Auf zum Gipfel!


Verfasst am: 07.09.2021 12:13
bluemoon71
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Hallo Morgenlicht, danke für Deinen Besuch in meinem WOhnzimmer. Was Du mir wünschst, würde ich Dir auch gerne wünschen. Aber wie ich bei Dir gelesen hab, hast Du gerade ziemlich mit Dir zu tun. Du denkst sehr viel und setzt Dich sehr auseinander mit Deiner Situation. Aber setze über allem Dein Ziel: ich will nicht mehr rauchen! Du hast ja schon 25 Tage nicht mehr geraucht, superstark! Sei in jedem Augenblick dankbar dafür, dass Du nicht rauchen mußtest und Deinem persönlichen Gipfel näherkommst, Schritt für Schritt, trotz Stolpersteine. Für das Verweilen am Wegesrand, um Kraft zu schöpfen, schicke ich Dir einen blumigen Gruß!valrose.gif

Und vergiss nicht, Du bist nicht allein, auch bei Dunkelheit nicht, da sind viele Lichter, die dür Dich leuchten!sun.gifsun.gifsun.gifsun.gif

Liebe Grüße

bluemoon
Verfasst am: 08.09.2021 07:22
Morgenlicht
Themenersteller
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Tag 26

Soeben hat sich die Sonne Zartorange über den Horizont empor gearbeitet.

Ich sitze hier in ihrem hellen Licht vor meinem kleinen Zelt und im mir ist es trotz der gleißenden Strahlen um mich herum dunkel. Das Leben fordert seinen Tribut und meine Taschen waren schon ziemlich leer als ich aus dem Basislager aufgebrochen bin. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Tour zu verschieben..
Doch gibt es den idealen Zeitpunkt?

Egal. Es ist zu spät, das einzige was ich jetzt tun kann ist umkehren, weitergehen oder bleiben, die Zeit lässt sich nicht zurück drehen.

Es waren viele herzliche Menschen hier zu Besuch und sie haben mir so schöne Geschenke da gelassen. Blumen, die von der Kraft des Lebens sprechen und Licht zur Orientierung.

Ich werde jetzt das Lager hier abbrechen, meinen Rucksack packen, die Wasserflasche füllen und in diese mich umgebende Steinwüste hier hinaus treten. Bis zum Horizont reiht sich Fels an Stein und hell grau an dunkelgrau. Es ist schwer in dieser Einöde die Orientierung zu behalten. Der Kompass scheint vor ein paar Tagen kaputt gegangen. Vielleicht gibt es hier aber auch Magnetgestein, was dazu führt dass er ständig um die eigene Achse rotiert,Mal hier, Mal dort hin weißt. Ich werde versuchen mich an der Sonne zu orientieren. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, da sie ja selber über den Himmel wandert.

Die Lust vor Aufbruch ein Rauchzeichen in die Luft zu blasen ist kaum zu bändigen....
Verfasst am: 08.09.2021 13:16
bibra65
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Hallo liebes Morgenlicht (schöner Name icon_smile.gif )

Die Hürden besagen nur, dass das Verlangen noch einmal richtig zurückkommt und wenn man vorbereitet ist, ist es halt besser.

Von der 6 Monats Hürde hat eine Schreiberin hier geschrieben, und bei mir war es so, dass eine Art Allergie in dieser Zeit wieder richtig aufflammte. Somit glaube ich, dass auch der Körper länger (als anfangs angenommen) braucht, um sich umzustellen. Deshalb ist halt auch hier Geduld angesagt. Muss aber auch nicht bei Jedem so sein, am Ende kann man auch nicht von Jedem auf Jedem schließen, einiges ist doch sehr individuell.

Du schreibst von dem richtigen Zeitpunkt, und ich glaube auch, dass es den nicht wirklich gibt. Es gibt sicherlich Zeiten, wo es einfacher ist mit dem Aufhören. Aber ich glaube mittlerweile, dass man einfach nicht aufgeben darf und jeden "Hinfaller" zwar eingehend betrachten sollte aber auch nicht überbewerten und dann wieder neu starten. Ich glaube jetzt, dass sich bei mir immer wieder etwas verändert bei jedem "Neustart", was mir dann wiederum geholfen hat.

