Bevor es brenzlig wird: So bereiten Sie sich auf kritische Situationen beim Rauchstopp vor

28.11.2018  - Alle, die schon mal einen oder mehrere Rückfälle hatten, wissen nur allzu gut, wovon wir sprechen: Der Rauchstopp ist geglückt, es läuft mehr oder weniger gut ohne Zigarette – und ehe man sich versieht, steckt man sich doch wieder eine an.

Wieder geraucht – trotz erfolgreichem Rauchstopp

Mögliche Gründe, oder besser gesagt „Auslöser“ dafür, wieder zu rauchen, gibt es viele. Zum Beispiel: Eine Freundin, die nicht weiß, dass Sie aufgehört haben, hält Ihnen die offene Schachtel entgegen und Sie greifen ganz automatisch zu – weil sie das viele Jahre so gemacht haben und vielleicht auch, weil sie sich denken, dass „die eine Zigarette schon nicht schade“. Bei der einen bleibt es dann allerdings häufig nicht. Und obwohl man diese Episode noch als „Ausrutscher“ sehen könnte, sind viele dadurch so frustriert, dass sie am nächsten Tag gleich wieder eine Zigarette anzünden und so nach und nach ihr altes Rauchverhalten wieder aufnehmen. Spätestens dann wird aus dem Ausrutscher ein regelrechter Rückfall. Dass man eine angebotene Zigarette annimmt, obwohl man eigentlich rauchfrei ist, kommt im alkoholisierten Zustand übrigens besonders häufig vor – auch in unserem rauchfrei-Forum und im Chat wird immer wieder darüber berichtet. Deshalb sollte man in der ersten Zeit nach dem Rauchstopp besonders vorsichtig beim Alkohol sein.


In diesen Situationen sollte man besonders aufpassen

Andere typische kritische Situationen, die in einen Ausrutscher bzw. Rückfall münden können: Langeweile, Stress oder Ärger. Allesamt Situationen, die wir nicht immer und unbedingt vermeiden können: Langeweile oder Leerlauf kann jederzeit aufkommen, zum Beispiel wenn die Bahn mal wieder auf sich warten lässt oder die Verabredung abgesagt hat. Bei Stress ist es ähnlich: Im Leben der meisten Menschen gibt es zwischendurch Stress, manche leiden sogar unter einer Dauerbelastung. Gleiches gilt für Ärger.

Natürlich kann und sollte man sich mit diesen Themen beschäftigen – vor allem, wenn man erkannt hat, dass sie mit dem eigenen Tabakkonsum zu tun haben. So sollte jeder Mensch passende Möglichkeiten zum Umgang mit Stress parat haben – jene, die als Raucherin oder Raucher bei Stress vermehrt zur Zigarette gegriffen haben, sei diese Empfehlung ganz besonders ans Herz gelegt. Und doch wird das Leben nicht frei von Stress werden – ebenso wenig wie von Langeweile oder Ärger.


Ohne Gegenstrategien hat die Zigarette leichtes Spiel

 „Nichtmehrraucherinnen“ und „Nichtmehrraucher“ sollten deshalb auf Situationen vorbereitet sein, die kritisch werden können – sonst hat die Zigarette „leichtes Spiel“. Die alten Verknüpfungen im Gehirn – beispielsweise zwischen stressigen Situationen und dem Rauchen – bleiben nämlich bestehen und können jederzeit wieder aktiviert werden. Man kann ihnen aber etwas entgegensetzen: neue Strategien im Umgang mit Stress und dabei auftretenden Schmachtattacken, wie etwa kurze Entspannungs-, Bewegungs- oder Ablenkungsübungen. Je mehr und je wirksamer diese sind, umso besser. Diese neuen Strategien hinterlassen dann ebenso „Spuren“ – in Form von Verknüpfungen zwischen Zellen – im Gehirn und werden zu wirksamen Gegenspielern des Rauchens.

Beschäftigen Sie sich also bereits im Vorhinein mit möglichen riskanten Situationen und entwickeln Sie passende Gegenstrategien – mindestens drei für jede Situation. Schreiben Sie sie am besten auf und tragen Sie den Zettel in der ersten Zeit immer bei sich, zum Beispiel im Portemonnaie. Wenn es dann brenzlig werden sollte, zücken Sie den Zettel, anstatt sich eine anzustecken.

Wenn Sie jetzt nicht genau wissen, was für Strategien sich in Ihrem persönlichen Fall anbieten: Sprechen Sie doch eine rauchfrei-Lotsin oder einen rauchfrei-Lotsen an. Unsere ehrenamtlichen Online-Mentoren helfen Ihnen gerne weiter.