März-Zug 2021 Rauchfrei in den Frühling starten


Verfasst am: 07.03.2021 12:22
sister67
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Hallo bine,


Es geht mir ganz gut, bis auf die körperlichen Schmerzen, welche mich hindern Sport zu machen.

Mit dem Nichtrauchen klappt es gut. Obwohl ich durch den immer besseren schmeckenden Mund,
mehr Appetit bekomme, auch mal auf eine ziggi,
aber ich WEIß : nie wieder einen einzigen ZUG, sonst beginnt der alte Trott.


Jeden Tag belohnen, fällt mir jetzt nicht so ein. Irgendwas kleines ist es immer, etwas unbewusst genießen ohne ziggi und dafür Zeit nehmen.
Zbsp. Tee trinken, auch mal Schokolade für die Seele.
Ich freue mich, die erste Woche fast geschafft zu haben.

Heute ist ja Sonntag=Ruhetag für mich.

Mein Mann trägt mich auf Händen und das fühlt sich so gut an.
Gestern haben wir uns überlegt, das ein E-bike was für mich wäre.
Mal schauen, da muss noch mehr rauchfreie Zeit vergehen, könnte mir aber gut gefallen,


Hallo meikel,

In kleinen Schritten, mal hoch mal runter, fahren wir dem großen Ziel
entgegen. Eine Woche fast geschafft. Die zweite steht bevor.
Und zwar werden, können und wollen wir nicht rauchen.
Danke für die die Motivation und Tips, hilft immer.

LG sister Smile_Umarmung.gif












Verfasst am: 07.03.2021 12:24
sister67
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Yonna ist leider nicht mehr da

Gretilein?
Verfasst am: 07.03.2021 12:30
~Bine~
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Hallo Jani,

ich kürze den Namen einfach mal ab, das ist so eine Macke von mir. Toll wie du deine Geschichte und die Gefühle hier beschreibst.
Ganz klasse finde ich die Auseinandersetzung mit deinem geistigen, inneren Team. Da sieht mal erst einmal, was und wer so in einem stecken. Es ist nicht nur Einer, der da mit am Tisch sitzt. Ganz viele verschiedene Argumente und Wortmeldungen wollen gehört werden. Die andern im Körper, können auch gegen den Einen Argumentieren.

Was meinst du, könnten die andern sagen. Es sind ja nicht alles Mitläufer, sondern eigene Persönlichkeiten. Hören wir mal die Vernunft, die Gesundheit.... wer sitz noch bei dir am Tisch?

Genau, wie du, hatte ich auch immer Zigaretten griffbereit. In jeder Tasche, im Auto, auf der Arbeit. Nur falls mal das Verlangen kommt, nicht in die Spirale des Beschaffungsdrucks zu kommen. So konnte ich genau wie du, sofort selber entscheiden, was ich gerade mache. Mein Satz war dann, „Heute bleibe ich rauchfrei, ich will meine Rauchfreitage behalten“ Das heißt nicht, dass ich keine Lerneinheit gebraucht habe.
Und das Wort „Nein und Nicht“ habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen. Die sind im Unterbewusstsein immer negativ behaftet. Die Sätze ins positive umgewandelt, ist hilfreicher. Ein Nein bedeutet immer ein Verbot, welches wieder reizen könnte.
Vielleicht magst du dir eine Liste machen, mit Tätigkeiten, die du schon immer mal machen wolltes. Wobei ich genieße auch die Zeit, des Erholens immer. Dies ist eine wertvolle Zeit.

Heute bleiben wir Rauchfrei.
LG Bine rose.gif

Verfasst am: 07.03.2021 12:37
~Bine~
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Oh Sister,

bei der Schokolade, bin ich sofort bei dir. Lecker wie habe ich das in der ersten Rauchfreiphase genossen.
Eine Tasse warme Milch und zwei Riegen Belgische Schoki. Eintunken und …. Schlürf …. lecker.

Wichtig sind die kleine Belohnungen, die kleinen Freuden am Tag. Sich über alltägliche Kleinigkeiten freuen.

