Gedankliche Hindernisse auf dem Weg zum Rauchstopp

05.12.2012  - „Mit 51 Jahren habe ich es endlich geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Warum habe ich die Kurve nicht früher bekommen?“ – diese Sätze schrieb eine Userin im rauchfrei-Chat (immer dienstags zwischen 20 und 22 Uhr) und löste damit eine kleine Diskussion unter den Teilnehmenden aus.

Und tatsächlich ist die Frage nach den Gründen für das „Nicht aufhören“ interessant. Schließlich ist die Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens seit vielen Jahren wissenschaftlich eindeutig belegt und die meisten Menschen – einschließlich der Raucherinnen und Raucher – wissen, dass der Konsum von Zigaretten das Risiko für eine Vielzahl von schweren Erkrankungen erhöht. Und dennoch raucht immer noch ein knappes Drittel der deutschen Bevölkerung.

Wissen alleine reicht also offenbar nicht, um Menschen zu einem Rauchstopp zu bewegen. Gespräche mit Raucherinnen und Rauchern zeigen vielmehr, dass in vielen Fällen bestimmte Gedanken und Einstellungen einem Entschluss zum Aufhören im Wege stehen. Wir möchten Ihnen zwei typische Vertreter solcher gedanklichen Hindernisse vorstellen.     

1. „Ich kann jederzeit mit dem Rauchen aufhören. Im Moment passt es aber nicht so gut.“

Ein echter „Klassiker“ unter den Aufschubgründen: Der Rauchstopp wird als „einfach“ bzw. „machbar“ deklariert und in eine unbestimmte Zukunft verschoben. Leider führt eine solche Überzeugung oft dazu, dass viele Jahre vergehen, bevor ein Rauchausstieg angegangen wird. In dieser Zeit erhöht sich auch die – physische und psychische – Abhängigkeit von der Zigarette und erschwert die spätere  Entwöhnung.

Obwohl es nie zu spät ist für einen Rauchstopp, gilt hier also das alte Motto „Je früher desto besser“. Dafür spricht auch die fortschreitende Schädigung des Körpers durch das Weiterrauchen.     

2. „Ich habe schon mal versucht aufzuhören. Ich schaffe es bestimmt wieder nicht.“

Im Schnitt benötigen Rauchende sieben Ausstiegsversuche, um endgültig den Absprung zu schaffen. Lassen Sie sich von „gescheiterten“ Anläufen also nicht entmutigen. Die richtigen Schlüsse aus einem fehlgeschlagenen Rauchstopp verhelfen Ihnen sogar zu einer besseren Ausgangslage beim nächsten Mal. Denn die Gründe für den Rückfall können Aufschluss darüber geben, welche „Funktionen“ die Zigarette im Leben des Rauchenden übernommen hat. Typisch ist beispielsweise ein Zurückfallen in alte (Rauch-) Gewohnheiten, wenn es sehr stressig wird – ein Hinweis darauf, dass beim nächsten Anlauf genügend Alternativen zum „Stressrauchen“ entwickelt werden sollten, zum Beispiel Entspannungsübungen oder Bewegungseinheiten als Ausgleich zur Belastung im  Alltag.

Weitere hinderliche Gedanken finden Sie hier. Unser Tipp: Schauen Sie, ob Ihnen einer oder mehrere dieser Gedanken „bekannt“ vorkommen und lesen Sie, was man ihnen entgegen setzen kann. Hilfreich sind auch Gespräche mit ehemaligen Raucherinnen und Rauchern, zum Beispiel im Forum oder im Chat.