Liebe Grüße und einen schönen rauchfreien Tag!
Verfasst am: 08.09.2021 18:02
Bordeauxlover
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Liebe Morgenlicht,

jetzt mache ich auch einmal meinen Antrittsbesuch in Deinem geheimnisvollen Zelt, das eine starke Anziehungskraft auf mich ausübt. Eine sehr spannende Persönlichkeit als Gastgeberin und viele freundliche Gäste. Sei versichert: Die Reise in das Land der Rauchfreiheit ist ein großes Abenteuer mit vielen Überraschungen. Es ist eine Reise in das Innere des Selbst, ein Vortasten ins Herz der eigenen Persönlichkeit. Da gibt es Schönes und Unangenehmes zu entdecken. Aber die Reise lohnt sich, und man braucht niemals, niemals Angst vor dem weiteren Weg zu haben. Du wirst Deinen Weg gehen, weil Du eine starke Persönlichkeit bist. Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Abend.

Alles Liebe
Armin rose.gifheart.png
Verfasst am: 08.09.2021 18:37
Marion5
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Hallo Morgenlicht,
deinen Besuch bei mir möchte ich gern mit einem Gegenbesuch beantworten.
Ich bin ein Morgenmuffel - hab daher noch nicht so viel Morgenlicht mitbekommen. Jedenfalls nicht freiwillig.

Du hast Recht! Es war so gesehen ein Auf und Ab. Obwohl - im Nachhinein betrachtet - es nicht soooo schwer war. Jedenfalls habe ich, seit ich Nichtmehrraucherin bin, nie wieder eine Zigarette angefaßt. Erst habe ich mich dazu gezwungen und es mit allen möglichen Tricks, die du hier im Forum alle nachlesen kannst, geschafft. Lesen und Schreiben und der - wenn auch nur schriftliche - Kontakt zu den vielen tollen Menschen hier im Forum, hat mir dabei sehr geholfen. Nach einer gewissen Zeit aber überwog doch der Stolz, jetzt nicht mehr zu rauchen. (Wie stolz war ich, als ich dem Arzt in der Reha sagen konnte, dass ich schon seit 3 Monaten nicht mehr rauche. - Er hat dann gesagt, dass er mir auch dazu geraten hätte. icon_smile.gif)

Nun bin ich schon mehr als 1.000 Tage rauchfrei. Das erfüllt mich immer noch mit Stolz. Aber mehr noch überwiegt die Zufriedenheit mit mir selbst, dass ich nicht mehr Rauchen muss. Abgesehen von dem vielen Geld was ich spare und den vielen sonstigen Vorteilen des Nichtmehrrauchens, geht es mir auch körperlich viel besser. Ich habe sogar wieder mit Sport angefangen.

Ich hatte nach fast 50 Jahren Raucherinnenleben totale Angst vor diesem Schritt. Als ich anfing zu Rauchen, war ich so jung, dass ich bis dahin nicht einen Tag meines Erwachsenenlebens als Nichtraucherin verbracht habe. Wie das werden würde, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen. Heute bin ich froh, dass ich keinen Tag länger gewartet habe. Meine Familie hätte nie damit gerechnet, dass ich das Rauchen einmal aufgeben werde. - Sie hatten mich ja auch noch nie als Nichtraucherin erlebt und dachten, dass das zu mir gehört wie mein Name.

Ja, nun sind es bald drei Jahre - am 4. November ist es soweit. Gegenüber der Zeit in der ich geraucht habe, ist das nur kurz. Aber es ist so viel mehr.

Ich wünsche dir, dass du das auch schaffst! So wie du das angehst - wie ich es hier in deinen Beiträgen lesen kann - bin ich sicher, dass du auch eine stolze Nichtraucherin werden kannst. Ich wünsche dir Kraft, Stärke, Sturrheit und alles Liebe

Marion5


Verfasst am: 09.09.2021 11:29
renate
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Hallo Morgenlicht,

vielen Dank für deine lieben Wünsche, die ich gerne zurück gebe.

