Amerikanische Studie: Schlechtere Nierenfunktion bei rauchenden Jugendlichen

15.05.2013  - Eine amerikanische Studie hat Hinweise dafür gefunden, dass Rauchen bei Jugendlichen zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen kann.

Bei der Untersuchung erhoben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der John Hopkins University Bloomberg School of Public Health Daten von über 7.500 amerikanischen Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Sie wurden zunächst befragt, ob sie selber rauchen oder regelmäßig dem Tabakrauch anderer Menschen, zum Beispiel in der Familie, ausgesetzt sind. Zusätzlich wurde ihr Blut auf Cotinin untersucht. Cotinin ist ein Abbauprodukt von Nikotin und dient bei vielen Untersuchungen dazu, auf das Ausmaß der Rauchbelastung zu schließen. Dann wurde die sogenannte „glomeruläre Filtrationsrate“ gemessen, eine wichtige Messgröße für die Funktionstüchtigkeit der Nieren. Dieser Indikator gibt an, wie viel Harn von den Nieren in einer bestimmten Zeit gefiltert wird.

Es zeigte sich, dass sowohl bei rauchenden als auch bei „passiv mitrauchenden“ Jugendlichen die Filterleistung der Nieren schwächer war als bei Gleichaltrigen, die rauchfrei aufgewachsen sind. „Die Untersuchungsergebnisse bestätigen die schädliche Wirkung des Rauchens auf die Gesundheit der Nieren“, kommentiert Ana Navas-Acien, Mitautorin der Studie.

Auch andere Studien weisen in diese Richtung, in der Mehrheit beschäftigen sich diese Untersuchungen jedoch mit den langfristigen Gesundheitsschäden durch das Rauchen. So zählt Tabakkonsum zu den Hauptrisikofaktoren für Nierenkrebs. Unter den krebserzeugenden Giftstoffen im Tabakrauch, die das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in einem Faktenblatt auflistet, finden sich unter anderem auch Blei und Cadmium wieder – zwei Substanzen, die zum Beispiel auch in Batterien enthalten sind und auf Dauer die Nieren schädigen können. Die aktuelle Studie der John Hopkins University macht deutlich, dass Nierenschäden in Folge des Rauchens schon kurz- bzw. mittelfristig eintreten können und nicht erst nach jahre- oder jahrzehntelangem Zigarettenkonsum.

Fakt ist:

- Tabakrauch schädigt nahezu jedes Organ des Körpers.

- Nur ein konsequenter Rauchstopp senkt das Risiko für Folgeerkrankungen des Rauchens

- Viele Menschen gelingt der Rauchstopp. Informieren Sie sich über die wichtigsten Methoden und kommen Sie mit Gleichgesinnten ins Gespräch (Chat und Forum).

Quellen:
Esther García-Esquinas, Lauren F. Loeffler, Virginia M. Weaver, Jeffrey J. Fadrowski, and Ana Navas-Acien. Kidney Function and Tobacco Smoke Exposure in US Adolescents. Pediatrics, 2013 DOI: 10.1542/peds.2012-3201d
http://www.dkfz.de/de/racuchertelefon/download/FzR_Giftgemisch.pdf

Tobacco-attributable cancer burden in the UK in 2010 OpenD M Parkin; Br J Cancer 105: S6-S13; doi:10.1038/bjc.2011.475