Auswege aus dem Stress

22.03.2017  - In der News der vergangenen Woche ging es um das „Stressrauchen“. Sie haben erfahren, was negative Verstärker sind und warum sie den Rauchstopp erschweren können.

Viele Menschen rauchen vor allem dann, wenn sie Stress oder Ärger haben (oder zumindest mehr). Mit der Zeit schleift sich dieses Verhalten immer tiefer ein. Was kann man tun, um die Verbindungen zwischen Stress und Rauchen zu „kappen“?

Wir geben drei Antworten auf diese Frage. Für die erste Antwort muss es im Kopf „Klick“ machen. Für die zweite zwar auch, aber hier geht es vor allem um die Veränderung von Verhaltensweisen. Und bei der dritten Antwort kommen hilfreiche Andere ins Spiel.

Antwort 1: Machen Sie sich klar, dass Rauchen keine Entspannung für Ihren Körper darstellt

Die vermeintlich beruhigende Wirkung einer Zigarette ist vor allem darauf zurück zu führen, dass sie die Entzugserscheinungen mildert, die durch das Absenken des Nikotinspiegels im Körper entstehen. Man könnte sogar sagen, dass Rauchen den Organismus eher stresst: Nikotin steigert die Herz- und Atemfrequenz, erhöht den Blutdruck, steigert die Magensaftproduktion und setzt Adrenalin frei. Auch die im Tabakrauch enthaltenen Giftstoffe bedeuten „Stress“ für den Körper.

Antwort 2: Erkennen Sie Ihre Stressmuster und entwickeln Sie neue Bewältigungsformen

Oft führt schon der Gedanke an bevorstehende Stressereignisse zu einer inneren Anspannung, durch die wiederum der Wunsch nach einer Zigarette ausgelöst wird. Wenn es dann tatsächlich stressig wird, „halten die Dämme“ noch schlechter und der Mensch greift auf hoch automatisierte Verhaltensweisen zurück – zum Beispiel auf Süßigkeiten oder das Rauchen einer Zigarette. Um diesen Mechanismus zu unterbrechen, muss zunächst der Auslöser identifiziert werden (also der Gedanke an die bevorstehende Anspannung oder die Anspannung selbst) und dann mit einem anderen Verhalten verknüpft werden. Zum Beispiel mit einer fünfminütigen Entspannungsübung oder indem man auf andere Weise aus der Situation heraustritt. Ebenfalls oft hilfreich: eine Art Leitgedanke wie zum Beispiel „Eins nach dem anderen“ oder „In der Ruhe liegt die Kraft“. Oder Sie machen sich erst einmal einen Tee – die 5 Minuten dafür sollten drin sein und sowohl die Zubereitung als auch der Genuss des Getränks können zu einem neuen Ritual werden, das die Zigarette ersetzt.

Antwort 3: Gemeinsam gegen den Stress angehen

Gemeinsam mit anderen lassen sich gute Lösungen finden, um mit Stress anders umzugehen. In einer Familie können zum Beispiel Aufgaben anders verteilt werden, um einzelne zu entlasten. Oder man einigt sich gemeinsam darauf, dass man es mit der Ordnung in der Küche am Wochenende mal nicht so ernst nimmt. Auch am Arbeitsplatz kann man sich zusammen tun, um Belastungen zu reduzieren. Zum Beispiel: Nach 17 Uhr keine Emails mehr versenden oder andere nur dann „in cc“ setzen, wenn es notwendig ist. In vielen Betrieben gibt es außerdem ein Betriebliches Gesundheitsmanagement – dort sitzen Expertinnen und Experten, die Sie auf das Thema Stressmanagement ansprechen können. Einige Unternehmen, die über kein eigenes Betriebliches Gesundheitsmanagement verfügen, haben Verträge mit externen Anbietern.

Aktiv werden gegen Stress – das ist der gemeinsame Nenner unserer drei Antworten auf die Frage „Was kann man tun, um Stress zu reduzieren und damit gute Bedingungen für einen dauerhaften Rauchstopp zu schaffen?“. Noch mehr Tipps gibt es in der rauchfrei-Community und in der Rubrik Aufhören.