Schlafprobleme habe ich immer noch, ich schlafe schlecht ein und kann auch nicht durchschlafen. Vor vielen Jahren habe ich versucht, das Problem mit Baldrian bzw. mit Schlaftabletten zu lösen. Hat mir aber auch nicht geholfen. Eine Ärztin vom Notdienst hat mir mal Faustan gespritzt und gesagt, dass wir uns mit der Heimfahrt beeilen müssen. Es würde sonst die Gefahr bestehen, dass ich schon im Auto einschlafe, habe auch nach der Spritze nicht geschlafen. Es gibt ja sehr viele Hausmittel, die ich im Laufe der Jahre ausprobiert habe. Leider auch ohne Erfolg.

Jetzt schlafe ich mit einer Schlafmaske und das Schlafzimmer wird etwas abgedunkelt. Durch die Maske schaue ich nicht mehr ständig auf den Wecker und es hilft mir wirklich besser zu schlafen. Ich liege zwar immer noch eine Weile wach, gefühlt aber nicht mehr so lange wie früher. Eigentlich habe ich die Maske nur für unseren Urlaub in Norwegen gekauft, da ist es ja in der Nacht auch noch ziemlich hell. Meine Schwester schläft schon seit Jahren mit einer Maske. Ich konnte mir nie vorstellen, dass das wirklich funktioniert. Jetzt hoffe ich, dass es mit der Zeit noch besser wird.

Ich habe für meine Maske im Drogeriemarkt nicht mal 2€ bezahlt, da wäre auch ein Fehlkauf für mich ok gewesen.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Rauchausstieg und weiterhin alles Gute.

Liebe Grüße
Renate Smile_Umarmung.gif

Verfasst am: 09.09.2021 14:05
Morgenlicht
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Tag 27

27 eine Zahl, die ich sehr mag. Eine Zahl mit Ausstrahlung. Aber bitte fragt mich keiner wieso.

Heute ist so ein Tag, ein Tag, da Brauch ich Leberwurst, Leberwurst und Gürckchen. Und ich frag mich wieso?

Kennt ihr so etwas auch? So einen Leberwurst Tag?

Leberwurst, Leberwurst, warum eigentlich Leberwurst?

Weil sie so etwas bodenständiges hat? Weil die Gürckchen gesund sind?

Weiß der Himmel und der verrät es nicht. Der Himmel schweigt. Wie immer.

Ich bin ja gestern weit gewandert und in dieser Steinwüste und vielleicht habe ich zuviel Sonne abbekommen... Eigentlich wollte ich heute weiter wandern, den Horizont erreichen. Mir träumt von grünen Wiesen und klaren kühlen Bächen und ja auch vom weiten Meer. Doch ich es schien als käme ich keinen Schritt voran..

Ich habe mich hingelegt und wollte in den Schlaf flüchten, denn ich war müde und traurig, die Augen habe ich geschlossen und da begannen sich die Gedanken zu drehen. Sie kamen von dem was ich versäumt habe gingen zu dem was ich verpasst habe und sprangen zu dem was ich nie erreichen werde. So viele Spuren hier im Umland, Spuren die Zeugen von prallen erfüllten Leben vergangenen Tage verschiedener Wanderer und die verweisen auf die glanzvollen Zukunft verschiedener Wanderer und ich fühle mich so klein in dieser riesigen Welt. Meine Hände können so wenig fassen im Vergleich zu all diesen Welten und Paradiesen. Meine Mittel sind beschränkt, meine Möglichkeiten sind beschränkt, meine Tage sind gezählt. Es bleibt nur noch wenig zu tun.

Vielleicht deshalb Leberwurst?

Ich werde jetzt mein Zelt hier aufbauen, .... Abwarten was passiert und was nicht geschieht.

Bin sooo müde, die Luft ist schwer, die umliegenden Berggipfel strahlen weiß in der Mittagssonne. Weiß sind auch die Wolken am Himmel...kein Vogel weit und breit.... Ein leichtes rauschen und brummen liegt in der Luft und Jasmin, ja noch immer der geheimnisvolle Jasminduft, den ich schon beschrieb. Jetzt ein leichtes langes Grollen aus der Ferne, der Hund kommt angedüst. Also zieht in der Ferne ein Gewitter vorbei... Es regt sich für Sekundenbruchteile ein leichtes Lüftchen und dann ist sie da wieder, diese Stille, diese umfassende große Stille über und in all dem was geschieht und nicht passiert.

Ein welker Grashalm schwankt Wind...

Ist das Glück?





