und zufriedener Nichtmehrraucher zu werden, wenn man dieses Umdenken nicht hinbekommt. Und das macht mir ein bisschen Angst.

Möglicherweise ist mein Problem ein Luxus-Problem, weil die ganzen guten Gründe, weshalb andere aufhören, bei mir irgendwie nicht so richtig zutreffen. Eigentlich höre ich nur aus gesundheitlichen Gründen auf. "Nur" ist natürlich Quatsch, weil die eigene Gesundheit ja wohl der wichtigste Grund überhaupt ist. Aber wir wissen auch, wie hirnamputiert der gemeine Raucher ist, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Wohl wissend, wie ungesund es ist, wird jahrzehntelang munter weitergequarzt. Bis man einen gewaltigen Schuss vor den Bug bekommt. Und nicht mal dann schafft jede/r den Absprung. Den Schuss vor den Bug habe ich Gott sei Dank noch nicht bekommen und ich möchte aufhören, bevor ich einen bekomme. Eigentlich eine gute Motivation, aber wie gesagt ... hirnamputiert!

Dann wäre da noch das liebe Geld. Mir geht es finanziell recht gut und mir blieb auch als Raucher am Monatsende genug Geld übrig, um mir das eine oder andere leisten zu können. Und ich habe auch genug auf der hohen Kante, um mir auch mal einen größeren Wunsch erfüllen zu können. Natürlich finde ich es besser, kein Geld mehr aus dem Fenster zu schmeißen um mich zu vergiften. Aber so richtig zieht das halt nicht.

Wären da also noch diese ganzen Befreiungs- und Erleichterungs-Geschichten.
Seit ich nicht mehr arbeite, gab es in meinem Leben nur noch selten Situationen, in denen ich einen längeren Zeitraum rauchfrei bleiben MUSSTE. Vielmehr KONNTE ich locker einen längeren Zeitraum rauchfrei bleiben.
Ich konnte z.B. stundenlang mit meinem Hund draußen unterwegs sein, ohne Schmacht zu empfinden.
Ich konnte mich auch auf einer Feier stundenlang amüsieren, ohne zum Rauchen rauszugehen. (Wenn ich die Feier allerdings langweilig fand, ging ich alle halbe Stunde raus zum Rauchen.)
Wenn die Raucher vor dem Speiselokal im Schneesturm bibberten, blieb ich einfach im Lokal sitzen - soooo dringend musste ich nicht rauchen, um mir das miese Wetter anzutun. (Ich habe zuhause auch nur draußen geraucht und da habe ich im Winter an manchen Tagen nur 2 oder 3 Stück geraucht, weil ich es auf der Terrasse einfach zu ungemütlich fand.)
Ich habe als Frührentnerin wenig Termine und geriet deshalb in den letzten Jahren selten in Zeitdruck, weil ich vorher noch eine oder zwei oder drei rauchen musste.
Seit ich Haustiere habe, fliege ich nicht mehr in Urlaub. Den Stress, auf Langstreckenflügen viele Stunden nicht rauchen zu können, habe ich deshalb schon lange nicht mehr.
Ich habe meine Zigaretten immer auf Vorrat gekauft und habe den Vorrat auch immer so rechtzeitig aufgestockt, dass äußerst selten diese Die-Zigaretten-sind-fast-alle-Panik aufkam.

Diese Aufzählung könnte ich jetzt noch weiterführen, erspare uns das aber einfach mal. Ich glaube, es ist auch so bereits deutlich geworden, warum es mir so schwer fällt, das Nichtmehrrauchen als Befreiung oder Erleichterung zu empfinden. Weil es in den letzten Jahren kaum Situationen gab, in denen ich als Raucher irgendwie unter Druck geriet. Das soll aber kein Jammern sein bzw. allenfalls Jammern auf sehr hohem Niveau. Wie gesagt fällt es mir momentan nicht wirklich schwer, nicht zu rauchen, weil sich der Schmacht in Grenzen hält. Trotzdem wünsche ich mir natürlich dieses angestrebte gute Gefühl, nicht mehr rauchen zu müssen. Dass sich das Nichtmehrrauchen normal anfühlt. Aber zum einen muss ich wohl einfach noch ein bisschen Geduld haben und zum anderen versuche ich es jetzt mal mit dieser "Akzeptanz", von der RFL Ines eben im Chat gesprochen hat. Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so! Oder auch: Bassd scho! icon_cool.gif icon_wink.gif icon_lol.gif
Verfasst am: 22.03.2021 09:05
SmoSa
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Tag 91 meiner Nichtmehrraucher-Reise (16.09.2020)

