Rauchfrei-Rituale: Achtsam durch den Rauchstopp gehen


Verfasst am: 25.10.2021 11:02
rauchfrei-team
Themenersteller
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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und braucht seine Routinen. Wenn die Zigarette zu den täglichen Routinen gehört, ist das Verlangen nach ihr gekoppelt an bestimmte Situationen: an den Kaffee am Morgen, an das Warten auf den Bus oder an die Mittagspause mit Kolleginnen und Kollegen. In diesen Momenten fällt es den meisten besonders schwer, auf die Zigarette zu verzichten. Beim Rauchstopp ist es deshalb wichtig, diese Gewohnheiten durch neue Rituale zu ersetzen.

Worauf sollte bei der Einführung neuer Rituale geachtet werden?
Das könnt ihr unter anderem in der folgenden News (unterer Absatz) nachlesen:
http://www.rauchfrei-info.de/informieren/news/detail/news/rituale-nach-dem-rauchstopp/

Mit Achtsamkeit im Alltag könnt ihr außerdem Verlangensattacken vorbeugen. „Achtsam sein“ sagt sich nur immer so leicht und ist für die meisten schwierig greifbar. Doch Achtsamkeit beginnt schon bei den kleinen Augenblicken des Alltags, in denen wir uns auf das fokussieren, was wir im Moment erleben – mit allen Sinnen. Beim nächsten Zähneputzen könnt ihr mal darauf achten, wie routiniert sich eure Hände dabei bewegen, welche Gerüche in die Nase steigen, wie sich der Zahnpastaschaum verändert und ob ihr das entstehende Geräusch beim Putzen als angenehm empfindet.

Es gibt auch konkrete Achtsamkeitsübungen, wie eine Meditation, die sich zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen in den Alltag integrieren lassen. Oder ihr probiert mal einfache Entspannungsübungen, wie z.B. die progressive Muskelentspannung als neue achtsame Gewohnheit aus:
http://www.rauchfrei-info.de/aufhoeren/tipps-fuer-ihren-rauchstopp/einfach-entspannen/progressive-muskelentspannung/

An der Stelle möchte ich euch auch unsere Mitmach-Aktion ans Herz legen, bei der es darum geht, alte Rauchgewohnheiten durch neue angenehme Alternativen zu ersetzen. Ihr könnt dort auch eigene Tipps ergänzen, wobei eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind!
Hier geht’s zur Aktion: http://challenge.rauchfrei-info.de/

Mich würde nun interessieren...
Habt ihr euch in Bezug auf den Rauchstopp bereits mit Achtsamkeitspraktiken auseinandergesetzt und wie waren eure Erfahrungen damit? Welche täglichen Gewohnheiten verhelfen euch zu mehr Achtsamkeit im Alltag und welche alten Routinen musstet ihr möglicherweise ablegen?

Gibt es vielleicht noch weitere Fragen zu dem Thema, welche ihr an die Community richten möchtet?

Ich freue mich, eure Tipps und/oder Erfahrungen zu lesen!

Herzliche Grüße,
Leonie vom rauchfrei-Team

Verfasst am: 25.10.2021 12:43
bibra65
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Rauchfrei seit: 281 Tagen
Beiträge: 190
Hallo an Alle,

ein neues Ritual fällt mir ein ist, dass wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, nicht erstmal in der Küche eine rauche, (das habe ich vorher so gemacht), sondern (auch in der Küche) mir einen Tee koche. Mittlerweile freue ich mich richtig auf den Tee, er ist ein Ersatz geworden, und manchmal gibt es auch was Süßes dazu.

