Rauchen und Stress (3): Was tun gegen Stress?

24.01.2018  - In den ersten beiden Folgen unserer Serie ging es darum, wie Stress und Rauchen zusammenhängen und woher unser ganz persönlicher Stress kommt. In dieser Woche stehen wirkungsvolle Strategien zum Umgang mit Stress im Mittelpunkt.

Tipps gegen zu viel Stress
Einen ersten Schritt in diese Richtung haben wir bereits in der Folge der vergangenen Woche getan. Wir haben Ihnen fünf Fragen zu Ihrem persönlichen Stresserleben gestellt. Wer diese für sich beantwortet hat, ist vielleicht bereits auf die eine oder andere erste Idee gekommen, wie sich der eigene Stress besser managen – oder sogar reduzieren lässt. Patentrezepte gibt es natürlich nicht, aber doch eine Reihe von Empfehlungen, die für viele von uns hilfreich sein können – ob (noch) rauchend oder nicht.

Auf die Balance kommt es an
Menschen, die in ihrem Job viel in Bewegung sind und auf die in ihrem Alltag viele Reize einströmen, profitieren in der Regel ganz besonders von Ruhephasen und Entspannung. Sie finden einen Ausgleich dadurch, dass sie sich Zeiten organisieren, in denen sie nicht gestört werden und sich auf eine Sache konzentrieren können. Umgekehrt tut es Menschen, die viel sitzen, gut, sich in ihrer Freizeit regelmäßig zu bewegen.

Genuss erlauben
Unter Raucherinnen und Rauchern ist der Ausdruck „Genüsslich eine Zigarette rauchen“ auch heute noch recht weit verbreitet. Manchen schmeckt die Zigarette sogar tatsächlich. Insbesondere „erlaubt“ sie jedoch kurze Zeiten der Besinnung und meist auch einen Ortswechsel (zum Beispiel weil man zum Rauchen vor die Tür muss). Wer raucht, hat also einen Grund für regelmäßige Unterbrechungen (zum Beispiel der Arbeit) und muss nicht erst überlegen, ob sie oder er sich die Zeit für eine Zigarette nehmen will. Als Nichtraucherin bzw. Nichtraucher fehlt dieser Grund und man muss sich solche kleinen „Erholungseinheiten“ erst organisieren (manchmal auch erkämpfen) – und zuvor überlegen, wie man diese überhaupt gestalten möchte. Wie wäre es beispielsweise mit einem Tee oder einer kurzen Entspannungsübung? Oder Sie bereiten Gemüse- und Obstschnitze vor, die Sie in den Pausen genüsslich verspeisen.

Sich selbst wichtig nehmen
Vieles in unserem Leben dreht sich um Anforderungen, die andere an uns richten, sei dies die Familie, die Arbeit oder der Freundeskreis. Viele Menschen verlieren ihre eigenen Bedürfnisse dabei aus den Augen. Ein mögliches Gegenmittel: Halten Sie Aktivitäten, die Ihnen ganz persönlich wichtig sind, schriftlich auf einem Zettel fest und überprüfen Sie regelmäßig, ob Sie ihnen genügend Platz in Ihrem Leben einräumen.

Nicht alles alleine machen (müssen)
Manche Überlastung im Leben resultiert daraus, dass wir Aufgaben übernehmen, die wir entweder abgeben oder uns zumindest mit jemandem teilen könnten. Auch hier können Sie wieder schriftlich Klarheit schaffen, mit einer einfachen Liste mit zwei Spalten: Links listen Sie die Aufgaben ihres Alltags auf, rechts Personen, die Ihnen dabei helfen können. Statt Personen können das auch zum Beispiel Dienstleistungsunternehmen sein – wenn Sie beispielsweise überlegen, Ihr Auto von nun an reinigen zu lassen anstatt dies selber zu tun oder als Alternative zum Selberkochen freitagabends auswärts essen gehen wollen.

Professionelle Angebote in Anspruch nehmen
Es gibt im ganzen Bundesgebiet Institutionen (zum Beispiel Volkshochschulen oder Familienbildungsstätten), in denen Stressbewältigungskurse angeboten werden. Viele Angebote werden bezuschusst. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Krankenkasse.


Fazit: Stress und Rauchen: ein persönliches und auch komplexes Thema mit vielen Stellschrauben, an denen wir drehen können. Und: ein häufig im Forum und Chat diskutiertes Thema. Tauschen Sie sich mit anderen aus, oft bleibt eine gute Idee dabei hängen.