Langzeitstudie zeigt Zusammenhang zwischen Tabakwerbung und Rauchbeginn bei Jugendlichen

04.02.2011  - Je mehr Zigarettenwerbung Kinder und Jugendliche sehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie selber mit dem Rauchen beginnen – auf diesen Nenner lassen sich die Ergebnisse einer neuen Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel bringen.

Je mehr Zigarettenwerbung Kinder und Jugendliche sehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie selber mit dem Rauchen beginnen – auf diesen Nenner lassen sich die Ergebnisse einer neuen Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel bringen. Für ihre Untersuchung befragten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt 2.102 Kinder und Jugendliche, die allesamt zum Beginn der Studie nicht rauchten. Ihnen wurden maskierte Werbemotive von verschiedenen Produkten vorgelegt, darunter auch Bilder aus Zigarettenwerbungen. Die Namen der beworbenen Produkte waren jeweils nicht zu erkennen. Die teilnehmenden Jugendlichen hatten nun zunächst die Aufgabe, den Werbebildern den richtigen Produktnamen zuzuordnen. Wer dazu gut in der Lage war, hatte offensichtlich zuvor schon einiges an Werbung gesehen – so die Überlegung der Studienverantwortlichen. Ganz besonders interessierten sie sich natürlich dafür, wie gut die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Zigarettenwerbung erkannten und teilten sie daraufhin in drei Gruppen ein: Kinder bzw. Jugendliche, die wenig, durchschnittlich oder viel Tabakwerbung kannten.

Neun Monate später wurden die jungen Studienteilnehmerinnen und - teilnehmer erneut befragt. In der Zwischenzeit hatten 13 Prozent von ihnen mit dem Rauchen begonnen. Das Interessante dabei: In der Gruppe der Jugendlichen, die zum Zeitpunkt der ersten Befragung bereits viel Zigarettenwerbung gesehen hatten, lag die Rauchquote besonders hoch – nämlich bei 19 Prozent. Bei den Teilnehmenden, die neun Monate zuvor weniger Werbung für Tabak wahrgenommen hatten, lag dieser Anteil mit 12 bzw. 10 Prozent deutlich niedriger. Bedenkt man, dass zu Beginn der Untersuchung noch alle Kinder bzw. Jugendlichen nicht rauchten, wird die Tragweite der Studienbefunde deutlich – zumal sich kein Zusammenhang zwischen der Bekanntheit anderer Werbemotive und dem Rauchbeginn bei den jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigte. Tabakwerbung wirkt also ganz gezielt.

Mit ihren Ergebnissen reiht sich diese Untersuchung des IFT Nord in eine Reihe weiterer Studien ein, die ebenfalls gezeigt haben, wie Tabakwerbung Kinder und Jugendliche beeinflussen kann. Eine amerikanische Arbeit konnte beispielsweise belegen, dass bei jungen Menschen, die in Geschäften häufig mit Zigarettenwerbung konfrontiert werden, ebenfalls das Risiko steigt, mit dem Rauchen zu beginnen. All diese Erkenntnisse wiegen besonders schwer vor dem Hintergrund, dass gerade Kinder und Jugendliche schnell eine Sucht entwickeln und in der Jugendzeit oft die Spur für einen oft jahrelangen Tabakkonsum angelegt wird.

Mehr Informationen zum Thema „Tabakwerbung“ finden Sie hier.

Hanewinkel R., Isensee B., Sargent J.D., Morgenstern M. (2011). Cigarette Advertising and Teen Smoking Initiation in Pediatrics published online Jan 17, 2011;DOI: 10.1542/peds.2010-2934