Ich bin immer noch bzw. immer wieder froh, dieses Forum gefunden zu haben. Im RL hatte und habe ich so gut wie keine Unterstützung. Zu Nichtmehrrauchern habe ich aktuell kaum Kontakt. Nichtraucher haben keine Ahnung, wie schwierig es ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Und Raucher möchten nicht über's Aufhören reden. Meine Schwester z.B. hat mich vor ein paar Wochen per WhatsApp gefragt, wie es mir geht und angekündigt, sich demnächst telefonisch zu melden. Ich habe dann zurückgeschrieben, dass ich viel zu erzählen habe, weil ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Bis heute hat sie sich nicht gemeldet. Ich vermute, dass der starken Raucherin das "angedrohte" Thema unangenehm ist... icon_wink.gif icon_lol.gif
Verfasst am: 22.03.2021 09:08
SmoSa
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Tag 92 meiner Nichtmehrraucher-Reise (17.09.2020)

Heute Abend um 19.58 Uhr ist es exakt 3 Monate her, dass ich meine letzte Zigarette ausgedrückt habe.
3 Monate, in denen es mir mal schwer (manchmal auch sauschwer) und mal weniger schwer gefallen ist, nicht zu rauchen. Mein Mantra "Ich mache weiter! Heute rauche ich nicht! Warum sollte ich auch?" hat mir dabei immer wieder gute Dienste geleistet. Mein Quälobert hat jetzt aber gesagt, ich solle ihm diesen Quatsch doch bitte künftig ersparen, er wisse doch längst, dass es auf "nie mehr rauchen" hinausläuft. icon_eek.gif Schlaues Kerlchen, mein Quälobert! Kaputtlachsmile.gif Also habe ich beschlossen, mir einen neuen Leitspruch zuzulegen. Ganz ablegen werde ich das "Heute"-Mantra nicht, denn es werden sicherlich noch Tage kommen, an denen ich wieder darauf zurückgreifen werde. Aber momentan fällt es mir nicht sonderlich schwer, nicht zu rauchen, es fehlt mir vielmehr noch die richtige Einstellung zum Nichtmehrrauchen. Deshalb brauche ich ein Mantra, das mich dabei unterstützt, das Nichtmehrrauchen nicht mehr als Verzicht, sondern als Gewinn an Freiheit, Selbstbestimmung etc. zu sehen. Über die Gründe, warum mir das so schwer fällt, habe ich mich ja vorgestern ausgelassen. Dieses abschließende "Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so!" ist mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Das hat ja wirklich was mit Akzeptanz zu tun und jedes Mal, wenn ich diesen Satz denke, fühle ich mich gut und muss lächeln. Deshalb habe ich ihn zu meinem neuen Mantra erklärt:

Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so!
Verfasst am: 23.03.2021 08:07
SmoSa
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Tag 93 meiner Nichtmehrraucher-Reise (18.09.2020)

Gestern ist mir der Kaffee ausgegangen und ich kam nicht mehr zum Einkaufen. Auch heute Vormittag nicht. Ab dem späten Vormittag ging es mir heute total besch…eiden. Ich hatte heftige Kopfschmerzen, war übellaunig, antriebslos und hatte Schmacht. Nornikotin-Abbau, dachte ich mir. Nachmittags kam mir dann aber der Gedanke, es könnte auch am fehlenden Koffein liegen. Also Kaffee gekauft … Kaffee gekocht … Kaffee getrunken - und ein paar Minuten später ging’s mir wieder deutlich besser.
Echt interessant: Was ich für Zigaretten-Schmacht hielt, war in Wirklichkeit Kaffee-Schmacht. Vermutlich steckt hinter den Schmacht-Attacken öfter mal gar nicht das Bedürfnis nach einer Zigarette sondern nach irgendwas anderem, z.B. Kaffee, Zucker, Abwechslung, Gesellschaft, Spaß, Bestätigung, Zuwendung…

Mein neues Mantra hat mir zwar heute bei weitem nicht so gut geholfen wie gestern, aber es gefällt mir trotzdem nach wie vor sehr gut. Mit ihm und zahlreichen Affirmationen werde ich mein Unterbewusstsein zum Umdenken bewegen. Aber sowas von! Jawoll! Tschakkkkkaaaaa!!! Und bis es so weit ist, rauche ich einfach mal nicht… icon_cool.gif icon_wink.gif icon_lol.gif

Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so! icon_biggrin.gif
Verfasst am: 23.03.2021 15:20
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Tag 94 meiner Nichtmehrraucher-Reise (19.09.2020)