Das mit dem Geschmack und en Appetit ist ganz normal.
So hat die Zigarette das Hungergefühl unterdrückt, dann sind nach ein paar Tage die Geschmacksknospen wieder voll aktiv, es schmeckt alles besser. Und zu guter Schluss verbrennt man beim Rauchen 200 kcal. am Tag. Die Idee mit dem E-bike, finde ich wirklich super.


Heute bleiben wir Rauchfrei.
LG Bine rose.gif


Verfasst am: 07.03.2021 13:51
Witalinsky
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@janipiep
"Für mein Projekt Rauchfrei ist es wichtig, dass ich immer Zigaretten dabei habe."

Das beruhigt mich ja! Hab mir nämlich gestern, an meinem ersten rauchfreien Tag, erstmal eine Schachtel Cigarrilos geholt. Die hab ich zwar nicht immer bei mir, sondern hab sie in die hinterste Ecke meines "Kram und Krempel"-Schrankes gepackt. Aber es ist schon beruhigend, für alle Fälle was da zu haben.

Bin fast schon überrascht, dass ich es auch heute bis jetzt geschafft habe. Mich nervt es nämlich total, dass gerade jetzt meine Angstzustände so stark wieder gekommen sind. Nicht ganz so schlimm wie letztes Jahr, in dem mich die Angst total blockiert hat ( Ich hatte vor fast allem Angst: Angst vorm einkaufen, Angst, dass was am Auto oder in der Wohnung kaputt geht, Angst vor finanziellen Problemen, Angst vor Alter und Krankheit ...). Jetzt ist es vor allem die Angst vor der Arbeit, und die Angst vor der Angst. "Hoffentlich wird es nicht wieder wie letztes Jahr..." Bin in den letzten Tagen das totale Jo Jo. Extremes Auf und ab, in ständigem Wechsel. Und doch geht das auch ohne Rauchen.
Heute ist ein guter Tag zum Nicht-mehr-Rauchen!!!
Verfasst am: 07.03.2021 14:53
sister67
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Für mich wäre die Versuchung zu nah.
Ich hab nichts da an Tabak & Co.
Hab Alles weggegeben.



Ich hab mal geblättert in unsrem Zug

Mitfahrende sind:
Maike. 8 Tage
Noretz 7 Tage
Jani, Greti, Nicole, sister 6 Tage
Witaly. 1 Tag

Jemand übersehen?
Sorry Die Kürzungen der Namen, so kann ichs mir besser merken.

Natürlich noch alle Mitfahrende Gäste und Lotsen und Begleiter,
Welche uns hier so freundlich unterstützen.
icon_cool.gif



Verfasst am: 07.03.2021 17:21
sister67
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Hallo Gabi

tue dir was Gutes an, mach worauf du einfach Lust hast, ein Bad oder was superleckeres Essen,
Ich lass dir mal was da

cornet.png

ballonsheart.png
flowers.png




Schon fast 2 Wochen, hast du geschafft.
Sei stolz, klopf dir auf die Schulter.gefuehle_smilie_0236.gif
Smile_Umarmung.gif sister

Verfasst am: 07.03.2021 17:31
Maike66
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@Bine:

Ich wusste, dass ich im Prinzip nur einmal ziehen musste, um zu merken, dass es gar nichts mehr bringt - von früheren Aufhöraktionen weiß ich, dass nach wenigen Tagen jede Zigarette wie die allererste schmeckt, nämlich gar nicht.

Nur hat mich der Jieper dennoch so stark gezogen, dass ich das Gefühl hatte, ich muss es dem Körper erst beweisen, damit er´s glaubt. Das Ziehen und unbedingt Wollen hat über Stunden keinen Moment nachgelassen - und nirgendwo jemand in Sicht, der mich mal einmal ziehen lässt, damit ich wieder merke, dass es nichts bringt. Ich hatte sogar bei meiner Nachbarin geklingelt, die war nicht da.

