Erfahrungsbericht: „Im Urlaub war sie wieder da – die Lust auf die Zigarette“

19.07.2017  - „Ich bin seit 15 Monaten glücklicher Nichtraucher und habe seitdem schon so manche heikle Situation überstanden. Einfach indem ich mich mit meinen Rauchgewohnheiten auseinandergesetzt und mein Verhalten in Alltagssituationen geändert habe“

schrieb kürzlich ein User im Chat. Und weiter: „Deshalb war ich überhaupt nicht darauf vorbereitet, als ich in meinem Italienurlaub ein ganz intensives Verlangen nach der Zigarette verspürt habe, das auch erst mal nicht weg ging.“

Die Geschichte „ging gut aus“, der User ist rauchfrei geblieben und ist es auch nach wie vor. Aber wie ist die späte und plötzliche Lust auf das Rauchen zu erklären, ausgerechnet im Urlaub? Und was lässt sich dagegen unternehmen?

Rauchen ist mit den unterschiedlichsten Orten, Stimmungen und Gefühlen verknüpft – nicht nur mit solchen, die einem im Alltag begegnen, sondern auch mit solchen, die eher selten auftreten, zum Beispiel weil sie an Jahreszeiten gebunden sind. Das Rauchen auf dem Balkon an langen Sommerabenden ist dafür ein Beispiel. Wer im Herbst mit dem Rauchen aufhört, hat natürlich keine Gelegenheit, eine passende Alternative für dieses „liebgewonnene“ Sommer-Ritual zu entwickeln – und kann dann spätestens im Frühjahr davon überrascht werden. Dann kann ein starkes Rauchverlangen spürbar werden, wenn man bei warmen Temperaturen auf dem Balkon verweilt.

Andere Beispiele für „saisonale“ bzw. eher seltene Rauchgewohnheiten sind Urlaube, wie jener, von dem der User im Chat erzählte. Abends am Strand eine Zigarette anzünden, nach einem köstlichen Essen oder beim Gang durch die Altstadt eine rauchen: Alles in früheren Urlauben schon hunderte Male gemacht. So können Urlaubssituationen zum Auslöser für die Lust auf eine Zigarette (und damit zum Stressfaktor) werden – ganz wie die Situationen im Alltag, die unser User ja gut im Griff hatte. 

Manche Menschen fühlen sich in diesen Momenten „zurückgeworfen“ an die Anfangsphase ihrer Tabakentwöhnung. Dabei bedeutet der Impuls zu rauchen erst einmal nur, dass alte Schaltkreise im Gehirn aktiviert werden – ausgelöst durch Reize, die lange Zeit mit dem Rauchen verknüpft waren.

Diese Erkenntnis hat dem User bei der Bewältigung der „Zigarettenlust im Urlaub“ übrigens geholfen. Ihm war klar, dass sein Rauchverlangen erstens an bestimmte Situationen geknüpft ist, zweitens mit der Zeit immer schwächer werden würde und drittens anders „besetzt“ werden kann, zum Beispiel durch ein Eis in der Altstadt oder eine neue Kaffeespezialität nach dem Essen. Alles nach dem Motto: „Neue Genüsse entdecken“. Und dafür sind Urlaube ja wie gemacht.