Mein gestriges Kaffee-Schmacht-Erlebnis hat mir ordentlich zu denken gegeben. In meinem Leben läuft einiges nicht so, wie ich mir das wünsche und vorstelle. Und dieser Umstand gaukelt mir Zigaretten-Schmacht vor. Eigentlich fehlen mir die Glimmstängel gar nicht so stark, wie es mir oft vorkommt. Mir fehlen ganz andere Dinge. Diese Erkenntnis macht es mir ab sofort hoffentlich leichter, meine innere Einstellung zum Nichtmehrrauchen zu verändern. Und ich möchte alle anderen, die das Nichtmehrrauchen auch nach mehreren Monaten noch als Verzicht statt als Befreiung empfinden, zur ehrlichen Selbstreflexion ermuntern. Vielleicht gibt es auch in eurem Leben etwas, was ihr - insgeheim - ändern möchtet (und hoffentlich auch könnt), statt das Leere-Gefühl weiterhin mit Zigaretten-Qualm vernebeln zu wollen.
Verfasst am: 04.04.2021 15:10
SmoSa
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Tag 95 meiner Nichtmehrraucher-Reise (20.09.2020)

Ich hatte heute viele Male im Bereich meines Küchenfensters zu tun ... mein Blick fiel deshalb viele Male auf das Nachbargrundstück und ich sah dort meinen Nachbarn rauchen ... und viele Male - nein, eigentlich jedes Mal - sah es absolut NICHT nach Genuss aus. Weil er vermutlich nicht gerne raucht. Weil eigentlich kein Raucher gerne raucht. Auch wenn das sehr viele - wenn nicht sogar fast alle - Raucher behaupten.

Ein Raucher fühlt sich gut, wenn er raucht. Er fühlt sich allerdings deshalb gut, weil das Nikotin das schlechte Gefühl beseitigt, das er empfindet, wenn die Entzugserscheinungen einsetzen.
Raucher fühlt sich schlecht, weil er Entzugserscheinungen hat … Raucher raucht und beseitigt damit seine Entzugserscheinungen … Raucher fühlt sich (wieder) gut.
Diese Erkenntnis prägt sich beim Raucher aber in verkürzter Form ein: Rauchen tut gut!
Diese vereinfachende Denkweise machen sich die Quäloberts dieser Welt zunutze und schicken dem Raucher immer wieder diese Message "Rauchen tut gut … Rauchen ist toll!" … und der Raucher glaubt seinem Quälobert und behauptet, gern zu rauchen. Und verdrängt die Tatsache, dass er rauchen MUSS … um seine Sucht zu befriedigen und zu verhindern, dass er sich aufgrund von Entzugserscheinungen schlecht fühlt.

Eigentlich müsste es dem Raucher zu denken geben, dass sich auch Nichtraucher gut fühlen, obwohl sie doch gar nicht rauchen. Wie kann das sein? icon_rolleyes.gif
Aber darüber denkt der Raucher lieber nicht nach… icon_wink.gif Kaputtlachsmile.gif

So, Schluss mit meinem Gedanken-Wirrwarr. Ich hoffe, ich konnte alle Klarheiten beseitigen. icon_wink.gif icon_lol.gif Ich fasse mal zusammen: Ich bin froh, dass ich nicht mehr rauchen muss! icon_biggrin.gif
Verfasst am: 05.04.2021 07:39
SmoSa
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Tag 96 meiner Nichtmehrraucher-Reise (21.09.2020)

Meine Kurzatmigkeit macht mir ein bisschen Sorgen, weil ich da immer noch keine Verbesserung feststellen kann. Wobei ich mich allerdings frage, ob ich wirklich "kurzatmig" im Sinne von lungengeschädigt bin oder ob ich halt einfach nur eine schlechte Kondition habe. icon_redface.gif Ich gerate halt schon bei relativ geringer Belastung außer Atem, d.h. ich muss schneller atmen. Für die schlechte Kondition spricht, dass auch mein Puls sehr schnell hoch geht und dass ich das schnellere Atmen nicht als "Atemnot" (damit wird die "Kurzatmigkeit" ja oft gleichgesetzt) empfinde. Ich schnaufe halt einfach wie ein Walross. icon_redface.gif
Vielleicht sollte ich einfach mal zum Lungenfacharzt gehen. Obwohl ich es eigentlich lieber gar nicht wissen möchte... icon_rolleyes.gif
Verfasst am: 05.04.2021 07:45
SmoSa
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Tag 97 meiner Nichtmehrraucher-Reise (22.09.2020)

Meine Fellnase ist genauso doof wie ich. Sorry Schatzi … das war nicht böse gemeint. icon_wink.gif icon_lol.gif Was ich meine: Mein Hund tut sich genauso schwer wie ich, gewisse Verknüpfungen aufzulösen. Jahrelang ging es auf die Terrasse, wenn ich mir einen Kaffee kochte. Jahrelang setzte er sich, während der Kaffee in die Tasse lief, schon mal an die Terrassentür. Und obwohl ich schon seit gut 3 Monaten mit meiner Kaffeetasse fast jedes Mal zur Couch statt auf die Terrasse gehe, setzt sich mein Doofi immer noch fast jedes Mal an die Terrassentür. Seine Verknüpfung Kaffeemaschine-Terrasse hält sich also genauso hartnäckig wie meine Verknüpfung Terrasse-Zigarette.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das Tier auch… Kaputtlachsmile.gif
Verfasst am: 05.04.2021 12:51
SmoSa
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Tag 98 meiner Nichtmehrraucher-Reise (23.09.2020)

