Der zweite Experten-Chat: Was tun bei Entzugserscheinungen?

09.06.2017

Auch der zweite Experten-Chat im Rahmen unserer Online-Aktion fand wieder reges Interesse unter den Userinnen und Usern. Diesmal ging es um Fragen rund um das Thema „Entzugserscheinungen“: So gut wie alle Menschen, die einen Rauchstopp planen, fürchten sie – aber längst nicht immer treten sie auch auf. Manche merken während ihrer Tabakentwöhnung sogar so gut wie gar nichts und wundern sich fast, dass sie so „glimpflich“ davon kommen. Andere wiederum trifft es härter, sie werden zum Beispiel von Konzentrationsschwierigkeiten oder innerer Unruhe geplagt. Eine weitere recht häufige Begleiterscheinung einer Tabakentwöhnung ist eine gesteigerte Gereiztheit: Beim kleinsten Anlass geht man an die Decke. Da ist es gut, wenn man Freundeskreis und Familie schon mal vorwarnt und um Verständnis und etwas mehr Toleranz in den ersten Wochen nach dem Rauchstopp bittet.

Unter anderem die folgenden Fragen wurden im Experten-Chat zum Thema „Entzugserscheinungen“ gestellt – und das hat unsere Expertin darauf geantwortet:

Frage: Sorgen Nikotinkaugummis oder Pflaster dafür, dass gar keine Entzugserscheinungen auftreten?

Antwort: Zumindest werden körperliche Entzugssymptome deutlich gedämpft, wenn zum Beispiel über Kaugummis oder Pflaster noch Nikotin zugeführt wird. Die Dosis wird über einen Zeitraum von meist maximal drei Monaten (Packungsbeilage beachten!) allmählich reduziert. In dieser Phase ist das körperliche Verlangen nach der Zigarette weniger stark ausgeprägt als beim „kalten Entzug“ und kann die Entwöhnung dadurch erleichtern. Wichtig: Diese Umgewöhnung vom Alltag mit Zigarette zu einem rauchfreien Leben nimmt einem niemand ab, auch kein Nikotinersatzpräparat. Was strukturiert meinen Arbeitstag, wenn die Zigarette weg fällt und was gönne ich mir nach dem Essen – anstatt der Zigarette? Diese und andere Fragen muss jede Person, die mit dem Rauchen aufhört, für sich beantworten – und dann vor allem auch umsetzen.

Frage: Was hilft noch, um mögliche Entzugserscheinungen möglichst stark in Schach zu halten?

Ganz klar Bewegung. Und da gibt es so gut wie kein unteres Level, das es unbedingt zu erreichen gilt: Jede Form und jedes Maß ist erst mal gut. Wer aufhört zu rauchen, muss nicht direkt zur Sportskanone werden. Ein Spaziergang oder abwechselndes Laufen und Gehen sind zum Beispiel gute Möglichkeiten, Bewegung in den Alltag zu bringen. Denken Sie aber daran, dass Bewegung auch mit Genuss und Spaß verbunden wird. Eine Sportart, die aus bloßen Vernunftgründen gewählt wird, hält man erfahrungsgemäß nicht lange durch.

Frage: Was kann ich bei plötzlichem Rauchverlangen machen?

Ablenkung jeder Art ist ein Mittel, das vielen Menschen hilft: Die Aufmerksamkeit auf etwas anderes richten, bis das Verlangen abebbt. Am besten sind Aktivitäten, die unsere Sinne intensiv beanspruchen, zum Beispiel einen Tee zubereiten und das Aroma genießen. Manchmal muss man durch ein unangenehmes Gefühl des starken Verlangens auch einfach durch – mit der Gewissheit, dass es recht bald wieder besser wird.

Weitere Tipps, wie Sie erfolgreich mit Entzugserscheinungen umgehen können, bekommen Sie bei den rauchfrei-Lotsen und auf dieser Seite.

Der nächste Experten-Chat am 13. Juni beschäftigt sich mit dem Thema „Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp“. Melden Sie sich einfach unter Ihrem User-Namen an und fragen Sie mit. Bereits im Vorfeld können Sie Fragen an uns senden, die der Experte dann im Chat aufgreifen wird. Senden Sie einfach eine Mail.