Dann auf Autopilot geshaltet und auf den Weg zur Tanke gemacht, obwohl mir klar war, wenn ich jetzt wieder eine ganze Schachtel im Haus habe, dann war´s das mit dem Aufhören. Reine Einbildung, dass ich es bei einer belasse, oder sogar nur bei einem Zug. Dann rauche ich soviele, bis es wieder schmeckt - bzw. bis ich wieder nicht mehr merke, dass es nicht schmeckt. Ich hatte sogar kurz vor Augen, wie ich eine herausnehme, die restliche Schachtel im Auto deponiere - und dann die halbe Nacht zwischen Auto und Wohnung hin- und her pendle...

Gottseisgetrommeltundgepfiffen lag auf halbem Weg zur Tanke eine halbe Zigarette einfach da und die sah noch sehr frisch und sauber aus - und ja, ich weiß, dass das absolut das Ekligste ist, was ich machen konnte, aber ich habe sie dankbar aufgehoben und bin einfach zurück nach Hause gegangen. Wenigstens keine neue Schachtel gekauft.

Zuhause die Halbe geraucht, was erwartungsgemäß gar nichts gebracht und auch nicht geschmeckt hat und gut war´s.
Verfasst am: 07.03.2021 19:11
~Bine~
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"sister67" schrieb:

Für mich wäre die Versuchung zu nah.
Ich hab nichts da an Tabak & Co.
Hab Alles weggegeben.


Ich hab mal geblättert in unsrem Zug

Mitfahrende sind:
Maike. 8 Tage
Noretz 7 Tage
Jani, Greti, Nicole, sister 6 Tage
Witaly. 1 Tag


Danke Sister für die Auflistung, ich denke da werden noch weitere Aufhörwillige dazu kommen.

Ja für die Meisten ist es Versuchung, wenn Zigaretten zu Hause sind. Für mich war es Erleichterung. Ich hatte noch 8 Stangen da, als ich aufgehört habe. Soviel zur Vorbereitung und meinem kurzfristigen Entschluss. icon_wink.gif


Ich wünsche dir eine ruhigen Abend
Heute bleiben wir rauchfrei
LG Bine rose.gif
Verfasst am: 07.03.2021 19:13
~Bine~
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"Maike66" schrieb:

@Bine:

Ich wusste, dass ich im Prinzip nur einmal ziehen musste, um zu merken, dass es gar nichts mehr bringt - von früheren Aufhöraktionen weiß ich, dass nach wenigen Tagen jede Zigarette wie die allererste schmeckt, nämlich gar nicht.

Nur hat mich der Jieper dennoch so stark gezogen, dass ich das Gefühl hatte, ich muss es dem Körper erst beweisen, damit er´s glaubt. Das Ziehen und unbedingt Wollen hat über Stunden keinen Moment nachgelassen - und nirgendwo jemand in Sicht, der mich mal einmal ziehen lässt, damit ich wieder merke, dass es nichts bringt. Ich hatte sogar bei meiner Nachbarin geklingelt, die war nicht da.

Dann auf Autopilot geshaltet und auf den Weg zur Tanke gemacht, obwohl mir klar war, wenn ich jetzt wieder eine ganze Schachtel im Haus habe, dann war´s das mit dem Aufhören. Reine Einbildung, dass ich es bei einer belasse, oder sogar nur bei einem Zug. Dann rauche ich soviele, bis es wieder schmeckt - bzw. bis ich wieder nicht mehr merke, dass es nicht schmeckt. Ich hatte sogar kurz vor Augen, wie ich eine herausnehme, die restliche Schachtel im Auto deponiere - und dann die halbe Nacht zwischen Auto und Wohnung hin- und her pendle...

Gottseisgetrommeltundgepfiffen lag auf halbem Weg zur Tanke eine halbe Zigarette einfach da und die sah noch sehr frisch und sauber aus - und ja, ich weiß, dass das absolut das Ekligste ist, was ich machen konnte, aber ich habe sie dankbar aufgehoben und bin einfach zurück nach Hause gegangen. Wenigstens keine neue Schachtel gekauft.

Zuhause die Halbe geraucht, was erwartungsgemäß gar nichts gebracht und auch nicht geschmeckt hat und gut war´s.