Vor ziemlich genau einem Monat hatte ich eine extrem schwierige Woche mit heftigem Schmacht, die den Beginn einer "Sinnkrise" einläutete. Ich konnte keine nennenswerten körperlichen Veränderungen feststellen und ich konnte die ganzen Vorteile, von denen die anderen immer berichten, beim besten Willen bei mir nicht sehen. Auch konnte ich dieses viel gepriesene Gefühl von Freiheit, Erleichterung, Selbstbestimmung etc. einfach nicht spüren, sondern nur Verzicht, Wehmut und Nachtrauern. Ich stellte mir deshalb viele Fragen. Wofür ich mich da eigentlich so quäle. Warum ich mir das alles antue. Ob ich mit dieser Einstellung jemals ein zufriedener Nichtmehrraucher werden kann.

Nach ein paar Tagen war der Dauerschmacht vorbei, aber die Sinnkrise blieb. Ich habe versucht, nicht mehr ständig alles zu analysieren und zu hinterfragen, sondern alles ein bisschen gelassener zu sehen. Ich habe mich durch Achtsamkeits-Übungen, Fantasiereisen und PMR-Jacobson verstärkt der Psychopflege gewidmet und außerdem viel mit positiven Affirmationen gearbeitet. Stimmungs- und schmachtmäßig plätscherte die Nichtmehrraucher-Reise so vor sich hin. Ich war weder gut noch schlecht drauf. Ich dachte immer noch relativ oft ans Rauchen, ohne aber quälenden Schmacht zu empfinden. Es fühlte sich an, als stünde Quälobert kurz vor der Kapitulation, aber irgendwie mochte darüber keine rechte Freude aufkommen.

Vor einer Woche bekam ich dann durch den Chat einen Denkanstoß hinsichtlich "Akzeptanz" und ich fand diesen Ansatz sehr interessant. Etwas zu akzeptieren bedeutet, es einfach so anzunehmen wie es ist, statt sich immer und immer wieder damit auseinanderzusetzen bzw. dagegen anzukämpfen. Die Rauchgedanken mit einem leichten Schulterzucken zu quittieren und ihnen ein lapidares "ist halt so" zu entgegnen. Das entlastet, befreit und verhindert negative Gefühle wie z.B. Verärgerung, Frust oder Wehmut. Und so kam ich dann auch zu meinem neuen Mantra, das mich nun seit einer Woche begleitet und mir ein gutes Gefühl gibt:

Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so!

Ich habe wirklich das Gefühl, dass sich bezüglich meiner inneren Einstellung zum Nichtmehrrauchen endlich was tut. Es ist noch lange nicht gut ... es fühlt sich noch bei weitem nicht so an, wie ich mir das wünsche und vorstelle. Aber es bewegt sich etwas. Und erfreulicherweise sogar in die richtige Richtung. icon_wink.gif icon_lol.gif

Deshalb erkläre ich meine Sinnkrise hiermit ganz offiziell für beendet! Riesengrinser.gif
Verfasst am: 05.04.2021 18:21
SmoSa
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Tag 99 meiner Nichtmehrraucher-Reise (24.09.2020)

Dass ich meine Sinnkrise beenden konnte, habe ich wohl vor allem RFLin Ines zu verdanken. Sie hat mir ja letzte Woche im Chat vorgeschlagen, meinen Rauchgedanken mit Akzeptanz zu begegnen und mir das am nächsten Tag nochmal mit diesem Kommentar verdeutlicht:

"rauchfrei-lotsin-ines" schrieb:

Liebe Christine,

wie gestern (quasi) versprochen schaue ich mal bei dir vorbei und versuche mich an ein paar Denkanstößen. Nimm davon, was dir hilft, was nicht, einfach ignorieren.

Ich hatte ja gestern geschrieben, dass mir Akzeptanz ungemein weitergeholfen hat (ist generell kein schlechter Ansatz im Leben), wobei dabei vorab vielleicht zu sagen wäre, dass damit kein Rauchverlangen weggeht, sondern es mehr um den Umgang damit geht. Vielleicht eher so, als ob man dem Tiger die Zähne ziehen würde und er damit einfach nicht mehr so bedrohlich ist.