Und mit der Achtsamkeit: Ich glaube, ich bin einfach vorsichtiger geworden. Früher habe ich nach einer längeren rauchfreien Zeit immer gedacht, ich wäre jetzt überm Berg und mir kann nichts mehr passieren. Diese Einstellung ist bei mir völlig passé. Sie wurde ersetzt durch ein Gefühl der Vorsichtigkeit, halt achtsam sein, was nicht heisst, dass ich nun ständig auf der Hut bin aber:
Ich ernähre mich z.B. eit einigen Jahren bewusster, und verzichte auf verschiedene Nahrungsmittel, manchmal auch auf Essen überhaupt.. Ich bin halt achtsamer geworden, was meine Ernährung anbelangt. Aber ich habe auch immer mal wieder Phasen, wo ich meine Achtsamkeit einfach über Bord werfe, weil mir dann danach ist. Ich nasche dann recht viel, esse Ungesundes und auch bis in den späten Abend hinein usw. Ich erlaube mir diese Auszeiten einfach und genieße sie dann auch, bis dann mal wieder genug ist. Und genau das geht bei einer Sucht eben nicht. Es gibt keine Auszeit, die Achtsamkeit muss immer bleiben. (muss hört sich jetzt unschön an, ist es aber gar nicht unbedingt, weil ich weiß, dass Rauchen sowieso nie ein wirklicher Genuss war, im Gegensatz zu einem Stück Torte icon_smile.gif )

Achtsamkeitsübungen sind sicher sehr hilfreich. Ich bin der Meinung, dass wir alle eine ganz ausgeprägte angeborene Achtsamkeit besitzen . Bestes Beispiel ist eine Mutter/Vater, die auf ihr Baby, kleines Kind Acht geben.

Allen einen schönen sonnigen Montag! Grüße Biba

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 25.10.2021 um 12:58.]
Verfasst am: 25.10.2021 21:10
Paul2.1.
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Rauchfrei seit: 1222 Tagen
Beiträge: 1177
Mein erstes neue Ritual ist mein schönstes, ich bin als Raucher morgens aufgestanden, hab mir die erste Tasse Kaffee genommen und bin auf den Balkon zum rauchen. Heute nehm ich mir die erste Tasse Kaffee und einen Keks und geh zurück ins Bett ich lese Zeitung oder schaue einfach nur aus dem Fenster.
So beginnt seit über drei Jahren mein Morgen egal ob werktags oder am Wochenende, egal ob Urlaub oder Arbeit, mein Tag beginnt mit viel Zeit und Muße. Mein Wecker weckt mich 1 4/3 Stunden bevor ich los muss.

Über den Tag verteilt koche ich mir immer wieder eine Tasse Tee; ich habe das hier schon öfter als Teezeremonie beschrieben. In der Anfangszeit des Rauchstopps fand ich das sehr hilfreich.
Ich gehe in die Küche und bereite mir mit sehr viel Aufmerksamkeit eine Tasse Tee zu, ich koche Wasser, nehme mir eine Tasse und einen Teebeutel, ich überbrühe den Tee mit kochenden Wasser und bleibe bei dem Tee stehen, solange er zum ziehen braucht. Ich schwenke den Teebeutel in der Tasse und beobachte, wie sich die Farbe verändert und wie das Aroma zu mir aufsteigt.
Wenn man Kräutertee nimmt ist es nicht so schlimm wenn die "Zeremonie" mal etwas länger dauert (bis das Verlangen nach der Zigarette abgeklungen ist)

Ich bin seit vielen Jahren ein Freund des Monotasking,
auch wenn die Userinnen jetzt sagen werden mir bliebe als Mann ja eh nichts anderes übrig icon_wink.gif

Wer drei Dinge gleichzeitig tut, macht zwei davon nicht mit der gebührenden Aufmerksamkeit.
Achtsamkeitsübungen sind sehr populär geworden und meiner Ansicht nach zurecht.

Da ich berufsmäßig sehr viel telefoniere, kann ich mittlerweile ganz gut unterscheiden, ob auf der anderen Seite der Leitung parallel noch Essen gekocht, der Hund gekämmt oder das Fernsehprogramm durchgeblättert wird.
Es ist sehr angenehm mit Menschen zu sprechen die ihre Aufmerksamkeit dem gemeinsamen Gespräch widmen.

Ich glaube auch, dass ich so viele Zigaretten unachtsam und nebenbei geraucht habe, das war blindlings der Sucht nach gerannt.

Ich dachte ich hör auf zu rauchen und gut ist.
Heute weiß ich auf das Nikotin zu verzichten war nur der Anfang

Nicht zu rauchen, nicht der Sucht nachzugeben ist eine wunderbare Übung in Achsamkeit einem selbst gegenüber.

Ich freue mich jeden Tag darüber ein Freiatmer zu sein.