Verfasst am: 09.09.2021 16:41
turmalin
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Liebe Morgenlicht,

du schreibst so schön, nimmst mich mit in deine Welt und lässt mich teilhaben an deinem Schmerz.
Hilft dir das Schreiben? Fühlst du das Leben, dich im „Hier und Jetzt“ wenn du schreibst?

Schlafend sich die Welt erträumen wie sie für einen selbst sein sollte, wie sie für einen selbst erträglich ist und das mit Leberwurstbrot in einem Zelt– du wartest, es ist still und kein Lüftchen weht und nun komme ich – ist das okay?- Wenn nicht schmeiß mich einfach raus -icon_razz.gif

Ich bin eine Langschläferin, obwohl ich nicht immer gut schlafe und auch nicht immer lang, doch es als quälend empfinde früh aus den Federn zu krabbeln, deshalb komme ich jetzt und setze mich etwas zu dir.

Diese Stille, ich höre den Herzschlag, die Atmung und irgendwo in der Ferne Glockengeläut. Schön hast du es hier.

Ach bevor ich es vergesse, ich habe dir noch einiges an Proviant mitgebracht für die nächste Zeit:
2 kg Mut
1 kg Gelassenheit
500 g Durchhaltevermögen
Eine Dose Energie
Einige Bleistifte, einen Spitzer, Papier
Eine Tüte Freude
Salami, Bergkäse, Schüttelbrot, Oliven und ein Fläschchen Roten

Jetzt sitzen wir beide, so klein wir sind unter diesem hohen blauen Himmel, genießen Ruhe, sehen den Grashalmen zu, knabbern an der einen Speise und an der anderen, atmen. Atmen mit jedem Atemzug Lebensenergie ein. Wir sind, wir werten nicht, es ist wie es ist, es ist unser Leben, hier auf dem Berg. Ich freue mich, dass du hier bist, denn alleine wäre ich hier nicht hochgekaxelt – Danke, dass du bist!

ballonsheart.png-liche Grüße - Ulrike
Verfasst am: 09.09.2021 17:21
Fjodor0101
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Hallo Morgenlichticon_biggrin.gif

also erst mal möchte ich dir voll und ganz zustimmen: 27 ist eine ganz besondere Zahl. Gefällt mir auch schon immer und ich konnte und kann sie mir auch gut merken.

Dann Leberwursttage: kenne ich. Ich habe Leberwursttage mit Weizenbrötchen, andere wiederum mit Vollkornroggenbrot. Woran das liegt weiß ich nicht.icon_rolleyes.gif

Aber jetzt das Wichtigste:

fireworksblue.png

Herzlichen Glückwunsch zu 3x9 Tagen Rauchfreiheit. Wenn das so weitergeht hast du morgen schon 4 Wochen nicht geraucht.

gefuehle_smilie_0236.gif

Ist doch gut.

Heute rauchen wir nicht (mehr)
Fjodor
Verfasst am: 10.09.2021 00:04
Bonadea
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Hey Morgenlicht,
hat es geklappt mit dem Schwimmen?
Ich war heute im Fitnessstudio und anschließend in der Sauna.
Gestern hatte ich meine erste Yoga-Schnupperstunde. Heute habe ich zwar Muskelkater, aber ich habe den Pfunden den Kampf angesagt.
Schlaf gut, Marion
Verfasst am: 10.09.2021 23:32
Paul2.1.
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Vor dem Rauchstopp habe ich mir auch überlegt, wenn ich aufhören, will ich das Nichtrauchen nach der "nur für heute" Methode oder nach der "nie mehr" Maxime angehen. Beide haben Nachteile, bei der ersten muss ich mich täglich entscheiden, bei der zweiten habe ich mir eine unübersehbare Zeitspanne aufgeladen und weiß nie wann ich am Ziel bin. Beide haben Vorteile,. Bei der ersten habe ich eine überschaubare Aufgabe und ein greifbares Erfolgserlebnis und bei der zweiten verbiete ich mir jeden Zweifel. Tatsächlich habe ich mich für eine dritte Methode entschieden, da es aber zumindest laut Buddhismus immer nur zwei Pole gibt in allen Belangen des Lebens ist sie vermutlich eine Kombination aus beiden. Vielleicht erzähle ich Mal am Lagerfeuer in meinem Zelt davon... Dann dürft ihr alle Lachen!