Im Prinzip geht es darum, sich nicht gegen die eigenen Gedanken/Gefühle/Empfindungen zu stemmen, sie wegzudiskutieren, sondern einfach da sein zu lassen. Bei mir sah das im Bezug auf das Rauchen z.B. so aus das ich in einem Moment von andauerndem quälendem Verlangen innerlich diesen Rauchteufel angeschrien habe: "los, dann komm doch her, tob dich aus. Mir egal! Ich mache einfach weiter trotzdem mein Ding"
Und so verrückt wie es klingt, mir hat das tatsächlich geholfen, es hat nichts weggemacht, aber irgendwie war ich dem einfach nicht mehr so ausgeliefert.
Du hast ja auch geschrieben, dass du diese Tage irgendwie ausgehalten hast und prinzipiell glaube ich auch, dass man das manchmal einfach muss. Nun ist aushalten halt immer ein bisschen passiv und was ich gerade beschrieben habe, hat mich irgendwie aus dieser Passivität befreit.

Auch mit diesen gelegentlichen vielleicht nicht ganz so heftigen Gedanken an eine Zigarette ist es ja so, dass man sich da entscheiden kann, lasse ich mich jetzt auf diesen Gedanken ein, ärgere mich darüber, dass das jetzt immer noch da ist oder sage ich vielleicht, na gut, ist halt so, aber ich lass das jetzt mal so im Raum stehen, da verschwende ich jetzt keine Energie drauf.

Das ist natürlich - gebe ich ehrlich zu - alles leichter gesagt als getan und Bedarf auch einiger Übung, aber für mich ist das langfristig tatsächlich die bessere Strategie gewesen (und auch immer noch würde ich sagen)

So, damit das hier jetzt kein Roman wird icon_redface.gif, belasse ich es glaube es für den Moment dabei. Vielleicht kannst du da ja was für dich mitnehmen.

ich wünsche dir jedenfalls einen schönen Tag.
LG, Ines


Ich akzeptiere also jetzt meine Rauchgedanken, d.h. ich nehme sie einfach als gegeben hin … quittiere sie mit einem Schulterzucken … "ist halt so" … und lasse sie emotionslos weiterziehen. Irgendwie funktioniert das… icon_lol.gif

Ich rauche nicht mehr … und das ist gut so!
Verfasst am: 06.04.2021 08:34
SmoSa
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Tag 100 meiner Nichtmehrraucher-Reise (25.09.2020)

Heute hatte ich keine Zeit, ans Rauchen zu denken, weil ich den ganzen Tag gut zu tun hatte: Kekse backen für morgen. icon_wink.gif icon_lol.gif

Und für alle, die keine Kekse mögen, habe ich noch einen Eierlikörkuchen gebacken. Danach war noch so ein bisschen was in der Eierlikör-Flasche. Rentiert sich nicht zum Aufheben, dachte ich mir. Also wech damit. Sprich: Rein in die Bäckerin. icon_lol.gif War irgendwie mehr als es aussah. icon_razz.gif Bin jetzt ein kleines bisschen angedudelt. Riesengrinser.gif Aber nix Schmacht! icon_biggrin.gif
Verfasst am: 06.04.2021 08:39
SmoSa
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Tag 101 meiner Nichtmehrraucher-Reise (26.09.2020)

100 Tage rauchfrei gemeistert - Ankunft in der Keksdose

Es freut mich total, dass sich so viele liebe Besucher*innen eingefunden haben, um mir zu diesem Jubiläum zu gratulieren. Ich danke euch von Herzen für eure Glückwünsche und die netten Worte! Und natürlich auch für Feuerwerk, Blumen, Geschenke, Catering, Musik, Heizpilze... icon_wink.gif

Jetzt habe ich es also erreicht, das zweite große Etappenziel: Die Keksdose! Und was ich vor 50 Tagen beim Erreichen der Blümchenwiese geschrieben habe, gilt auch heute:

Fühlt sich gut an. Nein, fühlt sich sehr gut an! Der Weg war nicht einfach ... ich hatte gute Tage, aber auch richtig schlechte. War mal zuversichtlich, mal frustriert. Ich habe viel gelacht, aber auch gejammert, gehadert und gezweifelt. Aber ich habe mich - dank meiner Sturheit und mit der Unterstützung vieler lieber Menschen hier im Forum - durchgebissen. Darauf bin ich stolz! Und ich mache weiter. Auch heute rauche ich nicht und auch morgen werde ich nicht rauchen. Warum sollte ich auch?

Ich habe mir heute zur Feier des Tages mal alles durchgelesen, was ich in meinem Wohnzimmer geschrieben habe. Und bin ziemlich erschrocken, wie oft und wie viel ich gejammert, gehadert und gezweifelt habe. icon_eek.gif icon_redface.gif Es war wirklich eine wilde Achterbahn-Fahrt, die mich immer wieder mal an meine Grenzen gebracht hat. Aber auf meinen Sturkopf konnte ich mich verlassen. Allerdings bezweifle ich, dass ich es auch ohne dieses Forum durchgezogen hätte. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die mich in diesen 100 Tagen unterstützt haben ... mich aufgemuntert und motiviert haben ... mit mir gelacht und rumgealbert haben ... ihre Gedanken mit mir geteilt haben.

