Tagebuch einer Nichtmehrraucher-Reise


Verfasst am: 21.04.2021 08:59
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 129 meiner Nichtmehrraucher-Reise (24.10.2020)

SmoSa
Dabei seit: 18.06.2020
Rauchfrei seit: 128 Tagen
Beiträge: 1000

Riesengrinser.gifcongratchamp.gifRiesengrinser.gif
Verfasst am: 21.04.2021 15:42
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 135 meiner Nichtmehrraucher-Reise (30.10.2020)

Mein Quälobert ist ja schon ein komischer Vogel. Irgendwie weiß er einfach nicht, was er will. Vor ca. 2 Wochen hat er ein paar Tage lang völligen Blödsinn verzapft und mich mit recht heftigen Schmacht-Attacken genervt ... und dann war er wieder absolut pflegeleicht. Hat nur ein paar Mal was von "Smokeland" gebrabbelt ... dass dort gerade so eine tolle Stimmung wäre ... und wie gerne er da mal vorbeischauen würde. Auf mein "Na dann geh doch ... und bleib am besten gleich dort" schrie er hysterisch "Ich lasse mich nicht abschieben" und schwieg dann eingeschnappt. Tagelang habe ich kaum gemerkt, dass er da ist, aber heute konnte ich mal wieder nur den Kopf schütteln über ihn.

Heute früh stand wieder mal Großeinkauf im Discounter an. Lief eigentlich ganz entspannt ab. Relativ wenig Leute und vor allem keine Hamster. Alle Regale gut gefüllt und sogar Klopapier war reichlich vorhanden. icon_wink.gif icon_lol.gif Aber trotzdem bedeutet Großeinkauf für mich IMMER Stress und spätestens beim Verstauen der Einkäufe im Auto packt mich normalerweise der Schmacht. Heute nicht. Ist mir erst etwa eine Stunde später aufgefallen. Der erste Großeinkauf ohne Schmacht. SUPER! icon_biggrin.gif

Mittags habe ich dann noch ein paar Sachen im Drogeriemarkt besorgt. Ging ganz schnell. Kein Stress. Und trotzdem fing Quälobert plötzlich zu quengeln an. Wenn auch - zunächst - nur leise. Ich bin dann noch zum Tanken gefahren und als mein Blick beim Bezahlen auf die Zigaretten fiel, blieb er dort hängen ... ich bekam das "Goaßgschau" icon_eek.gif ... und Quälobert schrie so laut "ICH WILL RAUCHEN", dass ich mir einen Moment lang nicht sicher war, ob ich das jetzt eventuell laut gesagt hatte. Aber der Kassierer zeigte keinerlei Reaktion, gab mir meinen Kassenzettel und ich ging zum Auto. Quälobert motzte auf der Fahrt und dann zuhause noch eine zeitlang rum, hielt dann aber ein Mittagsschläfchen und seitdem ist wieder alles gut. gefuehle_smilie_0236.gif
Verfasst am: 21.04.2021 15:48
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 136 meiner Nichtmehrraucher-Reise (31.10.2020)

Quälobert hat ja gestern was von diesem "Smokeland" gebrabbelt. Dass da so eine tolle Stimmung herrscht, weil nach Herzenslust geraucht werden darf. Heute hat er mir gestanden, dass die ganzen Raucher dort gar nicht freiwillig sind, sondern von ihren Nichtmehrrauchern dorthin abgeschoben wurden. Quälobert meinte heute, dass das eigentlich lauter gescheiterte Existenzen sind, die ihren Frust im Qualm verstecken … und wie froh er ist, dass ich ihn nicht dort abgegeben habe. Bei mir wäre es viel schöner, meinte er dann noch. Ach Berti, das hast du aber schön gesagt. icon_lol.gif
Verfasst am: 22.04.2021 16:21
besuchvomklabauteraki
Dabei seit: 02.03.2019
Rauchfrei seit: 2415 Tagen
Beiträge: 4957
Die Weltbeste Schildermacherrin Hallo liebe Christine rose.gif,
Hab lieben Dank für Deine Mühe mit dem Riesigem Schild Smile_Umarmung.gif Danlke auch Dir für Deine lieben Zeilen .
LG Hansflowerblue.png
Verfasst am: 22.04.2021 17:23
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Der Hans, der kann's icon_cool.gif ... und wer seit sensationellen 6 Jahren rauchfrei ist, der darf auch in mein Tagebuch schreiben icon_wink.gif ... aber grundsätzlich gilt:

Dieses Tagebuch ist in erster Linie zum Schmökern gedacht. Zum Plaudern kommt doch bitte in mein Wohnzimmer "Rauchen ist keine Option mehr!" :
http://www.rauchfrei-info.de/community/forum/?tx_mmforum_pi1%5Baction%5D=list_post&tx_mmforum_pi1%5Btid%5D=9417&tx_mmforum_pi1%5Bfid%5D=18

Liebe Grüße
Christine
Verfasst am: 24.04.2021 08:02
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 138 meiner Nichtmehrraucher-Reise (02.11.2020)

Ich habe in einem anderen Wohnzimmer einen schönen Kommentar gelesen ... die Geschichte einer Nichtmehrraucher-Reise ... aus den Tiefen des Forums, wo sie in 2015 von einem Markus, der sich leider abgemeldet hat, niedergeschrieben wurde. Ein sehr schöner Reise-Bericht, wie ich finde, den ich gerne hier in meinem Tagebuch festhalten möchte.


…Conquest of Paradies.

Kapitel 1: Im Land eines unbarmherzigen Tyrannen.

Der Zeitpunkt an dem ich die Erzählung meiner Geschichte beginnen lasse möchte, liegt etwa zwei Jahre zurück.
Ich lebte zu jener Zeit in einem Land, welches von einem brutalen und unbarmherzigen Tyrannen regiert wurde.
Ich war in diesem Land nicht geboren, doch wie ich dorthin gelange erzähle ich gleich erst.

Es war ein sehr merkwürdiger Herrscher. Als Zeichen der Zugehörigkeit zu seinem „Volk“ verlangte er dass die Menschen in Papier gehüllte Kräuter verbrannten, und diesen Rauch inhalierten.
Nun ist man versucht zu sagen, so schrecklich hört es sich doch nicht an. Aber das heimtückische war, diese Kräuter machten süchtig. Nach kurzer Zeit kam man nicht mehr ohne aus.
Und der Erwerb dieser „Kräuterröhrchen“ war auch noch sehr teuer.
Alles Geld, welches dafür ausgegeben wurde, floss in die Schatzkammern des Tyrannen, und machte ihn sehr, sehr reich. Doch darum ging es ihm noch nicht einmal. Dies war nur der Nebeneffekt. Was er wirklich wollte war Kontrolle. Er wollte die Menschen kontrollieren und über sie bestimmen. Sie sollten ihren freien Willen an ihn abgeben.