Ich habe meinen Rauchstopp nicht als Ziel angesehen sondern als mein Anliegen und so wie Du es beschrieben hast habe ich mich für "nie mehr" entschieden weil ich nicht jeden Tag eine neue Antwort auf diese Frage suchen wollte.
Die Antwort sollte schon feststehen bevor ich die Frage formuliert hatte, "Nein, ich rauche nie wieder"

Wenn Du den Gipfel dieses Berges erreicht hast, bist Du dann am Ziel?
Eine Bergwanderung ist ein wunderbares Erlebnis und der Gipfel immer wieder faszinierend, aber leben und bleiben können wir dort nicht. Wir bewahren uns das Bild im Kopf, so wie ich mir jetzt eines wachrufe, aber der Weg führt darüber hinaus, nicht wahr?

Die Frage ist nicht wann bin ich rauchfrei, sondern wie möchte ich ab jetzt mit meiner Sucht umgehen.

Manchmal tat mir die Abgeschiedenheit meines kleinen Dorfes gut, nicht unter die Leute gehen zu müssen
hin und wieder roch ich den Rauch so gerne und dann wieder wurde mir fast schlecht davon, das wechselte wie die Landschaft eines Wanderweges.
Zur Zeit kann ich gut mit Rauchern zusammensein, aber schöner ist es wenn sie nicht rauchen...

Vermutlich hast Du recht, es gibt bei allem zwei Pole, aber ist es nicht die goldene Mitte die heilsam für uns ist anstatt der Extreme?

Gitarre.gif ich lass für Dich das Licht an auch wenns mir zu hell ist...

hab eine gute Nacht Morgenlicht

LG von Paul



Verfasst am: 11.09.2021 04:53
Morgenlicht
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Tag 29

Ich wäre so gerne fair, aber die 29 habe ich noch nie so Recht gemocht, wie zum Beispiel die 32 oder gar die 64, auch die 72 ist nett.

Zumindest heute jetzt und hier.

Hier sitze ich, trinke eins bis n Tassen Kaffee und vermisse jetzt sehr mein Motgenzigarettchen. Komisch als ich noch geraucht habe, war sie nie so wichtig. Genossen habe ich sie freilich, aber nie so wichtig wie die Entspannungszigarette, die Pausezigarette, die jetzt-erst-mal-eine-rauchen-Zigarette....

Vielleicht ist die 29 einmal die wichtigste Zahl für mich, auf jedenfall aber wird der heutige Tag wieder einzigartig.

Nur mit genießen tue ich mir im Moment schwer, denn etwas fehlt. Oft ist das was fehlt wichtiger, zumindest scheinbar wichtiger als das, was da ist. Das ist oft ein Fehler, ich weiß und so suche ich die Freuden des Moments.

In meinem Hirn ist aber ein Sog, im Mittelpunkt.... Ja, na was wohl

Die Gitterstäbe die auf der anderen Seite des Strudels warten, der Takt der Nikotinuhr, der mein Leben in Stücke hacken wird, all das nehme ich jetzt nicht so wahr, all das ist egal, nur der Moment zählt und ich will rauchen, sofort jetzt und hier!

Wie lange habe ich gebraucht um das zu schreiben? 2 Minuten, 5 Minuten,10 Minuten.... Eine Viertelstunde oder sogar länger? - Schnell bin ich selten ...

Es ist also möglich zu warten... Muss ich jetzt wirklich rauchen oder ist es eine Erfahrung wert bis morgen früh damit zu warten? Hmmm... Noch bin ich frei... Verschiebe nichts auf morgen, was du nicht genauso gut auf 7bermorgen verschieben kannst, hat Mark Twain formuliert. ... Übermorgen, OK, das ist absehbar.. und wir alle wissen aufgeschoben ist nicht aufgehoben.... Freue ich mich auf morgen, denn morgen ist übermorgen ja nur noch bis morgen aufgeschoben.....

Ja und heute wollte ich doch die Öllampe putzen, das habe ich mir doch gestern vorgenommen, aber wo ich schon dabei bin, das hat mir ja noch nie Spass gemacht und heute will ich ja meine Freiheit genießen, da kann ich die Öllampe genauso gut morgen sauber machen.

