Rauchen und Arbeit (1): Es hat sich viel getan

18.04.2018  - Vollgequalmte Büros und sogar im Aufzug zündet sich jemand eine Zigarette an: Wer sich einen alten Spielfilm anschaut, muss so manches Mal darüber schmunzeln, an welchen Orten früher das Rauchen erlaubt war oder zumindest geduldet wurde. Auch in den unterschiedlichen Arbeitswelten, in denen die Filme spielen, wurde „gequalmt, was das Zeug hält“ – sei es auf der Polizeistation oder im Anwaltsbüro.

Umfassender Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz

Heutzutage wird in Film und Fernsehen auch noch geraucht – allerdings zumeist draußen, jedenfalls so gut wie nie am Arbeitsplatz. Das wäre auch nicht besonders realistisch, zumindest wenn der Film in der Gegenwart spielt: In punkto Nichtraucherschutz bei der Arbeit hat sich in den letzten Jahren nämlich viel getan. Blauer Dunst im Büro gehört offiziell der Vergangenheit an. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass per Gesetzesänderung alle Arbeitgeber in Deutschland dazu verpflichtet wurden, ihre nichtrauchenden Beschäftigten vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen. Die Rede ist von der sogenannten Arbeitsstättenverordnung, die seit Oktober 2002 einen konsequenten Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz vorsieht. Seitdem hat jeder und jede Beschäftigte in Deutschland ein Anrecht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz.

 

Rauchverbote in der Gastronomie nicht einheitlich geregelt

Ausnahmen bestehen für „Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr“, wie etwa in der Gastronomie. Aber auch hier haben sich – in Form der Nichtraucherschutzgesetze in den Bundesländern – deutliche Besserungen ergeben. Allerdings noch nicht überall: In einigen Bundesländern darf in Gaststätten noch geraucht werden, die dort Beschäftigten rauchen also unter Umständen regelmäßig „passiv“ mit.

 

In unterschiedlichen Berufen wird auch unterschiedlich viel geraucht

Über Gesetze ist also das Gesundheitsrisiko durch Tabakqualm am Arbeitsplatz weitgehend eingedämmt. Ist das Thema „Rauchen und Arbeit“ damit also erledigt? Ganz bestimmt nicht. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass in einigen Berufen überdurchschnittlich viel geraucht wird. So etwa unter Maler(-innen) und Lackierer(-innen). In diesem Beruf rauchen 51 Prozent der männlichen und 43 Prozent der weiblichen Beschäftigten. Im Vergleich dazu greifen Lehrerinnen und Lehrer deutlich seltener zur Zigarette. Hier liegt die Raucherquote zum Beispiel bei 11 Prozent der Lehrerinnen und 13 Prozent der Lehrer an Gymnasien vergleichsweise niedrig.

Warum der Raucheranteil in den einzelnen Berufsfeldern so unterschiedlich ausfällt, wurde in der Untersuchung nicht erhoben. Die jeweiligen Arbeitsbedingungen dürften nicht der alleinige Grund für die gefundenen Unterschiede sein, sondern allenfalls ein Teil der Erklärung sein. Wenn jedoch ein großer Teil der Kolleginnen und Kollegen raucht, steigt für den einzelnen Beschäftigten das Risiko, selber anzufangen oder zumindest kann es ihnen den Ausstieg erschweren. Auch in unserem Chat berichten Userinnen und User regelmäßig, wie schwer ihnen der Rauchstopp mitunter fällt, wenn die anderen in die Raucherpause gehen. Mit der Zeit entwickeln sie andere Pausenrituale, die nichts mit dem Rauchen zu tun haben – so macht es schließlich auch der nichtrauchende Kollegenkreis. Bis dahin können die Rauchgewohnheiten am Arbeitsplatz jedoch für den einen oder die andere zur Stolperfalle auf dem Weg in die Rauchfreiheit werden.

In der News der nächsten Woche informieren wir Sie genauer über die Rechtslage zum Thema Rauchen und Arbeit. Unter anderem beantworten wir die Frage, ob Rauchen eigentlich zur Arbeitszeit zählt oder nicht.

Weitere Informationen über gesetzliche Regulungen zum Thema Rauchen finden Sie hier.