Studie: Jede fünfte neue Krebserkrankung geht auf das Rauchen zurück

19.12.2018  - Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat vor kurzem eine interessante Berechnung veröffentlicht. Demnach lässt sich in diesem Jahr knapp jede fünfte Neuerkrankung an Krebs auf den Faktor Rauchen zurückführen. Hochgerechnet kommen die Studienverantwortlichen auf eine geschätzte Zahl von 85.072 neue Krebsfälle, alleine durch das Rauchen.

Lebensstil spielt wichtige Rolle bei Krebsentstehung ...
Aber auch andere sogenannte „Lebensstilfaktoren“ wurden von den Fachleuten unter die Lupe genommen: zum Beispiel Übergewicht, körperliche Aktivität und Alkoholkonsum. Auch Umweltfaktoren wie beispielsweise Radon in Innenräumen und Infektionen können eine Rolle bei Krebserkrankungen spielen und wurden deshalb in der Untersuchung berücksichtigt. Ihr Gesamtergebnis lässt aufhorchen: Fast vier von zehn neuen Krebsfällen lassen sich durch Lebensstil und Umweltfaktoren erklären. 

… Rauchen fällt besonders ins Gewicht
Rauchen ist ein Lebensstilfaktor, der bei der Entstehung von Krebs sehr stark ins Gewicht fällt. Bei Lungenkrebs ist der Anteil der Erkrankungen, die durch das Rauchen bedingt sind, besonders hoch: 89 Prozent bei den Männern und 83 Prozent bei den Frauen. Übergewicht ist für sieben Prozent der Krebsneuerkrankungen verantwortlich, für den Faktor „Geringe körperliche Aktivität“ wurde ein Prozentsatz von sechs Prozent (aller neuen Krebsfälle) berechnet.

Für ihre Untersuchung haben die Studienverantwortlichen unterschiedliche Datenquellen zusammengefügt, unter anderem Statistiken über neue Krebsfälle, Daten zu Krebsrisiken, sowie Grundlagenstudien über gesundheitliche Schädigungen durch das Rauchen. 

Krebsrisiko durch Rauchen betrifft nicht ausschließlich die Lunge
Bei erhöhtem Krebsrisiko durch Tabakkonsum denken die allermeisten Menschen zunächst an Lungenkrebs. Hier ist die Zahl der durch das Rauchen verursachten Krankheitsfälle auch tatsächlich besonders hoch, wie wir eingangs schon beschrieben haben. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Tabakkonsum auch das Risiko dafür erhöht, dass sich Tumore an den folgenden Organen bilden können: Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Luftröhre, Magen, Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Harnleiter, Blase, Dick- und Enddarm sowie Gebärmutterhals. Durch einen Rauchstopp senken Raucherinnen und Raucher das Risiko für diese Krebserkrankungen.

Fazit: Das Risiko, an Krebs zu erkranken, lässt sich also – zu einem gewissen Teil – durch den Lebensstil beeinflussen. Planen Sie jetzt Ihren Rauchstopp. Wir helfen Ihnen dabei. Mehr Infos unter Aufhören

Quelle: Mons U, Gredner T, Behrens G, Stock C, Brenner H: Cancers due to smoking and high alcohol consumption—estimation of the attributable cancer burden in Germany. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 571–7. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0571