Hinzu kam dann auch noch das dieses „Ritual“ die Gesundheit ruiniert, und viele, viele Menschen in dem Land des Tyrannen früh starben.
Und was das Ganze noch merkwürdiger machte, ist die Tatsache, dass niemals auch nur ein Mensch in diesem Land geboren wurde.
Alle Bewohner dieses Landes sind „rekrutiert“ worden.
Der vernünftige Mensch mag jetzt einwerfen, dass ja niemand gezwungen sei dieses Ritual zu vollziehen, und somit nie unter die Tyrannei des Herrschers geraten könnte. Doch war der Tyrann zu allem Übel auch noch recht klug, und ein Kenner der menschlichen Natur.
Er schickte gut ausgebildete „Werber“ aus, welche dafür sorgten, dass sein Volk immer wieder Zuwachs bekam.
Und wie dies funktionierte erzähle ich im nächsten Kapitel an meinem eigenen Beispiel.

Kapitel 2: Der kluge, kluge Werber.

Da niemand im Land des Tyrannen geboren wurde, wurde seine „Untertanen“ also angeworben.
Dies geschah auf vielfältige Weise.
Bei mir war es so.
Wir hatten unser alljährliches großes Fest im Dorf. Dort trafen sich Jung und Alt, Mann und Frau, Mädchen und Jungen, um am längsten Tag des Jahres zusammen zu feiern, zu essen und zu trinken.
Es war das Jahr in dem ich, und einige Freunde meines Alters, ein reges Interesse an der Tochter des Müllers gefunden hatten. Um es ganz klar zu sagen: Wir hechelten ihr hinterher wie der Hund des Schmiedes, der Wurst des Metzgers.
Jedoch war sie ein wenig älter, und hatte nur Augen für den Sohn des Schmiedes. Dieser war von Statur her eher ein Bär, als ein Mensch, von seinem Geist her allerdings auch.
Dennoch versuchten meine Freunde und ich, die Aufmerksamkeit der Müllerstochter zu erlangen.
Einige der älteren Jungs des Dorfes haben uns bei unseren (heute kann ich ja zugeben, doch sehr ungelenken) Versuchen beobachtet. Einer kam zu mir und meinte, dass ein Zigarette etwas cooles wäre, und ich damit sicher Eindruck machen würde. Erst wollte ich natürlich nicht. Weiß doch jeder wie schlimm rauchen ist. Doch meinten einige Jungs – welche jetzt dazu gekommen waren – ob ich den vielleicht feige wäre? He! Alles! Aber feige! Ich? Nie! Ich nahm eine zündet sie an, der erste Zug.
Buah – wie übel. Davon soll man süchtig werden? Nie im Leben! Und hat die Müllerstochter nicht gerade bewundernd zu mir geschaut…?
Das Ende des Liedes war, das ich bald in das Land des Tyrannen umgesiedelt bin. Und die schöne Müllerstochter bekam den Sohn des Buchhändlers, der auch nur einmal in seinem Leben mutig war. Nämlich als er sie ansprach, und ihr seine Gefühle gestand.
Das die älteren Jungs schon seit längerem im Dienst des Tyrannen standen, wurde mir erst viel später, und damit zu spät, klar.

Kapitel 3:
Auch in der Tyrannei kann man sich einrichten.


So siedelte ich um, und empfand das Leben erst als recht angenehm.
Wie immer wenn man etwas gemeinsam tut, entsteht Gemeinschaft.
Und dies war gar nicht so schlecht. Man traff sich, rauchte eine zusammen (so wurde das Ritual genannt), unterhielt sich. Und da man mit der Zeit immer mehr rauchte kam es auch zu immer mehr Treffen. Es fühlt sich nicht schlecht an, in einer Gemeinschaft eingebettet zu sein. Und sei es eine Gemeinschaft von Drogenkonsumenten.
Natürlich gab es auch unzufriedene Stimmen, und auch Kritik am Tyrannen. Aber wo gibt es diese nicht? Selbst im freisten Land wird es Menschen geben welche dies zu bemängeln haben.
Alles in allem verging die Zeit nicht ganz unangenehm. Doch immer mehr störten mich die Begleitumstände. Meine Gesundheit verschlechterte sich. Nicht sofort, Und auch nicht schnell. Aber so dass ich irgendwann nicht umhin kam mir einzugestehen das ich auf diesem Weg einem frühen Ende entgegen ging. Der Gestank, die Unsummen an Geld, die gelben Finger und die verlorene Zeit sei auch noch hier erwähnt.
Und irgendwann kam was kommen musste, einige lieben Freunde starben weit vor ihrem natürlichen Ende an den Folgen des Rituals.
Und so entschied ich mich: Jetzt ist Schluss!

Kapitel 4:
Résistance.


Aber wie anfangen?
Eins war mir klar. Alleine geht es nicht.
Ich brauchte Verbündete.
Und so hörte ich mich um.
Wie in jeder Tyrannei gibt es Menschen welche sich gegen sie auflehnen. Doch sie findet man nicht zur Mittagszeit auf dem Marktplatz. Eher gegen Mitternacht in zwielichtigen Spelunken.
Und so trieb ich mich in Gegenden herum in welche ich normalerweise nicht gegangen wäre, und zu Zeit in denen jeder anständige Mensch besser zu Bette liegt. Doch ich hörte hier mal ein Wort, dort fing ich einen Satz auf. Namen vielen. Natürlich nichts Genaues. Aber genug um Vermutungen anzustellend, und diesen nach zu gehen.
Und so kam es das ich eines Nachts vor einer Tür stand, klopft und das Passwort: „rauchfrei-info“ flüsterte. Die Tür schwang auf, und ich stand in einem Raum mit vielen Gleichgesinnten. Ich hätte nie gedacht das es so viele Menschen gäbe welche aus der Tyrannei flüchten wollten.
Dort erzählte man uns das es durchaus möglich ist zu fliehen. Die Tyrannei hinter sich zu lassen, und die Freiheit gewinnen könnte. Es wäre nicht unbedingt einfach, aber machbar.
Denn diejenigen welche uns das erzählten waren diesen Weg selbst schon gegangen, und boten sich uns als „Lotsen“ an.
Und gerne glaubten wir ihren Worten.
Sie sagten uns dass wir uns auf diese Flucht/Reise vorbereiten sollten. Und rüsten und wappnen sollen, und wer aufbrechen wollen, solle in einer Woche um Mitternacht im Hafen der Stadt sein.
So machte ich mich auf um meine letzten Dinge in diesem Land zu erledigen, und dann in die Freiheit aufzubrechen.

Kapitel 5:
Auf in eine neue Welt!


So kam es das ich kurz vor Mitternacht – eine Woche nach dem Treffen – im Hafen stand. Meine sieben Sachen dabei. Mit viel Vorfreude und noch viel mehr Angst.
Das Schiff auf welches wir stiegen war recht unauffällig. Nicht sehr groß, nicht sehr neu.
Da wir es selbst segeln mussten – aus Gründen der Geheimhaltung konnte man keine Mannschaft anheuern – fand ich es nur Recht. Viele waren gekommen. Und es herrschte eine eigentümliche Stimmung. Es gab viel Vorfreude. Es gab auch jede Menge Angst. Einige erschraken bei dem Gedanken dieses Land nie wieder zu betreten. Doch wir machten uns gegenseitig Mut, und die Lotsen erzählten uns von dem Leben was auf uns warten täte.
Bevor wir das Schiff betraten warfen wir alle unsere Utensilien für das Ritual ins Meer. Allein das tat schon gut.
Als wir dann alle an Bord waren, das Gepäck verstaut, legte das Schiff ab, und wir fuhren in die Morgendämmerung hinein einer ungewissen Zukunft entgegen.