Da es heute zu sehr kühlen 8 Grad auch noch fast den ganzen Tag geregnet hat, habe ich das Haus nur zu kurzen Gassirunden mit meiner Fellnase verlassen und es mir ansonsten zuhause gemütlich gemacht. Mittags hat mir die Postbotin ein Paket gebracht. Ich habe mir im Internet ein paar Sachen für Gesundheit und Wohlbefinden bestellt und die sind - pünktlich als Belohnung zum 100. - heute angekommen.
Mein Quälobert hat sich heute mit mir gefreut und war total rücksichtsvoll. Eigentlich habe ich fast nicht gemerkt, dass er da ist.

Abgesehen vom Schmuddelwetter also ein sehr schöner Tag. Und den beende ich nun mit einem virtuellen Absacker. Ein Prosit ... auf mich natürlich icon_lol.gif ... und auf euch ... auf die Rauchfreiheit!

Cocktail_zum_Feiern.pngCocktail_zum_Feiern.pngCocktail_zum_Feiern.pngCocktail_zum_Feiern.pngCocktail_zum_Feiern.png
Verfasst am: 09.04.2021 07:29
SmoSa
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Tag 102 meiner Nichtmehrraucher-Reise (27.09.2020)

Meine Katze hatte letzte Nacht leider wieder mal einen epileptischen Anfall. Glücklicherweise passiert das bei weitem nicht mehr so oft wie früher … nur noch etwa viermal pro Jahr … und es war der erste Anfall, seit ich nicht mehr rauche. Mit den Jahren hat sich bei diesen Anfällen eine gewisse Routine eingespielt, an deren Ende ich bis jetzt immer eine geraucht habe - egal, wie spät bzw. früh es war. Heute gab es diese Zigarette natürlich nicht. Und erstaunlicherweise verspürte ich auch gar keinen Schmacht. Im Gegenteil. Ich war irgendwie sogar froh, dass ich nicht in die kühle Nacht raus musste, sondern mich gleich wieder unter die Decke kuscheln konnte. Wow! Ich mache echt Fortschritte. icon_lol.gif

Ich denke, dass es mir in den kommenden Monaten im Großen und Ganzen nicht mehr so schwer fallen wird, nicht mehr zu rauchen, wie in den vergangenen Monaten. Weil mit den sinkenden Temperaturen auch mein Zigarettenkonsum immer abnahm. Im Winter habe ich selten mehr als 6 Zigaretten pro Tag geraucht, manchmal waren es auch nur 2 oder 3. Weil es mir auf der Terrasse einfach zu ungemütlich war. Aber eigentlich will ich ja gar nicht darüber nachdenken, was in den kommenden Monaten sein könnte ... oder auch nicht. Ich will mich ja auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Und da stelle ich fest: Ich denke zur Zeit recht wenig ans Rauchen. Und wenn, dann wirklich nur kurz.
Schulterzucken ... ist halt so ... Gedanken weiterziehen lassen.

Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so! icon_biggrin.gif
Verfasst am: 09.04.2021 07:33
SmoSa
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Tag 103 meiner Nichtmehrraucher-Reise (28.09.2020)

Habe seit einiger Zeit durch Fehlbelastung entstandene Schmerzen in Hüfte, Oberschenkeln und Knien. Mache dagegen nicht nur häusliche Übungen, sondern praktiziere seit ein paar Tagen auch eine spezielle Gangart, die bestimmt ziemlich ... äh ... gewöhnungsbedürftig aussieht. Man könnte sagen, dass ich derzeit beim Gassigehen durch die Gegend stakse wie ein Storch im Salat. Vermutlich sorge ich damit in der ganzen Siedlung für Erheiterung hinter den Fensterscheiben. Mache ich aber natürlich gerne. Was tut man nicht alles für seine Gesundheit. Zum Beispiel auch mit dem Rauchen aufhören. Mache ich meiner Gesundheit zuliebe ja auch gerne.

