Neue Patientenleitlinie Asthma empfiehlt Rauchstopp

08.09.2021  - Vor Kurzem ist in dritter Auflage die „Patientenleitlinie Asthma“ erschienen. Wie der Name es schon verrät, richtet sich die Leitlinie an Menschen, die an Asthma erkrankt sind. Aber auch Angehörige, vor allem Eltern von Kindern mit Asthma, sollen über die zusammengefassten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Asthma erreicht werden.

Neben einer umfassenden Aufklärung über Ursachen und Verlaufsformen von Asthma gibt die Leitlinie Tipps zum Umgang mit der Krankheit und informiert über Beratungs- und Hilfsangebote. Wie zu erwarten, spielt das Thema Rauchen in der Leitlinie eine wichtige Rolle.

 

Tabakrauch belastet die Lunge
18 Mal kommt das Wort „Rauchen“ in der Patientenleitlinie vor. Das zeigt bereits, wie bedeutsam Tabakkonsum – und damit natürlich auch der Rauchstopp – für die Erkrankung Asthma ist. In der Leitlinie werden für den Zusammenhang zwischen Rauchen und Asthma klare Worte gefunden: „Tabakrauch ist ein starker Reizstoff. Er belastet die Lunge. Der Rauch von Zigaretten und anderem Tabak kann die Asthma-Beschwerden verstärken und den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen. Kinder und Jugendliche mit Asthma reagieren besonders empfindlich auf diese Stoffe.“

Asthma: Verengte Luftwege erschweren das Atmen
Bei einer Asthmaerkrankung entzünden und verengen sich die Atemwege. Dadurch fällt das Atmen schwer(er), insbesondere das Ausatmen. Der Vorgang des Ausatmens dauert zudem länger. Es kann zu Luftnot und Hustenanfällen kommen. Wenn die entzündlichen Schwellungen der Luftwege zurück gehen, können die Patientinnen und Patienten wieder leichter durchatmen. Weil die Entzündung-Episoden immer wieder zurückkehren (können), sprechen Fachleute bei Asthma auch von einer chronischen Erkrankung.

Um sich besser vorstellen zu können, wie anstrengend das Atmen ist, wenn die Luftwege durch Asthma verengt sind, schlagen die Autorinnen und Autoren der Leitlinie vor, diese Erfahrung mit Hilfe eines Trinkhalms nachzuahmen. Dazu sollten Sie sich die Nase zuhalten und dann durch den Trinkheim ein- und ausatmen. Sie werden feststellen: Trotz größter Anstrengung gelangt deutlich weniger Luft in Ihre Lunge als beim Atmen ohne Trinkhalm.

Wichtiger Schritt im Kampf gegen Asthma: der Rauchstopp
Auch Passivrauchen erhöht das Risiko für Asthma. Bei Kindern ist dieser ursächliche Zusammenhang (zwischen Passivrauchen und einer Erkrankung an Asthma) wissenschaftlich belegt, bei Erwachsenen gilt er als zumindest wahrscheinlich. Die Verfasserinnen und Verfasser der Patientenleitlinie empfehlen den Rauchstopp als wichtige nicht-medikamentöse Behandlungsform von Asthma und natürlich auch zur Vorbeugung vor der Erkrankung.

Fazit: Asthma ist eine weit verbreitete chronische Erkrankung der Atemwege und bedeutet für die Betroffenen eine zum Teil erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität. Damit ist Asthma für Raucherinnen und Raucher ein wichtiger Grund, die Zigarette möglichst bald ein für alle Mal auszudrücken. Wir unterstützen Sie beim Rauchstopp. Mehr Informationen gibt es unter Aufhören.

Zum Hintergrund:
Die Patientenleitlinie ist auf Grundlage der sogenannten „Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma“ entstanden. Die NVL richtet sich an Ärztinnen und Ärzte und wird im Auftrag der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erstellt.


Quellen:

Nationale Versorgungsleitlinien (2021). Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie Asthma. Abgerufen am 09.07.2021 unter www.patienten-information.de/patientenblaetter/asthma-rauchen

Deutsches Krebsforschungszentrum (2020). Tabakatlas Deutschland 2020, online abrufbar unter Informationen zur Tabakkontrolle (dkfz.de)