Der neue Tabakatlas ist erschienen

16.12.2020  - Wie viele Menschen in Deutschland greifen regelmäßig zur Zigarette? Was sind hierzulande die häufigsten Folgeerkrankungen des Tabakkonsums? Und was kostet das Rauchen unser Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft? Fragen, die zuverlässig der Tabakatlas beantwortet, herausgegeben vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Vor Kurzem ist die neue Ausgabe erschienen.

So teuer „müssten“ Zigaretten sein ...

Und auch wer keine direkten Fragen hat, sondern sich einfach für das Thema Rauchen und seine Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft interessiert, wird im Tabakatlas fündig – und stößt auf mancherlei Überraschendes. So wissen einige zwar, dass Rauchen zwar Tabaksteuern einbringt, die Kosten durch Krankheit und Produktivitätsausfälle jedoch weitaus höher liegen als diese Steuereinnahmen. Aber wie groß ist die Differenz ganz konkret und wie teuer müsste eine Packung Zigaretten sein, wenn man diese Kosten auf den Preis umlegen würde? Der Tabakatlas rechnet vor: In den vergangenen Jahren lagen die Einnahmen der Tabaksteuer bei ca. 14 Milliarden Euro. Laut dem Forscher Tobias Effertz, einem der Mitautoren des Tabakatlas’ betragen die Folgekosten des Rauchens für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft allerdings ein Vielfaches dieser Summe. Er kommt in seiner Berechnung auf ganze 97 Milliarden (mehr dazu, wie die Zahl sich errechnet, können Sie hier nachlesen), also auf mehr als das Sechsfache der Steuereinnahmen. Wollte man diese Summe über den Preis einer Schachtel Zigaretten ausgleichen, müsste diese im Handel 22,80 Euro kosten.

Traurige, aber auch optimistisch stimmende Zahlen

Das ist nur eine der interessanten Zahlen, die der Tabakatlas in seiner neuen Ausgabe bereithält. Manche davon stimmen allerdings auch traurig. So starben im Jahr 2018 43.800 Frauen und 83.100 Männer an den Folgen ihres Tabakkonsums. Die häufigste rauchbedingte Todesursache ist Krebs, knapp dahinter folgen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (inklusive Diabetes) und danach Atemwegserkrankungen.

Aber auch Zahlen, die Anlass zum Optimismus geben, finden sich im neuen Tabakatlas. Eine davon stammt aus Studienergebnissen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die unter anderem auch verantwortlich für die rauchfrei-Kampagne ist. Es ist die Zahl „6“: 6 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren rauchen. Noch zur Jahrtausendwende war dieser Anteil mehr als vier Mal so hoch – ein klarer Trend zum Nichtrauchen unter den Jüngeren.

Noch mehr Zahlen finden Sie im Tabakatlas, den Sie auf der Plattform des Deutschen Krebsforschungszentrums kostenfrei herunterladen können.

Quelle:

Deutsches Krebsforschungszentrum (2020). Tabakatlas Deutschland 2020, online abrufbar unter Informationen zur Tabakkontrolle (dkfz.de)