Große Unterschiede beim Rauchen in Deutschland

23.05.2018  - Rauchen Sie? Eine Frage, die in Deutschland offenbar sehr unterschiedlich beantwortet wird – je nachdem wo und wen man fragt. Stellt man sie beispielsweise jemandem aus dem Bundesland Brandenburg, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass mit „Ja“ geantwortet wird. Dort rauchen fast 43 Prozent der Bevölkerung. Fragt man das gleiche in Hessen, fällt die „Treffer-Quote“ deutlich niedriger aus: Etwa 18 Prozent der in Hessen lebenden Menschen greifen zur Zigarette.

Studie mit über 12.000 Befragten liefert interessante Ergebnisse zum Rauchverhalten

Die Zahlen stammen aus einer Studie der Universität Düsseldorf. In den Jahren 2016 und 2017 wurden über 12.000 Menschen (ab 14 Jahren) in Deutschland zu ihrem Konsum von Tabakprodukten und E-Zigaretten befragt. Vor kurzem sind die Ergebnisse veröffentlicht worden. Danach rauchen 28 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen. Damit liegt die Studie im Ergebnisspektrum bisheriger Untersuchungen zum Rauchverhalten in Deutschland.

Interessant wird es, wenn man die Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen betrachtet. Wie weit beispielsweise einzelne Bundesländer bei der Raucherquote auseinander liegen, hatten wir ja bereits angedeutet. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen rauchen übrigens etwa 30 Prozent der dort lebenden Menschen.

 

Jeder dritte Mann und jede vierte Frau in Deutschland raucht

Auch das Geschlecht spielt eine Rolle beim Rauchen. Immer noch gibt es mehr Raucher als Raucherinnen: Während etwa jeder dritte Mann in Deutschland raucht (32 Prozent), ist es bei Frauen jede vierte (25 Prozent). 62 Prozent der Frauen hierzulande haben noch nie geraucht, bei Männern ist dieser Anteil mit 47 Prozent deutlich geringer.

Gewaltige Unterschiede in punkto Rauchen bestehen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen in Deutschland. So gibt es beispielsweise einen Zusammenhang zwischen dem Schulabschluss und der Raucherquote: Unter Menschen ohne Schulabschluss rauchen ca. 42 Prozent. Bei jenen mit Abitur bzw. Hochschulreife liegt die Raucherquote dagegen bei 20 Prozent, ist also nur halb so hoch.

 

Raucherquote in niedrigen Einkommensklassen besonders hoch

Wer wenig verdient, raucht mehr: So könnte man die Ergebnisse der Studie zum Rauchverhalten in verschiedenen Einkommensklassen zusammenfassen. Das wäre zwar ziemlich überspitzt formuliert, in der Tendenz stimmt es aber. So rauchen knapp 37 Prozent der Menschen, die in Haushalten mit einem (auf den Haushalt bezogenen) Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro pro Monat leben. Wenn das Haushaltsnettoeinkommen bei mehr als 5.000 Euro liegt, sinkt die Raucherquote auf etwa 23 Prozent.

 

Kostenfreie Unterstützungen für den Rauchstopp

In Deutschland rauchen also besonders viele Menschen mit geringem Einkommen. Umso wichtiger ist es, dass sie Möglichkeiten der Unterstützung erhalten, die entweder kostenfrei sind oder bei denen sich der finanzielle Aufwand im Rahmen hält. Erfahren Sie hier, welche Rauchstopp-Methoden es gibt. Und hier können Sie sich zum kostenfreien Ausstiegsprogramm anmelden.

Quelle:
Kotz D, Böckmann M, Kastaun S: The use of tobacco, e-cigarettes, and methods to quit smoking in Germany—a representative study using 6 waves of data over 12 months (the DEBRA study). Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 235–42. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0235