Riskantes Duo: Rauchen und Stress

24.06.2020  - Als Antwort auf die Frage, wie Stress und Rauchen zusammenhängen, wird den Raucherinnen und Rauchern unter Ihnen vermutlich so einiges einfallen. Und auch alle „Ehemaligen“ dürften sich daran erinnern, wie eng die Verbindung zwischen Stress und Tabakkonsum sein kann. So greifen viele Menschen unter Druck besonders häufig zur Zigarette und lassen es sich außerdem gefallen, dass die Raucherpause ihren Arbeitsalltag regelmäßig unterbricht.

Rauchen macht krank, Stress auch
Rauchen und Stress treten häufig gemeinsam auf, aber es verbindet sie noch etwas weiteres: ihre gesundheitsschädliche Wirkung. Etliche Studien belegen, dass Zigarettenkonsum und Dauerstress krank machen können. Die entsprechenden Folgeerkrankungen betreffen den gesamten Körper, unter anderem und in erheblichem Maße das Herz-Kreislauf-System. Bedenkt man dabei, dass – wie eingangs geschildert – Stress und Rauchen sich gegenseitig hochschaukeln können, bekommt das Thema zusätzliche Brisanz.

Rauchen erhöht Risiko für Verschlusskrankheit
Schon seit langem weiß man, dass Rauchen die Blutgefäße in Mitleidenschaft zieht – und das schon bei wenigen Zigaretten pro Tag. In unserer News der vergangenen Woche haben wir eine Erkrankung näher vorgestellt, die häufig auf das Rauchen zurückgeführt werden kann: die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Im Volksmund ist oft vom Raucherbein die Rede, wenn die pAVK gemeint ist. Das zeigt schon, wie eng das Rauchen und die Krankheit zusammenhängen, bei der sich Ablagerungen oder Blutgerinnsel von der Arterienwand ablösen und vom Blutstrom an eine andere Stelle transportiert werden, wo sie dann die Blutbahn blockieren (bzw. verschließen, daher auch der Name „Verschlusskrankheit“).

Auch Stress fördert die Entstehung einer pAVK
Während vermutlich die Phantasie der meisten dafür ausreicht, sich vorstellen zu können, dass giftige Substanzen im Tabakrauch die Blutgefäße schädigen können, sieht das beim Faktor Stress schon anders aus. Deshalb liegt die Frage nahe: Was macht die Blutgefäße eigentlich krank, wenn keine Schadstoffe von außen (wie im Falle von Tabakrauch) zugeführt werden? Die Antwort lautet: Bei anhaltendem Stress werden biologische Prozesse in Gang gesetzt, die dafür sorgen, dass der Zuckerspiegel im Körper steigt und Entzündungen auftreten können. Immer wieder finden Studien Verbindungen zwischen Dauerstress und der Herzgesundheit.

Jetzt konnte eine große Metastudie zeigen, dass ausgeprägter Stress am Arbeitsplatz ein eigenständiger Risikofaktor für eine Erkrankung an pAVK ist. Von einer Metastudie sprechen Fachleute, wenn mehrere bereits vorliegende wissenschaftliche Untersuchungen zusammenfassend bewertet werden. In diesem Fall waren dies elf Studien, die alle in den Jahren 1985 bis 2008 in Skandinavien und in Großbritannien durchgeführt wurden. Insgesamt 139.000 Teilnehmende wurden über einen durchschnittlichen Zeitraum von fast 13 Jahren begleitet und untersucht. Die Untersuchung ergab, dass durch einen hohen Stresslevel am Arbeitsplatz, das Risiko, an pAVK zu erkranken, um ganze 41 Prozent zunahm.

Fazit: Rauchen und Stress sind zwei eigenständige Risikofaktoren für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Was gegen sie hilft, liegt auf der Hand: weniger Stress sowie ein konsequenter Rauchstopp.

Wir helfen Ihnen dabei, mit dem Rauchen aufzuhören. Mehr Infos unter Aufhören

Quelle: Heikkilä K, Pentti J, Madsen IEH, et al. Job Strain as a Risk Factor for Peripheral Artery Disease: A Multi-Cohort Study. J Am Heart Assoc. 2020;9(9):e013538. doi:10.1161/JAHA.119.013538