Rauchausstieg – was tun bei Entzugserscheinungen?

10.08.2011

Von vielen Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, werden sie gefürchtet und die eine oder den anderen haben sie sogar dazu gebracht, nach einem erfolgreichen Ausstieg doch wieder zur Zigarette zu greifen. Die Rede ist von Entzugserscheinungen, die nach einem Rauchstopp auftreten können – aber nicht müssen. Denn was viele nicht wissen: Öfters treten bei einer Tabakentwöhnung gar keine Entzugssymptome auf oder sie sind schwächer als vorher befürchtet. Außerdem gibt es bewährte Möglichkeiten, ihnen vorzubeugen bzw. ihr Ausmaß zu dämpfen.

Doch um welche körperlichen Erscheinungen geht es eigentlich, wenn von Entzugssymptomen die Rede ist? Eine offizielle Antwort liefert das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellte internationale Klassifikationssystem „ICD 10“. In dem System werden dem sogenannten „Nikotinentzugssyndrom“ zehn verschiedene Symptome zugeordnet, darunter Appetitsteigerung, vermehrter Husten, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und Schlafstörungen. Wenn mindestens zwei dieser Symptome vorliegen, sprechen die Expertinnen und Experten von einem Nikotinentzugssyndrom. Viele Menschen, die ihren Rauchstopptag hinter sich haben, berichten darüber hinaus auch von weiteren – vor allem körperlichen – Signalen in der Zeit des Entzugs. Manchmal ist es dabei gar nicht so einfach, genau zu beurteilen, ob die betreffende Empfindung auf den Ausstieg zurückzuführen ist oder nicht. Denn in der Zeit nach einem Rauchstopp sind viele Menschen besonders aufmerksam gegenüber ihren Körpersignalen. Dadurch nehmen sie auch eventuelles Unwohlsein stärker wahr und ziehen eine gedankliche Verknüpfung zum Rauchausstieg.

Aber es gibt sie natürlich – Entzugssymptome, die meist in den ersten sieben bis zehn Tagen nach dem Rauchstopp auftreten und so manche auf die Probe stellen. Was lässt sich nun gegen diese möglichen Hürden auf dem Weg in ein rauchfreies Leben unternehmen? Eine ganze Menge, deshalb möchten wir an dieser Stelle nur zwei wichtige Strategien herausgreifen und ansonsten auf unsere „Bewältigungstipps bei Entzugserscheinungen“ verweisen, die Sie auf unserer Website unter Rauch-Ausstieg finden.

Zunächst einmal ist regelmäßige Bewegung als ein erwiesenermaßen nützliches Mittel gegen Entzugserscheinungen zu nennen. So kam beispielsweise eine Studie aus dem Jahr 2007 zu dem Schluss, dass Entzugssymptome durch körperliche Bewegung deutlich abgeschwächt werden. Schon ein Spaziergang reduziert das Verlangen nach einer Zigarette.

Weiterhin sollten Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, auf eine möglichst ausgeglichene Genussbilanz achten. Das neue Leben als Nichtraucherin oder Nichtraucher soll nicht durch Verzicht geprägt sein, sondern durch Aktivität und Genuss. Was das sein kann, muss jede und jeder für sich selber herausfinden. Ein langes Bad, ein schönes Abendessen mit einer guten Freundin oder einem guten Freund, ein Kinobesuch und so weiter – auch mit dem durch den Rauchausstieg gesparten Geld lassen sich so manche Wünsche erfüllen. Unser Tipp: Probieren Sie einmal den Rauchfrei-Rechner aus, mit dem Sie ganz leicht ausrechnen können, wie viel Geld sie nach einem Ausstieg „übrig“ haben.

Gegen Entzugserscheinungen kann man also einiges unternehmen. Im Forum finden Sie weitere nützliche Tipps zur Bewältigung von Schwierigkeiten jeder Art beim Rauchausstieg.

Siehe auch: Adrian H. Taylor, Michael H. Ussher, Guy Faulkner (2007); The acute effects of exercise on cigarette cravings, withdrawal symptoms, affect and smoking behaviour: a systematic review; Addiction 102 (4), 534–543.