Rauchen und Krebs - Folge 3: Rauchen und Darmkrebs

04.11.2020  - Krebserkrankungen des Darms stehen in der Liste der häufigsten, durch Rauchen verursachten Krebsarten auf Rang 2.

Die zweite Folge unserer Reihe „Rauchen und Krebs“ beschäftigte sich mit dem Thema Rauchen und Lungenkrebs. Eine Krebserkrankung der Lunge steht in besonders engem Zusammenhang mit Tabakkonsum: Geschätzt erkranken pro Jahr über 30.000 Männer und mehr als 15.000 Frauen in Deutschland infolge des Rauchens an Lungenkrebs. Damit ist Lungenkrebs die häufigste Krebsart, die durch das Rauchen entsteht. Was viele nicht wissen: Krebserkrankungen des Darms stehen in dieser Liste auf Rang 2. Hochgerechnet über 9000 Männer und mehr als 4000 Frauen erkranken jährlich aufgrund ihres Tabakkonsums an Darmkrebs.  

Risiko für Darmkrebs wird durch Lebensstil beeinflusst

Das Erkrankungsrisiko wird beeinflusst von:

  • Vererbungsfaktoren
  • dem Lebensstil (neben Rauchen zählen hierzu zum Beispiel übermäßiger Alkoholkonsum, mangelnde Bewegung und einseitige Ernährung)
  • der Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen (Darmspiegelung).

Studie: Gesund leben und Vorsorgeuntersuchungen lohnen sich

In diesem Jahr wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass jeder und jede von uns etwas tun kann, um das persönliche Darmkrebsrisiko zu mindern – unabhängig von der genetischen Veranlagung. Bei der Untersuchung wurden Personengruppen miteinander verglichen, die das gleiche genetische Risikoprofil hatten, sich jedoch in ihrem Lebensstil sowie ihrer Bereitschaft, sich einer Darmspiegelung zu unterziehen, unterschieden. Dabei zeigte sich, dass ein gesünderer Lebensstil und die Teilnahme  an der Früherkennungsuntersuchung das Erkrankungsrisiko deutlich senken konnten.  

Zur Vorbeugung empfiehlt der Krebsinformationsdienst:

  • Bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Vermeiden Sie Übergewicht.
  • Achten Sie auf ausreichend Ballaststoffe, aus Getreideprodukten, Hülsenfrüchten und auch aus Gemüse.
  • Essen Sie wenig rotes Fleisch oder verarbeitete Fleischprodukte (etwa Wurst).
  • Meiden Sie Tabak.
  • Begrenzen Sie Ihren Alkoholkonsum.

Außerdem rät der Krebsinformationsdienst, mit einer Ärztin oder einem Arzt über das Thema „Krebsvorsorge" zu sprechen. Ab dem Alter von 50 Jahren besteht in Deutschland die Möglichkeit, durch die Krankenkassen finanzierte Früherkennungsuntersuchungen für Darmkrebs in Anspruch zu nehmen. Falls es Krebserkrankungen in der Familie gab bzw. gibt oder jemand zum Beispiel an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung leiden, kann eine Früherkennungsuntersuchung schon vor dem 50. Geburtstag sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch auf diese Möglichkeit an.

Quellen:

Mons U, Gredner T, Behrens G, Stock C, Brenner H: Cancers due to smoking and high alcohol consumption—estimation of the attributable cancer burden in Germany. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 571–7. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0571

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (2019) Darmkrebs: Risikofaktoren und Vorbeugung; online abgerufen am 12.10. 2020 unter www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/darmkrebs/risikofaktoren.php

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) (2019) Darmkrebs: Wie sich das individuelle Risiko senken lässt.  online abgerufen am 12.10. 2020 unter www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2020/dkfz-pm-20-29-Darmkrebs-Wie-sich-das-individuelle-Risiko-senken-laesst.php