Alkohol und Zigaretten: ein schädliches Duo

17.05.2017  - Rauchfrei-info informiert anlässlich der Aktionswoche Alkohol über die Zusammenhänge zwischen Alkohol und Tabak

Rauchen ist gesundheitsschädlich und kann abhängig machen. Über Alkohol lässt sich das Gleiche sagen. Aber welche Auswirkungen hat es, wenn jemand raucht und außerdem Alkohol trinkt?

Eine einfache und vor allem kurze Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Dafür einige inzwischen gut untersuchte Fakten:

  • „Im Doppelpack sind Alkohol und Rauchen besonders riskant“: Das sagte Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar in diesem Jahr. Und weiter: „Bei Raucherinnen und Rauchern kann schon der moderate Konsum von Alkohol eher zu einer Krebserkrankung führen als bei Menschen, die nicht rauchen“. Das bestätigt unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Laut des DKFZ steigt bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol und Tabak vor allem das Krebsrisiko für Organe des oberen Verdauungstraktes, also der Speiseröhre und des Mundraums. Die Fachleute des DKFZ machen folgende Rechnung auf: „Raucht jemand 20 Zigaretten pro Tag oder mehr und trinkt 30 Gramm Alkohol pro Tag oder mehr, ist das Risiko für eine Krebserkrankung im Kopf-Hals-Bereich um das 8,3-Fache erhöht.“
  • Vor diesem Hintergrund eines stark steigenden Krebsrisikos bei gleichzeitigem Konsum beider Substanzen sind folgende Zahlen alarmierend: Etwa acht von zehn Menschen mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit rauchen. Diese Personengruppe ist demnach einem besonders hohen Krebsrisiko ausgesetzt. Ebenso gilt: Starke Raucherinnen und Raucher trinken tendenziell mehr Alkohol als nicht oder wenig rauchende Menschen.
  • Eine Erklärung, warum die beiden Substanzen so häufig im Duo auftreten, kommt aus der Lerntheorie: Oft wird Alkohol an Orten getrunken, an denen auch geraucht wird, zum Beispiel auf Partys oder anderen gesellschaftlichen Ereignissen. Wenn beide Konsummittel mehrfach über längere Zeit miteinander kombiniert werden, löst irgendwann die eine Substanz das Verlangen auf die andere aus. Fachleute sprechen dabei von einer Konditionierung: Wenn ein Bier geöffnet wird, ist das oftmals ein (unbewusster) Auslöser dafür, eine Zigarette anzuzünden – umgekehrt gilt das Gleiche. Auch der Ort, zum Beispiel die Kneipe oder die Partylocation, wird oft zum Auslöser für Rauchverlangen.
  • Zuletzt noch ein Tipp für alle angehenden Nichtraucherinnen und Nichtraucher: Während einer Tabakentwöhnung kann Alkohol schnell zum Risiko für einen Ausrutscher oder Rückfall werden. Das liegt unter anderem an den oben beschrieben Zusammenhängen und außerdem daran, dass Alkohol die Selbstkontrolle einschränkt. Trinken Sie deshalb in dieser Zeit am besten keinen oder möglichst wenig Alkohol, damit Sie auch in schwierigeren Situationen die Kontrolle behalten.

Fazit: Zigaretten und Alkohol sind in Deutschland weit verbreitet und besonders im Doppelpack gesundheitsschädlich. Die BZgA informiert über beide Substanzen und gibt Tipps für den Rauchstopp und einen verantwortungsvollen Alkoholkonsum: www.rauchfrei-info.de und www.kenn-dein-limit.de

Quelle:

Tabakkonsum und Tabakabhängigkeit von Kröger C.B. und Lohmann B.; ISBN: 9783801718282; 1. Auflage 2007, VIII/122 Seiten

https://www.dkfz.de/de/krebspraevention/download/FzK_Alkohol_und_Krebs.pdf?m=1421889558