Ja Maike,

Manchmal braucht wir so etwas. Ich hab ein den ersten 9 Tagen auch 4 Einzelne Zigaretten geraucht, bis mir aufgefallen ist, dass sich da eine neues Ritual einschleichen möchte. dann habe ich schluß gemacht.

dir einen schönen Abend

Heute bleiben wir Rauchfrei

LG Binerose.gif

Verfasst am: 07.03.2021 19:15
~Bine~
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estrella01

Herzlichen Glückwunsch zu 50 Tage in der Rauchfreiheit und Einzug auf die Blümchenwiese

fireworks.pngfireworksblue.png

LG Bine rose.gif
Verfasst am: 07.03.2021 19:30
~Bine~
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Wenn ihr möchtet, hier noch die Geschichte zur Entstehung der Züge.

Der allererste Zug, unser Adler sozusagen, ist bereits im Mai 2019 losgerollt. Mir war aufgefallen, dass immer wieder User auf ihrem Rauchfrei-Weg Gleichgesinnte mit ähnlichem Aus- (oder, wenn wir bei unserem Zug-Vergleich bleiben wollen, Ein-)stiegsdatum suchten. Viele wünschten bzw. wünschen sich den Austausch und gegenseitige Unterstützung mit Simultan-Aussteigern. Auch zeitnah zu erleben, dass man mit seinen Gefühlen und Gedanken nicht allein ist, hilft durchzuhalten. Diese Rauchfrei-Geschwister in der Vielzahl von Individual-und Feierthreads zu finden, ist allerdings nicht immer einfach, besonders in heiklen Aufhör-Phasen fehlen da sicherlich öfters die Nerven dafür.

Diese Beobachtung ließ mich überlegen, wie wir für die Aufhörer für die User eine Möglichkeit schaffen konnten, sich schneller mit Gleichgesinnten in ungefähr derselben Entzugsphase kurzschließen zu können. Meine versuchsweise umgesetzte Idee, für alle Aufhörer aus dem Mai 2019 einen gemeinsamen Thread einzurichten, wurde begeistert von ihnen aufgenommen. Die Maikätzchen düsten los und mir war es ein vergnügen sie zu begleiten. Während der folgenden Monate schoben viele Aufhörer, meine Idee aufgreifend, schon eigene Züge an.
Im Januar20 schließlich wurde für all diese Züge der Übersichtlichkeit und Wiederauffindbarkeit wegen ein eigener Bahnhof eingerichtet: Das Unterforum

Gemeinsam aussteigen - die „Monatszüge"
war geboren. Seit April 20 werden die Züge nun auch von den Lotsen begleitet.


Heute bleiben wir rauchfrei.
LG Bine rose.gif
Verfasst am: 07.03.2021 20:45
Gretilein
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"sister67" schrieb:

Yonna ist leider nicht mehr da

Gretilein?


Hallo Sister,
bin noch da! Heute Tag 7 ohne rauchen. Nach mindestens 100.000 Versuchen bin ich zum ersten Mal wieder so weit gekommen. Zum "ersten" Mal seit 10 Jahren. 2009 wollte ich ernsthaft aufhören zu Rauchen. Leider hat es damals nur zwei Jahre gehalten. Dann der Rückfall. Ich hoffe doch, daß mir das diesmal nicht wieder passiert.
Momentan geht es ganz gut. Nur selten, hauptsächlich abends, muss ich ans Rauchen denken. Atemübungen helfen dann.
Aus der Erfahrung von vor 10 Jahren weiß ich, wie gut es einem geht ohne Zigaretten. Das ist meine Motivation!

Einen schönen, rauchfreien Abend an alle Mitreisenden! Haltet durch und ihr werdet mit deutlich mehr Lebensqualität belohnt!
Verfasst am: 08.03.2021 10:23
janipiep
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"Maike66" schrieb:
Ich wusste, dass ich im Prinzip nur einmal ziehen musste, um zu merken, dass es gar nichts mehr bringt - von früheren Aufhöraktionen weiß ich, dass nach wenigen Tagen jede Zigarette wie die allererste schmeckt, nämlich gar nicht.
[...]
Zuhause die Halbe geraucht, was erwartungsgemäß gar nichts gebracht und auch nicht geschmeckt hat und gut war´s.


