Neue Studie zur Wirkung von Rauchverboten

28.11.2012  - Bereits mehrfach haben wir an dieser Stelle Studien vorgestellt, die sich mit den Auswirkungen von Rauchverboten auf die Gesundheit der Bevölkerung beschäftigten. Ein Beispiel: Eine im Jahr 2011 veröffentlichte Studie aus Irland hatte ergeben, dass ein Rauchverbot am Arbeitsplatz zu einer messbaren Verbesserung der Herzgesundheit der Beschäftigten führte.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Dublin berichteten in ihrer Arbeit von einem Rückgang der Notfälle in Kliniken aufgrund von Atemwegerkrankungen seit der Einführung des Rauchverbots in Arbeitsstätten. Besonders junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 29 Jahren profitierten in diesem Fall von dem verbesserten betrieblichen Nichtraucherschutz – in dieser Altersgruppe zeigten sich die deutlichsten Rückgänge.

Es gibt eine Vielzahl ähnlicher Untersuchungen. Meist wird dabei die Häufigkeit bestimmter (mit dem Tabakkonsum zusammenhängender) Erkrankungen in der Bevölkerung vor und nach dem Inkrafttreten eines Rauchverbots miteinander verglichen. Jede dieser Studien kam zu dem Ergebnis, dass Rauchverbote zu messbaren Verbesserungen der Gesundheit der Menschen führen.

In einer aktuellen Untersuchung wurden jetzt insgesamt 45 Einzelstudien zu dem Thema gesichtet und ausgewertet. Die jeweiligen Rauchverbotsregelungen fallen zum Teil unterschiedlich streng aus, meist betreffen sie öffentliche Orte wie Restaurants, Kneipen und wie im obigen Beispiel Arbeitsstätten. Als Kriterium für die gesundheitlichen Effekte diente die Zahl der Einlieferungen in Krankenhäuser. Die Ergebnisse der Untersuchung sprechen eine klare Sprache:

Im Schnitt gingen Krankenhausbehandlungen aufgrund von Herzanfällen mit Einführung der Rauchverbote um durchschnittlich 15 Prozent zurück, Schlaganfälle um 16 Prozent. Bei Atemwegerkrankungen fiel das Minus mit ganzen 24 Prozent besonders deutlich aus.

Je umfassender Rauchverbotsregelungen ausfallen, desto größere Wirkungen können sie entfalten – auch diese Schlussfolgerung lässt sich aus den Studienergebnissen ziehen. Der Rückgang bei den Erkrankungen war also immer dann stärker, wenn die Verbote vergleichsweise viele gesellschaftliche Bereiche betrafen bzw. wenige Ausnahmen beinhalteten.

Das Fazit der Studienverantwortlichen: Rauchverbote führen dazu, dass weniger Nichtraucherinnen und Nichtraucher der Belastung durch Passivrauch ausgesetzt werden und schaffen eine Umwelt, die es Rauchenden erleichtert, ihren Konsum zu reduzieren oder ganz mit dem Rauchen aufzuhören.

Quellen:
Crystal E. Tan, Stanton A. Glantz. Association Between Smoke-Free Legislation and Hospitalizations for Cardiac, Cerebrovascular, and Respiratory Diseases A Meta-Analysis. Circulation, 2012 DOI: 10.1161/%u200BCIRCULATIONAHA.112.121301

American Thoracic Society (2011, May 18). Smoking ban reduces emergency room admissions. ScienceDaily. Retrieved May 30, 2011, from http://www.sciencedaily.com­/releases/2011/05/110517105800.htm