Kapitel 6:
Eine bewegte Überfahrt.


Wie ich schon bemerkte, waren wir viele. Direkt zu Anfang fragte ich mich wieso so viele auf einmal auf dem Schiff sein sollten. Schon einige Stunden später wurde mir klar warum.
Das Fehlen des Rituals macht sich bemerkbar. Es setzte der Entzug ein.
Und dies war kein wirklich schöner Anblick. Viele wankten wie betrunken übers Deck. Einigen musste man die Anweisungen für ihre Arbeit auf dem Schiff mehrmals wiederholen, damit sie nicht vergessen wurden. Einige kamen einfach nicht von der Reling weg. Wieder andere waren nicht aus den Kojen zu bringen. Einige wenige waren nicht zu bremsen.
Man sah die merkwürdigsten Szenen. Es kam vor das zwei oder mehrere in Streit miteinander gerieten und sich dabei ewige Feindschaft schworen, nur um sich wenige Augenblicke später weinen in den Armen zu liegen und sich ihrer immerwährenden Zuneigung zu versichern.
Es wurde in den ersten Tagen viel gelacht, und viel geweint. Und die Lotsen hatten alle Hände voll zu tun um Schiff am laufen zu behalten.
Nach einigen Tagen wurde es besser. Die Gemüter beruhigten sich. Und eine etwas größere Entspanntheit trat ein. Nicht jeder wurde vom Entzug gleich hart getroffen. Einige hatte sogar das Glück kaum etwas zu bemerken. Was wurden sie beneidet.

Leider muss ich auch erwähnen dass einige verloren gingen.
Vielen schwand der Mut, die Zuversicht und der Glaube daran es schaffen zu können. Andere wurden wieder von Werbern eingefangen. (Woher sie kamen haben wir nie heraus bekommen).
Andere sagten dass es noch nicht der rechte Zeitpunkt sei.
Sie machten sich auf den Weg zurück. Fuhren mit anderen Schiffen, welche in Richtung des Landes des Tyrannen fuhren, wieder zurück.
Andere stahlen sich in aller Heimlichkeit fort von uns.
Jedes Fehlen empfanden wir sehr schmerzlich.
Doch der Glaube an die Richtigkeit unserer Reise ging nie verloren.

Nach 50 Tagen Fahrt, machten wir an einer kleinen Insel halt, um unsere Vorräte zu ergänzen.
Diese Insel nannte man „Blümchenwiese“. Warum weiß ich zwar nicht so genau, aber da sie sehr angenehm und lieblich war, denke ich dass ihr Name daher rührte.
Als unsere Vorratskammern gefüllt waren, machten wir uns auf den Weg zur Fahrt über den großen Ozean, um ins Land der Freiheit zu gelangen.

Kapitel 7:
Eine glückliche Landung.


180 Tage nach dem wir losgefahren waren, landeten wir in unserer neuen Welt.
Der Ort kam uns wie eine „Trauminsel“ vor. Die Farben waren bunter als alle welche wir kannten. Die Luft lieblicher als an jedem anderen Ort. Das Essen schmeckte besser als je zuvor. (Was ein allgemeines Phänomen war, und sich bei uns allen deutlich abzeichnete. Wir sahen nicht nur lebendiger aus, wir waren auch fülliger geworden).
Wir waren überglücklich diesen Ort erreicht zu haben.
Wir haben dort noch viele anderen getroffen, welche vor dem Tyrannen geflohen waren.
Sie bereiteten uns ein großen Willkommen, und halfen uns mit Rat und Tat.
Ein wenig bedauerten wir all die, welche sich entschieden hatten umzukehren. Doch Freude war das vorherrschende Gefühl.
Und ich dachte mir: „Schön! Jetzt hast du es geschafft“.

Kapitel 8:
Weiter.


Eine Weile glaubte ich tatsächlich es geschafft zu haben. Angekommen zu sein.
Doch etwas gab keine Ruhe. Eine kleine Stimmte in meinem Kopf fragte mich ob dies denn schon alles sei. Ob ich es mir so vorgestellt hätte, oder ob ich noch mehr wolle.
Eine geraume Weile konnte ich diese Stimme überhören. Doch sie wurde lauter, und ich hörte mich wieder etwas um.
So erfuhr ich, dass ich nicht der Einige sei, dem es so ergeht. Es hätte schon viele vor mir gegeben welche ein weiter wollten. Ihren Weg fortsetzend, wohin das Abenteuer einen führt.
So kam es das ich wieder mein Bündel schnürte, und mich auf den Weg machte.
Doch war es nicht leicht. Nur wenige konnten mir auf meinem Weg Auskunft geben. Es gab keine festen Weg. Trampelpfade waren schon eine Bequemlichkeit.
Ich kam durch viele Landstriche von denen ich nur einen mal mit Namen nennen möchte. Den „Dschungel der Gefühle“. Und wenn ich ihn durchquert habt, wisst ihr auch genau warum er so heißt.

Nach einiger Zeit kam ich über eine Hügelkette, und ein grünes, einladendes Tal lag vor mir.
Sofort gefiel mir der Ort. Ich wusste, ich war angekommen. Hier sollte mein neues Leben stattfinden. Dies war meine neue Welt.

Kapitel 9:
Angekommen.


Ich bin jetzt schon eine Weile in meinem Tal.
Gut es ist nicht „mein Tal“, aber ich nenne es so.
Einige andere haben sich auch jetzt schon hier angesiedelt, und wir kommen sehr gut mit einander aus.
Ich habe mir ein kleines Häuschen (na gut, woanders wäre es eine Hütte) mit Garten errichtet, und fühle mich rundum wohl.
Manchmal weht der Wind einen leichten Geruch aus einem jetzt sehr fernen Land her, und ich erinnere mich, dass mein Leben mal anders war.
Doch ist dies wie das Jucken einer alten Narbe, oder das verblassende Bild eine Alptraums im Licht des frühen sonnigen Morgens. Es vergeht schnell wieder.

