Rauchen und Diabetes: die Basisfakten

14.06.2020  - Rauchen ist für eine Vielzahl von Folgeerkrankungen verantwortlich, darunter auch Diabetes. Aber worin besteht der Zusammenhang zwischen der Stoffwechselerkrankung, die im Volksmund „Zucker“ genannt wird, und dem Rauchen eigentlich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen. Als erstes klären wir, was eine Erkrankung an Diabetes bedeutet.

Was ist Diabetes? Bei Menschen mit Diabetes ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Deshalb wird Diabetes umgangssprachlich auch häufig als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet.

Wie kommt es zu dem erhöhten Zuckerspiegel?
Dafür ist ein gestörter Mechanismus verantwortlich: Bei an Diabetes erkrankten Menschen sprechen die Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin an, welches normalerweise dafür sorgt, dass der Zucker aus dem Blutstrom in die Zellen gelangt. Insulin wirkt an der Zelle wie ein Schlüssel, der sie für den Zucker öffnet. Weil diese Schlüsselfunktion bei Diabetespatienten und -patientinnen beeinträchtigt ist, verbleibt mehr Zucker im Blut.

Welche Auswirkungen hat ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel?
Bei einer Diabetes kommt es vermehrt zu Ablagerungen in den Gefäßwänden und dadurch zu Verengungen der Blutgefäße. In der Folge steigt wiederum das Risiko für eine Reihe von Erkrankungen. Zu den Folgeerkrankungen von Diabetes zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Augen- und Nierenschäden sowie Durchblutungsstörungen, insbesondere an den Füßen.

Welche Risikofaktoren für eine Diabeteserkrankung gibt es?
Hierbei ist es zunächst einmal wichtig, zwischen zwei Typen von Diabetes zu unterscheiden. Am häufigsten, mit über 90 Prozent der Fälle, kommt der sogenannte Typ-2-Diabetes vor, der im Laufe des Lebens, zumeist im höheren Alter, auftritt. Der deutlich seltenere Typ-1-Diabetes tritt meist schon im Kindes- und Jugendalter in Erscheinung. In den vergangenen Jahren erhielten jedoch auch vermehrt jüngere Menschen eine Typ-2-Diabetes-Diagnose. Zu den Risikofaktoren eines Typ-2-Diabetes zählen genetische Faktoren, Übergewicht, Mangel an Bewegung, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und das Rauchen.

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Diabetes und Rauchen?
Raucher und Raucherinnen haben ein erhöhtes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Welche Schadstoffe im Tabakrauch und welche biologischen Prozesse für dieses erhöhte Krankheitsrisiko konkret verantwortlich sind, ist bis dato noch nicht ausreichend geklärt. Eine mögliche Erklärung lautet: Durch die Bestandteile des Tabakrauchs wird die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse so nachhaltig beeinträchtigt wird, dass dadurch eine Diabeteserkrankung entsteht. Rauchen erhöht zudem zusätzlich das Risiko für die schon genannten Folge- oder Begleiterkrankungen von Diabetes, insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Durchblutungsstörungen. Denn auch die Substanzen im Zigarettenrauch greifen die Blutgefäße an und tragen damit zur Verkalkung und Verhärtung von Blutgefäßen bei.

Welchen Unterschied macht ein Rauchstopp?
Die Antwort auf diese Frage fällt eindeutig aus: Ein Rauchstopp senkt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes und verringert das Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen.

Infos zum Rauchstopp gibt es unter Aufhören

Quellen:
N Engl J Med 2018; 379:633-644; DOI: 10.1056/NEJMoa1800256
reports.instantatlas.com/report/view/704ee0e6475b4af885051bcec15f0e2c/DEU