Öllampe, wozu brauche ich überhaupt eine Öllampe... Hier in den Bergen unter diesem wunderbaren Sternenhimmel... Sterne so ganz ohne die Lichtverschmutzung der Stadt... Ja und bald geht ja auch die Sonne auf..
Verderb ich mir den Moment jetzt und hier nicht mit putzen..

Genieße ich lieber meine Freiheit und meinen Kaffee!
Verfasst am: 11.09.2021 05:07
Morgenlicht
Themenersteller
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So und jetzt gehe JuliWolke besuchen...
Verfasst am: 11.09.2021 11:28
renate
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Liebes Morgenlicht,

totale Dunkelheit ist auch nicht mein Ding. Auch hatte ich immer Angst, dass ich wegen meiner Platzangst Probleme mit der Maske bekommen würde. Aber ich komme super klar damit, keine totale Dunkelheit und auch keine Beklemmungen.

Hab ein schönes Wochenende und für die Zukunft wünsche ich dir alles Gute.

Liebe Grüße
Renate. Smile_Umarmung.gif
Verfasst am: 11.09.2021 12:33
Pumphut
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…Ja, ich glaube Dir aufs Wort. Jahrelang, wenn ich ans Aufhören dachte, habe ich mir immer ganz schlimm vorgestellt, daß mir beim Nichtmehrrauchen dann was wichtiges fehlen wird und sich meine Gedanken dann nur noch um den Rauchwunsch drehen werden. Und siehe da - gerade das passierte NICHT. Zuweilen denke ich, ich habe was falsch gemacht. Aber bei 29 Tagen war das Aufhörprogramm noch spannend und neu und ich war noch stolzer als heute. Ich empfinde also meine 500 Tage schwieriger als die Anfangszeit. Jedenfalls bin ich jetzt froh, nicht mehr zu rauchen, obwohl ich nicht emotional geleitet bin, sondern von der Vernunft her. In der Verwandschaft gibt es ein schlimmes Beispiel. Der Mann hat schon viele Operationen am Herz hinter sich, viele Bypässe und Verschlüsse und eine Zukunft ohne Fuß/Bein vor sich. Nein Danke ! Alles in Allem: Mir ist das Ganze also leichtgefallen, was ich Dir künftig auch wünsche.
Rauchfreie herzliche Grüße von
Jürgen
Verfasst am: 11.09.2021 15:48
turmalin
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Liebes Morgenlicht,

ich lese deine Texte, fühle deinen Kampf Smile_Umarmung.gif

Zum kämpfen benötigt man Kraft. Manche Menschen denken sie stärken dich mit dem Titel "Kämpfernatur", sie möchten dir weiterhelfen, dass du des Kämpfen bereits zu müde bist und evtl. kämpfen auch nicht der richtige Weg ist, das kannst nur fühlen nur du für dich entscheiden. Ich bin meinen Weg in die Frischluft auch nicht kämpfend gegangen und stelle in meinem Leben immer wieder fest, Kampf - also mich gegen einen "Feind" wehren, dagegen sein - kostet mich unnötig Kraft und entspricht weder meinem Naturell, noch meiner Vorstellung von meinem Leben. Auch bei der Rauchfreiheit war mir von großem Nutzen, dass ich kein Monster bekämpft habe, sondern die Sucht als einen Teil meiner Persönlichkeit akzeptiert habe. Einen Teil, der genug Raum in meinem Leben hatte, mich oft quälte und dessen Zeit abgelaufen war. Und Zeit für neue Entwicklungen schaffte!
Im meinem Wohnzimmer habe ich, glaube ich zumindest, auch einen Text oder einige Texte dazu geschrieben. Ich möchte für etwas sein! Meine Kraft für etwas einsetzen! Eine positive Entwicklung ins Auge fassen! Mich akzeptieren wie ich bin und schauen was ich habe und was ich benötige! So geht es für mich leichter und ich lerne. Das bedeutet ich gewinne Kraft und Energie dazu und verliere diese nicht.
Es hört sich vielleicht so an als ob dies ein "Kinderspiel" eine "Leichtigkeit" ist. Nun ja - es ist Arbeit, und mit der Zeit wird die Arbeit leichter. Es ist eine Entwicklung, ein Prozess.