Ob ich mich wieder auf diese Reise machen würde? Jeder Zeit!
Sie war viel anstrengender als ich erwartet hatte. Hat mich viel mehr Mühe gekostet als ich es mir nur vorstellen konnte. Hat mehr Tränen und Verzweiflung gebracht als mir lieb war.
Aber was ich dafür gewonnen habe ist immens.
Vor mir liegt eine Zukunft in Freiheit. Mit einem Wohlgefühl welches ich mir noch nicht einmal vorstellen konnte. Und mit der Chance sehr alt zu werden. Und jetzt weiß ich auch wie sich ein schwerer Geldbeutel anfühlt.
Verfasst am: 20.05.2021 11:03
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 141 meiner Nichtmehrraucher-Reise (05.11.2020)

Ich wurde gefragt, wie sich mein Nichtmehrrauchen nach 140 Tagen anfühlt. Gut, würde ich sagen. Mein Quälobert macht zwar gelegentlich schon noch ein bisschen Theater, aber so richtig ernst nehmen kann ich ihn nicht mehr icon_wink.gif - überwiegend fällt mir das Nichtmehrrauchen doch sehr leicht. Im Großen und Ganzen verläuft meine Nichtmehrraucher-Reise schon seit ein paar Wochen recht unspektakulär. Ich denke schon immer wieder mal, dass ich jetzt gerne eine rauchen würde, aber das belastet mich nicht mehr. Ich bekomme es mittlerweile wirklich gut hin, diese Gedanken mit einem Schulterzucken zu quittieren und sie emotionslos weiterziehen zu lassen. Üblicherweise ist der Spuk nach wenigen Sekunden vorbei. Und jetzt kommt ja die Zeit, in der ich die Raucher so richtig doll bedauern darf, wenn sie bei Schnee und Eis schlotternd draußen stehen, weil sie ihre Sucht befriedigen müssen. (Sofern sie nicht zu der aussterbenden Spezies gehören, die noch in der Wohnung raucht.) Ist es nicht wunderbar, dass wir das nicht mehr müssen? icon_biggrin.gif Wie heißt es so schön in der Werbung: Rauchst du noch oder lebst du schon? Riesengrinser.gif
Verfasst am: 20.05.2021 11:06
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 142 meiner Nichtmehrraucher-Reise (06.11.2020)

Obwohl es immer normaler wird, nicht mehr zu rauchen, empfinde ich doch noch so eine gewisse Leere. Ich bin allerdings der Meinung, dass das eigentlich nichts mit Rauchgelüsten zu tun hat. Ich denke, dass diese Leere vor dem Rauchstopp schon da war. Ich habe sie mit Zigarettenqualm vernebelt. Das tue ich jetzt nicht mehr und jetzt wird mir diese Leere schmerzhaft bewusst. Jetzt möchte ich diese Leere mit anderen Dingen füllen, aber das ist nicht einfach. Ich möchte viele Dinge ändern und theoretisch weiß ich auch ziemlich genau, was ich ändern will. Aber die praktische Umsetzung überfordert mich an manchen Tagen. Das verunsichert mich. Das lähmt mich. Macht mich antriebslos. Und dann schiebe ich das Ganze auf die fehlende Zigarette. Gebe dem Rauchverzicht die Schuld an meinem Unwohlsein. Bilde mir ein, dass mit Zigarette alles bunter, fröhlicher, einfacher war. Vergiss es! Ich bin zwar immer noch kein so richtig zufriedener Nichtmehrraucher, aber ich würde definitiv kein zufriedener Raucher mehr werden. Dafür bin ich schon viel zu weit gegangen. Und deshalb werde ich diesen Weg weiter gehen. Auch wenn Quälobert immer noch ab und zu meint, mir ein paar Stolpersteine vor die Füße rollen zu müssen. icon_razz.gif

Schließe ab mit dem was war.
Sei glücklich mit dem was ist.
Sei offen für das, was kommt.
Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede.

Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
icon_wink.gif
Verfasst am: 20.05.2021 11:09
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 146 meiner Nichtmehrraucher-Reise (10.11.2020)

Die Nichtmehrraucher-Reise und "Corinna" haben mich nachdenklich gemacht, d.h. ich habe sehr viel darüber nachgedacht, was wichtig ist im Leben und was nicht ... was ich will und was ich nicht mehr will. Ich möchte Ballast abwerfen und deshalb miste ich momentan kräftig aus. Das Haus und die Seele. Ich trenne mich von Dingen, die ich nicht wirklich brauche ... und von Menschen, die mir nicht gut tun. Ich sehe viele Dinge klarer als vorher … unvernebelt halt … und das gefällt mir. icon_biggrin.gif

Die Nichtmehrraucher-Reise hat mich aber nicht nur nachdenklich, sondern auch selbstbewusster gemacht. Das bestätigt sich täglich beim Blick in den Spiegel. Mein grau-weißer Haaransatz misst mittlerweile mehrere Zentimeter und ist sehr deutlich zu sehen. icon_eek.gif Und es sieht nicht unbedingt schön aus. icon_rolleyes.gif Aber ich ziehe das jetzt durch. icon_cool.gif Und zwar ohne Tönung ... einfach rauswachsen lassen ... ganz selbstbewusst ... obwohl ich mir diese radikale Lösung eigentlich nicht zugetraut hatte. Aber irgendwie finde ich mich toll mit grauen Haaren! icon_lol.gif


Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
verstand ich, wie sehr es jemanden beeinträchtigen kann,
wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzuzwingen,
auch wenn ich eigentlich weiß, dass der Zeitpunkt nicht stimmt
und dieser Mensch nicht dazu bereit ist – und das gilt auch,
wenn dieser Mensch ich selber bin.
Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum
eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich gelassen sein.
Heute weiß ich: Das nennt man SELBSTVERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man BESCHEIDENHEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es ERFÜLLUNG.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Doch als ich es mit meinem Herzen verbunden hatte,
wurde mein Verstand ein wertvoller Verbündeter.
Diese Verbindung nenne ich heute WEISHEIT DES HERZENS.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

(Charlie Chaplin)
Verfasst am: 20.05.2021 11:11
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 147 meiner Nichtmehrraucher-Reise (11.11.2020)

Ich habe heute im Oktoberzug einen langen Kommentar geschrieben und den möchte ich gerne in meinem Wohnzimmer festhalten:

"SmoSa" schrieb:

Hallo liebe Oktoberzügler*innen,

ich habe einen gültigen Fahrschein für den Junizug und fahre jetzt einfach mal eine Station bei euch mit ... wird mich schon kein Fahrkarten-Kontrolleur erwischen. icon_razz.gif icon_wink.gif

Ich möchte mal versuchen, die Frage von Astrid/Stelli15 zu beantworten.

"Stelli15" schrieb:
Gibt es eigentlich irgendeine wissenschaftliche Erklärung dafür, dass der Entzug so ein Auf und Ab ist? Ich finde es einfach erstaunlich, dass es jeden Tag einfach anders sein kann....und leider nicht stetig nur bergauf geht.


Erst einmal möchte ich eine Lanze für den Rauchteufel brechen - er ist nicht an allem schuld! Wir machen oft den Fehler, jede Unpässlichkeit und jedes Zwicken und Zwacken als Entzugserscheinung zu deuten und den Rauchteufel auch für alle Gefühlsschwankungen verantwortlich zu machen. Dabei vergessen wir gerne, dass wir auch als Raucher gute und schlechte Tage hatten.

