Europäische Kommission: jedes Jahr 700.000 Todesfälle in Europa durch Rauchen

02.07.2014  - Im Mai ist die neue Tabakrichtlinie in Kraft getreten.

Die Europäische Kommission nimmt die neuen Regelungen, die innerhalb der nächsten zwei Jahre in den Mitgliedsländern umgesetzt werden müssen, zum Anlass, verstärkt über das Thema Rauchen in Europa zu informieren. Unter anderem wurde ein neues Faktenblatt veröffentlicht, das wichtige Daten zum europäischen Tabakkonsum zusammenfasst.

Es macht unter anderem deutlich, wie groß die gesundheitliche und finanzielle Belastung durch das Rauchen in Europa ist:

  • Jedes Jahr sterben ungefähr 700.000 Europäerinnen und Europäer an den Folgen des Rauchens. Ein Vergleich mit anderen Todesursachen hilft, die Größenordnung dieser Zahl besser zu verstehen: Bei Verkehrsunfällen versterben pro Jahr etwa 43.000 Personen, illegale Drogen fordern in Europa jährlich ungefähr 38.000 Menschenleben. Der immer noch weit verbreitete Tabakkonsum führt also zu einer enorm hohen Zahl an vermeidbaren Todesfällen in Europa.
  • Etwa 28 Prozent der europäischen Bevölkerung raucht, weitere 21 Prozent haben mit dem Rauchen aufgehört. Immer noch rauchen europaweit mehr Männer als Frauen: Die Gruppe der Rauchenden teilt sich in 56 Prozent Männer und 44 Prozent Frauen auf.
  • Viele Raucherinnen und Raucher haben als Jugendliche damit begonnen. Auch die Zahlen, die die Europäische Kommission veröffentlicht, belegen das: 70 Prozent von ihnen haben angefangen zu rauchen, als sie noch jünger als 18 Jahre waren. Nimmt man das 25. Lebensalter als Grenzmarke steigt die Quote der „Rauchbeginner“ natürlich: 94 Prozent der Raucherinnen und Raucher in Europa haben vor ihrem 25. Lebensjahr begonnen zu rauchen. Die neue Tabakrichtlinie soll dazu beitragen, dass zukünftig weniger junge Leute zur Zigarette greifen.
  • Bei den Gründen, mit dem Rauchen aufzuhören, steht die Gesundheit ganz vorne: 60 Prozent der Rauchenden möchten der Zigarette endgültig Lebewohl sagen, um ihre Gesundheit nicht weiter zu schädigen. 35 Prozent nennen den Preis von Tabakprodukten als Grund für einen Rauchstopp – ein Hinweis darauf, dass beispielsweise steigende Tabaksteuern dazu beitragen können, den Zigarettenkonsum zu senken. 30 Prozent der Rauchenden sagen, dass „Druck“ aus dem Freundes- und Familienkreis für sie ein Grund ist, mit dem Rauchen aufzuhören.

Zuletzt noch eine Zahl, die für die Erwartung der Europäischen Kommission an die neue Tabakrichtlinie steht: Innerhalb von fünf Jahren (nach Inkrafttreten der neuen Regelungen) soll die Zahl der Raucherinnen und Raucher in Europa um 2,4 Millionen sinken, schreibt die Europäische Kommission auf ihrer Website.

Siehe auch:
http://ec.europa.eu/health/tobacco/docs/tobacco_infograph_en.pdf
http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-14-134_en.htm