Paul

Verfasst am: 25.10.2021 21:19
Juliusruh1000
Dabei seit: 18.09.2021
Rauchfrei seit: 110 Tagen
Beiträge: 171
Hallo Paul,
das ist ein genialer Bericht von dir. Ich bin ja noch in der Findungsphase, aber als Raucher lief es früh bei mir genauso,Kaffee Balkon Kippe, dann nochmal und ab ins Zimmerchen ( Home Office ).
Jetzt trink ich je nachdem Kaffee oder Tee, Balkon ist um Luft zu holen, ich hoffe es bleibt dabei.icon_wink.gif
LG Andreas
Verfasst am: 26.10.2021 06:27
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotse-andreas
Rauchfrei-Lotse seit: 08/2013
Dabei seit: 18.06.2013
Rauchfrei seit: 3085 Tagen
Beiträge: 8439
Gerade die progressive Muskelentspannung hat mir damals abends sehr geholfen um abschalten zu können. Solche Kurse werden auch auch oft von den Krankenkassen angeboten bzw. deren Kosten übernommen.

Das erste Ritual was ich mir angewöhnt habe war, morgens zum Kaffee ein Glas Wasser zu trinken, statt eine Zigarette zu nehmen, In der Mittagspause wurde dann eben ein Spaziergang gemacht mir Musik über Kopfhörer.

LG

Andreas
Verfasst am: 26.10.2021 11:15
Mike21
Dabei seit: 22.07.2021
Rauchfrei seit: 114 Tagen
Beiträge: 498
Hallo alle zusammen,
wenn man davon absieht das ich bei jeder Gelegenheit mir irgendwas zu essen in den Mund gesteckt habe, ganz Bewusst manchmal ganz tief in die Lunge atme und mich freu wie sich des anfühlt, hab ich keinerlei neue oder Ersatzrituale. Ich mach einfach meine Stiefel weiter nur halt ohne Zigarette und des klappt immer besser bis wunderbar!Riesengrinser.gif
Gruß Mike
Verfasst am: 29.10.2021 16:14
Nervosa
Dabei seit: 29.10.2021
Beiträge: 2
Habe meinen Ausstieg auf morgen gesetzt.
Jetzt krieg ich Angst vor meiner Courage.
Hilfe!
[quote]
Verfasst am: 29.10.2021 16:57
Pumphut
Dabei seit: 23.04.2020
Rauchfrei seit: 605 Tagen
Beiträge: 204
Hallo Nervosa, herzlich willkommen hier. Das Forum hat mich gelehrt, immer kurzfristig zu denken und zu handeln. Vor allem zu denken. Also nicht was könnte, was würde, was müßte und so. Sondern einfach tun, Augen zu und durch. Ich habe abends 21.45 Uhr die letzte geraucht und mir gesagt: Ab morgen nicht mehr. Und habe mich damit von Tag zu Tag gehangelt. Und ich hätte Emir schwerer vorgestellt. Nur nicht entmutigen lassen und vom rechten Weg abkommen, stur und konsequent bleiben. Irgendwann ist dann alles gut. Die Gedanken ans Rauchen bin ich heute noch nicht los, ist aber auszuhalten. Ich habe letzte Nacht erst wieder geträumt, ich hätte mir eine Schachtel gekauft. Naja, eben nur ein Traum. Versuchs also ganz einfach und Du findest hier viele Unterstützer.
Rauchfreie herzliche Grüße von
Pumphut Jürgen.
Verfasst am: 29.10.2021 16:58
Pumphut
Dabei seit: 23.04.2020
Rauchfrei seit: 605 Tagen
Beiträge: 204
…ich hätte es mir… Nicht Emir !
Verfasst am: 06.11.2021 20:14
Jemand
Dabei seit: 31.10.2021
Rauchfrei seit: 96 Tagen
Beiträge: 35
Ein neues Ritual von mir ist:

Jeden Morgen trinke ich erstmal ein lauwarmes Glas Wasser und lese dann das Gedicht von Friedrich Schiller:
Die Bürgschaft.
Anschließend sage ich das Gedicht auf.
Ich kann schon zehn von zwanzig Strophen auswendig. Allerdings habe ich mit diesem Ritual auch erst vor zwei Wochen begonnen. Mal sehen wie lange es dauert bis ich die 140 Zeilen komplett drauf habe.