Aber auch wenn er nicht an allem schuld ist, so hat er doch großen Anteil an der "Achterbahn der Gefühle" und das hat viel mit Bio-Chemie zu tun. Ich versuche mal, das ganz grob und mit einfachen Worten zu erklären und bitte um Verzeihung, wenn es nicht hundertprozentig richtig ist. (Wer es genauer/fundiert wissen möchte, kann es ja googeln.)

Nikotin greift sehr massiv in das Belohnungssystem unseres Gehirns ein.
Es dockt an bestimmten Rezeptoren an, stimuliert dadurch das Belohnungszentrum und es wird Dopamin (ein sog. Glückshormon) ausgeschüttet. Und weil das Nikotin das ja so wunderbar regelt, überlassen wir ihm das auch gerne, d.h. die körpereigene Dopaminherstellung/-ausschüttung wird heruntergefahren. Je länger und je mehr Nikotin wir zuführen, desto mehr dieser Rezeptoren werden neu ausgebildet. Und damit die alle bedient werden können, muss eine gewisse Menge (und auch immer mehr) Nikotin zugeführt werden. Wenn wir mit dem Rauchen aufhören, dann stoppt natürlich die vom Nikotin gesteuerte Dopamin-Ausschüttung. Jetzt muss sich der Körper wieder selbst um die Produktion und Ausschüttung des Glückshormons kümmern. Aber das funktioniert nicht auf Knopfdruck, sondern muss erst langsam wieder anlaufen. Außerdem sind da plötzlich so viele Rezeptoren vorhanden, dass der Körper es gar nicht schafft, alle zu bedienen. Da sind also erstmal Dopaminspeicher, die nicht bedient werden können, also leer bleiben. Und das erklärt wohl auch diese "Leere", die viele Nichtmehrraucher empfinden.
Der durch das Nikotin erhöhte Dopaminspiegel führt außerdem dazu, dass diverse Konditionierungen/Verknüpfungen ausgebildet werden, d.h. dass bestimmte Situationen mit "Nikotin = Belohnung" verknüpft werden. Haben wir also in bestimmten Situationen immer geraucht, dann schreit unser Suchtgedächtnis bei Eintreten dieser Situation automatisch nach seiner Belohnung, also nach Nikotin. Schwierige Aufgabe erledigt? RAUCHEN!!! Stress? RAUCHEN!!! Kaffee? RAUCHEN!!! Gesellige Runde? RAUCHEN!!!

Wir haben also als Nichtmehrraucher zwei Aufgaben:

Erstens müssen wir uns durch den Wegfall der "Belohnung Nikotin" aktiv darum kümmern, uns anderweitig zu belohnen und so für die Ausschüttung von Glückshormonen zu sorgen. Wie diese Belohnung aussehen kann, ist natürlich sehr individuell. Das können Kleinigkeiten sein, wie z.B. ein duftendes Schaumbad, eine neue Teesorte, ein achtsamer Spaziergang durch den Wald, das bewusste tiefe Einatmen von Frischluft oder ein Wellness-Tag. Das können Erlebnisse/Unternehmungen sein, die man schon länger nicht mehr hatte. Oder man kauft sich vom gesparten Zigarettengeld etwas, was man sich sonst nicht hätte leisten können.

Zweitens müssen wir die ausgebildeten Konditionierungen/Verknüpfungen lösen und dadurch nach und nach unser Suchtgedächtnis löschen. Sich nach einer erledigten Aufgabe mit einer aromatischen Tasse Tee, einer spannenden Kurzgeschichte oder einem Rundgang durch das Rauchfrei-Forum belohnen. Bei Stress das Fenster öffnen und ein paar Mal tief durchatmen. Statt Kaffee z.B. Tee trinken oder den Kaffee an einem anderen Platz trinken als früher. Sich in geselliger Runde freuen, dass man nicht mehr rausgehen muss zum Rauchen und man deshalb auch keine witzigen Geschichten mehr verpasst.

Diese beiden Aufgaben bewältigt nicht jeder gleich gut und deshalb fällt der Rauchausstieg dem einen leichter als dem anderen. Und auch der Einzelne schafft es nicht an jedem Tag gleich gut und deshalb kann es sein, dass wir an einem Tag total euphorisch sind und das Gefühl haben, dass es doch "voll easy" ist, nicht mehr zu rauchen ... und am nächsten Tag fallen wir in ein Loch und empfinden das Nichtmehrrauchen als total anstrengend und zermürbend. Diese "Achterbahn der Gefühle" kann noch einige Zeit andauern, aber die Ups und Downs sind nur am Anfang so extrem steil. Je länger die Fahrt geht, desto gemäßigter werden sie.


Was auch eine große Rolle spielt, wie leicht oder schwer uns der Rauchstopp fällt, ist unsere Einstellung dazu. Wer mit einer positiven Einstellung rangeht (z.B.: Ich WILL mir etwas Gutes tun und ein rauchBEFREITes Leben führen) wird sich leichter tun als derjenige, der das Ganze mit einer negativen Einstellung angeht (z.B.: Ich MUSS aus gesundheitlichen Gründen auf Zigaretten VERZICHTEN).
Ich persönlich habe mich leider ziemlich lange sehr schwer getan mit der richtigen Einstellung und habe "Ziggi" viel zu lange nachgetrauert. Auch wenn es für mich nach ein paar Wochen einfacher geworden ist, nicht mehr zu rauchen, so war ich doch ein sehr unzufriedener Nichtmehrraucher, weil ich immer noch x-mal am Tag dachte, wie schön es wäre, jetzt eine zu rauchen. Irgendwann schlitterte ich regelrecht in eine Art Sinnkrise - ich habe gehadert, gezweifelt und mich gefragt, wann sich das Nichtmehrrauchen endlich normal anfühlt ... wann ich endlich nicht mehr so oft ans Rauchen denke. Aber dann hat mich eine liebe Rauchfrei-Lotsin animiert, es mal mit "Akzeptanz" zu versuchen. Und das habe ich dann auch gemacht, d.h. ich habe es einfach akzeptiert, dass ich noch so oft ans Rauchen denke. Etwas zu akzeptieren bedeutet, es einfach so anzunehmen wie es ist, statt sich immer und immer wieder damit auseinanderzusetzen bzw. dagegen anzukämpfen. Ich habe also angefangen, meine Rauchgedanken mit einem leichten Schulterzucken zu quittieren, ihnen ein lapidares "ist halt so" zu entgegnen und sie emotionslos weiterziehen zu lassen. Das hat super funktioniert - es hat mich entlastet und mich von negativen Gefühlen (wie z.B. Wehmut) befreit. Und diese Akzeptanz führte auch zu meinem neuen Mantra, das mich seitdem begleitet: Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so!

So, das ist jetzt ein ziemlicher Roman geworden. icon_redface.gif Nehmt euch davon, was ihr brauchen könnt, und lasst den Rest einfach liegen. icon_wink.gif

Ich wünsche euch noch viel Mut, Kraft, Geduld, Gelassenheit und Durchhaltevermögen auf eurer Nichtmehrraucher-Reise.
Und unterstützt euch weiterhin so gut - gemeinsam seid ihr stark!

