So raucht Deutschland

29.04.2020  - Wenn man wissen möchte, wie die Menschen in Deutschland es mit dem Rauchen halten, kann man sich im Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis umschauen und zusätzlich noch die Augen aufhalten, wenn man unterwegs ist. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen dürften allerdings recht ungenau ausfallen. So gibt es zum Beispiel immer noch Freundesgruppen, in denen die Mehrheit braucht. Andere berichten dagegen darüber, dass in ihrem Freundeskreis viele in den vergangenen Jahren aufgehört haben zu rauchen. Zuverlässigere Aussagen erlauben dagegen offizielle Statistiken, zum Beispiel auf Basis repräsentativer Befragungen.

Es gibt ihn: den Trend zum Nichtrauchen
Einen Überblick interessanter Zahlen, Daten und Fakten zum Thema „Rauchen in Deutschland“ bietet traditionell das von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. herausgebrachte „Jahrbuch Sucht“. Vor Kurzem ist es wieder erschienen.

Aus den darin zusammengetragenen Daten lässt sich ein klarer Trend zum Nichtrauchen erkennen. Bei Jugendlichen fällt er besonders stark aus: Mit sieben Prozent gibt es in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen heute so wenige Raucherinnen und Raucher wie noch nie zuvor. Der Rückgang in den vergangenen Jahren ist wirklich beeindruckend: Noch zur Jahrtausendwende rauchte mehr als jede/r vierte/r Jugendliche in diesem Alter.

Und auch unter Erwachsenen sinkt die Zahl der Raucherinnen und Raucher, wie unsere Grafiken unter Verbreitung des Rauchens ((Link zu Unterseite)) zeigen. Der Rückgang verläuft ebenfalls stetig, fällt allerdings schwächer aus als bei den Jugendlichen. Im Jahr 2018 rauchten noch 24 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren.

Das Jahrbuch Sucht weiß aber noch mehr Interessantes zum Thema Rauchen zu berichten. Hier ist eine kleine Auswahl:

  • 74,6 Milliarden Zigaretten wurden im Jahr 2019 konsumiert.
  • Die Belastung durch Passivrauchen ((Link zu Unterseite)) ist insgesamt zurückgegangen. Immer noch sind jedoch beispielsweise ca. acht Prozent der Jugendlichen täglich dem Tabakrauch anderer ausgesetzt, in der Regel im eigenen Zuhause. Weitere sechs Prozent kommen mehrfach pro Woche mit Zigarettenqualm von anderen Menschen in Kontakt. Dabei fällt auf, dass Heranwachsende aus sozial benachteiligten Haushalten insgesamt stärker dem Gesundheitsrisiko Passivrauchen ausgesetzt sind.
  • Schätzungsweise 13,5 Prozent aller Todesfälle in Deutschland sind auf das Rauchen zurückzuführen.


Weitere interessante Infos zur Verbreitung des Rauchens und weitere „Zahlen, Daten & Fakten“ finden Sie unter Informieren.

Quelle:
Kuntz, B. et al. (2020): Tabak - Zahlen und Fakten zum Konsum. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2018. Lengerich: Pabst Science Publishers.