Studie: Passivrauchen in der Kindheit erhöht COPD-Sterberisiko

05.12.2018  - Rauchen ist die Hauptursache für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD (engl.: chronic obstructive pulmonary disease). Raucherinnen und Raucher haben demnach ein deutlich erhöhtes Risiko, an COPD zu erkranken.

Gesundheitsrisiko: Tabakrauch im Elternhaus
Aber nicht nur für Menschen, die regelmäßig zur Zigarette greifen, steigt das COPD-Risiko. Auch eine Reihe von Menschen, die nie geraucht haben, sind stärker durch die Lungenkrankheit betroffen als andere. Gemeinsam haben diese Menschen etwas, was ebenfalls mit dem Rauchen zu tun hat: Sie waren in ihrer Kindheit dem Tabakrauch ihrer Eltern ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung aus den USA, deren Ergebnisse vor Kurzem veröffentlicht wurden. COPD, eine Krankheit, die in der Regel erst im höheren Erwachsenenalter diagnostiziert wird, kann ihren Beginn also bereits in Kindertagen nehmen – ein gewichtiges Argument dafür, sich verstärkt gegen Passivrauchen unter Heranwachsenden einzusetzen. 

Langzeitstudie mit 180.000 Teilnehmenden
Für die Untersuchung wurden die Daten einer großen Bevölkerungsstudie ausgewertet. Im Rahmen der Studie waren in den Jahren 1992 und 1993 über 180.000 Amerikanerinnen und Amerikaner zu verschiedenen Bereichen ihrer Gesundheit befragt worden – unter anderem danach, ob und wie viel in ihrem Elternhaus geraucht wurde. Der Großteil von ihnen war zum Zeitpunkt der Befragung bereits über 50 Jahre alt.

20 Jahre später, im Jahr 2014, wurden die Teilnehmenden an der Studie dann erneut kontaktiert und befragt. In der Zwischenzeit waren über 25.000 von ihnen verstorben, unter anderem aufgrund einer COPD-Erkrankung. Eine Analyse der Daten ergab, dass es unter denjenigen, die an den Folgen einer COPD verstorben waren, einen erhöhten Anteil von Personen gab, die als Heranwachsende dem Tabakrauch ihrer Eltern ausgesetzt waren. Diese Personengruppe hatte ein um 21 Prozent erhöhtes COPD-Sterberisiko. Das Risiko war noch höher, wenn die Befragten als Kinder bzw. Jugendliche besonders lange mit ihren rauchenden Eltern zusammen lebten. Waren sie beispielsweise zwischen 16 und 18 Jahre lang den Rauchschadstoffen im Elternhaus ausgesetzt, war ihr COPD-Sterberisiko um 31 Prozent erhöht.

Ein Grund mehr also, darauf zu achten, dass Kinder nicht in Kontakt mit Tabakrauch kommen.

Weitere Risiken durch Passivrauchen bei Kindern und Jugendlichen finden Sie hier. Wenn Sie mehr über die Gefahren des Passivrauchens für Erwachsene wissen möchten, sind Sie hier genau richtig. 

Quelle: Secondhand Smoke Exposure in Childhood and Adulthood in Relation to Adult Mortality Among Never Smokers Diver, W. Ryan et al. American Journal of Preventive Medicine, Volume 55, Issue 3, 345 – 352