Liebe Grüße
Christine
Verfasst am: 20.05.2021 11:15
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 149 meiner Nichtmehrraucher-Reise (13.11.2020)

"Corinna" macht mir das Leben momentan recht schwer. Da ploppt doch gelegentlich der Gedanke auf, wie schön und tröstlich es doch wäre, wenn mir "Ziggi" Gesellschaft leisten würde. Mein Suchtgedächtnis will mir einreden, dass ich mich besser fühlen würde mit Ziggi. Aber mein Verstand weiß, dass mir Ziggi vielleicht für ein paar Minuten ein tröstliches Gefühl vermitteln, die Situation insgesamt aber nicht verändern würde. Zumindest nicht zum Positiven. Im Gegenteil. Ich wäre dann schnell wieder ein Nikotin-Junkie und das möchte ich nicht. Also werde ich rauchfrei bleiben und das Beste aus der Situation machen.

2020 wird mir in Erinnerung bleiben als ein schwieriges Jahr, weil ein Virus unser Leben verändert und unsere Gesundheit in Gefahr gebracht hat.

2020 wird mir aber auch in Erinnerung bleiben als ein erfolgreiches Jahr, weil mein Entschluss, mit dem Rauchen aufzuhören, mein Leben verändert hat und ich damit viel für meine Gesundheit getan habe.

Momentan nimmt uns das Virus bzw. die Politik viele Entscheidungen ab, aber die Rauchfreiheit ist und bleibt unsere ganz persönliche Entscheidung. Und es war und ist eine großartige Entscheidung!
Verfasst am: 20.05.2021 11:23
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 151 meiner Nichtmehrraucher-Reise (15.11.2020)

150 Tage rauchfrei gemeistert - Ankunft beim Griechen

Mein Zähler zeigt 150 rauchfreie Tage an und ich durfte beim Griechen feiern. Es hat mich total gefreut, dass mir dort und hier in meinem Wohnzimmer so viele liebe Forumshausener*innen zu meinem Jubiläum gratuliert haben.

Jetzt habe ich es also erreicht, das dritte große Etappenziel. Im Gegensatz zu den ersten beiden 50er-Etappen verlief meine Nichtmehrraucher-Reise zum Griechen sehr unspektakulär. Kein theatralisches Gejammer, kein Hadern und kein Zweifeln. Ich habe zwar immer noch recht oft ans Rauchen gedacht, aber seit ich diese Rauchgedanken akzeptiere, sie mit einem Schulterzucken quittiere, ihnen "ist halt so" entgegne und sie einfach weiterziehen lasse ... seitdem belasten sie mich nicht mehr. Ein kurzer Gedanke - nicht mehr und nicht weniger. Auch der - in letzter Zeit gelegentlich geäußerte - Wunschgedanke, wenigstens "Ziggi" möge mir doch in dieser für mich recht schwierigen "Corinna"-Zeit tröstliche Gesellschaft leisten, ist letztendlich nichts anderes als ein kurzer Gedanke, den ich einfach weiterziehen lasse und der keine Gefahr für meine Rauchfreiheit darstellt. Weil ich weiß, dass mich eine Zigarette nicht wirklich trösten und rein gar nichts an der Situation ändern würde.

Mein Mantra, das mich in den letzten zwei Monaten begleitet hat - Ich rauche nicht mehr ... und das ist gut so! - hat mir also sehr gute Dienste geleistet. Aber jetzt brauche ich es nicht mehr, weil ich die Akzeptanz verinnerlicht habe. Vielleicht werde ich mir ein neues Mantra zulegen, vielleicht aber auch nicht. Weil ich eigentlich keines mehr brauche. Weil das Nichtmehrrauchen inzwischen eine gewisse Normalität erlangt hat und mich kaum noch Willenskraft und Energie kostet.

Ich weiß, dass ich noch nicht über den Berg bin und gerade diese Normalität eine gewisse Wachsamkeit erfordert, um sich nicht von seinem Suchtgedächtnis verführen bzw. überlisten zu lassen. Mein Quälobert verhält sich wirklich sehr anständig und nörgelt und quengelt, wenn überhaupt, nur noch leise flüsternd. Aber leicht möglich, dass er insgeheim einen perfiden Plan ausheckt, wie er doch nochmal zum Zug kommen könnte. Und leicht möglich, dass nochmal Tage kommen, an denen er laut aufbegehrt ... zetert und schreit ... mir Schmacht-Attacken schickt und mich wackeln lässt. Aber dieses Forum wird mich auch an solchen Tagen tragen, so wie es mich die letzten 150 Tage getragen hat. Danke, Forumshausen! icon_biggrin.gif
Verfasst am: 20.05.2021 11:25
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 155 meiner Nichtmehrraucher-Reise (19.11.2020)

Habe seit dem Rauchstopp 8 kg zugenommen. icon_redface.gif Da das mit der Rauchfreiheit mittlerweile recht problemlos klappt, werde ich jetzt die Bauchfreiheit in Angriff nehmen. Ich starte mein Bauchfrei-Programm mit einem Gewicht von 75 kg und einem BMI von 27,5. Und einem Bauchumfang von 103 cm… icon_eek.gif icon_redface.gif

Mein Ziel:
Ein Gewicht erreichen, mit dem ich mich wohl fühle ... ich denke da an ca. 62 kg ... und dieses Gewicht dann auch halten.
Etwa 13 kg abnehmen zu wollen, ist natürlich eine ordentliche Hausnummer. Das geht nicht von heute auf morgen. Und man soll ja auch langsam abnehmen. Ein Kilo nach dem anderen ... Schritt für Schritt. Egal ob es ein Jahr dauert ... oder zwei Jahre ... oder auch drei.

Meine Strategie:
  • Mehr Bewegung bzw. intensivere Bewegung (z.B. beim Gassigehen Tempo erhöhen)
  • Weniger naschen
  • Nur essen, wenn ich wirklich Hunger habe (d.h. die durch Dopaminmangel entstandene "Leere" nicht mehr mit Kalorien auffüllen icon_redface.gif) ... gesünder essen ... bewusster essen ... länger kauen ... aufhören, wenn ich satt bin (auch wenn der Teller noch nicht leer ist icon_redface.gif)


Anregungen:
Beim Hausputz durch die Wohnung tanzen Taenzerin.gif
(könnte auch Hula Hoop mit durchsichtigem Reifen sein icon_lol.gif)
Aerobic Drache_zum_Dampf_ablassen.gif
Hometrainer nicht mehr als Kleiderständer benutzen Radfahren.gif

Außerdem halte ich Rumkugeln für sehr hilfreich. Natürlich nicht die Schoko-Dinger, sondern das hier: Kaputtlachsmile.gif Lachen ist gesund und mit Humor fallen viele Dinge leichter. Auch das Abnehmen. icon_wink.gif
Verfasst am: 20.05.2021 11:27
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 157 meiner Nichtmehrraucher-Reise (21.11.2020)

