So können Sie Knochenbrüchen vorbeugen

16.09.2020

Wenn ein älterer Mensch stürzt und sich etwas bricht, ist das all zu oft ein tiefer Einschnitt in seinem Leben und – neben Schmerzen und weiteren Krankheitsfolgen, die sich daraus ergeben können – in vielen Fällen auch ein Verlust an Selbstständigkeit. Umso wichtiger ist es, solchen Stürzen vorzubeugen. Die Kampagne „Gesund & aktiv älter werden“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat hierzu ein Programm entwickelt, mit dem sich Kraft und Gleichgewichtssinn trainieren und somit Stürzen vorbeugen lässt. Das Angebot ist erprobt und kostenfrei, mehr dazu am Ende dieses Textes. Vorher haben wir jedoch noch eine weitere Empfehlung für Sie, mit der Sie ebenfalls schweren Knochenbrüchen vorbeugen können. Richtig geraten: Es geht um den Rauchstopp, aber nicht ausschließlich.

Framingham: weltweit bekannte Langzeitstudie

Eine vor Kurzem veröffentlichte Studie zeigt, wie groß der Einfluss unserer Lebensgewohnheiten von heute auf unser Gesundheitsrisiko von morgen ist. Die Studie ist Teil der Framingham Heart Study, die – zumindest in Fachkreisen – auf der ganzen Welt bekannt ist. Framingham ist eine Kleinstadt im US-amerikanischen Bundesstaat Massachusetts, deren Bevölkerung im Jahr 1948 für eine groß angelegte Langzeitstudie ausgewählt wurde. Damals sollten in erster Linie Koronare Herzerkrankungen untersucht werden, im Laufe der Jahre kamen dann noch weitere Gesundheitsthemen dazu – und vor allem jede Menge Daten über Zusammenhänge zwischen den Lebensweisen von Menschen und bestimmten Erkrankungen. Alle zwei Jahre werden die Teilnehmenden untersucht und befragt, im Laufe der Jahre ist daraus ein wahrer Datenschatz entstanden, der belastbare Aussagen über viele Krankheitsrisiken erlaubt, insbesondere über jene, die als „Zivilisationskrankheiten“ bezeichnet werden.

Starker Rückgang bei den Hüftfrakturen

Vor Kurzem konnten an der Studie beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Erfreuliches vermelden: Die Zahl der Hüftfrakturen von älteren Menschen ist in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen, beispielsweise bei den 85- bis 89-Jährigen um mehr als 60 Prozent. Besonders interessant sind die Ursachen für den starken Rückgang, die die Studienverantwortlichen auf Basis ihrer umfassenden Daten ermitteln konnten. Zum einen spielten eine bessere Diagnose und eine frühere Therapie von Osteoporose – die Krankheit, die im Volksmund auch als „Knochenschwund“ bezeichnet wird – eine Rolle. Bei Menschen, die an Osteoporose erkrankt sind, verringert sich die Dichte der Knochen, wodurch diese weniger stabil werden bzw. leichter brechen können. Knochenbrüche, darunter auch Hüftfrakturen, werden dadurch wahrscheinlicher. Wird die Krankheit dagegen besser erkannt und können Betroffene früher eine Behandlung beginnen, reduziert das langfristig die Zahl der Knochenbrüche.

Weniger Raucher, weniger Hüftfrakturen

Noch wichtiger für den festgestellten Rückgang der Hüftfrakturen war aber, dass seit den 1970er Jahren viele der Teilnehmenden an der Studie mit dem Rauchen aufgehört hatten. Eine Analyse der Daten zeigte, dass bei jenen, die seit dieser Zeit weiter rauchten, später die Zahl der Hüftfrakturen gleich geblieben ist, während sie bei den (inzwischen) Nichtrauchenden zurückging. Und noch einen weiteren, für den erfreulichen Rückgang bei den Hüftfrakturen mitverantwortlichen Faktor fanden die Studienverantwortlichen: Im gleichen Zeitraum ging auch der exzessive Alkoholkonsum zurück und trug zur geringeren Zahl an Hüftfrakturen bei, allerdings nicht so deutlich wie das Minus beim Tabakkonsum.

Unsere Empfehlung für alle, die heute etwas für ihre Gesundheit von morgen tun und Knochenbrüchen vorbeugen wollen:

 

Quellen:

Swayambunathan J, Dasgupta A, Rosenberg PS, Hannan MT, Kiel DP, Bhattacharyya T. Incidence of Hip Fracture Over 4 Decades in the Framingham Heart Study. JAMA Intern Med. Published online July 27, 2020. doi:10.1001/jamainternmed.2020.2975