Liebe Maike,

deine Geschichte ist der Knaller, aber auch nur, weil sie ja grade nochmal so irgendwie halbwegs gut ausgegangen ist. Wäre es velleicht eine Option für dich, dass du dir ein paar halbe Zigaretten irgendwo deponierst für solche Fälle? Oder für bestimmte Daten, vielleicht brauchst du für deine Rauchfrei-Erfolgsgeschichte 1 x in der Woche (oder 1 x im Monat oder wie auch immer) deine ganz bewusst gerauchte halbe Rauchen-ist-bäh-Bestätigungs-Testzigarette. Ich würd dir auch ein paar halbierte Zigaretten aus meinem Vorrat schicken, damit du dich nicht plötzlich mit ner ganzen Schachtel wiederfindest...

Man, was für ein Glück, dass du diese halbe Zigarette da einfach so gefunden hast - wir hätten dich um ein Haar verloren! icon_eek.gif Schön, dass du nicht über Bord gegangen bist.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 08.03.2021 um 10:23.]
Verfasst am: 08.03.2021 11:18
janipiep
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Seit gestern ist bei mir irgendwie die Stimmung gekippt. Ich habe Schmachter und stell mir die Sinnfrage. Das nervt. Noch bin ich nicht gefährdet, mir eine Zigarette anzustecken, aber in mir drin hadert es, das ist anstrengend. Und ich habe permanent so eine kleine fiese Stimme im Kopf, die mir Gemeinheiten einflüstert: "Ist doch eh egal", "Früher oder später wirst du sowieso wieder rauchen", "Interessiert doch keinen, ob du jetzt rauchst oder nicht, mach doch einfach", "Deine Lunge ist bestimmt schon so kaputt, da kommt es doch auf die eine Zigarette jetzt nicht an".

Ich habe mich mit jemandem unterhalten, der selber aufgehört hat, und immer wieder fielen Sätze wie "Ab und zu sündigen ist fürs Aufhören insgesamt gar nicht schlimm", "Es ist ganz normal, es am Anfang nicht zu 100 % zu schaffen", "Eine ist keine", ... Ich wollte das gar nicht hören, weil ich schnell gemerkt hab, dass das für mich nicht die richtigen Worte zum Unterstützen sind, aber ich konnte mich nicht wehren, weil ich damit zu tun hatte, die sofort erwachte Au-ja-lass-uns-rauchen-Rasselbande im Zaum zu halten.
Ich bin da einfach anders. Bei mir gibts da nur entweder oder, ich bin vom Grundtyp her der kleine Süchtling. Ich hab nie gekifft oder andere Drogen getestet, weil ich immer wusste, dass mir einmal ausprobieren reicht um voll drauf abzufahren. Weil es damals mit den Zigaretten auch so war. Alle um mich rum haben geraucht, Eltern, große Schwester, viele Freunde und Verwandte. Und irgendwann hatte ich einfach das Bedürfnis, es auch mal auszuprobieren. Und ich wusste nach der ersten Zigarette, dass ich das wieder machen werde. Obwohl es eigentlich nicht geschmeckt hat. Und obwohl ich ganz schön gehustet hab.
Warum kann ich das Gespräch nicht einfach stehen lassen als gut gemeinten Tipp, mich von einem eventuellen kurzen Rückfall nicht komplett runterziehen zu lassen? Warum bin ich da so absolut? In meinem Empfinden ist Projekt Rauchfrei gestorben, wenn ich einen Rückfall einplane oder auch nur in den Rahmen der Möglichkeiten einbeziehe.

Ja, und dann gibt's da noch die unendlich vielen Geschichten von Ex-Rauchern, die nach z.t. jahrelanger Rauchabstinenz plötzlich doch wieder anfangen zu rauchen und dann schnell wieder voll drin hängen in der Sucht und im regelmäßigen Zigarettenkonsum. Wenn man hier im Forum ein bisschen rumliest, begegnet einem das so erschreckend oft. Vielleicht bin ich einfach zu naiv. Ich dachte, ich kann es ohne Rückfall schaffen und ich dachte, ich komm irgendwann drüber weg und bin dann auch relativ sicher.