Die Strategien, die man bei der Rauchfreiheit angewendet hat, sollten eigentlich auch bei der Bauchfreiheit helfen. Hunger ist ja auch eine Form von Schmacht und da muss man sich halt irgendwie ablenken. Oder ein großes Glas Wasser trinken. Oder auch einfach aussitzen. Man entwickelt ja auf der Nichtmehrraucher-Reise eine gewisse Leidensfähigkeit und die hilft bestimmt auch auf der Bauchfrei-Reise. Gestern hatte ich gegen 22 Uhr - wie eigentlich fast jeden Abend - Besuch vom kleinen Hunger. Aber statt mich auf eine Diskussion mit ihm einzulassen habe ich ihm gesagt, dass es heute nichts mehr gibt ... Schulterzucken ¯\_(ツ)_/¯ ... "ist halt so" icon_rolleyes.gif ... und Tschüss! Riesengrinser.gif
Verfasst am: 20.05.2021 11:30
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 159 meiner Nichtmehrraucher-Reise (23.11.2020)

Ich fühle mich mittlerweile wirklich recht gut als Nichtmehrraucherin und bin echt froh, dass ich diesen Weg gegangen bin. Auch wenn ich z.B. nicht besser schmecken und nur unwesentlich besser riechen kann als früher ... auch wenn ich bei Anstrengung noch genauso schnaufe wie vor dem Rauchstopp (vermutlich habe ich ganz schlicht und ergreifend eine grottenschlechte Kondition icon_redface.gif) ... auch wenn ich einige Kilo zugelegt habe ... so sehe ich doch reichlich Vorteile. Vor allem natürlich, dass ich meiner Gesundheit was Gutes tue, aber auch z.B., dass ich frischer aussehe und nicht mehr nach Rauch stinke. Außerdem bin froh, dass ich nur noch wegen meiner Fellnase auch bei schlechtem Wetter raus muss und nicht mehr wegen meiner Sucht. Und last but not least hat mich die Nichtmehrraucher-Reise verändert. Ich habe mich neu kennengelernt, sehe viele Dinge klarer und ich bin selbstbewusster geworden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin froh, nicht mehr rauchen zu müssen! icon_biggrin.gif

Die Arbeit hat sich also gelohnt. Wobei "Arbeit" eigentlich der falsche Ausdruck ist, weil wir ja etwas nicht tun, nämlich nicht rauchen. Wir erreichen unser Ziel mit Nichtstun ... ist das nicht klasse? Riesengrinser.gif
Verfasst am: 20.05.2021 11:33
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 162 meiner Nichtmehrraucher-Reise (26.11.2020)

Hier ist ja immer wieder mal die Rede davon, wie schön es doch wäre, ein Gelegenheitsraucher sein zu können. Auch ich wollte vor vielen, vielen Jahren Gelegenheitsraucher werden, als ich nach meinem ersten Rauchstopp wieder zum Glimmstängel gegriffen hatte, und bin kläglich gescheitert. Wie eigentlich alle, die von diesem Gelegenheitsrauchen träumen. Es soll zwar ein paar wenige geben, die das hinbekommen, aber das halte ich für ein Gerücht. Also sie bekommen es möglicherweise hin, nur gelegentlich zu rauchen, aber ich glaube nicht, dass sie dabei glücklich sind. Vielmehr glaube ich, dass sie tarnen und/oder täuschen. Ich habe mich neulich mal mit so einem Gelegenheitsraucher unterhalten. Er erzählte mir, dass er vor 2 Jahren aufgehört hat, aber bei geselligen Anlässen ab einem bestimmten Alkoholpegel zur Zigarette greift. Und dass er das gründlich satt hat. Sowohl die Raucher als auch die Nichtmehrraucher in seinem Umfeld beneiden ihn um dieses Gelegenheitsrauchen, aber sie wissen nicht, welch hohen Preis er dafür zahlen muss. Er hat mir erzählt, wie schwer es ihm nach diesen Rauch-Anlässen fällt, das Rauchen wieder bleiben zu lassen ... und zwar von Mal zu Mal immer schwerer. Dass er praktisch jedes Mal wieder auf Entzug ist. Und dass ihm das mittlerweile so schwer fällt, dass er jetzt beschlossen hat, bei der nächsten Feier keinen Alkohol mehr zu trinken, damit er nicht wieder zur Zigarette greift. Und ich denke, dass sich alle sog. Gelegenheitsraucher genauso (oder zumindest ähnlich) quälen müssen dafür, dass sie ab und zu mal zugreifen. Und diejenigen, die sich nicht durch permanenten Entzug quälen, tarnen sich vermutlich nur als Gelegenheitsraucher und rauchen in Wahrheit zwischen den offiziellen Gelegenheiten heimlich im stillen Kämmerchen.

Ich für meinen Teil habe den Traum vom Gelegenheitsraucher ausgeträumt. Nie wieder einen einzigen Zug!
Verfasst am: 20.05.2021 11:36
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 166 meiner Nichtmehrraucher-Reise (30.11.2020)

Ich tue mich ehrlich gesagt ziemlich schwer auf meiner Bauchfrei-Reise. icon_cry.gif Ist ja kein Selbstläufer und erfordert viel Disziplin. Und da hapert es aktuell leider gewaltig. banghead.gif Ich möchte natürlich immer noch abnehmen, aber ich habe keine Lust, mich dafür zu quälen - das Leben ist momentan durch die ganzen Corona-Einschränkungen schwer genug… icon_rolleyes.gif

Mich beim Rauchen einzuschränken, funktionierte in der Vergangenheit auch immer nur kurzfristig. Da half nur "gar nix mehr". Mich beim Essen zurückzuhalten, funktioniert auch immer nur kurzfristig. Hilft da vielleicht auch nur "gar nix mehr"? icon_wink.gif Kaputtlachsmile.gif
Verfasst am: 20.05.2021 11:38
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 169 meiner Nichtmehrraucher-Reise (03.12.2020)

Ich habe heute im Novemberzug einen langen Kommentar geschrieben und den möchte ich gerne in meinem Wohnzimmer festhalten:

"SmoSa" schrieb:

Liebe Novemberzügler*innen,

ihr wollt wissen, wann es endlich besser wird? NOCH besser, meint ihr vermutlich. Erinnert euch an die ersten Tage und vergleicht das dann mit heute. Es ist definitiv schon besser geworden, oder?
Aber ich weiß schon, was ihr meint. Ihr wollt wissen, wann es endlich nicht mehr anstrengend ist ... wann es sich endlich "normal" anfühlt, nicht mehr zu rauchen.

Mein ultimativer Tipp: Hört auf, euch das zu fragen! Hört auf, den Tag herbeizusehnen, an dem es einen Riesenknall gibt und es sich ganz plötzlich ganz normal anfühlt, nicht mehr zu rauchen. Dieser Tag wird nicht kommen. Weil es kein Ereignis ist, sondern ein Prozess. Und diesen Prozess behindert man mit einer zu großen Erwartungshaltung.

Dapa hat dazu bereits etwas sehr Gutes geschrieben. Zwar ein bisschen wirr icon_wink.gif icon_lol.gif, aber absolut zutreffend.

