Konsum von Zigarren steigt an – das Gesundheitsrisiko wird oft unterschätzt

27.06.2012  - In Deutschland wurden im Jahr 2011 pro Tag 12 Millionen Zigarren und Zigarillos geraucht. Diese Zahl hat das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

Damit ist der tägliche Konsum dieser Tabakprodukte deutlich angestiegen. Im Jahr 2002 lag der auf einen Tag umgerechnete Verbrauch von Zigarren und Zigarillos noch bei 8 Millionen Stück. Beim Konsum von Zigaretten hat es in den letzten Jahren dagegen auf den ersten Blick einen Rückgang gegeben. Während in 2002 noch 398 Millionen Zigaretten am Tag konsumiert wurden, liegt dieser Wert im Jahr 2011 nun bei 240 Millionen. Allerdings ist diese Entwicklung mit Vorsicht zu interpretieren, denn in die Statistik geht nur der Verbrauch von Tabakwaren ein, die in Deutschland versteuert wurden. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der reale Konsum gerade bei Zigaretten noch höher liegt. Zudem ist parallel zu dem Rückgang bei den versteuerten Zigaretten der Konsum von Feinschnitt von 42 auf 74 Tonnen pro Tag angestiegen. Das Statistische Bundesamt schließt daraus, dass es in dem genannten Zeitraum beim Zigarettenkonsum eine Verlagerung zugunsten „preisgünstigerer Tabakwaren“ gegeben habe.

Der Anstieg beim Konsum von Zigarren und Zigarillos ist jedoch beträchtlich – Anlass genug, an dieser Stelle auf das Gesundheitsrisiko durch den Konsum von Zigarren einzugehen. Insbesondere die Gefahr, an einer Krebserkrankung im Mundraum zu erkranken, ist für Zigarrenrauchende groß. Denn der Rauch von Zigarren und Zigarillos bleibt vergleichsweise lange im Mund. Gaumen, Rachen, Zahnfleisch und Zuge sind also längere Zeit den Giftstoffen des Tabakrauchs ausgesetzt. Die Folge: Bei Rauchern und Raucherinnen von Zigarren bzw. Zigarillos entwickeln sich im Vergleich zu Nichtrauchenden häufiger Tumoren an genau diesen Stellen im Mundraum. Deutlich wird dies beim Paffen von Zigarren: Hierbei wird der Rauch im Mund über längere Zeit „bewegt“, so dass auch die Einwirkung der Giftstoffe auf das Gewebe länger andauert und damit intensiver ist. Das Nikotin wird über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen.

Wenn der Zigarrenrauch hingegen inhaliert wird, gelangt der Rauch – mitsamt dem süchtig machenden Nikotin – beim Einatmen in die Lunge, genau wie beim Rauchen einer Zigarette. In der Folge steigt beispielsweise auch bei Zigarrenrauchenden das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 31. Mai