...Und jetzt, wo ich das so aufschreibe, weiß ich gar nicht so genau, was jetzt eigentlich das Problem ist. Vielleicht ist es einfach das Rauchschwein, das ein neues Register zieht. Und das Panikschwein fährt voll drauf ab, weil das Panikschwein solche Unsicherheit gar nicht mag. Und Kontrollfreak-Jani mag gerne die Fäden in der Hand und alles unter Kontrolle haben - der gefallen solche Geschichten von jahrelanger Nicht-Kontrollierbarkeit auch überhaupt nicht.
Bine, du hattest ja gefragt, wer bei mir noch alles am Kopf-Tisch sitzt. Kontrollfreak-Jani hatte glaub ich auch einen großen Anteil daran, dass ich überhaupt geraucht habe. Rauchen hatte für mich immer etwas Selbstbestimmtes, ich glaube, es war lange eine leichte Möglichkeit, mir selber zu beweisen, dass ich die Kontrolle habe. Ich will rauchen - ich rauche. Egal, was irgendjemand sagt. Es war auch ein Statement nach außen. Und vielleicht hab ich es auch ein stückweit vor mir hergetragen, um mir selber einzureden, dass ich ja ach so unabhängig bin. Nur um nicht sehen zu müssen, dass das vielleicht in den wirklich wichtigen Bereichen gar nicht stimmt. Eieiei, das geht dann schon ans Eingemachte.

Jetzt fahren meine Gedanken Achterbahn. Ich geh erstmal raus, das schöne Wetter genießen. Natürlich ohne rauchen. Heute vor einer Woche habe ich nach der Schreckensnachricht von meinem Schwager spontan angefangen aufzuhören, mit dem Gedanken Ach guck doch mal, rauch doch erstmal heute Abend nicht und dann sehen wir weiter. Diese Kurzfristigkeit im Denken und Fühlen wünsch ich mir zurück. Auch wenn langsam durchsickert, dass es ein Marathon wird.


Alles Liebe euch Mitstreitern, bleibt tapfer, haltet durch und seid stolz auf das, was ihr schon geschafft habt.
Verfasst am: 08.03.2021 12:21
Witalinsky
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@jani. Eigentlich habe ich nicht so viel Zeit, dir ausführlich zu antworten, da ich gerade auf der Arbeit bin und Mittagspause habe. Trotzdem möchte ich dir ein wenig Zuspruch geben:
"Einplanen" würde ich einen Rückfall nicht unbedingt von vornherein. Kann aber halt passieren. Ich hatte ja auch, nach zwei Wochen, wieder angefangen. Wichtig war mir dann aber, dass ich so schnell wie möglich wieder den nächsten Ansatz starte. Und das war auch gut so: Ich komm überraschend gut zurecht bis jetzt, und merke, dass das Anden von Gewohnheiten kaum unterbrochen ist. Es ist, als würde ich nicht nochmal ganz von vorne anfangen, sondern da anfangen, wo ich eine Woche vorher aufgehört habe. Gestern habe ich noch zu meiner Frau gesagt, das das sicher nicht der letzte Rückfall sein würde. Das war auch schon so ein "einplanen". Nachdem ich in den letzten Tagen aber sehr aktiv im Forum war, ein paar intensive Gespräche mit Freunden hatte, mir meine Lunge deutliche Warnsignale gibt, aber auch angetrieben dadurch, wie leicht mir das Nicht-Rauchen im Moment fällt, obwohl es mir ansonsten nicht so gut geht, habe ich einen "eingeplanten" Rückfall im Moment nicht mehr auf dem Schirm. Es geht eher in die Richtung, dass ich endlich wirklich selber WILL, und dass ICH es entscheiden kann. (Warst du es nicht, die es mir als Glück bezeichnet hat, dass man selber entscheiden kann?)
Werd jetzt erstmal aufhören, mein Chef hat schlechte Laune heute, da will ich nicht so lange mit dem Smartphone hier Rum sitzen. Melde mich vielleicht heute Abend noch mal.
Verfasst am: 08.03.2021 12:26
Nordseekrabbe54
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Hi Jani,

und viele Grüße aus dem November- und Dezemberzug.