Äh ... gerne? icon_eek.gif Echt jetzt? icon_eek.gif Habe ich jetzt echt geschrieben, dass ich "gerne" mit dem Rauchen aufgehört habe? icon_rolleyes.gif Ja, habe ich. icon_razz.gif Hat ziemlich lange gedauert, bis es auch - zumindest ansatzweise - in meinem Unterbewusstsein angekommen ist, dass ich mich nicht durch Verzicht selbst kasteie, sondern dass ich meiner Gesundheit ... also mir ... etwas Gutes tue. Aber besser spät kapieren als nie. icon_wink.gif Auch der dümmste Bauer findet mal ein Korn ... oder so ähnlich. icon_lol.gif Oder wie ich neulich im Chat geschrieben habe: Manchmal bin ich halt nicht die hellste Torte auf der Kerze. Riesengrinser.gifKaputtlachsmile.gifRiesengrinser.gif
Verfasst am: 15.04.2021 22:02
SmoSa
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Tag 104 meiner Nichtmehrraucher-Reise (29.09.2020)

Seit ich die Rauchgedanken akzeptiere und mit einem schulterzuckenden "ist halt so" emotionslos weiterziehen lasse, belasten sie mich kaum noch … und sie sind auch weniger geworden. Zumindest empfinde ich es so.

Ich bin wirklich sehr froh, dass sich bei meiner Einstellung zum Nichtmehrrauchen endlich was getan hat und ich schaue wesentlich gelassener in meine Rauchfrei-Zukunft.

Meine Tagebuch-Einträge werden künftig nicht mehr täglich, sondern nur noch in unregelmäßigen Abständen kommen. Weil meine Nichtmehrraucher-Reise momentan sehr unspektakulär verläuft. Weil es sich immer normaler anfühlt, nicht mehr zu rauchen. Weil es nicht mehr so oft etwas über besondere Vorkommnisse, Erkenntnisse etc. zu berichten gibt.
Verfasst am: 15.04.2021 22:09
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Tag 110 meiner Nichtmehrraucher-Reise (05.10.2020)

Heute kam mir beim Gassigehen zweimal ein Raucher entgegen - der eine rauchte gerade und der andere roch nur stark nach Rauch. Den frischen Rauch rieche ich ehrlich gesagt immer noch gerne und da kam dann auch leichter Schmacht auf. Aber der Geruch des kalten Rauchs, den der zweite Raucher ausströmte icon_eek.gif ... einfach nur bääääh! vomit2.gif Ich bin echt froh, dass ich nicht mehr so stinke!

SilkeG hat vor einiger Zeit im September-Zug über ihre Beobachtungen zu verschiedenen Rauchtypen berichtet. Ich habe festgestellt, dass mein Nachbar verschiedene Rauchtypen in sich vereint, d.h. er raucht auf unterschiedliche Arten - vermutlich je nach aktueller Stimmung. Manchmal hält er die Zigarette zwischen Daumen und Zeigefinger+Mittelfinger. Wie ein oroblraM-Cowboy. Beim Inhalieren und Ausatmen des Rauchs ruht sein Blick auf der Zigarette. Was er dabei wohl denkt? Ich kann seinen Gesichtsausdruck auf die Entfernung nicht sehen, aber vermutlich empfindet er eine Art Hassliebe: "Du widerst mich an ... aber trotzdem kann ich einfach nicht ohne dich!" Falsch, lieber Nachbar. Wenn du wirklich willst, dann kannst du auch. Es geht sehr wohl ohne. Sehr gut sogar! icon_biggrin.gif

Gesprächsfetzen aus der Unterhaltung zweier Raucher:
"Ich bin Gelegenheitsraucher."
"Beneidenswert! In welchen Situationen rauchst du denn?"
"Ich rauche bei jeder Gelegenheit..."

Riesengrinser.gifKaputtlachsmile.gifRiesengrinser.gif

Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so!
Verfasst am: 16.04.2021 15:54
SmoSa
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Tag 114 meiner Nichtmehrraucher-Reise (09.10.2020)

Ich habe geraucht! icon_eek.gif icon_eek.gif icon_eek.gif icon_eek.gif icon_eek.gif

Gott sei Dank nur im Traum. Aber der war so realistisch und die Erinnerung beim Aufwachen so präsent, dass ich sofort ein schlechtes Gewissen hatte. Ich hatte sogar einen Geschmack im Mund, als ob ich geraucht hätte. Und ich musste husten. Es dauerte ein paar Schreck-Sekunden bis ich realisierte, dass es glücklicherweise nur ein Traum war.

Es war nicht das erste Mal, dass ich im Traum geraucht habe. Aber das Erschreckende an diesem Traum war, dass ich keine Millisekunde daran gedacht habe, dass ich doch gar nicht mehr rauche. Bis jetzt war es - wenn ich mich recht erinnere - immer so, dass mich im Traum bereits das schlechte Gewissen ergriff. Diesmal habe ich einfach geraucht ... ohne Unrechtsbewusstsein ... als ob es (immer noch) ganz normal wäre. Mir wurde in fröhlicher Runde eine Zigarette angeboten und ich griff zu. Ich hatte einfach VERGESSEN, dass ich nicht mehr rauche. Ich sagte noch sowas wie: Danke … habe meine nicht dabei … habe sie wohl zu Hause liegen lassen.