Deine Texte rühren mich sehr. Auch ich habe sehr schwere Lebenserfahrungen und empfinde zwischenzeitlich große Dankbarkeit zu leben und im "Hier und Jetzt" mein Leben auf diese, meine Art und Weise leben zu können.

Ich wünsche sehr, dass es dir bald besser geht.

Dies alles sind meine Philosophien. Wenn du nichts damit anfangen kannst/möchtest, dann lass sie einfach links liegen.

Mir ist wichtig, dir zu schreiben, dass auch nach der dunkelsten Nacht, wenn keinerlei Energie mehr da ist, man sich einsam und verlassen fühlt, ein Morgen folgt - ein Morgenlicht erscheint - wir einen neuen Tag vor uns haben - wir ihn zu dem machen was er für uns sein wird - wir atmen - wir sind - und uns entscheiden, ob wir unseren Tag mit energieraubendem Kampf oder mit Arbeit fürs Leben verbringen.

Herzliche Grüße - Ulrike

P.S.: Nachbesserunsteam heute unterwegs da holpriger Satzbau icon_wink.gif


[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 11.09.2021 um 17:58.]
Verfasst am: 12.09.2021 16:21
SmoSa
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Beiträge: 877
Liebes Morgenlicht,

heute komme ich endlich mal zum längst überfälligen Gegenbesuch - irgendwie fehlen mir momentan so ein bisschen Zeit und Muße für das Forum.

"Morgenlicht" schrieb:

Eine rundum Aussicht mit sich selbst verstellen. Uiii. Das ist ein Kunststück. Da ist es dir bestimmt sehr schlecht gegangen, denn sonst wäre das nicht passiert.

Es ging mir zwar nicht gut, aber auch nicht sooooooooo schlecht. Ein bisschen Frust ... fehlende Unterstützung im real life ... eine gewisse Hilflosigkeit ... und eben der daraus resultierende falsche Blickwinkel.

"Morgenlicht" schrieb:

Habe mich gestern Abend und heute Nacht durch dein Tagebuch gelesen. Sehr spannend. Ein großer Kampf, ein grandioses Friedensabkommen.

So lange durchgehalten Klasse! Ich weiß nicht ob ich dazu die Kraft hätte, so mit mir zu kämpfen, bzw. Mit dem Rauchverlangen, der Sucht.

Ich würde es nicht als Kampf bezeichnen. Eher als "Aussitzen". Dieses Aussitzen habe ich ziemlich oft praktiziert in meinem Leben. Leider. Es kostet zwar nicht viel Kraft, aber es ist halt auch nicht sonderlich effektiv. icon_wink.gif Ich hätte meine Probleme lieber angehen und ausmerzen sollen. Jetzt tue ich das ... und ich kann nur sagen: it works! icon_cool.gif

Ich verbringe momentan recht wenig Zeit im Forum und mir fehlt deshalb der Überblick. Aber ich habe mitgekommen, dass du dich momentan sehr schwer tust. Oder dass du dich zumindest gestern sehr schwer getan hast. Ich hoffe bzw. wünsche dir, dass es dir heute bzw. bald wieder besser geht. Mehr per PN.

Liebe Grüße
Christine
Verfasst am: 12.09.2021 16:44
Morgenlicht
Themenersteller
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Beiträge: 206
Tag 30

ich überlege seit heute Vormitag zum ersten Mal seit Projektbeginn ernsthaft freiwillig ins Baislager zurückzukehren und dort auf unbestimmte Zeit zu bleiben.

Mir mangelt es offensichtlich an passender Ausrüstung für so ein Wanderabenteuer.

Auch bin ich sehr niedergeschlagen, vor allem Morgens bis zum späten Nachmittag. Es macht mir daher große Mühe auf dem Weg zu bleiben und nicht von einem Felsen zu fallen.

Ja, ich würde mich lieber vor Lachen kugeln....

Verfasst am: 12.09.2021 23:00
Paul2.1.
Dabei seit: 12.06.2019
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Beiträge: 1180
"Morgenlicht" schrieb:

Ich darf mich zudem neu erfinden, denn mein vom Rauchen freies Ich muss sich noch entwickeln. Ich habe als Erwachsener Mensch alle Höhen und Tiefen mit Zigarette erlebt. Diesen Pakt habe ich nun gekündigt und will mich in meinem ureigenen Takt statt nach der Nikotinuhr bewegen.