"Dapa1301" schrieb:
Ich bin sehr froh, dass ich immer noch nicht darüber nachdenke, was morgen ist oder wann ich endlich nicht mehr ans Rauchen denken muss. Die einzige Stunde bzw. das jetzt kann ich sehr gut vertragen. Es ist nicht so quälend. Ich denke noch nicht mal früh an den Abend oder ans später. Es interessiert mich nicht, wie ich mich abends fühle - das bringt mich zu sehr dazu, ans Rauchen zu denken. Mein Budychen ist da und ich weiß, dass ich es nicht ändern kann. Er wird irgendwann wahrscheinlich weg sein und ich werde es nicht merken, weil ich dann einfach nicht mehr ans Rauchen denken werde. Und daher muss ich darauf nicht warten, weil ich es dann nicht mehr wissen werde.


Schraubt eure Erwartungshaltung runter und seid geduldig. Haltet euch vor Augen, wie viele Jahre ihr geraucht habt und dass man dann einfach nicht erwarten kann, dass nach ein paar Wochen Nichtmehrrauchen alles vorbei und vergessen und gut ist. Aber die Rauchgedanken nehmen - sowohl in der Häufigkeit als auch in der Intensität - immer weiter ab. Ganz sicher!

Ich selbst habe leider viel zu lange gebraucht, diese Erwartungshaltung abzulegen. Auch wenn es für mich nach ein paar Wochen einfacher geworden war, nicht mehr zu rauchen, so war ich doch ein sehr unzufriedener Nichtmehrraucher. Ich hatte zwar kaum noch nennenswerte Schmacht-Attacken, aber ich dachte immer noch x-mal am Tag daran, wie schön es doch wäre, jetzt eine zu rauchen. Diese Gedanken waren zwar jeweils gut auszuhalten, aber weil sie so oft kamen, hat mich das tierisch genervt. Ich habe gehadert, gezweifelt und mich gefragt, wann sich das Nichtmehrrauchen endlich normal anfühlt ... wann ich endlich nicht mehr so oft ans Rauchen denke. Aber dann hat mich eine liebe Rauchfrei-Lotsin animiert, es mal mit "Akzeptanz" zu versuchen. Und das habe ich dann auch gemacht, d.h. ich habe es einfach akzeptiert, dass ich noch so oft ans Rauchen denke. Etwas zu akzeptieren bedeutet, es einfach so anzunehmen wie es ist, statt sich immer und immer wieder damit auseinanderzusetzen bzw. dagegen anzukämpfen. Ich habe also angefangen, meine Rauchgedanken mit einem leichten Schulterzucken zu quittieren, ihnen ein lapidares "ist halt so" zu entgegnen und sie emotionslos weiterziehen zu lassen. Das hat super funktioniert - es hat mich entlastet und mich von Frustration und anderen negativen Gefühlen befreit. Und irgendwann fiel mir dann auf, dass ich bei weitem nicht mehr so oft ans Rauchen denke wie noch ein paar Wochen zuvor.
Ganz still und heimlich war es WESENTLICH besser geworden. So still und heimlich, dass ich es fast nicht mitbekommen hätte... icon_wink.gif Riesengrinser.gif

Abschließend noch der Tipp, dem Nikotinteufel nicht für alles die Schuld zu geben, denn manchmal steckt vielleicht ganz was anderes dahinter. Ich zitiere mal einen meiner Tagebuch-Einträge:

Gestern ist mir der Kaffee ausgegangen und ich kam nicht mehr zum Einkaufen. Auch heute Vormittag nicht. Ab dem späten Vormittag ging es mir heute total besch…eiden. Ich hatte heftige Kopfschmerzen, war übellaunig, antriebslos und hatte Schmacht. Nornikotin-Abbau, dachte ich mir. Nachmittags kam mir dann aber der Gedanke, es könnte auch am fehlenden Koffein liegen. Also Kaffee gekauft … Kaffee gekocht … Kaffee getrunken - und ein paar Minuten später ging’s mir wieder deutlich besser.
Echt interessant: Was ich für Zigaretten-Schmacht hielt, war in Wirklichkeit Kaffee-Schmacht. Vermutlich steckt hinter den Schmacht-Attacken öfter mal gar nicht das Bedürfnis nach einer Zigarette sondern nach irgendwas anderem, z.B. Kaffee, Zucker, Abwechslung, Gesellschaft, Spaß, Bestätigung, Zuwendung…


Ich wünsche euch noch viel Durchhaltevermögen auf eurer Nichtmehrraucher-Reise, aber auch ganz viel Geduld und Gelassenheit. Und unterstützt euch weiterhin so gut - jeder Einzelne von euch ist stark, aber gemeinsam seid ihr noch stärker.

LG Christine
Verfasst am: 20.05.2021 11:41
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 175 meiner Nichtmehrraucher-Reise (09.12.2020)

Herber Rückschlag in Sachen Bauchfreiheit:
Aus den 75 kg (BMI 27,5) zu Beginn meiner Bauchfrei-Reise sind 76,6 kg (BMI 28,14) geworden. icon_cry.gif

Erklärung? Ganz einfach: Ich habe mir "gegönnt". Sehr viel gegönnt. Viel zu viel gegönnt. Lebkuchen ... Plätzchen ... Schokolade ... Chips ... Gummibärchen - und zwar alles im Übermaß. icon_redface.gif Ich war am Samstag beim Großeinkauf und habe da auch mal wieder Süßigkeiten gekauft. Reichlich Süßigkeiten. Und statt mir das bis zum nächsten Großeinkauf einzuteilen, habe ich alles innerhalb von ein paar Tagen in mich reingestopft. Ohne Maß und Ziel. icon_redface.gif Ich kann mich da im Moment einfach nicht beherrschen. banghead.gif Ich glaube, ich unterbreche mein Bauchfrei-Programm ganz offiziell … schlemme in der Adventszeit und zu Weihnachten / Silvester … und starte im neuen Jahr nochmal durch.
Verfasst am: 20.05.2021 11:42
SmoSa
Themenersteller
Dabei seit: 17.01.2021
Rauchfrei seit: 531 Tagen
Beiträge: 877
Tag 177 meiner Nichtmehrraucher-Reise (11.12.2020)

Am 22.09.2020 habe ich geschrieben, dass sich meine Fellnase genauso schwer tut wie ich, gewisse Verknüpfungen aufzulösen und dass sich bei ihm die Verknüpfung Kaffeemaschine-Terrasse extrem hartnäckig hält. Aber ich glaube, jetzt hat er’s gerafft. Wenn ich mir jetzt einen Kaffee mache, geht er nicht mehr zur Terrassentür, sondern bleibt entweder da liegen, wo er gerade liegt oder er geht zur Couch. Ich hoffe einfach mal, dass sich bei mir die Verknüpfung Terrasse-Zigarette ebenfalls aufgelöst hat. Aber das wird sich erst zeigen, wenn wieder Terrassen-Wetter herrscht. Ich bin gespannt.