Ich bin sowas von froh, dass es nur ein Traum war!!!

Es fällt mir momentan leicht, nicht zu rauchen, aber über’n Berg bin ich ganz sicher noch nicht. Vom Rauchen zu träumen zeigt ja, dass es mich doch noch sehr beschäftigt. Was aber nach knapp 4 Monaten sicherlich völlig normal ist, wenn man fast 4 Jahrzehnte geraucht hat. Also kein Grund zu Besorgnis. Aber man muss halt wachsam sein und bleiben und darf nicht leichtsinnig werden.
Verfasst am: 21.04.2021 08:49
SmoSa
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Tag 118 meiner Nichtmehrraucher-Reise (13.10.2020)

Heute Vormittag hatte ich ausnahmsweise mal richtige Schmacht-Attacken. Wo kommen die denn plötzlich (wieder) her? icon_eek.gif icon_eek.gif icon_eek.gif Ich habe versucht, sie emotionslos weiterziehen zu lassen, aber das funktionierte leider nicht so gut wie bei einfachen Rauchgedanken. Aber auch Schmacht-Attacken klingen recht schnell wieder ab, wenn man ihnen wenig Beachtung schenkt und sich stattdessen ablenkt.
Verfasst am: 21.04.2021 08:56
SmoSa
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Tag 126 meiner Nichtmehrraucher-Reise (21.10.2020)

Quälobert hat sich seit meinem letzten Tagebuch-Eintrag nochmal mächtig ins Zeug gelegt. Der Rauch-Traum vor knapp 2 Wochen hat ihn wohl ordentlich angestachelt.

Das Erschreckende an diesem Traum war ja, dass ich einfach VERGESSEN hatte, dass ich nicht mehr rauche. Und so ähnlich erging es mir in den folgenden Tagen auch im wachen Zustand. Ich hatte wieder vermehrt diese Gedanken "So, jetzt rauche ich mal eine". Aber im Gegensatz zur Anfangszeit wurde mir nicht sofort bewusst, dass ich ja gar nicht mehr rauche, sondern es vergingen oft mehrere Sekunden, bis mir das klar wurde.
Ein paar Nächte später hatte ich erneut einen Rauch-Traum, in dem ich so argen Schmacht hatte, dass ich einem Raucher seine Zigarette aus der Hand riss. icon_eek.gif Und auch dieser Traum verfolgte mich dann auch im wachen Zustand. Da blieb es dann nicht mehr beim Gedanken, jetzt gerne eine rauchen zu WOLLEN, sondern da war plötzlich das Gefühl, jetzt sofort eine rauchen zu MÜSSEN. Und dieses Verlangen spürte ich auch körperlich. Das war ein beklemmendes Gefühl ... als würde sich in meiner Brust etwas verkrampfen ... als würde mir irgend etwas oder irgend jemand die Kehle zuschnüren. Diese Attacken kamen ohne erkennbaren Grund. Losgelöst von irgendwelchen Verknüpfungen oder Triggern. Einfach so. Echt erschreckend!
Erschreckend auch die Gedanken, die mir bei diesen Schmacht-Attacken durch den Kopf schossen: "Würde doch niemanden stören, wenn ich heute mal ein paar rauche" icon_rolleyes.gif oder (noch schlimmer) "Würde doch niemand merken, wenn ich heute einfach mal rauche". icon_redface.gif
Erschreckend auch die Gedanken, die mir durch den Kopf schossen, wenn ich hier im Forum die Schilderungen von den von COPD Betroffenen las ... dass sie selbst kurze Strecken nicht mehr am Stück gehen oder kaum noch Treppen steigen können. Da dachte ich mir dann doch glatt: "Von diesem Zustand bin ich meilenweit entfernt ... da hätte ich echt noch nicht aufhören müssen ... da könnte ich locker noch ein paar Jahre rauchen". Echt bescheuert! banghead.gif

Schon erschreckend, auf welch perfide Art und Weise die Sucht versucht, das verlorene Schäfchen wieder einzufangen. icon_eek.gif Aber nicht mit mir! icon_razz.gif Glücklicherweise kamen diese heftigen Attacken nur wenige Male pro Tag und ich konnte mich auch recht gut und schnell ablenken und die hirnrissigen Gedanken mit einem Schulterzucken weiterziehen lassen. Und mittlerweile verhält sich Quälobert auch wieder ruhig. Er hat ja grundsätzlich eingesehen, dass er nicht mehr zum Zug kommen wird und findet das eigentlich auch gar nicht mehr schlimm ... aber ab und zu macht er halt doch noch einen auf bockig. icon_wink.gif icon_lol.gif

Quälobert und ich rauchen nicht mehr ... und das ist gut so! Riesengrinser.gif