Man könnte denken, das ist nutzlos und sinnbefreit , aber das war das Rauchen auchicon_biggrin.gificon_biggrin.gif

Auf den Balkon gehe ich fast gar nicht mehr, der sonst erste Station war.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.11.2021 um 20:15.]
Verfasst am: 06.11.2021 20:57
Juliusruh1000
Dabei seit: 18.09.2021
Rauchfrei seit: 110 Tagen
Beiträge: 171
Gute Sache Jemand,
ich habe mich mal von allen neuzeitigen Büchern verabschiedet. Ich lese im Moment Hans Fallada, wer Probleme hat er wäre arm, sollte -Kleiner Mann was nun- lesen,Kostenfrei auf der [Produktname vom rauchfrei-Team entfernt], da gibts 80000 Bücher inc. bisel Werbung..
Wer kein Geld hat , kann nicht rauchen.
VG Andreas
Verfasst am: 16.11.2021 17:51
Rauchfrei-Lotse
rauchfrei-lotsin-christiane
Dabei seit: 31.08.2021
Rauchfrei seit: 207 Tagen
Beiträge: 34
Ihr Lieben,

freue mich das Thema gefunden zu haben. Passt es doch auch gerade ein meine Zeit.

Rauchen und Atmen

bzw. Atmen und Nicht-Rauchen. Zu meiner Vorbereitung des Rauchstopps gehörte
das Lesen des Buches „Atmen: Wie die einfachste Sache der Welt unser Leben verändert“ von Jessica Braun. Es ist faszinierend.
Auch ein TV-Beitrag zum Thema Apnoe-Tauchen fand ich ganz beeindruckend.
Das war der Anfang mich noch mehr als bisher schon mit dem Thema Atmen zu beschäftigen.

Seit dem mache ich täglich Atemübungen und eine Meditation für Anfänger, bei der man lernt sich nur auf das Ein- und Ausatmen zu konzentrieren. Gar nicht so einfach, wenn das Gehirn ständig irgendwelche Erinnerungen hervorholt und Zukunftspläne fabriziert. Lernen ganz in dem Moment zu verweilen, bewusst den Augenblick wahr zu nehmen und die Gedanken und Pläne vorbei ziehen zu lassen, ist sehr hilfreich.

Auch schön „Traumreisen“ zu machen. Vlt. für diejenigen, für die Meditation od. Ähnl. nichts sind.

So viele tolle Hinweise lese ich hier in euren Beiträgen. Das achtsame Tee zubereiten mache ich auch, habe ja jetzt mehr Zeit. Oder obwohl frau, monotasking.

Auch Gedichte auswendig zu lernen ist gar nicht sinnbefreit. Hat sicher auch etwas meditatives oder wie ein Mantra. Tolle Idee!
Einen schönen Abend
Christiane
heart.pnglichst
Verfasst am: 17.11.2021 13:04
rauchfrei-team
Themenersteller
Dabei seit: 07.07.2011
Beiträge: 1034
Vielen Dank fürs Teilen eurer Strategien und Routinen, die euch zu mehr Achtsamkeit im Alltag verhelfen. Das bewusste Tee- oder Wassertrinken am Morgen scheint dabei vielen von euch gut zu tun. Oft sind es eben gerade die kleinen unscheinbaren Handlungen, die uns erden und uns einen Moment zum Innehalten schenken.

Wir freuen uns weiterhin von euren Ritualen zu lesen, die euch dabei helfen, alte Gewohnheiten, die mit der Zigarette verknüpft waren, abzulegen. Hier ist aber wie immer auch Platz, um Sorgen und Ängste zu teilen, welche euch dabei vielleicht noch den Weg versperren. In welchen Situationen fällt es euch schwer, neue Gewohnheiten einzuladen und achtsam vor allem im Umgang mit euch selbst zu sein?

Wenn ihr noch auf der Suche nach neuen Alternativen für alte Rauchgewohnheiten seid, werft gerne einen Blick auf unsere aktuelle Mitmachaktion, bei der ihr unter anderem Tipps von anderen Forumsmitgliedern oder auch von den rauchfrei-Lotsinnen und Lotsen entdecken könnt:
https://challenge.rauchfrei-info.de/

Herzliche Grüße,
Leonie vom rauchfrei-Team