Amerikanische Studie: Kinder aus Raucherhaushalten sind häufiger krank

29.06.2016  - Kinder, die in einem Raucherhaushalt leben, müssen häufiger medizinisch behandelt werden als Gleichaltrige, die in einem rauchfreien Zuhause aufwachsen: Das ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie, die kürzlich auf einer Konferenz für Kinderärztinnen und Kinderärzte vorgestellt wurde.

Den Verantwortlichen der Studie stand für ihre Arbeit umfangreiches Datenmaterial zur Verfügung: Befragungs- und Untersuchungsergebnisse von fast 100.000 Kinder und Jugendlichen – vom Neugeborenen bis zum 17-jährigen Teenager. Etwa ein Viertel dieser Kinder (24 Prozent) lebten gemeinsam in einem Haushalt mit einer Raucherin oder einem Raucher, meist den Eltern bzw. einem Elternteil. Und immerhin jedes 20. Kind wuchs in einem verrauchten Haushalt auf: In diesen Fällen wurde also auch in den gemeinsam bewohnten Räumen geraucht.

Das Zusammenleben mit einer oder mehreren rauchenden Personen blieb für die Kinder und Jugendlichen nicht folgenlos, denn sie mussten insgesamt häufiger einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen als Altersgenossen, die mit nichtrauchenden Erwachsenen aufwuchsen. Die Studie ergab, dass diese Unterschiede zwischen den Gruppen nicht zufällig entstanden sind. Kinder und Jugendliche, die mit Raucherinnen bzw. Rauchern im gemeinsamen Haushalt leben, sind also offenbar tatsächlich häufiger von Krankheiten betroffen. Welche Erkrankungen das sind, wurde in dieser Untersuchung nicht genauer unterschieden. Aus anderen Studien weiß man aber, dass es Zusammenhänge zwischen dem Passivrauchen von Kindern und z. B. Atemwegserkrankungen oder Asthma gibt.

Übrigens zeigten sich die erhöhten Arztbesuchsraten generell bei Kindern und Jugendlichen, die mit rauchenden Personen aufwuchsen, also auch bei jenen, in deren Wohnungen eigentlich nicht geraucht wurde. Offenbar haben diese Minderjährigen den Tabakrauch an anderen Orten abbekommen, etwa im Auto oder im Garten. Um zu prüfen, ob rauchende Eltern eventuell generell häufiger einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen (man also aus den gefundenen Unterschieden nicht schließen kann, dass ihre Kinder häufiger krank sind), prüften die Studienverantwortlichen auch die Zahl der zahnärztlichen Besuche – sozusagen als Gegenvergleich. Hier zeigte sich, dass rauchende Eltern im Vergleich sogar eher etwas seltener mit ihren Kindern zum Zahnarzt oder zur Zahnärztin gehen. Das spricht wiederum für die Erklärung, dass jene Kinder, die mit rauchenden Erwachsenen groß werden, tatsächlich häufiger krank sind.

Fazit: Kinder sollten möglichst rauchfrei aufwachsen. Dafür gibt es noch ein weiteres wichtiges Argument: die Vorbildwirkung der Erwachsenen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der News Damit Kinder nicht anfangen zu rauchen: möglichst früh selber damit aufhören.  

Quellen:
American Academy of Pediatrics. "Exposure to tobacco smoke in the home increases childhood illnesses, health care demand: Study to be presented at Pediatric Academic Societies 2016 Meeting finds that children living with smokers more frequently need medical care." ScienceDaily. ScienceDaily, 30 April 2016. www.sciencedaily.com/releases/2016/04/160430100407.htm; www.abstracts2view.com/pas/view.php