Lass Dir sagen, dass solche Gedanken am Anfang absolut normal sind. Das ist nervig und anstrengend, das weiss ich ziemlich genau.
Ich bin dann auch zweimal ausgerutscht. Einmal für mehrere Tage, das lezte Mal an Silvester.

Und nein, hat nicht geschmeckt, keinen Spaß gemacht und die an Silvester war grauenhaft. Unabhängig habe ich mich gleich dreimal nicht gefühlt. Das ging mir aber schon vor dem Rauchstopp so. Ich wusste, dass die Sucht mich abhängig macht und die Kontrolle über mich hat - nicht umgekehrt. Vielleicht ist das mal ein Ansatz für Dein Denken?

Was mir geholfen hat ist zum Einen mein Trotzkopf und zum Anderen, dass ich irgendwann innerlich auf den Tisch gehauen und gesagt habe, dass nun Schluss ist mit Diskussionen. Mein Kopf ist schließlich kein Bundestagparlament. Meine Entscheidung steht und es ist alles gesagt. Ende Gelände.

Versuchs doch mal, kann ja nicht schaden icon_wink.gif

Ganz viel Kraft, Gelassenheit und Audauer für den Märzzug wünscht
die Krabbe
Verfasst am: 08.03.2021 16:46
sister67
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Welcome zurück Yonna !!!

Es ist gut so, das du so schnell wieder da bist, du hast der Sucht nur kurz dein Ja wort gegeben, und super schnell wieder ADE gesagt.

@ all

unser Motto war doch mal und ist es noch:

"Wir Wollen"
"Wir können"
"Wir werden"


Heute nicht rauchen

Verfasst am: 08.03.2021 17:51
janipiep
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Danke, ihr Lieben, für euren Zuspruch. Es hilft mir sehr zu sehen, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine bin. Eure Erfahrungen sind für mich sehr wertvoll.

Ich glaub, ich bin einfach traurig, dass dieser Punkt, irgendwann halbwegs sicher vor Rauchgelüsten und Rückfallgefahren zu sein, wahrscheinlich einfach nicht kommen wird. An dieser Stelle hab ich es mir vielleicht zu einfach vorgestellt. Ich dachte, ich gehe jetzt durchs Tal, mach den ganzen Scheiß irgendwie mit und halte durch, damit ich dann irgendwann sagen kann, so, fertig, jetzt isses geschafft. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass ich mich jetzt schonmal an den Gedanken gewöhne, dass es länger dauern wird und vielleicht sogar niemals ganz vorbei gehen wird. Und dass ich einfach für immer ein Süchtling bleiben werde. Warum soll es mir Zigaretten-Junkie anders gehen als anderen Junkies. Und vielleicht ist das auch gar nicht schlimm, wenn es denn einfach so ist.

Vielleicht sollte ich das Märzzug-Motto doch ein bisschen mehr verinnerlichen.
"Wir Wollen" - "Wir können" - "Wir werden" - Heute nicht rauchen
Wobei bei mir der Schwerpunkt auf dem Heute liegt. Heute. Was morgen, übermorgen oder in 3 Jahren ist, wird sich dann schon zeigen. Ich hab heute, im Hier und Jetzt, genug mit meinem Rauchschwein zu tun.

... ja, ich freu mich immer noch über jede Entscheidung gegen eine Zigarette. Wir hatten vorhin rauchenden Besuch, und es hat mir nichts ausgemacht. Und trotzdem hätte ich irgendwann gerne ein Leben, in dem sich die Frage nach Zigarette ja oder nein einfach gar nicht mehr stellt. Aber dass die Sucht bleibt, ist vielleicht einfach der Preis, den ich bezahlen muss. Und es ist immernoch der geringere Preis, verglichen mit Lungenkrebs, Schlaganfall und co.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 08.03.2021 um 17:53.]
Verfasst am: 08.03.2021 17:58
janipiep
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Ja, willkommen zurück, Yonna!
Magst du erzählen, was los war und vor allem, wie du es geschafft hast, wieder aufzuspringen auf unseren März-Zug?