Heute morgen habe ich um meine Freiheit gerungen, aber jetzt sitze ich genieße nach Kaffe und Kuchen eine frische Brise und das gute Gefühl im Moment frei zu sein.


Hallo Morgenlicht,
ich komme gerade aus Deinem Basislager und bringe Dir eine Fackel mit in diese Nacht.
(ich hoffe inständig wir haben uns nicht verpasst und Du bist schon über einen Seitenweg ins B-Lager zurückgegangen)
Ehrlich gesagt war ich dort um nach älteren Notizen zu suchen, warum Du Dich eigentlich auf den Weg gemacht hast in die Gebirge des Nichtmehr. Mir gefiel der Ausschnitt ziemlich gut den ich gefunden habe.
- sich neu erfinden ---- nicht mehr verharren
- den Pakt gekündigt --- nicht mehr die Sucht bedienen
- sich im eigene Takt bewegen --- nicht mehr wie hypnotisiert nach der Zigarette suchen
... und dann war da auch schon dieses Gefühl von Freiheit - hast Du das schon vergessen?

Wenn ich mich nicht irre macht Dir die Höhenluft etwas zu schaffen oder? Es ist heute Tag 30, da ist das völlig normal.
Die ersten Tage sind geschafft, jetzt lassen die Kräfte nach und es macht den Anschein als sei noch keine Besserung in Sicht. Der Plan wird schon wieder überprüft, Resignation mischt sich in die Beurteilung mit ein.
Ich glaube Juliwolke hatte so ein schönes Wort mitgebracht "Wackelgedanken"
Ja so ist es wohl, ein hin und her zwischen "ich will aber ich kann nicht" "ich könnte aber ich will nicht mehr"
Der Kopf sagt bleib, der Bauch sagt hol Zigaretten.

Ich hatte mal etwas über das Phänomen des Bauchgefühls gelesen und dabei ging es darum Entscheidungen zu treffen. Sollte wir auf unser Bauchgefühl hören?
Die Antwort war: nur in Angelegenheiten in denen wir sehr viele eigene Erfahrungen haben, aber nicht in neuen Situationen. Wenn wir aus dem Bauch heraus entscheiden steck sehr viel Vorsicht und Angst vor Gefahren darin.
Wenn wir also nicht genügend Erfahrungen mit vergleichbaren Situationen mitbringen neigen wir zur Übervorsichtigkeit und entscheiden uns für die Strategie die uns am vertrautesten ist. Die bringt uns aber in der Regel nicht zu neuen Orten.

Bei neuen Erfahrungen, wie z.B. einE Nicht-mehr-raucherIn zu sein, ist es das beste den Verstand die Entscheidung zu überlassen. Eine Pro/Contra Liste ist hilfreich, Informationen sammeln, sich mit anderen beraten die schon Erfahrungen gemacht haben.

Wenn Du abbrichst, wirst Du irgendwann wieder neu anfangen müssen bei Tag 1, wenn Du aber zum Gipfel willst führt der Weg stets über die Blümchenwiese und dann am Pfefferkuchenhaus rechts bis zur Keksdose.
cat.png die Grinsekatze sagt: "wenn Du nicht weißt wohin Du gehen willst, spielt es keine Rolle welchen Weg Du nimmst" (Alice im Wunderland)

Liebe Morgenlicht bleib noch etwas länger hier auf diesem Weg, so schlecht wie Du denkst
ist Deine Ausrüstung doch gar nicht.

LG und gute Nacht von Paul
Verfasst am: 12.09.2021 23:07
Mimimi_Marion
Dabei seit: 06.09.2021
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Beiträge: 15
Liebes Morgenlicht,

eben habe ich gesehen, dass deine Rauchfrei Uhr jetzt bei 30 Tagen angekommen ist.
Dazu möchte ich dir ein paar Glückwünsche dalassen. Smile_Umarmung.gif
Zu mehr bin ich gerade nicht in der Lage, weil meine Uhr ab heute wieder neu startet.
Na weißt du, der Strom in meinem Leuchtturm ist ausgefallen -.-

Idee.gif

Bleib stark!

Liebe Grüße
Marion

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