Australische Studie belegt: So schädlich ist das Rauchen für Ihr Herz

31.07.2019  - Dass der Rauchstopp auch eine Herzenssache ist, spricht sich – glücklicherweise – immer mehr herum. Das liegt auch daran, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Untersuchungen zur Auswirkung des Rauchens auf die Herzgesundheit veröffentlicht wurden. Die Studienergebnisse zeigen alle in eine Richtung: Schon wenige Zigaretten am Tag schaden dem Herzen massiv. Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Australien demonstriert diesen Zusammenhang eindrucksvoll. Und sie belegt auch, wie positiv sich ein Rauchstopp auf die Gesundheit des Herzens auswirkt.

Groß angelegte Studie…
Alleine der Aufbau der Untersuchung beeindruckt: Knapp 190.000 Personen im Alter von 45 Jahren und älter wurden über einen Zeitraum von durchschnittlich sieben Jahren regelmäßig befragt und untersucht. Im Mittelpunkt standen 36 unterschiedliche Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems – sogenannte „kardiovaskuläre Krankheiten“ – zu denen neben Herzkrankheiten auch der Schlaganfall zählt. An der Studie nahmen sowohl rauchende als auch nichtrauchende Menschen teil.

In Australien ist die Raucherquote deutlich niedriger als in Deutschland: Acht Prozent der Teilnehmenden an der Untersuchung rauchten, weitere 34 Prozent haben früher einmal geraucht. Der Rest der Stichprobe galt als lebenslange Nichtraucherinnen bzw. Nichtraucher. Und wir verraten an dieser Stelle nicht zu viel, wenn wir dieses Ergebnis der Studie vorwegnehmen: Diese Gruppe hatte das insgesamt geringste Risiko, im Untersuchungszeitraum an ihrem Herz-Kreislauf-System zu erkranken.

… mit eindeutigen Ergebnissen …
Folgende Information ist noch wichtig, um die Studienergebnisse einordnen zu können: An der Studie wurden ausschließlich Menschen beteiligt, die – zu Beginn der Untersuchung – nicht an einer Erkrankung ihres Herz-Kreislauf-Systems litten. Dies sollte sich im Laufe des Untersuchungszeitraums jedoch ändern.

Bei Personen aus allen drei Gruppen („Rauchende“, „Ex-Rauchende“ und „lebenslang Nichtrauchende“) entwickelte sich in dieser Zeit eine Erkrankung ihres Herzens bzw. ihrer Blutgefäße und eine Reihe von ihnen erlitt einen Herzinfarkt oder es kam zu Herzversagen. Bei jenen, die nie geraucht hatten, traten diese Erkrankungen und Vorfälle – im Vergleich zu den teilnehmenden Raucherinnen und Rauchern – jedoch deutlich seltener auf. Die Ergebnislage ist eindeutig: Die Risiken, eine der untersuchten Erkrankungen zu entwickeln, war für den rauchenden Teil der Untersuchungsstichprobe eindeutig erhöht. Ein Beispiel: Vier bis sechs Zigaretten am Tag verdoppelten das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung – im Vergleich zu dem Risiko, das lebenslange Nichtraucherinnen und Nichtraucher haben. Viele Menschen rauchen jedoch deutlich mehr als „vier bis sechs Zigaretten“ am Tag: Bei ihnen steigt das Risiko für Herzerkrankungen entsprechend weiter an.

Zwischenfazit: Ein doppelt so hohes Risiko für eine Herz-Kreislauf-Krankheit ab vier bis sechs Zigaretten – die Auswirkungen des Rauchens auf die Herzgesundheit sind beträchtlich. Auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzkrankheit zu sterben, steigt durch das Rauchen deutlich an, wie die Untersuchungsergebnisse klar untermauern.

… und auch guten Nachrichten
Die gute Nachricht: Es gibt einen Ausweg und der heißt: Rauchstopp. Auch das zeigt die australische Studie. Menschen sollten demnach möglichst früh mit dem Rauchen aufhören. Am stärksten war in der Studie der Effekt eines Rauchstopps, wenn er vor dem 45. Lebensjahr erfolgte: Teilnehmende an der Studie, die früher geraucht und dann (bevor sie 45 wurden) aufgehört hatten, konnten ihr Herzrisiko deutlich reduzieren.

Fazit: Die wissenschaftlichen Ergebnisse legen nahe: Machen Sie den Rauchstopp zu Ihrer Herzenssache. Wir helfen Ihnen dabei unter Aufhören.

 

Quelle:
Banks
E., Joshy G., Korda R., Stavreski B., Soga K., Egger S., Day C., Clarke N., Lewington S., Lopez A.D.. 2019. Tobacco smoking and risk of 36 cardiovascular disease subtypes: fatal and non-fatal outcomes in a large prospective Australian study BMC Medicinevolume 17, Article number: 128 (2019)