24 Stunden ohne Zigarette

29.08.2018  - Für die meisten Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, ist der Rauchstopp eine Veränderung in ihrem Leben, die auch – möglichst – ein Leben langhalten soll. Und obwohl das die Grundidee eines Rauchstopps ist, nämlich ein für allemal mit dem Rauchen aufzuhören, sorgt gerade der Gedanke an die Endgültigkeit dieser Entscheidung dafür, dass sich manche Menschen gar nicht erst an den Rauchausstieg heranwagen.

Lebenslanger Rauchstopp: Manchen macht das Angst
Andere gehen den Schritt zwar, leiden dann aber unter dem Druck, nie wieder eine Zigarette rauchen zu „dürfen". So ging es auch einer Frau in einem rauchfrei-Gruppenkurs, die bereits viele erfolglose Rauchstoppversuche hinter sich hatte. Immer wieder hatte sie nach ein paar Wochen wieder angefangen zu rauchen. Ihre längste Zeit ohne Zigarette: 31 Tage. In der Zeit bis zum Wieder anfangen tobte jedes Mal ein Kampf in ihrem Kopf: Eigentlich wollte sie die Zigaretten für immer stecken lassen, das sei schließlich die eindeutig vernünftigere Entscheidung. Andererseits bereitete genau dies ihr Angst. Angesichts des Vorhabens „Rauchstopp ein Leben lang" fühlte sie sich klein und schwach. Dazwischen kam immer wieder der Gedanke auf: „Vielleicht ist jetzt doch noch nicht der richtige Zeitpunkt?" 

Experiment: 7 Wochen ohne
Irgendwann, spätestens nach – 31 Tagen – verlor sie jedes Mal diesen inneren Kampf und fing wieder an zu rauchen. Dieses Mal wolle sie aber nicht in die gleiche Falle laufen, erzählte sie vor der Gruppe. Der Kursleiter machte ihr daraufhin einen ungewöhnlichen Vorschlag. Da der rauchfrei-Kurs in die Fastenzeit fiel, könne sie doch eine „Pause" vom Rauchen machen.

7 Wochen ohne – immer mehr Menschen verzichten in der Zeit zwischen Karneval und Ostern auf ein Konsummittel, zum Beispiel Süßigkeiten, Alkohol oder Fernsehen. Die Zigarette ist unter den Konsummitteln, von denen man eine Pause machen möchte, so gut wie nie dabei. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Eine Zeit lang nicht zu rauchen und danach wieder anzufangen, bringt wenig bis gar nichts für die Gesundheit. Und auch für den Fall, dass jemand nach der siebenwöchigen Auszeit weniger und bewusster raucht, fällt die Gesundheitsbilanz nicht besonders positiv aus. Zwar ist es besser weniger zu rauchen als mehr – Rauchen ist jedoch grundsätzlich schädlich. Wir haben darüber berichtet: Bereits eine Zigarette am Tag wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus (siehe News vom 28.03.2018 dazu)

Bilanz nach sieben Wochen Nichtrauchen
In diesem Fall hielt der Kursleiter das Experiment „Sieben Wochen ohne Zigarette" jedoch für einen erfolgsversprechenden Weg. Der Hintergedanke dabei: Der Druck des „Rauchstopps für immer" fällt erst einmal weg und nach sieben Wochen würde die Welt schon anders aussehen. Dann hätte die Teilnehmerin so lange nicht geraucht wie bei keinem Versuch zuvor. Eine einzige Bedingung stellte ihr der Kursleiter: Sie solle nach den sieben Wochen nicht einfach wieder mit dem Rauchen beginnen, sondern in der Gruppe über ihren Versuch berichten und gemeinsam mit den anderen überlegen, wie es danach weitergehen könne.

Die Rechnung ging auf: Das Nichtrauchen sei ihr viel leichter gefallen als bei früheren Anläufen und so lange sei sie noch nie rauchfrei gewesen. Gemeinsam mit der Gruppe wertete sie das Experiment aus. Ihre wichtigste Erkenntnis: An den lebenslangen Rauchstopp zu denken, hat ihr immer zu viel Druck gemacht. Jetzt nach ihrer Erfahrung der siebenwöchigen Pause vom Rauchen kommt ihr dieses Vorhaben jedoch schon viel machbarer vor. Es ist eine große Erleichterung für sie, den Ausstieg in Etappen anzugehen, nach dem Motto: Heute bleibe ich rauchfrei und morgen ist ein neuer Tag. Die sieben Wochen Pause hatte sie sich übrigens auch noch mal in Tagesetappen unterteilt. Es funktionierte: Mit der Erfahrung im Rücken, 24 Stunden geschafft zu haben, fielenihr die nächsten 24 Stunden wiederum leichter. 

Die allerersten 24 Stunden nach dem Rauchstopp
In den allerersten 24 Stunden nach der letzten Zigarette ist dieses Motto besonders hilfreich. Für viele fühlt sich dieser „erste Tag ohne" anfangs noch unwirklich an, die Unsicherheit ist manchmal groß. Deshalb sollte man diesen Tag am besten ganz bewusst gestalten – und sich auch erst einmal auf diese ersten 24 Stunden konzentrieren. Machen Sie den ersten Tag ohne" zu einem Tag mit": 
mit viel Genuss (zum Beispiel durch ein besonderes Abendessen oder einen frischen Strauß Blumen) und 
mit Ablenkung– gehen Sie zum Beispiel ins Kino oder verabreden Sie sich mit einem guten Freund oder einer Freundin. Am besten eignet sich dafür natürlich eine Person, die Ihren Rauchstopp unterstützt und die möglichst selber nicht raucht.  

Tag für Tag den Rauchstopp angehen und die ersten 24 rauchfreien gut vorbereiten – diese Prinzipien sind auch der rauchfrei-Community bestens vertraut, ganz besonders den rauchfrei-Lotsen. Sprechen Sie einfach mal jemanden darauf an. 

Wir wünschen viel Erfolg für den Rauchstopp.