Rauchen und Krebs - Folge 2: Rauchen und Lungenkrebs

08.09.2020  - Es ist wohl die Krebsart, die den meisten Menschen als erstes einfällt, wenn sie an die Folgeschäden durch das Rauchen denken: Lungenkrebs. Und tatsächlich ist die Verbindung zwischen Tabakkonsum und Lungenkrebs besonders eng: Laut Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert-Koch-Instituts sind „bei Männern bis zu neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Erkrankungen auf aktives Rauchen zurückzuführen“. Passivrauchen erhöht ebenfalls das Krebsrisiko.

Weniger Neuerkrankungen bei Männern, Anstieg bei Frauen

Pro Jahr erkranken über 57.000 Menschen an Lungenkrebs. Die aktuellsten Daten liegen aus dem Jahr 2016 vor und zeigen, dass immer noch mehr Männer als Frauen von der Krankheit betroffen sind: Annähernd 36.000 Männer und über 21.000 Frauen erkrankten in dem Jahr neu an Lungenkrebs. Allerdings war dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern vor einiger Zeit noch deutlich größer. Ein Langzeitvergleich der jährlichen Erkrankungszahlen ergibt seit den 1990-er Jahren bei den Männern einen Rückgang der neuen Lungenkrebserkrankungen und parallel dazu einen stetigen Anstieg bei den Frauen. Zurückgeführt werden kann diese gegenläufige Entwicklung, die sich auch in den Sterberaten spiegelt, auf die veränderten Rauchquoten bei Frauen und Männern in den Jahrzehnten davor. 

Lunge hat 100 Quadratmeter Aufnahmefläche

Ausgangspunkt für die schädliche und krebserregende Wirkung der Zigarette sind die giftigen Substanzen, die beim Rauchen aufgenommen werden. Wie diese Stoffe dazu beitragen, dass Körperzellen entarten können und daraus Krebs entsteht, haben wir im ersten Teil unserer Serie „Rauchen und Krebs“ ((Link dorthin)) erläutert. Einmal inhaliert gelangen die Giftstoffe in die Lunge, die eine Aufnahmefläche von ungefähr 100 Quadratmetern hat. Erleichtert wird das Eindringen der Giftstoffe durch die dünnen Wände der Lungenbläschen. Die Lunge ist gut durchblutet, deshalb können die aufgenommenen Giftstoffe danach sehr schnell im gesamten Körper verteilt werden. Das zeigt, warum Rauchen nicht ausschließlich zu schwerwiegenden Lungenerkrankungen führt, sondern den gesamten Organismus schädigt.

Rauchstopp senkt das Lungenkrebsrisiko deutlich

Aber die Lunge nimmt die Giftstoffe eben nicht nur auf und transportiert sie dann weiter. Sie erleidet selbst dadurch auch erheblichen Schaden, vor allem wenn sie regelmäßig mit den giftigen – und oft krebserregenden – Substanzen aus dem Tabakrauch in Kontakt kommt. Eine häufige Folge sind der schon genannte Lungenkrebs, aber auch Atemwegserkrankungen wie beispielsweise COPD.

Die gute Nachricht: Ein Rauchstopp senkt das Risiko für Lungenkrebs. Nach zehn Jahren Rauchfreiheit verringert es sich auf die Hälfte (im Vergleich zu dem Erkrankungsrisiko ohne Rauchstopp).

Wir unterstützen Sie bei Ihrem Ausstieg, mehr Informationen unter Aufhören ...

Quellen:   

Tabakatlas Deutschland, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, 2.Auflage, Heidelberg Robert Koch-Institut (2016).
Zentrum für Krebsregisterdaten., abgerufen am 15. Juli 2020 unter www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Krebs_gesamt/krebs_gesamt_node.html