Nichtrauchen: bei Jugendlichen voll im Trend

18.10.2017  - Rauchen als Zeichen von Coolness? Die Zigarette als Hilfsmittel, um mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen oder etwas zum „Festhalten“ zu haben? Für immer weniger Jugendliche in Deutschland ist das ein Thema.

Das hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) herausgefunden. Über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene wurden befragt – so viele, dass darüber ein repräsentatives Bild des „Nichtraucherverhaltens junger Menschen“ in Deutschland entstanden ist.

Weniger Jugendliche greifen zur Zigarette
Ja, Sie haben richtig gelesen: Es wird hier vom „Nichtraucherverhalten“ der Jugendlichen gesprochen. Mit gutem Grund: Schließlich hat die große Mehrheit der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland noch nie geraucht. Vier von fünf Jugendlichen in diesem Alter geben in der Befragung an, in ihrem bisherigen Leben noch keine Zigarette geraucht zu haben. Damit ist der Prozentsatz der jugendlichen „Nieraucherinnen bzw. Nieraucher“ so hoch wie zu keinem anderen Zeitpunkt in den vergangenen Jahrzehnten. Bereits seit den 1970er Jahren führt die BZgA diese Befragung durch und kann deshalb die Entwicklung beim Tabakkonsum von Jugendlichen über einen langen Zeitraum nachzeichnen. Ein Beispiel: Während im Jahr 2001 noch 27,5 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren angaben, dass sie rauchen, waren dies im Jahr 2016 – also 15 Jahre später – nur noch 7,4 Prozent.

Positiver Trend auch unter jungen Erwachsenen
Unter jungen Erwachsenen sind erwartungsgemäß mehr Raucherinnen und Raucher zu finden – aber auch hier ist der Trend positiv. Etwa 26 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren rauchen. Im Jahr 1997 lag dieser Anteil bei 50,4 Prozent, also fast doppelt so hoch. Damals hat demnach jede/r zweite junge Erwachsene geraucht, heute ist es etwa jede/r vierte – ein deutlicher Rückgang.

Einige Jugendliche probieren E-Produkte aus
In den letzten Jahren hat sich auch einiges auf der Angebotsseite getan: Es sind vor allem neue Produkte hinzugekommen – Produkte, die zwar nicht geraucht, aber doch inhaliert werden. Die Rede ist von E-Zigaretten und E-Shishas. 12-bis 17-jährige Jugendliche probieren diese Produkte zwar, der Anteil der regelmäßigen Verwenderinnen und Verwender in diesem Altersspektrum ist jedoch gering und im Vergleich zur letzten Befragung auch nicht angestiegen. Anders sieht es bei den jungen Erwachsenen (Altersgruppe 18 bis 25 Jahre) aus. Hier ist der Prozentsatz derjenigen, die in den vergangenen 30 Tagen mindestens einmal ein „E-Inhalationsprodukt“ konsumiert haben, zwar auch nicht sehr hoch. Allerdings ist dieser Anteil gestiegen: Bei den E-Zigaretten von 3,0 auf 5,5 Prozent und bei den E-Shishas von 1,5 auf 2,4 Prozent (= Prozentsatz junger Erwachsener, die in den letzten 30 Tagen das Produkt konsumiert haben).

Konsum von Wasserpfeifen nimmt zu
Einen deutlichen Anstieg hat es beim Konsum von Wasserpfeifen unter jungen Erwachsenen gegeben: 18,1 Prozent der 18-bis 25-Jährigen haben in den 30 Tagen vor der Befragung eine Wasserpfeife geraucht. Gegenüber dem Jahr 2008 (7,8 Prozent) ein deutlicher Anstieg.

Die BZgA informiert über alle genannten Produkte, auf ihren Webangeboten für Erwachsene (www.rauchfrei-info.de) und für Jugendliche (www.rauch-frei.info).

Die Forschungsergebnisse sind nachzulesen in einem Infoblatt:
http://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/suchtpraevention

 

Quelle: www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/