Nicht folgenlos: Wenn auf der Leinwand zur Zigarette gegriffen wird

08.02.2011  - Wenn in Filmen geraucht wird, bleibt das nicht folgenlos. Immer mehr Studienergebnisse deuten auf eine animierende Wirkung von rauchenden Schauspielerinnen und Schauspielern hin.

Wenn in Filmen geraucht wird, bleibt das nicht folgenlos. Immer mehr Studienergebnisse deuten auf eine animierende Wirkung von rauchenden Schauspielerinnen und Schauspielern hin. So kann es inzwischen als wissenschaftlich erwiesen gelten, dass Rauchen in Film und Fernsehen zu einem positiven Image von Tabakprodukten beitragen kann und ebenfalls einen Einfluss darauf hat, ob Jugendliche mit dem Rauchen beginnen oder nicht. Und auch rauchende Erwachsene greifen vermehrt zur Zigarette, wenn sie einen Film sehen, in dem gequalmt wird. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Nijmegen konnten diesen Zusammenhang in einem Experiment unlängst nachweisen. Der Effekt des Rauchens auf der Leinwand oder dem Bildschirm auf das Rauchverhalten der Zuschauerinnen und Zuschauer scheint dabei umso größer zu sein, je oberflächlicher das Filmgeschehen verfolgt wird (siehe auch Vermehrtes Rauchen, wenn in Filmen zur Zigarette gegriffen wird).

Nun machten Forscherinnen und Forscher der US-amerikanischen Duke University eine interessante Entdeckung, die den beschriebenen Zusammenhang weiter untermauert. Sie fanden heraus, dass bei Raucherinnen und Rauchern, die in einem Film sehen, wie eine Person eine Zigarette anzündet, ein ganz bestimmter Hirnbereich aktiviert wird – nämlich jenes Areal, das Handbewegungen plant und koordiniert. Bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern konnten sie diese spezifische Aktivierung nicht beobachten, wenn diese die gleichen Szenen betrachteten. Die Erklärung der Studienverantwortlichen: Rauchende Menschen wiederholen sehr häufig am Tag eine ganz bestimmte Handbewegung, wenn sie sich eine Zigarette anzünden. Und jedes Mal wird das betreffende Hirnareal aktiviert. Wenn diese Personen das Anzünden einer Zigarette in einem Film beobachten, wirkt das wie ein Auslöser für die gleiche Handbewegung.

Für ihre Studie verglichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine 17-köpfige Gruppe rauchender Probandinnen und Probanden mit einer Vergleichsgruppe von (ebenfalls 17) nicht rauchenden Personen. Während der Darbietung eines Films, in dem viel geraucht wird, wurden Aufnahmen des Gehirns gemacht. Mit ihrer Arbeit konnten die Wissenschaftler zeigen, wie unterschwellig das Rauchen im Film auf die Zuschauerinnen und Zuschauer wirkt.

Für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, bedeutet das Ergebnis: Seien Sie sich der Auslöser möglichst bewusst, die in Ihnen einen Impuls zum Rauchen erzeugen – sowohl in der realen Welt als auch im Film. Mit der Zeit wird die Wirkung dieser Reize jedoch schwächer – bleiben Sie dran!

Weitere Tipps zum Rauchausstieg finden Sie unter hier.

Siehe auch: Society for Neuroscience (2011, January 18). Watching others smoke makes smokers plan to light up. ScienceDaily. Retrieved January 28, 2011, from http://www.sciencedaily.com/releases/2011/01/110118180512.htm